Der fast menschenleere Pariser Platz und das Brandenburger Tor am 21.03.2020. (Quelle: dpa/Friedrich Bungert)
Video: Abendschau | 22.03.2020 | Sabrina Wendling | Michael Müller im Gespräch | Bild: dpa/Friedrich Bungert

Weitere Maßnahmen gegen Corona - Berlin und Brandenburg beschließen Ausgangsbeschränkungen

Die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus werden in Berlin und Brandenburg nochmals drastisch verschärft. Soziale Kontakte sollen auf ein Minimum reduziert werden. Zuvor hatten sich Bund und Länder gemeinsam auf die Vorgaben verständigt.

Die neuen Regelungen im Detail:

Berlin

Brandenburg

Was Sie jetzt wissen müssen

In Berlin und Brandenburg gibt es seit Montag noch strengere Regeln, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Sonntag darauf geeinigt, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Der Berliner Senat beschloss die Umsetzung am Sonntagabend, wie eine Sprecherin mitteilte. Eine erst am Samstag bekannt gewordene, etwas lockerere Regelung ist damit schon wieder von der Entwicklung überholt.

Neue Verordnung gilt für zwei Wochen

Die neuen Regeln sollen bereits am Montag in Kraft treten und zunächst für zwei Wochen gelten. In der Verordnung heißt es, Personen auf dem Stadtgebiet von Berlin müssten sich ständig in ihrer Wohnung aufhalten. Allerdings gibt es für diese Ausgangsbeschränkung eine Reihe von Ausnahmen. Das gilt etwa für Menschen, die zur Arbeit müssen, für Arztbesuche, andere medizinische Behandlungen oder Blutspenden, für Einkäufe, aber auch für die Begleitung Sterbender oder für Beerdigungen.

Sport und Bewegung an der frischen Luft ist der Verordnung zufolge ebenfalls im Freien erlaubt, alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer anderen Person - Gruppen dürfen auch zu diesem Zweck nicht gebildet werden. Auch wer Tiere betreuen muss, darf die Wohnung verlassen und sei es, um mit dem Hund spazieren zu gehen.

Auch Brandenburg verschärft Maßnahmen

Auch in Brandenburg müssen sich die Menschen von Montag an auf noch drastischere Einschränkungen im Alltag einstellen. Das kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Sonntagabend in Potsdam an.

Wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei heißt, ist das Betreten öffentlicher Orte ab Sonntagnacht, 0 Uhr, grundsätzlich untersagt. Das gilt vorerst bis 5. April. Ausnahmen gelten demnach zur Wahrnehmung beruflicher Tätigkeiten und zum Aufsuchen des Arbeitsplatzes, für Arztbesuche, den Besuch von Lebenspartnern, Alten oder Kranken, zur Begleitung Sterbender sowie zur Teilnahme an Beisetzungen im engsten Familienkreis. Ebenfalls ausgenommen sind demnach Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie Behördentermine.

Als öffentliche Orte gelten laut Woidke öffentliche Wege, Straßen, Plätze, Verkehrseinrichtungen, Grünanlagen und Parks. Die Ausnahmeregelungen dürfen nur allein, in Begleitung der im jeweiligen Haushalt lebenden Personen oder einer nicht im jeweiligen Haushalt lebenden Person erfolgen. Dabei sei ein Abstand von 1,5 Metern einzuhalten. Woidke betonte: "Wir wollen damit die Ausbreitung des Virus verlangsamen und möglichst eindämmen." Die meisten Brandenburger hätten sich in den vergangenen Tagen vorbildlich an die bisher geltenden Verhaltensmaßregeln gehalten. Dafür bedankte sich Woidke ausdrücklich.

Müller: "Soziales Leben muss möglich sein"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte am Sonntagabend in der rbb-"Abendschau", die übergroße Zahl der Berlinnerinnen und Berliner wisse, worum es im Kampf gegen den Coronavirus gehe. "Die Menschen haben es zum großen Teil verstanden." Polizei und Ordnungskräfte würden aber weiter kontrollieren. "Wir müssen und werden eingreifen, wo Leute glauben, es sei alles ein großer Spaß."

