Symbolbild: Dezember 2020: Auf einem Wohnzimmertisch steht ein Laptop an dem gerade ein Kind arbeitet, daneben liegen verschiedene Schulutensilien und ein aufgeschlagenes Buch. (Quelle: dpa/K. Schmitt)
Audio: Inforadio | 04.01.2021 | Sebastian Schöbel | Bild: dpa/K. Schmitt

Ungeeignete Software - Warum der "Lernraum Berlin" nicht lockdown-fähig ist

Nur mit großem technischem Aufwand kann die landeseigene Unterrichtsplattform "Lernraum Berlin" nutzbar gemacht werden. Dennoch brach der Service auch zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien wieder zusammen. Der Grund ist aber nicht die Rechnerleistung. Von Sebastian Schöbel

Mit Beginn des Unterrichts in Berlin nach den Weihnachtsferien gibt es erneut große technische Probleme mit der landeseigenen Online-Plattform "Lernraum Berlin". Am Montagmorgen konnten zahlreiche Nutzer die Plattform nur eingeschränkt oder gar nicht mehr benutzen: Videokonferenzen brachen ab, Unterrichtsmaterial war nicht erreichbar, etliche Nutzer konnten sich gar nicht erst anmelden. Etliche Nutzer bekamen nur eine Fehlermeldung zu sehen: "Bad Gateway".

Am Montagmorgen teilte das Team des "Lernraum Berlin" auf Twitter noch mit, das System laufe stabil. Daraufhin meldeten sich etliche Lehrkräfte und Eltern, die das Gegenteil zu berichten hatten - nicht selten mit Hife von Screenshots. Am Vormittag schließlich räumte "Lernraum Berlin" ein: "Seit heute morgen, ca. 8 Uhr, sind die Verbünde 1und2 und 3und4 nicht erreichbar. Der Bereich OSZ arbeitet normal. An einer Behebung der Störung wird mit Hochdruck gearbeitet. Sobald weitere Informationen verfügbar sind, werden wir Sie hier informieren."

"Wir hatten unsere Dienstleister beauftragt, die Rechenleistungen so hochzufahren, dass die steigenden Nutzerzahlen aufgefangen werden können", teilte ein Sprecher der Bildungsverwaltung auf rbb-Nachfrage mit. Ziel sei es, "eine sichere Lastenverteilung für bis zu 120.000 Nutzer des Lernraums abzusichern". Also genug für die aktuell mehr als 108.000 registrierten Nutzer.

Tatsächlich wurden für den Lernraum inzwischen Server zur Verfügung gestellt, die normalerweise für Supercomputer genutzt werden. Drei solcher Maschinen wurden nach rbb-Informationen am Montag dazugeschaltet. Sie stehen am Zuse Institut Berlin, wo seit Monaten mehrere Dutzend Ingenieure daran arbeiten, den "Lernraum" technisch zu stabilisieren. Schon beim letzten Zusammenbruch im Dezember ließen die IT-Experten allerdings vorsichtig durchblicken: An ihren Rechnern liege es nicht, dass die Plattform nicht funktioniert. Als nun von der Politik erneut auf fehlende Rechnerkapazitäten verwiesen wurde, stellte das Zuse Institut per Tweet erneut klar: "Netze, Firewalls, Serverkapazität. Zu keinem Zeitpunkt waren sie die Ursache des Ausfalles."

Software des "Lernraum" wird zum Flaschenhals

Nach rbb-Informationen liegt das Problem offenbar woanders: In der Software, die für den "Lernraum Berlin" aufgesetzt wurde und von der Senatsverwaltung für Bildung verantwortet wird. Das Programm, basierend auf der Open-Source-Software Moodle, wurde 2005 für den Gebrauch mit relativ wenigen Nutzern konzipiert, nicht für die gleichzeitige Verwendung durch tausende Schüler und hunderte Schulen. Nun wird das Programm zum digitalen Flaschenhals, wie der rbb aus gut informierten Kreisen erfuhr: Statt die vielen unterschiedlichen Anfragen und Datenströme intelligent aufzuteilen, würden die vielen Nutzer in sehr wenige Gruppen zusammengepfercht - und die Server dann regelrecht überfordert. Als würde man den Verkehr, der eigentlich auf hunderten Autobahnspuren gleichzeitig rollt, über zwei bis drei Spuren zwängen.

