Dilek Kalayci (SPD), Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, nimmt am 06.04.2020 an einer Sondersitzung des Ausschusses für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Berliner Abgeordnetenhauses teil. (Bild: dpa/Christophe Gateau)
Bild: dpa/Christophe Gateau

Eindämmung der Pandemie - Kalayci: Maßnahmen gegen Coronavirus zeigen Wirkung

Berlin macht im Kampf gegen das Coronavirus offenbar Fortschritte: Die bisherigen Maßnahmen wirken eindämmend, betonte Senatorin Kalayci im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Dort wurde auch über eine Mundschutzpflicht in Berlin abgestimmt.

Was Sie jetzt wissen müssen

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zeigen laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci Wirkung. Sie seien frühzeitig auf den Weg gebracht worden und wirkten eindämmend, sagte die SPD-Politikerin im Gesundheitsausschuss.

Man schaue in Berlin kontinuierlich darauf, wie schnell sich die Fallzahlen verdoppelten: Diese Zeit habe sich auf zehn Tage verlängert. Das sei eine gute Entwicklung, sagte Kalayci. Sie hob auch die Arbeit der Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten hervor. Dieser große Aufwand lohne sich.

Trotz der langsamer ansteigenden Corona-Fallzahlen in Berlin warnte die Gesundheitssenatorin davor, nachzulassen. Die Entwicklung sei noch kein Grund zur Entwarnung, sagte die SPD-Politikerin. Der Höhepunkt der Pandemie sei in der Hauptstadt noch nicht erreicht.

Immer mehr ältere Menschen betroffen

Zu sehen sei aber auch, dass das momentan noch relativ niedrige Durchschnittsalter der Infizierten von derzeit 41 Jahren ansteige, so die Senatorin. Immer häufiger seien auch ältere Menschen betroffen. Die zuvor infizierten Verstorbenen seien im Schnitt 81 Jahre alt.

Bisher sind in Berlin mehr als 3.680 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen (Stand 5.4., 19:30 Uhr). Die Zahl der Verstorbenen stieg um zwei auf nun 26. Derzeit werden 507 Corona-Patienten in Berlins Kliniken behandelt, davon befinden sich 126 auf Intensivstationen. 1.938 Personen sind wieder genesen.

1.800 Beatmungsmöglichkeiten in Berlin

Die Hauptstadt-Krankenhäuser seien in der Coronavirus-Pandemie gerüstet, betonte Kalayci im Gesundheitssauschuss. Die Kliniken erhöhten ihre Kapazitäten von gut 1.000 auf 2.200 Betten, davon hätten 1.800 Beatmungsmöglichkeiten, sagte die SPD-Politikerin. Berlin sei damit sehr gut aufgestellt. Die Krankenhäuser hätten parallel auch Personal für den Umgang mit Covid-19-Patienten sowie mit Beatmungsgeräten geschult.

Kalayci berichtete, dass momentan insgesamt weniger Patienten in den Kliniken seien. Nicht dringliche Operationen seien abgesagt worden. Es blieben aber auch Patienten den Notaufnahmen fern. Dies bereite ihr Sorgen, sagte Kalayci. Es sei davon auszugehen, dass viele Patienten mit leichten Schlaganfällen oder auch Herzinfarkten aus Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus zu Hause blieben. Dies dürfe nicht sein.

Weiterhin keine Mundschutzpflicht in Berlin

Das Tragen von Stoffmasken über Mund und Nase bleibt derweil in Berlin freiwillig. Zum Abschluss des Gesundheitsausschusses lehnten die Mitglieder mehrheitlich einen AfD-Antrag auf eine Pflicht zum Maskentragen etwa in Supermärkten ab. Mehrere Politiker appellierten jedoch an die Bevölkerung, freiwillig beim Einkaufen oder in Bussen und Bahnen eine Maske zu tragen.

Experten sagen, dass auch ein selbstgemachter Mund-Nasen-Schutz andere Menschen schützen könnte, wenn der Träger - vielleicht unwissentlich - mit dem Coronavirus infiziert sei. Die derzeit international knappe Profi-Ausrüstung, wie zum Beispiel sogenannte FFP-2-Schutzmasken, sollte nach Einschätzung vieler Fachleute vor allem Ärzten und Pflegekräften vorbehalten bleiben.

Sendung: Abendschau, 06.04.2020, 19:30 Uhr

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21 Kommentare

  1. 21.

    so ein verspäteter Aprilscherz sind auch die heutigen Gedankengänge der Gesundheitssenatorin, alle Älteren ab
    70 sollen sofort in Quarantäne. Sie will das Gesundheitswesen in Berlin noch mehr überlasten. Ihr scheint nicht
    bekannt zu sein, dass Alte sich viel an der frischen Luft bewegen und laufen müssen. Wenn sie nicht völlig
    versteifen sollen. Es ist doch sehr merkwürdig, dass die Corona betroffenen in einem Alter zwischen 30 und 40
    Jahren sind. Die vielen Todesfälle in Pflegeheimen, sind doch überwiegend vom infizierten Pflegepersonal
    angesteckt worden. Pflegepersonal muss mehr getestet werden.

