Berliner Hermann-Radtke-Haus steht komplett unter Quarantäne. Achtzehn Bewohner und vier Mitarbeiter des Pflegeheims in Britz sind positiv auf das neue Corona-Virus getestet worden (Quelle: rbb)
Bild: rbb

Coronavirus - Pflegeheim in Neukölln meldet 22 Infizierte

Pflegeheime sind besonders stark vom Coronavirus bedroht. Das zeigt nicht zuletzt der Fall einer Einrichtung in Wolfsburg, wo schon 27 Bewohner gestorben sind. Jetzt hat das Virus auch ein Pflegeheim in Berlin erreicht. Ein ganzes Haus steht in Neukölln unter Quarantäne.

Was Sie jetzt wissen müssen

In einem Neuköllner Pflegeheim ist das Coronavirus ausgebrochen. Bislang haben sich 18 Bewohner und vier Mitarbeiter des Hermann Radtke-Hauses am Buckower Damm infiziert, wie die Abendschau des rbb am Freitag berichtet. Zwei Bewohner sind bisher am Coronavirus gestorben, zwei weitere liegen im Krankenhaus. Das Haus wird von der Diakonie betrieben und steht komplett unter Quarantäne.

"Belastung ist enorm"

Vermutet wird, dass sich die Menschen bereits vor einigen Wochen beim gemeinsamen Kegeln angesteckt haben - noch vor dem Kontaktverbot. Kenntnis vom positiven Testergebnis eines Teilnehmers habe man zehn Tage später erhalten, hieß es vom Heimbetreiber.

Nur die gesunden Mitarbeiter dürfen das Pflegeheim noch betreten. Sie dürfen sich nur zwischen ihrem Zuhause und dem Hermann Radtke-Haus bewegen und müssen soziale Kontakte vermeiden, wie Marion Timm, Geschäftsführerin des Pflegeheim-Betreibers Diakonie-Simeon der Abendschau sagte.

Das Heim könne nicht geschlossen und die gesunden Bewohner verlegt werden, sagte sie. "Jeder von ihnen müsste zunächst für 14 Tage in Quarantäne, kein Heim würde einen solchen Bewohner mit diesem Risiko aufnehmen", so Timm. Deshalb müsse das Pflegeheim isoliert werden. Die Belastung bei dem Mitarbeitenden und Patienten sei enorm, sagte sie weiter, da niemand wisse, ob nicht noch mehr Infektionen hinzugekommen seien. Alle Bewohner des Heims seien getestet worden und sollen in zwei Wochen erneut getestet werden, hieß es.

Bezirk hat 20.000 Atemschutzmasken bestellt

Die Schutzkleidung in dem Pflegeheim geht demnächst zur Neige. Unterstützung hat der Bezirk Neukölln angekündigt. Der Bezirksstadtrat für Gesundheit, Falko Liecke (CDU), kündigte in der Abendschau an, dass 20.000 Masken bestellen worden seien: "Für 6 Euro anstatt für 0,45 Euro, was sie ursprünglich gekostet haben. Aber das ist jetzt einfach so, wir müssen jetzt solche Einrichtungen unterstützen."

Sendung: Abendschau, 03.04.2020, 19:30 Uhr

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12 Kommentare

  1. 12.

    Der Vorgängerin muss ich recht geben
    Ich bin selber Pflegefachkraft und arbeite in einem Pflegeheim
    Ich finde es einfach erbärmlich wie man wieder die Pflegeheime angreift
    Es eine enorm schwierige Situation mit den eigenen Ängsten und den Ängsten der Bewohner umzugehen
    Auch die Angehörigen machen enorm viel Stress
    Ich appelliere hiermit noch einmal an alle Bürger dieser Stadt und auch an die Presse
    Unterstützt uns , anstatt uns anzugreifen

  2. 11.

    Man hat 20.000 Masken f. Srück 6,- Euro anstatt 0,45cent gekauft ?
    Sind summa summarum = 120.00 Euro anstatt für 9.000 Euro.
    Wo kommen denn diese Masken her ? Warum lässt die Politik, vertreten durch den Staat sich so etwas gefallen, während man andernorts einfach mal so 200.000 Masken konfisziert und die USA dann alles abstreiten ?
    Bereits jetzt werden, für bisher allgemein gehaltene Regeln einfach außer Kraft gesetzt und einige können scheinbar machen was sie wollen, ohne dass sie zur Rechenschaft gezogen werden.

  3. 10.

    Und wir Angehörigen müssen das aus der Presse erfahren ! Ich bin fassungslos !
    Die Heimleitung ist natürlich am Wochenende nicht zu erreichen und das arme Pflegepersonal gerade am Wochenende völlig überlastet !

  4. 9.

    Personal in Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen müsste eigentlich Schutzkleidung tragen bevor es zum Corona Fall kommt. Es ist aber nichts da. Es müssten alle paar Tage Tests gemacht werden.