Bekannt ist das Problem laut rbb-Informationen schon lange. IT-Experten gehen davon aus, dass die Datenbanken der Software neu strukturiert und für die aktuelle Nutzung angepasst werden müssten. Doch das sei aufwändig, heißt es - und im laufenden Betrieb kaum zu leisten.

Kritik von CDU und FDP

"Das ist einfach eine Katastrophe", sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Paul Fresdorf. "Dieser Senat hat einfach keine Digitalkompetenz, wenn es um das Thema Bildung geht." Er forderte, dass der "Lernraum Berlin" schnellstmöglich ertüchtig wird, notfalls mit externer Hilfe.

Auch Berlins CDU-Vorsitzender Kai Wegner kritisierte am Montag, das technische Unvermögen des Senats stehe symptomatisch für die "verkorkste" rot-rot-grüne Bildungspolitik. "Während andere
Bundesländer den Heimunterricht meistern, scheitert Berlin an der technischen Umsetzung", so der CDU-Politiker. "Wegen des Infektionsgeschehens müssen wir Eltern und Schülern derzeit wieder viel Verantwortung übertragen. Da sollte es das Mindeste sein, dass in dieser Phase der Lernraum Berlin für alle Nutzer problemlos erreichbar ist."

Allerdings hat nicht nur Berlin im Lockdown Probleme mit seiner Online-Plattform für Fernunterricht: So war zuletzt auch immer wieder das landeseigene "mebis"-System in Bayern zusammengebrochen. Und zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien hatte auch Brandenburg mit der "Schulcloud" des Hasso-Plattner-Instituts zumindest punktuell Probleme.

Rückkehr zum Präsenzunterricht noch unklar

"Wir stehen am Anfang der Woche. Viele haben sich nach den Ferien einigermaßen motiviert und frisch vor den Computer gesetzt und dann festgestellt, das funktioniert alles nicht", sagte der Vorsitzende des Berliner Landeselternausschusses, Norman Heise, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Es funktioniert nicht - Punkt. Und es muss funktionieren - Punkt.
Mehr kann man dazu aus Elternsicht nicht sagen."

Heise kritisierte außerdem, dass eine Wartung der Lernraum-Plattform unmittelbar vor dem Start am Montag angesetzt wurde: "Der Zeitpunkt für die Wartung war ungünstig, weil viele Lehrkräfte am Wochenende versucht haben, Unterlagen zu aktualisieren oder weitere hochzuladen, damit sie am Montag zur Verfügung stehen", sagte er. Es hätte auch getestet werden müssen, ob die Plattform nach der Wartung funktioniert.

Genau diese Tests - ob das System die vielen Zugriffe verarbeiten kann - sind in der Praxis allerdings schwierig. Laut rbb-Informationen wurden dies auch beim Lernraum immer wieder simuliert. Mit der Realität aber sei das kaum zu vergleichen, sagen IT-Experten.

CDU: Präsenzunterricht nicht vor Ende der Winterferien

Die Kultusminister der Länder einigten sich am Montag derweil auf ein Stufenmodell, mit dem zum Präsenzunterricht zurückgekehrt werden soll. Zuerst sollen demnach die Grundschüler zurückkehren dürfen, außerdem Schüler von Abschlussklassen.

Vor dem Ende der Winterferien sehe ich das nicht", sagte der CDU-Bildungsexperte Dirk Stettner dem rbb. "Bis dahin sollten unsere Schulen geschlossen bleiben." Denn die Infektionszahlen seien weiterhin viel zu hoch, so Stettner, ein sicherer Schulbetrieb nicht möglich.

