24.09.2020, Brandenburg, Potsdam: Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (Quelle: ZB/Soeren Stache)
Audio: Inforadio | 05.10.2020 | 07:20 Uhr | Bild: ZB/Soeren Stache

Sorge über Berliner Corona-Lage in Brandenburg - "Bei den engen Verflechtungen müssen wir sehr aufpassen"

Zwei Bundesländer haben einzelne Berliner Bezirke bereits zu Corona-Risikogebieten erklärt - Brandenburg bisher nicht. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher mahnt das Nachbarland aber, es müsse den Anstieg der Corona-Neuinfektionen in den Griff kriegen.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat sich besorgt über den Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Berlin geäußert. Im rbb-Inforadio wies Nonnemacher am Montag darauf hin, dass laut Robert-Koch-Institut vier Berliner Bezirke zu den bundesweit sieben sogenanten Hotspots gehören. Das heißt, dass es innerhalb einer Woche mindestens 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gegeben hat.

Anders als Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein plane Brandenburg aber keine Beschränkungen für Einwohner der betreffenden Bezirke, sagte Nonnemacher. Brandenburg werde nicht zwischen einzelnen Bezirke differenzieren, wenn es um Quarantäneverordnung geht. "Aber es besorgt mich, dass sich auch Berlin als Einheitskommune den 40 pro 100.000 [Neuinfektionen, Anm.d.Red.] nähert." Das sei wirklich besorgniserregend, so die Gesundheitsministerin.

"Testen, testen, testen hat uns nicht weitergebracht"

"Bei den sehr engen Verflechtungen zwischen Berlin und Brandenburg und den Pendler-Beziehungen müssen wir sehr aufpassen und ich hoffe, dass die Kolleginnen und Kollegen das in den Griff bekommen", mahnte Nonnemacher. Schnelltest seien dazu eine sinnvolle Maßnahme, es bräuchte aber qualifiziertes Personal, die diese durchführen könnten. "Das Testen, Testen, Testen hat uns nicht weitergebracht. Wir müssen eine Teststrategie haben, die sich auf Schwerpunkte konzetriert", so die Gesundheitsministerin weiter.

Geisel: "Die Lage ist ernst"

Auch Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) bezeichnete am Montag bei Radioeins vom rbb die Lage als ernst. Einsatzkräfte der Polizei hatten in der Nacht zu Sonntag erneut den James-Simon-Park in Berlin-Mitte geräumt. Der Senat werde am Dienstag darüber beraten, wie man besser gegen Partys in Berliner Parks vorgehen kann. Denkbar seien ein Alkoholverbot ab 23 Uhr oder Sperrstunden. Vor allem aber müsse sich das Bewusstsein der Menschen ändern, betonte der SPD-Politiker.

"Die Polizei wird präsent sein", versicherte Geisel. Jeder einzelne sei aber aufgerufe sich entsprechend zu verhalten. "Das haben wir im März, April, Mai diesen Jahres sehr gut hinbekommen."

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16 Kommentare

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  1. 16.

    Es gilt jetzt ein allgemeines Beherbungsverbot. Berliner dürfen jetzt nur noch mit einem gültigen Negativtest in Brandenbug Urlaub machen aber Tagesgäste und Berufspendler dürfen unverändert einreisen. Das alles "pünktlich" zum Ferienbeginn.
    Einige Kommentatoren haben schon angekündigt, dass sie dann eben abends zum Schlafen nach Hause fahren, ansonsten aber die herbstferien mit den Kindern in Brandenburg verbringen werden.
    Andere haben gefragt ob so etwas sinnvoll ist und ob man hier noch weis was man macht. Es sind eientlich zwei verschiedene Fragen, aber eine Antwort kann man weder auf die eine noch die andere geben. Es ist wirklich alles nur noch eine Farce.

  2. 15.

