Ein Rettungswagen der Feuerwehr fährt mit Blaulicht in Berlin (Quelle: dpa/Sonja Wurtscheid)
Bild: dpa/Sonja Wurtscheid

Berliner U-Bahn - Radfahrer nach Streit über fehlende Maske mit Messer verletzt

Ein Mann ist in einer Berliner U-Bahn wegen seiner fehlenden Mund-Nasen-Bedeckung mit anderen Fahrgästen in Streit geraten und hat einen unbeteiligten Radfahrer daraufhin mit einem Messer verletzt. Laut Zeugenaussagen stieg der Mann am Freitagnachmittag in eine U-Bahn der Linie 3 am Thielplatz in Berlin-Zehlendorf und wurde von mehreren Fahrgästen auf das Fehlen einer Maske angesprochen, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Er sei daraufhin aggressiv geworden, habe die anderen Personen angeschrien und mit einem Messer herumgefuchtelt.

Den Angaben zufolge wechselte der aggressive Mann dann am Bahnhof Oscar-Helene-Heim den Waggon und lief auf einen 62-Jährigen zu, der mit seinem Fahrrad in der U-Bahn stand. Diesen stieß der Unbekannte mehrfach in die Rippen und verpasste ihm mehrere Kopfstöße. Anschließend habe der Angreifer dem Radfahrer das Messer an die Kehle gehalten und ihn damit leicht im Gesicht verletzt, so die Zeugenaussagen.

Nachdem der Zug im Bahnhof Onkel-Toms-Hütte eingefahren war, habe der Unbekannte mit dem Messer die Reifen des Fahrrades des 62-Jährigen zerstochen und sei dann in Richtung Riemeisterstraße geflüchtet.

Der 62-Jährige wurde von Rettungskräften behandelt, musste aber nicht ins Krankenhaus.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung dieses Beitrags stand, der Unbekannte habe dem Radfahrer in die Rippen gestochen. Richtig ist, er wurde gestoßen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen und haben ihn korrigiert.

Sendung: Inforadio, 31.10.2020, 11:45 Uhr

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19 Kommentare

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  1. 19.

    Das größte Problem mit dem kleinen Stück Stoff ist genau das, was Sie demonstrieren: Dass es den Irrglauben erzeugt, der Träger selbst würde nennenswert vor Ansteckung geschützt.

    Bei professionellen Masken, die professionell getragen werden, glaube ich das gern. Aber nicht, wenn man irgendwie irgendein Stück Stoff vors Gesicht tut. Womöglich nicht mal vor die Nase. Womöglich stundenlang. Und dann kommt es, gut durchfeuchtet, in ein Plastiktütchen, wo es bis zum nächsten Einsatz bleibt.

    Das Ergebnis des (von der Politik mangels Alternativen gern geförderten) Irrglaubens, so könnte man sich selbst effektiv schützen, ist überall zu sehen: Kein Mensch hält mehr Abstand, schon gar nicht in Bussen und Bahnen sowie auf Bahnhöfen. Dabei wäre das noch viel wichtiger, zumal es niemand bestreiten wird: Wo niemand in der Nähe ist, kann man sich auch nicht anstecken.

  2. 18.

    Dem Radfahrer alles Gute. Konnte niemand sofort die Polizei alarmieren? Solche aggressiven Individuen sind gefährlich, aber wer soll das alles kontrollieren, nachdem, nicht nur in Berlin, die Behörden systematisch kaputt gespart wurden.

  3. 17.

    Christian Preuß:
    "Vielleicht sollten einige einfach mal aufhören, sich als Hilfspolizist aufzuspielen.
    Einfach fernhalten und gut ist."

    Was hat das Hinweisen auf rücksichtsloses Fehlverhalten mit "Hilfspolizist aufzuspielen" zu tun? NICHTS! Das ist ganz normales soziales Verhalten!

    (Hilfs-)Polizeiliches Verhalten wäre festnehmen und Bußgeld verhängen. Das wurde aber nicht gemacht. Es gibt sogar ein Festnahmerecht für Jederman: Jeder darf jeden festnehmen, den er auf einer frischen Straftat antrifft! (§ 127 Absatz 1 Satz 1 StPO) Das hat NICHTS mit Hilfspolizei zu tun!

    P.S.
    Soweit ich weiß, gibt es in Berlin keine Hilfspolizisten, so dass man sich auch gar nicht zu ein "Hilfspolizisten aufspielen" kann.

  4. 16.

    alles gute dem 62 Jährigen und vor allem unbeteiligten. Ich hoffe, die Kameraaufnahmen der U-Bahn werden dieses Mal was schneller ausgewertet und führen hoffentlich zum Erfolg und schnellerem auffinden des Täters. Im übrigen: es gibt leider noch einige provokative Maskenverweigerer in der U-Bahn. Ich fahre jeden Tag in der U 7 von Charlottenburg nach Neukölln und umgekehrt. In all der Zeit habe ich noch nicht eine einzige Kontrolle erlebt. Ja, und sogar im Bus, und gerade in Neukölln fahren immer wieder Menschen mit, die provokativ keine Maske tragen. Ich täte mir wünschen, dass mehr kontrolliert wird und endlich mal ein Zeichen gesetzt, und nicht immer nur durch die Lautsprecher gelabert wird, bitte Mund- und Nase zu bedecken, und das es mit einer Ordnungswidrigkeit ab 50 Euro geahndet werden kann. Die, die immernoch ohne Maske alle öffentlichen benutzen , die schert das einen Dreck. Und zwar so lange, wie deren Verhalten keine Konsequenzen hat. Bitte, BVG, Ihr seid in der Pflicht !!

  5. 15.