Auch die Kultusminister halten eine Rückkehr zum Präsenzunterricht erst machbar, wenn es die Pandemielage zulässt. Damit wird digitaler Fernunterricht noch länger zum Schulalltag gehören - und damit wohl auch Probleme mit den diversen Unterrichtsplattformen wie dem "Lernraum Berlin".


Sendung: Abendschau, 04.01.2021, 19:30 Uhr

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Beitrag von Sebastian Schöbel

75 Kommentare

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  1. 75.

    "-dass in D der Datenschutz einen höheren Stellenwert genießt, als Bildung/Schule/Digitalisierung und vieles verhindert"

    Wenn, bildlich geschrieben, aus dieser extrem wichtigen Flasche der Korken gezogen wird, kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Institutionen an und wollen auch ein Glas abhaben. Frei nach dem Motto - da ging es doch auch.
    Ich möchte ganz vorsichtig an die Vorratsdatenspeicherung, inkl. der Möglichkeit des direkten Datenabgriffes beim ISP durch Überwachungsbehörden, erinnern oder an die Gelüste eines Herrn Schäuble zu noch weiteren Möglichkeiten hierzu. Mit der Verschlimmbesserung des sog. Computerstrafrechtes hat er wohl damals sein "Masterpiece" hingelegt. Innerhalb Europas gibt es Länder, da geht man in den Knast, wenn man seine Passwörter den Behörden nicht offenlegt, in denen Verschlüsselungssoftware wie z.B. PGP und Derivate verboten sind. In diesen Ländern hat es auch ganz klein angefangen. Wollen sie solchen Zuständen unbewusst Vorschub leisten?

  2. 74.

    "Das Sie um diese Zeit beim rbb posten, sagt eigentlich alles!"
    Verstehe ich nicht. 07.00 Uhr anfangen, 07.30 Uhr den Monitor vom Pausenhof einsammeln, 08.00 Uhr in der Klasse, keiner da, 08.30 Uhr tief durchatmen, runterkommen, 08.43 Uhr posten - Wo ist das Problem?

  3. 73.

    "Hallo RRG, ich werde Ihre drei Parteien im Herbst ganz einfach abwählen, wegen dauerhaft schlechter Arbeit für Ihre Wähler."

    Aber sie werden uns bestimmt verraten was die anderen Parteien besser gemacht hätten. Besonders wenn man sich die "Bildungspolitik" der bis 2014 mitregierenden cDU ansieht. Sagt ihnen Hanna "Granata" Hanna-Renate Laurien etwas? Da fing der Kahlschlag an, lange bevor die cDU Berlin in eine Milliardenpleite riss.

    Lt. INSA kommen cDU und FDP zusammen auf 29 %. RRG mit der Bremse sPD auf satte 52 %.

  4. 72.

    Hören Sie doch auf, ständig auf dem Datenschutz herumzureiten! Datenschutz und Schutz der Privatsphäre ist ein hohes und schützenswertes Gut. Es gibt funktionierende Systeme, die datenschutzkonform sind. Nur die Generation, die sich und ihre Kinder an Fratzebuch, Gockel und Co. prostituieren, interessiert das nicht. Und die Entscheider, für die Standardsoftware nicht Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und E-Mail-Programm, sondern Word, Excel und Outlook heißen, haben davon leider keinen blassen Schimmer.

  5. 71.

