Archivbild: Bereits in den vergangenen Wochen musste die Polizei den James-Simon-Park in Mitte räumen, weil sich dort mehrer hundert Menschen versammelt hatten. Quelle: Morris Pudwell
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Streit um Alkoholverbot - Polizei löst erneut Party mit Hunderten Menschen im James-Simon-Park auf

In Berlin steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen stark an, trotzdem treffen sich nimmer wieder Menschen zu Hunderten bei illegalen Partys. Nun musste die Polizei erneut den James-Simon-Park in Mitte räumen. In der Koalition wird über ein Alkoholverbot gestritten.

Einsatzkräfte der Polizei haben in der Nacht zu Sonntag erneut den James-Simon-Park in Berlin-Mitte geräumt. "Es gab Beschwerden wegen zu lauter Musik", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Demnach war eine Ansammlung von 200 bis 300 Menschen in dem Park. Die Polizei entschied, den Park zu räumen und die Feiernden gegen 22.30 Uhr nach Hause zu schicken, hieß es weiter. Zunächst hatte die "B.Z." über die Feiernden berichtet.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Tom Schreiber, forderte als Reaktion auf die Party eine Einzäunung von Berliner Parks. Alternativ könne auch über "ein Alkoholverbot für einen gewissen Radius" nachgedacht werden. "Ein mahnender Finger reicht nicht aus", so Schreiber.

SPD für Alkoholverbot, Linke dagegen

Wegen des schnellen Anstiegs der Infektionszahlen in Berlin hatte bereits Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ein zeitlich begrenztes Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol ins Gespräch gebracht. Von 23 bis 6 Uhr müsse dieses für Restaurants, Bars, Clubs und Spätverkaufsstellen gelten, sagte die SPD-Politikerin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Unterschiedliche Beschränkungen des Alkoholverkaufs gibt es auch schon in anderen Städten.

Vom Koalitonspartner Die Linke gab es umgehend Kritik an Kalaycis Vorstoß. Es sei wenig hilfreich und erzeuge nur weitere Verunsicherung in der Bevölkerung, wenn schon wieder neue Einschränkungen ins Spiel gebracht würden, sagte Linke-Fraktionschef Carsten Schatz am Sonntag. Er verwies darauf, dass sich der Senat erst jüngst gegen schon länger diskutierte Alkoholverbote entschieden habe. Es müsse vielmehr dafür gesorgt werden, dass die bestehenden Regeln eingehalten würden, so Schatz.

Mitte gilt in zwei Bundesländern als Risikogebiet

In Berlin sind Zusammenkünfte im Freien mit mehr als 50 Menschen laut der seit Samstag geltenden Corona-Infektionsschutzverordnung verboten. Der Senat hatte damit auf die zuletzt rasant gestiegenen Corona- Infektionszahlen in der Stadt reagiert.

Zuletzt erklärten die Bundesländer Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz mehrere Berliner Bezirke, darunter auch Mitte, zu Corona-Risikogebieten. Reisende von dort müssen in beiden Bundesländern nun in eine vorbeugende Quarantäne. Grund ist die stark gestiegene Zahl von Neuinfektionen in Berlin.

Die Polizei machte am Sonntag keine Angaben zu der Zahl und der Art weiterer Verstöße gegen die Corona-Regeln wie die Nicht-Einhaltung von Abständen. Immer wieder löst die Polizei in der Hauptstadt Partys im Freien wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln auf.

Sendung: Inforadio, 04.10.2020, 14 Uhr

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102 Kommentare

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  1. 102.

    Na wenn das so ist: Dann muss ich davon ausgehen, dass Sie ein Milchmädchen sind. Das ist jedenfalls wahrscheinlicher, als dass Sie dieses grob fahrlässige und mithin höchst unseriöse Ausblenden relevanter Faktoren tatsächlich ernst meinen.

    Und zur Serie: Ich kenne solche kläglichen Versuche, das Image reinzuwaschen, indem man Sympathie mittels Vorspiegelung (ähnlicher) Sorgen erzeugt. Das ist einfachste Psychologie, die solche Serien anwenden. Doch dafür habe ich genügend schlechte Erfahrungen im realen Leben mit jungen Menschen und meinesgleichen machen müssen und bin ich überdies zu intelligent, um darauf reinzufallen!