    "Das Testen, Testen, Testen hat uns nicht weitergebracht." Wo in diesem Brandenburg wurde denn das Prinzip "Testen, Testen, Testen" angewandt? Vielmehr war es so, dass nur die getestet wurden, die im Skiurlaub in Südtirol waren (wie einige Landräte), obwohl das Kriterium durch das RKI schon nach ganz kurzer Zeit aufgehoben wurde.
    "Wir müssen eine Teststrategie haben, die sich auf Schwerpunkte konzentriert" Richtig erkannt. Wer ist denn dafür zuständig und muss das erarbeiten, das Bildungsministerium? Ich würde es auf den Weihnachtswunschzettel schreiben. Ach so, der Weihnachtsmann soll bei der Erarbeiten noch asymptomatische Tests für die Risikogruppen einplanen.
    Es gibt immer noch keine Konzepte zum Schutz der Risikogruppen. Risikogruppen sind nur zu einem sehr geringen Prozentsatz in Alten- und Pflegeheimen untergebracht. Besuchsregelungen und Hygieneregeln für diese Einrichtungen sind also kein ausreichendes Konzept für den Schutz der Risikogruppen.

  3. 14.

    Eine Farce, so wie immer. Nach Dutzenden Hinweisen aus der Bevölkerung, die bis in den Landtag gingen, fängt man jetzt an darüber nachzudenken.
    Wenn ich meinen Job so gemacht hätte, wäre ich gefeuert worden.

  4. 13.

    Also wenn ...
    Brandenburg die Grenzen schließt und TXL geschlossen ist ... Preisfrage - wie kommt dann aus Coronatown raus? ;-)

  5. 12.

    Feiern verbieten,Alkoholverkauf verbieten,Demos reglementieren,aber Pendeln ist erlaubt.
    Verlogen sind se ,unsere Volksvertreter.

  6. 11.

    Berlin sollte eine Einreisesperre für Corona Hotspots aus Westdeutschland aussprechen. Denn die ganzen Demonstranten und auch viele Feierwütige kommen nun einmal aus Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen usw. und schleppen den Virus in die Region.

  7. 9.

    Ich arbeite in Berlin Mitte ... Pendel also nach Brandenburg... in Quarantäne schickt mich niemand.
    Auf der Arbeit kann ich mich doch nicht anstecken, nur wenn ich in Paris oder Madrid Urlaub mache ....

  8. 8.

    "In Berlin sind eben Demos und andere Großaktionen irgendwelcher „Aktivisten“ wichtiger als die Gesundheit und eine funktionierende Wirtschaft."
    Nicht zu vergessen die nächtlichen Park-Partys der Spaßgesellschaft,
    Donald Duck und Darth Vader Bar- & Restaurantbesucher usw usw.
    Mit Vernunft hätte man gegen die jetzigen und kommenden Zustände gegensteuern können aber das ist beim momentanen Berliner Senat nicht zu erwarten.

  9. 7.

    Herr Geisel als Innensenator ist nicht in der Lage alleine zu handeln wartet ab was am Dienstag passiert richtig geil. Für mich ist Herr Geisel unfähig auf seinem Posten wenn er nicht in der Lage ist was gegen diese Partys zu unternehmen.
    HochachtungsvollStoll Karl-Heinz

  10. 6.

    Hoffentlich ist das nicht schon zu spät.
    Die Leidtragenden sind von dieser laschen Coronapolitik dann wieder die Bürger, die alle Regeln beachten, die vielen Pendler und nicht zuletzt unsere Kinder, die dann wieder Arbeitsblätter ausfüllen anstatt in die Schule zu gehen.
    In Berlin sind eben Demos und andere Großaktionen irgendwelcher „Aktivisten“ wichtiger als die Gesundheit und eine funktionierende Wirtschaft.

  11. 5.

    Na mal sehen, wenn Berlin Risikogebiet wird, dann gibt es 1 Tag arbeiten und 14 Tage Quarantäne und dann wieder 1 Tag arbeiten. ;-)

  12. 4.

    Hurra, man kann lesen! Es ist schön, dass mein Hinweis #15 in
    https://www.rbb24.de/politik/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu/2020/10/friedrichshain-kreuzberg-risikogebiet-schleswig-holstein.html
    zur Kenntnis genommen wurde. Falls man in Potsdam noch weitere Hinweise braucht, einfach nur melden.

  13. 3.

    Darf ich es so verstehen, dass wieder eine Grenze gezogen wird, damit die Berliner nicht rüber kommen dürfen.

  14. 2.

    Was machen denn die, die in solchen Bezirken ihre Arbeitsstelle haben? Dürfen wir denn nicht mehr arbeiten gehen. Mit Home Office hat es mein Arbeitgeber nicht so

  15. 1.

    Ach nee Fr.Nonnemacher, wacht Brandenburg ENDLICH AUF?? Nicht nur reden, handeln sie bitte SOFORT!!

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