    Was mich an dieser Sache irritiert, sind folgende Punkte:
    -dass wir Monate für diese Entwicklung Zeit gehabt hätten,
    -dass es in anderen Ländern funktionierende System gibt, die auf D nur angepasst werden müssten,
    -dass jedes Bundesland eigene Wege geht, mit den dann anfallenden redundanten Kosten, IT Problemen etc.
    -dass die Kultus- und Schulbürokratie völlig überfordert und gleichzeitig verhindernd ist und eigentlich abgeschafft gehört
    -dass während der Monate mit niedrigen Pandemiewerten anscheinend gar nichts im IT Umfeld passiert ist
    -dass wir in D eine Bildungsministerin haben ohne jegliche Durchsetzungsmöglichkeit und Kultusminister/Innen in den Bundesländern ohne jegliche Kompetenz => welches Potential zur Einsparung/Zentralisierung etc.
    -dass in D der Datenschutz einen höheren Stellenwert genießt, als Bildung/Schule/Digitalisierung und vieles verhindert
    Lieber RBB, wenn ihr wirklich mal investigativ sein wollt = hier habt ihr Themenschwerpunkte für Monate!!!

  6. 70.

    Peinlich peinlich.
    Internet ist halt noch Neuland und so ist auch klar, dass großskalierende Lösungen auch eher unerforscht sind. Die Peinlichkeit mit der Internettechnologie wird sich noch so einige Jahre hinziehen, da hier nie ordentlich in Know How investiert wurde.
    Hier zeigt sich mal wieder schön, dass man ein fertiges Produkt nimmt und es überlastet bis es nicht mehr geht. Ich bin mir fast sicher, dass es in Berlin auch heute noch Ämter gibt, die mit exorbitanten Exceltapeten arbeiten anstatt sinnvoller zielgerichteter Datenbanken zu entwerfen. Ich traue mich schon gar nicht mehr Blicke auf Amtsmonitore zu werfen, da es genug deprimierende IT Geschichten gibt (btw der Y2K Bug wurde teilweise 1.1.2012 aktiv).
    Da allerdings 80% einer ordentlichen Softwareentwicklung theoretische Planung sind und das keine benutzbaren Ergebnisse liefert wird sich da kaum etwas ändern. Die 80% will hierzulande keiner bezahlen und werden als kostenlose Vorleistung erwartet.

  7. 69.

    Woher wissen Sie, dass die quantitative Ausstattung mit Moodle Instanzen im Lernraum schlechter ist als in BW, oder man am Zuse-Institut nicht mit der selben Verve an der Lösung arbeitet?
    Wie man am Artikel und an Ihrem interessanten Bericht aus BW sehen kann, ist das Problem eher nicht die Quantität sondern die Datenbank-Partitionierung in kleinere Cluster. Offenbar waren auch in BW diese Erkenntnisse kein Verdienst der Lokal-Politik sondern das Ergebnis des Engagements einzelner IT Profis beim Anbieter und unter den Eltern(!). Wir haben ja sogar hier im Forum scheinbar Experten zum Thema. Diese könnten sich ja genau so einbringen wie der Datenbankprofi unter den Eltern in BW, der das unentgeltlich in stundenlangen Nachtsessions gemacht hat. Alles auf das Versagen von von denen da oben zu schieben, ist meist sehr einfach. Letztlich steht und fällt alles mit dem Engagement Einzelner.

  8. 68.

    Wie nutzte die Senatsbildungsverwaltung die Zeit seit dem 16.12.2020? - Genau, mit Ferien!
    Und jetzt zieht man sich darauf zurück, dass eine Verlängerung des Lockdowns nicht gewiss war.
    Lorenz Maroldt vom Tagesspiegel hat es heute bestens zusammengefasst. Sehr empfehlenswert:
    https://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/kommentar/lorenz_maroldt.html

  9. 67.

    Schade das sich unsere Politiker bzw. Schulministerien nicht für funktionierende und vermutlich auch locker zu bezahlende Maßnahmen interessieren. Bei denen wird erst eine Arbeitsgruppe gebildet, ein Unternehmen mit einer sehr teuren Studie beauftragt und schwuppdiwupp wird nach einem mühseligen Jahr eine Ausschreibung gefertigt die nach langer Prüfung an ein Unternehmen vergeben wird, was mit dem Auftrag überfordert ist und nach ein paar läppischen Jahren könnten dann die Schüler mit einem fehlerhaften veralteten Programm arbeiten, wenn denn die Lehrer in der Lage wären dieses zu bedienen. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel.