  5. 8.

    Untersucht eigentlich irgend jemand die Leute von Medic Proof, die immer noch in private Haushalte und Pflegeheime gehen und dabei locker den Virus von a nach b transportieren können?

  6. 7.

    @Heide
    Ich denke, ich habe mich gerade verlesen...oder meinten Sie wirklich, was Sie schrieben? Menschen sollen in ihre 12 Quadratmeterzimmer eingeschlossen werden? Das Grundrecht eines jeden Menschen ist die Freiheit. Alles andere sind Freiheitsentziehende Massnahmen und dürfen zum Glück in unserer Demokratie nur von einem Richter in gefärlichen Situationen angeordnet werden.
    Abgesehen davon ist Ihr Vorschlag so ziemlich das Grausamste, was ich hier gelesen habe. Senioren einzuschlissen. Menschen, die ihr Leben nicht mehr selbst bestimmen können, sollen nicht mehr in den Garten? Sie dürfen keine Kontakte mehr haben? 24 Stunden isoliert, ängstlich was mit ihnen passiert? Viele haben psychiatrische Erkrankungen, Demenz oder motorische Unruhen. Waren Sie schon einmal in einem Raum 24 Stunden eingesperrt? Ich bin froh, dass es nicht Menschen wie Ihnen obliegt, Regeln für diese Zeit zu erstellen. Ihre Einstellung ist menschenverachtend.

  7. 6.

    Mit solchen Fällen muss man wohl zukünftig rechnen. Man wird es nicht vermeiden können. Da hat die Politik eine harte Nuß zu knacken.
    Die Frage ist, ob die unbedingt zu Schützenden (hier ältere Menschen) auch isoliert sein wollen und damit vom Regen in die Traufe kommen.
    Pflegepersonal nur zwischen Arbeit und Wohnung pendeln zu lassen, ist auch keine Lösung. Wer soll das durchhalten?

  8. 5.

    Leider war dies auch hier in Berlin nur eine Frage der Zeit :(
    Falls Desinfektionsmittel für HÄNDE fehlen sollte: Im Supermarkt noch erhältlich (Penny: 250ml für 1,99) und tauglich (80% Volumen Alkohol)ist Melissengeist! ... Denn ich weiß, wie weit jeweils das "nächste Handwaschbecken" zum wohlgerühmten Händewaschen der Pflegekräfte in Senioreneinrichtungen ist! ...und wenn es eines gibt, das Pflegekräfte derzeit nicht haben, dann ist das ZEIT!

    BLEIBEN und WERDEN SIE ALLE (WIEDER) GESUND!

  9. 4.

    Das wundert mich nicht! Vor 3 Wochen löste ich meine Kollegin in einer Demenz WG im Spätdienst ab. Ich fragte Sie, wie geht es Dir, noch alles im grünen Bereich? Die wollen uns doch alle vollspinnen mit ihren Grusel-Geschichten. Ich sagte Ihr, kein Mensch darf Italien verlassen, und einreisen will da mit Sicherheit auch niemand mehr. Das ist die Realität! Vor 10 Tagen hatte ich mitbekommen dass die hälfte ihrer Familie in Quarantäne sitzt. Sie hat sich nicht einmal testen lassen und geht weiter zur Arbeit. Nicht einmal von der Geschäftsführung kamen Infos oder Vorgaben wie man sich verhalten soll, oder sonstiges in der Richtung. Völlig verantwortungslos, nur am hoffen dass der Kundenstamm nicht weg stirbt und die Umsätze weiter fließen. Ja schönen Dank!

  10. 3.

    In Bayern gilt jetzt sogar ein Aufnahmeverbot in Altenheimen.
    Es erstaunt mich wie so viele Deutsche mit unseren Politischen Amtsträgern zufrieden sind.
    Siehe die letzten Umfragen-Ich glaube wir haben es dann auch nicht anders verdient.

  11. 2.

    Was ich nicht verstehe, daß nicht überall ein striktes Besuchsverbot in den Pflegeheimen gleichzeitig zum Ausgehverbot eingeführt wurde.
    In Baden-Württ. die besonders aufgrund ihrer Nähe zu Frankreich stark gebeutelt sind mit dem Corona-Virus, wurde dies landesweit gleichzeitig mit dem Ausgehverbot eingeführt. Von einer Bekannten weiß ich, striktes Besuchsverbot und die Bewohner mit schweren Vorerkrankungen dürfen die Zimmer nicht mehr verlassen, die werden eingeschlossen und nur die Pfleger dürfen die Zimmer betreten.

  12. 1.

    Oh Mann - ums Eck vom Büro... fährt man gedankenlos vorbei - haltet bitte alle durch, jedes Menschenleben zählt... ihr seid Helden! Danke... den Angehörigen der Verstorbenen mein herzliches Beileid... so traurig...

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