Müller verteidigte die Entscheidung gegen eine komplette Ausgangssperre. "Soziales Leben muss möglich sein, Kinder müssen mal an die frische Luft gehen", erklärte der Regierende Bürgermeister. Das Ziel sei aber, soziale Kontakte zu reduzieren."Wir werden fortlaufend evaluieren, wie der Sachstand ist", kündigte er an.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie geschieht die Krankheitsübertragung?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

Kommentar

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132 Kommentare

  1. 131.

    Dazu müsste man Vertrauen in die chinesische Berichterstattung haben

  2. 129.

    Was ich mich frage bzw. wovor ich mich fürchte: Wenn nun nach 2 Wochen und weiteren 2 Wochen festgestellt wird, das bringt nichts oder fast nichts. Was dann? Gelten dann die Sanktionen solange bis ein Impfstoff da ist, also 1 Jahr oder länger? Ich kann mir vorstellen über 1 Jahr lang Großveranstaltungen, Fußballspiele, Messen usw. sein zu lassen. Aber sollen die Geschäfte 1 Jahr geschlossen bleiben? Gibt es jetzt 1 Jahr keine Schule mehr? Lassen wir alle dieses Jahr unsere Urlaube sein? Man kann das Volk nicht monatelang wegsperren. Die Stimmung wird irgendwann kippen und es kann zu Revolten kommen.

    Das hätte ich gerne gewusst: Was ist nach 4 Wochen? Dürfen wir dann unser Leben wieder leben oder werden wir für ewig eingesperrt. Da habe ich ganz große Angst vor.

  3. 128.

    Das Fehlverhalten einiger, besonders FDP Politiker haben sich dabei hervorgetan, war ja kein Fehlverhalten, sondern Absicht um das Gesundheitssystem an die Wand zu fahren. Man hat privatisiert auf Teufel komm raus.

    Hätten wir noch ein funktionierendes Gesundheitssystem hätten wir keine Krise PUNKT

    Die Panik und die Hamsterkäufe sind die natürlichen Folgen der Ankündigungen und der nun erfolgten Anordnungen. Damit hätte man rechnen müssen dass die Mehrheit der Menschen keine Vernunft in Zeiten der Krise mehr walten lassen.

    Als die ersten Ankündigungen kamen war mir zumindest vollkommen klar, dass die Hamsterkäufe erst recht losgehen.

    Die ganzen Ausnahmen machen die Einschränkungen ohnehin völlig nutzlos, zeigt mir aber dass der Mensch ganz schnell wieder zum Tier wird, der keine Vernunft mehr kennt. Das klingt hart aber das ist eben so. Das war vorhersehbar.

    Ich wiegele hier weder auf, noch sind meine massiven Vorwürfe unangemessen PUNKT

  4. 127.

    Da ja offensichtlich sehr viele Verdachtsfälle nichtmal getestet werden, wenn sie sich mit eindeutigen Symptomen melden, gehe ich mal sehr stark davon aus, dass die Dunkelziffer der nicht erfassten Fälle immens hoch sein muss. Die Zahlen, die wir jetzt genannt bekommen, spiegeln in keinster Weise Anhaltspunkte wider, wie stark der Anstieg wirklich ist. Es wird ja viel zu wenig getestet.

  5. 126.

    Bei uns sind in Parks nach wie vor Trupps unterwegs, die Blumen pflanzen. Immer mehr als zwei Leute, keiner hat einen Mundschutz, auf Abstand wird auch nicht geachtet. Ich weiß nicht, ob das Angestellte sind oder Maßnahmen-Teilnehmer, aber warum werden diese Leute nicht geschützt? Die sind doch nicht systemrelevant und haben sich nicht selbst ausgesucht, dass sie so arbeiten wollen. Und wie ist das mit Obdachlosen? In welche Quarantäne können/sollen die eigentlich gehen?