  10. 66.

    Das Sie um diese Zeit beim rbb posten, sagt eigentlich alles!

  11. 65.

    Im Bericht des Landesnetzbetreibers Baden Würtemberg "BelWue" für 2020 kann man auf Seite 15ff lesen, wie die in 36 Stunden (!) 4000 Moodle-Instanzen hochgezogen haben.

    https://www.belwue.de/static/download/arbeitsberichte/belwue-bericht96.pdf

    Das war im März 2020.

    Warum man nicht auch mal andere Bundesländer fragt, wie man sowas aufteilt und schnell betreibt wird ein föderales Rätsel bleiben :-(

  12. 64.

    Warum lässt man das Schuljahr nicht wiederholen? Selbst wenn der digitale Fernunterricht funktionieren würde, ist das, was die Kinder lernen doch geringer als im regulären Schulbetrieb.

  13. 62.

    Stand 5.1.2020, 7.30 Uhr - und der Wahnsinn geht weiter! Habe mich als verantwortliche Lehrkraft für unsere Schule seit dem Frühjahr in die Nutzung des Lernraumes eingearbeitet, Kurse eingerichtet, Nutzerlisten angelegt, Überzeugungsarbeit geleistet, Kollegium instruiert und unterstützt - und nun dies! Macht wirklich „Spaß“, liebe Verantwortlichen! Ich möchte keine wohlformulierten Erklärungen mehr hören, ich möchte Taten sehen!

  14. 61.

    Als IT-Mensch mit 35 Jahren Erfahrung sage ich: Es ist unangemessen, das Versagen auf die Software zu schieben. Zwar ist Moodle auch nicht meine erste Wahl (v.a. aus UX-Gründen), aber mit einer geeigneten Virtualisierungsstrategie und notfalls einer Partitionierung auf Schulebene kann man auch Moodle skalieren. Daher bitte nicht den Ausflüchten des Dienstleisters und der politischen Verantwortlichen einfach alles abnehmen. Rein fachlich wurde schlicht die falsche Topologie für die Implemitierung gewählt und da stecken sie jetzt fest. Wenn man den Mut zur Entscheidung hat, ist das Problem allerdings durchaus lösbar.

  15. 60.

    Die Problembeschreibung im Artikel klingt für mich auch so als ob es eher Fehler in der Aufgabenstellung gab. Eine Plattform für alle ist sicher aufwändig aber sicher auch nicht nötig. Das teilt man doch sinnvoll auf, so dass es eben nicht parallel sondern unabhängig von einander läuft. Für jede Schule eine eigene Instanz bzw. eigener Server. Wenn dann mal ein System ausfällt ist es nicht so tragisch.
    Material kann man ja zentral beschaffen und verteilen und die Lehrer entscheiden, was sie in ihren Klassen wann nutzen.

  16. 59.

    Bin gleicher Meinung! Alle Bücher sind hier und die Mathelehrerin verteilt/schickt 20 schlechtkopierte Seiten aus einem anderen Mathebuch. ?!?!? Da fällt einem nix mehr zu ein. Außerdem werden über den Lernraum auch nur Aufgaben verteilt. Das geht auch per Mail oder auf der Schulhomepage! Das Rücksenden/Hochladen der fertigen Aufgaben ist beim Lernraum auch zu kompliziert. Lehrer sollen sich dienstl. E-Mailadresse zulegen und darüber mit den Eltern/Kindern kommunizieren. Videokonferenzen scheitern in unserem Fall an der fehlenden Technik der hälfte der Klasse. Beim letzten Versuch konnten 8 von 25 Schülern teilnehmen... ist also eh quatsch.

  17. 58.