  2. 101.

    Na klar war ich das, und es ist gar nicht mal sooo lange her. Aber ich habe mich nicht wie ein Wilder aufgeführt, welcher der deutschen Sprache nicht mächtig ist und so tut, als wäre alles okay, obwohl wir eine Pandemie haben. Ich war verantwortungsbewusst und habe nicht meinen Schädel mit Alkohol und Bongs zugedröhnt - ohne das geht doch heutzutage gar nichts mehr bei den Jugendlichen. Richtig feiern können die auch nicht, sondern nur dumm rumstehen und auf ihr Smartphone starren, noch während sie in Gesellschaft sind!

  3. 100.

    Wenn es keine ausreichenden Informationen über irgendwelche Rahmenbedingungen gibt, dann sollte man einen Grundsatz der Wahrscheinkeitsrechnung nicht negieren: die Gleichverteilung ist die wahrscheinlichste.

  4. 99.

    Auf diese Aussage kann ich nur, passend zu aktuellen Wortkreationen wie Coronaleugner, mit "Realitätsleugner" antworten.

    Für jemanden, der etwas ihm völlig unbekanntes pauschal als Schwachsinn abtut wohl äußerst zutreffend.

  5. 98.

    Wenn ich so lese, was Sie so schreiben, frage ich mal einfach so zurück: waren Sie nicht auch mal jung?

  6. 97.

    Wenn ich so lese, was Sie so schreiben, frage ich mal einfach so zurück: waren Sie nicht auch mal jung?

  7. 96.

    Diese Serie kenne ich nicht - und das muss ich auch nicht, da sie wahrscheinlich dem biederen Massengeschmack angepasst ist und unbequeme Wahrheiten sicherlich schön ausklammert, damit man die Hoffnung in unsere Jungend nicht verliert. Mit Sicherheit eine reine Imagepflege-Serie/-Kampagne!

  8. 94.

    Die Weltbevölkerung liegt derzeit bei ca. 7,6 Milliarden. 10 % davon sind 760 Millionen. Diese 760 Millionen können und werden sich mit größter Wahrscheinlichkeit prozentual bezogen auf das jeweilige Land völlig anders verteilen. Das heißt z. B.: Deutschland hat ca. 83 Millionen Einwohner, davon sind nach offiziellen Angaben ca. 307.000 infiziert - dies entspricht 0,37 %. Die USA haben ca. 328 Millionen Einwohner, davon sind ca. 7,5 Millionen infiziert - dies entspricht 2,29 %. Schon anhand dieses Beispiels dürfte klar sein, dass - selbst mit Dunkelziffer - eine Verteilung der Infektionen niemals gleichmäßig für jedes Land 10 % betragen kann. Denn Faktoren wie Maßnahmenwirksamkeit und -treue sind ebenfalls zu berücksichtigen, weshalb sich die Anteile sicherlich unterschiedlich verteilen.

  9. 93.

    Sowohl die Partyleute aus den Parks,wie auch Infizierte von großen privaten Feiern,schweben ja nicht kontaktlos durch die Stadt. Das gilt übrigens auch für die vielen Demonstranten. All diese Menschen sind Teil des Alltags in der Stadt,egal ob im ÖPNV,im Einzelhandel,Schulen am Arbeitsplatz etc. Je mehr Infizierte wir haben,desto größer ist das Potenzial für Antsteckungen. Viele können durchaus infiziert und infektiös sein,ohne selbst Symptome zu haben. So werden Infektionen in die breite Gesellschaft und Altersgruppen getragen,ohne das Infizierte oder Erkrankte z.B. selbst zu den Feiernden in Parks etc. gehört zu haben. Und da wir uns alle in dieser Jahreszeit mehr in Innenräumen aufhalten,auch die bereits vorab Genannten,wächst die Gefahr der Ansteckung durch Aerosole. Man kann unser Partyvolk also nicht isoliert sehen,sie sind die meiste Zeit mitten unter uns.

  10. 92.

    Schön wäre es ja, was Sie hier aufzählen. Nur leider stimmt es so nicht ganz. Partys werden schlichtweg jetzt auch in Wohnungen verlegt. Ich habe stichhaltige Beweise. Sonst würde ich es hier nicht explizit extra erwähnen.