  2. 20.

    Geschwafel! Oder wollen sie uns erklären dass Zahnärzte o.ä. in anderen Bundesländern besser geschützt sind? Wenn keine Masken vorhanden sind wo soll Kalayci die herbeizaubern?

  3. 19.

    Roger korrekter Kommentar.
    Die Verlagerungen von schweren Fällen in die älteren Jahrgänge werden jetzt vorbildlich bekämpft. Jede Risikogruppe wird ab sofort mit FFP2/3 SCHUTZMASKEN versorgt. Damit werden neue Kontakte verhindert. Toll, leider Aprilscherz.

  4. 18.

    Die Wirkung ist durchschlagend, vor allem auf die Wirtschaft und die Arbeitsplätze.
    Die Neuverschuldung explodiert und alle Kultureinrichtungen und Sozialeinrichtungen (Schulen, Kitas, Jugendclubs) zu.

    Die häusliche Gewalt nimmt und für viele Frauen, die Ihre Arbeit aufgeben und sich nun ganz der Erziehung Ihre Kleinen hingeben dürfen, dürften sich bei den niedrigen Infektionszahlen fragen, was Frau Kalayci antreibt.

  5. 17.

    Frau Kalayci schwadroniert wohl wissend ihrer insuffizienten Amtsführung mit Ergebnissen, die nicht auf Ihr Zutun zuruckzuführen sind. Der Zahnarzt hat absolut recht, wenn er anmerkt, dass er und seine Mitarbeiter an der Brutstätte in minimalem Abstand arbeiten. Sie erklärt, daß das Durchschnittsalter der Infizierten hoch geht. Vielleicht sollte ihr einmal jemand vorlesen und erklären, dass mehr als 50 Prozent der Zahnärzte über 55 bzw. 60 Lebensjahre alt sind und somit nicht nur wegen ihres Berufes zur Hochrisikogruppe zählen. Warum wurden Mitarbeiter von den Schutzmassnahmen des Landes und des Bundes ausgespart? IST DEREN LEBEN, DAS IHRER FAMILIEN UND DAS IHRER PATIENTEN WENIGER WERT?

  6. 16.

    Ich möchte endlich mal erfahren ,wie die Zahlen in den verschiedenen Bereiche aussehen.
    Wie viele Ansteckungen gab es auf der Arbeit,in Alten -und Pflegeheimen,im Nahverkehr und auf der Liegewiese bei schönem Wetter.
    Leider scheinen unsere Medien nicht in der Lage zu sein,einfach mal zu recherchieren.
    Ich habe so langsam den Verdacht,man muss diese Zahlen unter den Teppich zu kehren.

  7. 15.

    Passen die Berliner Zahlen für die Gesundmeldungen?
    Berlin hat im Vergleich zu Bayern und NRW überproportional viele Gesundmeldungen. Wo kommen die her?
    Der RBB meldet in diesem Beitrag „1938 Personen sind wieder genesen.“ Stand 5.4.2020.
    Passt das? Wann ist man In Berlin wieder gesund?
    Blättert man die Zahlen auf https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/ Für Berlin vom 5.4. um 10 Tage zum 26.3.2020 zurück, werden für dieses Datum nur 1937 Erkrankte angezeigt. Ein Erkrankter wird also nach diesen Angaben schon nach weniger als 10 Tagen als genesen ausgewiesen.
    Stimmt das? Für viele der Erkrankten wird kein zweiter Test zur Feststellung der Virenfreiheit angeboten. WoHer
    nimmt Berlin dann die Sicherheit, dass die Erkrankten nach so kurzer Zeit wieder genesen sind und den Virus nicht mehr übertragen können?

  8. 14.

    Sehr guter und sachlicher Bericht, klasse :)

  9. 13.

    Was hat denn bitteschön Frau Kalayci für "frühzeitige Maßnahmen" auf den Weg gebracht? Verwechselt sie sich selbst mit Herrn Lederer?

    Die Hilflosigkeit, die von Frau Kalayci und Herrn Müller zu Beginn der Krise an den Tag gelegt wurde, kann nicht der Nährboden für dieses Eigenlob sein!

  10. 12.

    Ich bin kein Fan dieses Links-Senats, aber Frau Dilek Kalayci muss ich mal loben.
    Sie kümmert sich, macht weniger Scheinwerfer-Politik sondern nimmt die notwendige Puzzlearbeit mit Fleiß an.
    Und dem anfänglichen Schreck folgten schnell das notwendige Abarbeiten der Notwendigkeiten.
    Weiter so! Danke!

  11. 11.

    Sprechen Sie mal mit Ihrem Zahnarzt:
    Fünfzehn Zentimeter von Ihrem Mund entfernt, inmitten der Aerosolwolke (Sprayluft beim Schleifen), nur mit einen Mund-Nasen-Schutz geschützt, kümmert er sich mit seinen Mitarbeiterinnen weiterhin um Ihre Zahngesundheit.
    Für die Politik ist sein Berufsstand nicht berechtigt, bevorzugt mit Atemschutzmasken versorgt zu werden. Psychotherapeuten, die im Abstand von 1,5 Metern ihre Patienten behandeln werden beliefert.
    85% Rückgang der Patientenzahlen. 90% Umsatzrückgang. Und trotzdem immer an vorderster Front.
    TATSACHE IST: Kein ambulant tätiger Mediziner ist so gefährdet wie Ihr Zahnarzt !!!