  6. 125.

    Das Fehlverhalten der Politiker und die unnötigen Beschwichtigungen selbiger haben zu der aktuellen Lage geführt. Das Fehlverhalten der Bevölkerung war Ende vergangener Woche und ist für die aktuellen Infektionszahlen nicht verantwortlich; die sind sogar rückläufig, was auf das geänderte Verhalten der Bürger zurückzuführen ist, die damit angefangen haben, ehe die Politik aufgewacht ist und auf die ersten Maßnahmen der Politik seit 14.03.2020.

    Schauen Sie sich doch die Entwicklung der Fälle beim RKI sowie das Schalten der Politik mal an und berücksichtigen dabei die Inkubationszeit von 5 - 14 Tagen.

    Ein Appell an alle: Seien Sie vorsichtig im Umgang mit Vorwürfen, die bringen niemanden weiter. Die Bürger haben sich bisher größtenteils vorbildlich verhalten. Viele wurden als "Hysteriker" tituliert und belächelt, als sie auf Abstand gingen und Maßnahmen von der Politik gefordert haben. Lasst euch nicht gegeneinander aufwiegeln; die Lage geht nur zusammen zu bewältigen!

  7. 124.

    Ich habe den Eindruck, dass überhaupt nicht mehr getestet wird. In eng befreundeter Familie gab es einen Corona-Verdachtsfall und alle Familienmitglieder mussten in Quarantäne. Getestet wurde nicht einmal der Verdachtsfall, da keine Tests verfügbar waren. Einige Tage später waren Fieber sowie Husten weg. Da es keine Krankheitsanzeichen mehr gibt, sieht man sich nicht mehr veranlasst, einen Test durchzuführen.

    Nun hängen alle Familienmitglieder freiwillig 2 Wochen Quarantäne ran, damit die Großeltern nicht durch die vom Kind möglicherweise infizierten Eltern auch infiziert werden oder der Virus an Dritte weitergegeben wird. Den Schaden trägt die Familie selbst. Als nicht infiziert gelten alle, so dass auch die veröffentlichten Statistiken ungenau sind. Keine Ahnung, wie man auf diese Art und Weise etwas unter Kontrolle bekommen möchte, wenn nicht einmal klare Verdachtsfälle getestet werden, die Quarantäne-Maßnahmen ausgelöst haben.

  8. 123.

    Sie dürfen, da Sie dafür verantwortlich sind, für das Wohl des Pferdes zu sorgen - dazu gehört auch Pflege und regelmäßige Bewegung, im Sinne des Tierschutzgesetzes.
    Ich hatte vorhin schonmal geantwortet, aber habe einen link eingestellt für den download spezieller Selbsterklärungen, die man als "Pferdeversorger" bei sich haben kann. Vielleicht durfte ich das nicht, sorry. Findet man aber auch, wenn man in einer Suchmaschine "corona pferd selbsterklärung" eingibt.

  9. 122.

    Wenn ich hier so einige Kommentare lese zum Thema unterlassene Gesundheitsversorgung, möchte ich einen
    Aufruf AN HERRN SPAHN senden:
    Sorgen Sie bitte schnellstmöglich dafür, dass Menschen, die sich krank fühlen, sich ohne weiteres testen lassen können bzw. einen Selbsttest ohne große Hürden durchführen können. Ohne niedrigschwellige Angebote sind die Ausgangsbeschränkungen einfach nur halbherzig.

  10. 121.

    Ich habe als Reitsportler mein privates Reitpferd in einer ordentlichen Reitanlage / Landwirtschaftlichen Betrieb schriftlich vereinbart untergestellt. Die Fütterung des Pferdes übernimmt der Besitzer der Anlage. Für die Pflege und Bewegung bin ich als Tierbesitzer verantwortlich.- In Pkt. 1 der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung heißt es dazu: " für Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie" Versorgung von Tieren" :Darf ich 2 x Woche zum Tier fahren und meine Pflichten erfüllen?