    So so, die Senatsverwaltung Berlin. Nüscht kriegen die auf die Reihe. Eine Lachnummer schlechthin. Sollten sich vielleicht umbenennen in Komikerverein Berlin.

  18. 57.

    Also in Brandenburg die Schulen! Ich wage es kaum zu sagen: das Gymnasium bei uns im Ort hat sich gegen die HPI-Schulcloud und für ein Lernportal entschieden, dass ein Abiturient für seine Schule im Speckgürtel zu Berlin entwickelt hat. Inzwischen sind einige Gymnasien Kunden seines jungen "Start-Up"s. Das funktioniert natürlich nur, wenn man von der Schulverwaltung den Schulen auch finanziell etwas Spielraum gibt.
    Ein Programm, ohne "Schnickschnack": Jeder Lehrer hat seine eigene Klassen - und Teamstruktur, die er beliebig noch erweitern kann, der die Aufgaben und Materialien zugeteilt werden können. Es ist erkennbar, ob und wann jeder Schüler in welchem Fach aktuell/zuletzt zugegriffen hat, jedem, von den Schülern hochgeladenem Ergebnis, kann sofort ein Lehrerfeedback zugeordnet werden, für den schnellen Austausch gibt es eine Messengerfunktion, Videokonferenzen sind für Klassen oder Fachgruppen genauso möglich. Es gibt ein integriertes Nachrichtenportal, wo die Schulleitung Informationen zum Vertretungsplan, Konferenzen, Kurzinfos an Schüler/Eltern/Lehrer - gemeinsam oder getrennt einstellen kann.
    Alle Beteiligten scheinen seit Beginn dieses Schuljahres zufrieden zu sein...
    Für "rbb-aktuell" scheint es komischerweise seit fast einem halben Jahr aber nur eine Schule in Brandenburg zu geben, über die es im Zusammenhang mit Digitalisierung und Unterricht zu berichten lohnt: es ist das Fläming - Gymnasium in Bad Belzig!

  19. 56.

    Die kurzfristige Lösung wäre so einfach. Statt die verkorkste Datenbank in Mandanten aufgeteilt auf einer einzigen Serverumgebung zu installieren, müsste man nur mehrere Server mit mehreren Kopien aufstellen. Klonen auf Mietservern. So hätte man nicht 108.000 Nutzer pro Datenbank, sondern entsprechend weniger.

    Dazu müsste man nicht einmal die Datenbank aufwändig splitten. Einfach ne Komplettkopie nehmen und verteilen. Zum Beispiel ein Server pro Bezirk. Klar, die User der anderen Bezirke müssten dann jeweils gesperrt werden. Das geht schnell. Deren Daten können aber erstmal verbleiben. Notfalls komplett neu aufsetzen.

    Oder nochmal einfach ausgedrückt: Ein Moodle für mehrere hundert Nutzer (eine Schule) richte ich auf einem Strato-Server in wenigen Minuten ein. Notfalls muss das halt ein Server pro Schule machen, bis der Lernraum wieder läuft.

    Sicherlich ist ne perfekte zentrale Anwendung das Beste. Aber wenn das nicht kurzfristig möglich ist, müssen halt schnell dezentrale Lösungen her. Server kann man billig mieten und ein bereits fertig konfiguriertes System auch in einer Stunde drauf einrichten. Wo bitte ist das Problem?

    Man will lieber in Schönheit sterben, als Kompromisse zu machen. Typisch Berliner Verwaltung. Ich wette, das läuft auch im Sommer noch nicht fehlerfrei. Die Corona-Situation hat übrigens vor 300 Tagen begonnen. Andere Länder lachen uns doch nur aus, wenn die von unseren Schulen erfahren. Das teuerste Schulsystem der OECD ist auch eins der schlechtesten. Danke Kleinstaaterei. Corona zeigt deutlich die längst bekannten Schwächen des Föderalismus bei Bildung und Gesundheitsverwaltung.

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