  12. 10.

    Ihr freut euch über gute Nachrichten aber verleiten diese nicht zu Unvorsichtigkeit und geben denen Futter, die Gründe suchen um rücksichts- und verantwortungslos ihr Ding zu machen.

  13. 9.

    Es gibt tatsächlich einen Arbeitskreis der im Auftrag der Bundesregierung Welt weit unterwegs ist um solche Gefahren, wie eben jetzt mit dem Corona-Virus, zu erforschen. Diese Mitarbeiter haben schon vor Jahren darauf hingewiesen dass wir mit einer Viruserkrankung rechnen müssen, die aus China kommt. Wann genau das stattfinden könnte wusste niemand so ganz genau. Es wurde aber darauf hingewiesen, sich auf einen Notfall vorzubereiten. Schutzkleidung, Not-Krankenhäuser und alles was jetzt so für die Pandemie angeschafft werden muss stand auf dem Plan. Wozu werden so Leute von Steuergeldern bezahlt, wenn sich niemand für Informationen interessiert?

  14. 8.

    Hallo Melanie,

    mit den Genesenen ist das leider so eine Sache: Die Zahlen sind nicht meldepflichtig, es lässt sich also gar nicht sagen, wieviele Menschen wirklich von der Corona-Infektion genesen sind. Hier finden Sie Infos dazu: https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/beitraege/genesene-statistik-berlin-brandenburg-wann-gesund-covid-kriterien.html

    Beste Grüße und gute Gesundheit,

    Ihre Redaktion

  15. 7.

    Wichtig wäre auch, die Zahl der Genesenden groß zu veröffentlichen, denn das gibt Hoffnung.
    Abgesehen davon, dass die Dunkelziffer der Infizierten sicher um ein vielfaches höher ist. Denn viele werden ja gar nicht getestet. Wir haben jetzt erfahren, dass ein Freund von uns positiv auf Corona ANTIkörper getestet worden ist. Der hat es also schon durch, ohne dass es jemand wusste. Und das zum Jahreswechsel. Wie kann ich denn jetzt testen lassen, ob er uns bei seinem Besuch zu Weihnachten schon angesteckt hat? Wir fürchten eine Ansteckung und haben das ganze vielleicht schon durch

  16. 6.

    Das lässt sich gar nicht so genau berechnen. So bekommen Sie beispielsweise unterschiedlicher Ergebnisse, je nachdem ob Sie nun die Entwicklung der letzten 12 Stunden, des letzten Tages oder der letzten 3 Tage "hochrechnen". Die Senatorin scheint da eine kürzere Zeitspanne als der rbb zu verwenden.

  17. 5.

    "Es sei davon auszugehen, dass viele Patienten mit leichten Schlaganfällen oder auch Herzinfarkten aus Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus zu Hause blieben." Und das ist sicher nur die Spitze des Eisberges. Wen wundert das? Laut diesem Artikel sind 0,1% der Berliner mit Corona infiziert. Trotzdem ist der Feuerwehr-Notruf überlastet, die Leute hamstern Klopapier als ob es kein Morgen gibt, stehen alleine am Balkon und applaudieren den der Geschichte nach mit der Situation völlig überforderten medizinischen Personal. Der Fokus wird gesellschaftlich nur auf das Virus gelegt, obwohl die eigentliche Krise weit darüber hinaus geht. Den unbequemen Rest verstecken wir gerne.
    Die Sache mit dem Virus haben wir vielleicht im Griff, die Krise an sich aber voll verkackt! (Vielleicht erklärt das die Sache mit dem Klopapier...)

  18. 4.

    Endlich mal einer, der gute Nachrichten weitergibt und nicht nur Panik schürt. Man liest und hört in den Nachrichten nur, dass die Zahlen steigen usw. . Nur Negatives. Da verliert man doch gleich den Mut und die Hoffnung und so manch einer wird sagen: „Die Einschränkungen bringen ja gar nichts, also kann man sie auch lassen...“
    Es ist klar, dass die Zahlen immer noch steigen, aber dass sie langsamer steigen, dass die Reproduktionszahl auf 1 gesunken ist und die Verdopplungszahl schon höher geworden ist, darüber wird nichts verbreitet. Das muss man sich selbst auf (seriösen) Seiten zusammensuchen.
    Danke, Frau Kalayci!

  19. 2.

    Sehr geehrtes RBB-Team bitte denken Sie auch an diejenigen, ohne Soziale Medien: Z.Bsp. wie kommen Leute in den abgelegenen Regionen genug Infos über lokale Unterstützungen, kreative Projekte und selbstgenähte Schutz-Masken in Ihrem jeweiligen Ort? Es gibt genug Bürger ohne Whats up und ohne regionale Angehörige. Danke

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