    Haste den Beitrag überhaupt gelesen. Dann wüßteste, das der Fahrradfahrer unbeteiligt war und sich nicht als "Hilfspolizist" ausgeführt hat. Man, man, man...

  6. 13.

    Unfassbarer Kommentar. Das ist berechtigte Zivilcourage und auch Selbstverteidigung der Mitfahrenden gewesen. Aber klar einfach mal ne Opfer-Täter-Umkehr machen. Am besten auch nicht hinachauen und den Kopf senken, wenn so einer einsteigt, oder was.

  7. 12.

    Da wird gefordert die Berliner sollen sich untereinander erziehen und das klappt schon, von wegen. Viele nicht die Maske tragende reagieren genervt, wenn nicht sogar aggressiv. Manchmal passiert dann auch so etwas, Fazit mehr Kontrolle dur h Ordnungskraefte, dir sollten geschult sein. Ich persönlich werde weiter hin aufgrund der ganzen Thematik die öffentlichen Verkehrsmittel meiden und mir trotz Umweltkarte einenen 2. Wagen zulegen. Für mich sauber, sicher, Virenfrei und pünktlich.

  8. 11.

    So ist sie halt, unsere rücksichtslose Berliner Spaßgesellschaft. Bittet man sie um solidarisches einhalten der regeln, also um Rücksichtnahme, reagieren diese leute agressiv. Das passiert leider häufig.
    Aber wie soll mann von diesen ganze kleinen Ich-AG's und Selbstoptimierern auch Rücksichtnahme auf Schwächere und Ältere erwarten, wenn sie sich an genau diesen Schwächeren und Älteren sogar brutal veregreifen ?

    @rbb24 :
    Sie sollten doch bitte mal nachhaken, ob der Gewalttäter auf einer Überwachungskamera erfasst wurde und wenn nein, warum nicht. Die Dinger hängen doch inzwischen auf jedem U-Bahnhof.

  9. 10.

    Es ist nicht nur ein kleines Stück Stoff . Es ist das Stück Stoff, das den Träger vor einer Ansteckung schützen kann und andere Menschen vor ihm.
    Aber das ist wichtig

  10. 9.

    Vielleicht sollten einige einfach mal aufhören, sich als Hilfspolizist aufzuspielen.
    Einfach fernhalten und gut ist.

  11. 8.

    Mir geht es ebenso und mich ärgert besonders, dass viel zu wenig kontrolliert und sanktioniert wird.
    Gestern beim Rewe hatten die meisten Kunden einen MNS. Die Mitarbeiter auch aber mit freier Nase. Die wenigen Verweigerer grinsten uns frech und dummdreist an. Na ja , wenn keiner kontrolliert wird das nichts.
    Dem Opfer dieses Idioten wünsche ich gute Besserung.

  12. 7.

    Mir geht es ebenso und mich ärgert besonders, dass viel zu wenig kontrolliert und sanktioniert wird.
    Gestern beim Rewe hatten die meisten Kunden einen MNS. Die Mitarbeiter auch aber mit freier Nase. Die wenigen Verweigerer grinsten uns frech und dummdreist an. Na ja , wenn keiner kontrolliert wird das nichts.
    Dem Opfer dieses Idioten wünsche ich gute Besserung.

  13. 6.

    @Matze P.
    Viel schlimmer. Dieser Chaot wurde von meheren Passanten darauf hingewiesen, daß er eine Maske zu tragen hat.
    Aber anstatt sich mit diesen Personen auseinanderzusetzen, ließ er seinen Frust an einen total unbeteiligten Radfahrer ab, der ihm mit seinen 62 Jahren als idealer Blitzableiter zur verfügung stand, weil er mit keinem Widerstand rechnen mußte.
    Diese ekelhaft feige Einstellung, sich an Älteren zu vergreifen, steigt

  14. 5.

    Erschreckend, vorallem, weil es einen völlig unbeteiligten Menschen getroffen hat.
    Und dann aus so einem nichtigen Anlass wie das kleine Stück Stoff vorm Mund.

  15. 4.

    Gibt es denn keine Kameraaufnahmen vom U-Bahnhof von dem verrückten. Das ist doch gemeingefährlich den raumlaufen zu lassen.

  16. 3.

    Wie lange muss man sich diesen Mist (das "Maskenmuffeln" in der Bahn) eigentlich noch gefallen lassen? Bloß weil immer irgendwelche einzelnen unsozialen Kretins meinen, sie seien dazu nicht verpflichtet, haben wir vermutlich unter anderem auch die anstehenden Einschränkungen. Ich fahre viel mit der BVG und muss leider sagen, da wird absolut zu wenig sanktioniert. (Wenn das anders gehandhabt würde, wäre das Problem vermutlich Geschichte.) Wie wäre es hiermit: jeder "Delinquent" bekommt eine Sträflingskugel (in der Lightversion, damit er noch hüpfen kann :-) ans Bein. Die kann er sich am Folgetag in der BVG-Verwaltung wieder abnehmen lassen - nach Zahlung der Strafe, versteht sich. Als Sahnehäubchen darf in der Zwischenzeit jede/r mit Tomaten auf ihn werfen, er ist ja gut zu erkennen. Pranger 2020 - sorry, aber das Thema macht mich sauer!

  17. 2.

    Da merkt man einmal wieder, wie stark und schnell sich die Maskenverweigerer- aka Querdenker-Szene radikalisiert.

    Natürlich will der Staat Festnahmen auf Demos vermeiden, damit sich die Leute nicht als Opfer inszenieren können. Aber diesen gewalttätigen Strömungen muss man auch irgendwann mit dem Gesetz begegnen.

  18. 1.

    Alles gute dem 62-Jährigen! Es laufen echt Irre Maskenverweigerer rum.

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