  11. 120.

    Ihre Haltung ist ja wirklich seeeeeehr menschenfreundlich. Eins steht fest: es gibt keine PlüschBaerchen, die Ihnen wenn es hart auf hart kommt, helfen könnten.

  12. 119.

    Ich habe als Reitsportler mein privates Reitpferd in einer ordentlichen Reitanlage / Landwirtschaftlichen Betrieb schriftlich vereinbart (einschließlich tägliche Fütterung)zu einem festgelegten Preis untergestellt.- Der Ort befindet sich 20 km von meiner Wohnung entfernt. -
    Die Fütterung des Pferdes übernimmt der Besitzer der Anlage. Für die Pflege und Bewegung bin ich als Tierbesitzer verantwortlich.- In Pkt. 1 der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung heißt es dazu: " für Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie" Versorgung von Tieren" wird mir ermöglicht , meine Pflicht dem Tier gegenüber zu erfüllen.
    Darf ich 2x/Woche zum Tier fahren und meine Pflichten erfüllen?

  13. 118.

    Ich weiss ehrlich nicht warum einige nicht sachlich diskutieren können. Das Virus ist nun mal da ! Ich bin auch 62 und demzufolge eine der "Risikopersonen" . Es bringt uns aber gar nichts, über die zu schimpfen die nichts dafür können! Weder Ärzte noch Politiker haben das Virus bestellt und wir sollten einfach hoffen, das es bald eingedämpft wird und uns an die gegebenen Hinweise und Vorschriften halten! Ich hoffe Ihr bleibt alle gesund!

  14. 116.

    Genau dieselbe Antwort bekam ich auch, als es mir zunehmend schlechter und meine Temperatur plötzlich raufging. Die Hotline wimmelte mich ab mit der Aussage, wenn ich in keinem Risikogebiet war oder nachweislich Kontakt zu Infizierten hatte, wird nicht getestet. Was ist das denn für ein Schwachsinn? Inzwischen reist doch kaum noch jemand, weltweit sind Risikogebiete, selbst das eigene Land gehört dazu und bei der Ausbreitung, die nun herrscht, kann man doch Infektionsketten längst nicht mehr zurück verfolgen. Da reicht ja schon eine Fahrt mit der BVG um sich anzustecken, und dann soll man bei der langen Inkubationszeit wissen, ob da oder dort ein Infizierte mit drin saß? Es ist unverantwortlich, bei Fiebernden oder stark Hustenden Tests zu unterlassen.

  15. 115.

    Ich halte mich doch dran, finde nur die Panikmache bei diesen Quoten extrem. Und man verhindert keine Ausbreitung, man schiebt sie nur auf.
    Mitte Januar wo die ersten Fälle auftraten (China, USA, Korea, Japan, Deutschland) hatte Italien nicht ein einzigen Fall. Irgendetwas ist da ziemlich dumm oder mit Absicht gelaufen.
    Jetzt haben wir dank unserer Politik auf dem Europäischen Kontinent mehr Infektionen als alle Länder der Welt zusammen. Aber diese Anzahl ist wie ich schon schrieb, zu vernachlässigen, da pro Jahr andere Krankheiten tödlicher sind als dieses Grippe-Virus, welches bei einigen gar nichts auslöst... bzw. gibt es nicht für alle und alles eine Lösung.
    Bleiben Sie auch gesund.

  16. 114.

    Wegen Leuten wie ihnen ist die Krise erst zu einer Krise geworden. Leider darf ich hier nicht schreiben was ich von Leuten wie ihnen halte.

  17. 113.

    > Eine Krise diesen Ausmasses haben wir nun mal nicht so oft.

    Man kann sich auch etwas einreden.

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