  11. 91.

    Lt. der Senatsseite berlin.corona/lage wurden am 6.10.20 für Berlin insg. 288 neue C19- Fälle gemeldet. Davon sind altersmäßig 96 Fälle im Alter zwischen 15 und 29 Jahre alt, entspricht 32 % aller neuen Fälle. Wobei ich der Meinung bin, dass von den 15jährigen wohl kaum einer bei dieser Party im Park dabei war. Die restlichen 192 Fälle gehören zu den Altersgruppen von 0 bis 91, bzw. unbekannt (was immer das heißen soll)- z.B. 30 bis 39 = 54; 40-49 =44; 50-59=31. 78 % der neuen Fälle gehören nicht zum Partyvolk im herbstlich-kalten Park! Wo werden die, zu deren Altersgruppe wohl auch die meisten hier im Chat zählen, sich wohl angesteckt haben? Ich bitte ausdrücklich darum, hier eine intelligentere Gesprächskultur zu führen, mit mehr Hintergrundwissen, weniger Polemik, mit guten Vorschlägen und gutem Willen zu Veränderungen. Alles andere bringt uns nicht weiter!

  12. 90.

    Leuten, die der Jugend lt. eigener Aussage seit wenigen Jahren entwachsen sind und leider schon alles vergessen (oder aber auch selbst nie erlebt) haben empfehle ich beispielsweise die derzeit angesagte Serie Druck. Die macht sehr deutlich, dass Video / Online / etc. NICHT alles ist.

  13. 89.

    Wo steht, dass Deutschland aus dieser Aussage ausgenommen ist? Schließlich sind wir keine separate Spezies und zählen somit zur Weltbevölkerung.

  14. 88.

    Können Sie wie Mike nicht lesen oder haben Sie - ebenfalls wie Mike - Schwierigkeiten mit Textverständnis? Skype-Videochat. Videochat. VIDEOchat. VIDEO. Heißt was? Na? Genau! Man muss sich eben NICHT besuchen.

  15. 87.

    Picken Sie sich immer schön das heraus, was Ihnen gerade passt - wie immer. Sie wissen sehr genau, was ich gemeint habe. Aber nur falls Sie wirklich so dumm sind: Nein, ich zähle die WHO nicht zu den Corona-Leugnern. Aber Ihre Milchmädchenrechnung ist echt zum Schießen: 10 % der Weltbevölkerung = 10 % der deutschen Bevölkerung. Zum Glück sind Sie kein Statistiker, na das wäre ja was geworden ... xD

  16. 86.

    Gehört die WHO jetzt auch zu den Coronaleugnern??? Also dass ich darauf hereinfallen konnte...

  17. 85.

    Tja, dann wird eben die Party bei Bekannten zuhause getätigt. Auch wieder zu Lasten der lieben Nachbarn.

  18. 84.

    Sehr richtig kommentiert. Auch ich bin mit meinen 69 Jahren wahrlich kein Gegner unserer heutigen Jugend und kann diese sogar ansatzweise gut verstehen. Nur haben wir ALLE leider mit dieser Corona Pandemie zu tun und da erwarte auch ich von der Jugend bitte mehr Zurückhaltung. Mein Vorschlag zur Güte ist immer wieder an die Politiker: schafft endlich einen Freiraum, wo die Jugendlichen ihre Partys abhalten dürfen. Schon wäre das Problem gelöst. So jedenfalls mein Eindruck.

  19. 83.

    "Es müssen Alternativen für junge Leute geschaffen werden, darüber sollten wir uns alle Gedanken machen!"

    Alternativen? Ich kenne da eine sehr effektive: Die können sich alle zu Hause betrinken und eine Skype-Videokonferenz starten, wenn die sich unbedingt dabei zugucken wollen, wie sie sich selbst abschießen. Infektionsrisiko gleich null.

    Die sind doch sonst immer so "digital", "up to date" und hängen die meiste Zeit ihres Lebens vorm Computer, Laptop oder Smartphone rum. Gerade letztgenanntes ist deren Bibel und heiliger Gral. Aber ausgerechnet jetzt ist es plötzlich unmöglich, voneinander Abstand zu halten? Da muss man sich zwingend auf der Pelle hocken? Das verstehe, wer will.

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