Power-Ranking Union Berlin - Das sind die Gewinner und Verlierer des eisernen Saisonstarts

Awoniyi
Bild: imago images/Contrast

Der Saisonstart des 1. FC Union Berlin in die neue Fußball-Saison hätte besser kaum gelingen können. Die Köpenicker tanzen ungeschlagen durch drei Wettbewerbe. Doch welche Spieler konnten bisher glänzen, welche enttäuschten?

Der 1. FC Union Berlin hat einen Saisonstart hingelegt, der jetzt schon historisch ist. Zum ersten Mal haben die Köpenicker ihre Auftaktpartie in der Bundesliga nicht verloren, blieben die ersten drei Spiele gar ungeschlagen. Zudem besiegten die Eisernen im DFB-Pokal ihren drittklassigen Gegner Türkgücü München knapp mit 1:0.

Die Rückkehr nach 20 Jahren auf die europäische Bühne gelang mit der Qualifikation für die Gruppenphase der Europa Conference League. Erst besiegte das Team von Urs Fischer auswärts in Helsinki den finnischen Vertreter Kuopion PS mit 4:0, dann feierten die Fans beim 0:0 im Rückspiel eine Europa-Pokalpartie - ausgerechnet im Olympiastadion, wo sonst der Stadtrivale Hertha BSC zu Hause ist.

Doch wer reitet die Unioner Erfolgswelle am besten? Und wer wurde an den Rand gespült?

Gewinner: Andreas Luthe

Egal ob Bundesliga, Europa Conference League oder DFB-Pokal - im Unioner Tor steht wie im Vorjahr Andreas Luthe. Zwar hat Union - nach der Rückkehr des ausgeliehenen Loris Karius zum FC Liverpool - mit Frederik Rönnow einen guten neuen Torwart verpflichten können und mit Jakob Busk wartet der zweite Däne auf seine Einsatzzeit. Doch an dem 34-jährigen Stammtorhüter führt kein Weg vorbei. In den drei ungeschlagenen Ligaspielen hat er vier Gegentore bekommen, im nationalen und euorpäischen Pokal behielt er dagegen eine weiße Weste.

Van Drongelen
Kam bisher in der Bundesliga nicht zum Einsatz: Rick van Drongelen.Bild: imago images/Matthias Koch

Verlierer: Rick van Drongelen

Der junge Innenverteidiger aus den Niederlanden, der vor der Saison vom Zweitligisten Hamburger SV nach Köpenick kam, hat bislang keinen sportlichen Beitrag zum furiosen Saisonstart seines aktuellen Arbeitgebers leisten können. Marvin Friedrich und Robin Knoche sind gesetzt. Zudem durften sich die beiden ebenfalls Neuankömmlinge Timo Baumgartl und zuletzt Paul Jaeckel in der eisernen Verteidigung bewähren. Das würde der 22-jährige van Drongelen sicher auch gern, doch bisher konnte er das verletzungsbedingt noch in keinem Pflichtspiel tun. Aktuell würden van Drongelen wohl nur Sperren oder Verletzungen der etwablierten Abwehrkräfte helfen. Darauf wird der Niederländer jedoch sicher nicht hoffen.

Gewinner: Niko Gießelmann

In der Vorsaison hatte Niko Gießelmann gerade mal 13 Spiele für Union absolviert. Nach drei Spieltagen in der aktuellen Saison hat der 29-Jährige bereits zwei Treffer auf dem Konto und bisher nur das Rückspiel in der Conference League Qualifikation verpasst. Dabei galt der 22-jährige Pole Tymoteusz Puchacz vor der Saison als Königstransfer und nach dem Weggang von Dauerbrenner Christopher Lenz als gesetzt auf der Position des Linksverteidigers. Doch zum einen kämpfte Puchacz in der Vorbereitung mit den Folgen einer Lebensmittelvergiftung, zum anderen kommt Gießelmann zu Gute, dass er das System und die Anforderungen von Union-Trainer Urs Fischer bereits bestens kennt.

Gießelmann
Wusste bislang zu überzeugen: Niko Gießelmann.Bild: imago images/Matthias Koch

Gewinner: Taiwo Awoniyi

Taiwo Awoniyi liefert genau das, wofür er nach seiner Leihe vom FC Liverpool gekauft wurde: Tore und Vorlagen. Wettbewerbsübergreifend hat der Nigerianer bisher fünf Tore erzielt und zwei Treffer vorbereitet. Mit Max Kruse bildet der Nigerianer ein Traumduo im Unioner Angriff. Immer wieder startet Awoniyi seine Läufe in die Tiefe, Kruse ergänzt mit seinen Steck- und Schnittstellenpässen.

Dass Unions Spieler mit der Rückennummer 14 über eine beeindruckende Physis verfügt, an der auch Abwehrschränke und deutsche Nationalspieler wie Leverkusens Jonathan Tah sich die Zähne ausbeißen, war schon vor der Saison bekannt. Neu hingegen ist die fast schon klinische Chancenverwertung Awoniyis. Kein Wunder also, dass Nigerias deutscher Nationaltrainer Gernot Rohr unlängst sagte, Awoniyi werde sicher bald eine Chance bekommen, sich auch im Trikot der "Super Eagles" zu zeigen.

Verlierer: Anthony Ujah

Der Erfolg seines Landsmanns Awoniyi bedeutet für Anthony Ujah nichts Gutes. Ohne Einsatzzeit konnte der 30-jährige Mittelstürmer bisher gar nicht auf sich aufmerksam machen. Da helfen ihm auch nicht die vier Tore und Torvorlagen aus der Bundesligasaison 20/21. Ein Stammplatz scheint in weiter Ferne. Aber im Gegensatz zu Ujah darf auch die zweite Stürmergarde um Cedric Teuchert, Andreas Voglsammer oder Kevin Behrens fleißig Einsatzminuten sammeln. Schlechte Aussichten also für Ujah, dessen aktuelle Situation vor allem auch mit den wiederkehrenden Verletzungsproblemen zu tun hat.

Verlierer: Keita Endo

Der Japaner Keita Endo wurde nach seiner Leihe fest verpflichtet von den Köpenickern, weil er gezeigt habe, welche Qualität er habe. So äußerte sich der sportliche Geschäftsführer Oliver Ruhnert im Frühjahr. Doch nach immerhin 16 Einsätzen in der vergangenen Saison wartet Endo in dieser Spielzeit noch auf seine ersten Einsatzminuten. Gut möglich, dass der Außenbahnspieler nach dem Abgang von Marcus Ingvartsen zu Mainz 05 nun bessere Karten besitzt. Vor allem aber erwies sich Endo in der Vergangenheit als nahezu idealer Einwechselspieler, der mit seinen Stärken im tempovollen Dribbling vor allem bei Rückstand gut zu gebrauchen ist. Angesichts des fabelhaften Saisonstarts der Köpenicker waren diese Qualitäten bislang kaum von Nöten.

Sendung: Inforadio, 08.09.2021, 11:15 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Genau so ist es.
    Wir sind EIN Team und jeder wird gebraucht!
    Das wird sich im Verlauf der Saison noch deutlich bemerkbar machen.

    #unveu

  2. 1.

    Gute Analyse, lieber Verfasser. Aber grundsätzlich steht natürlich fest, dass der FCU für die sehr anspruchsvolle Saison alle Spieler braucht, und auch die bisher wenig zum Einsatz Gekommenen sicher noch Ihre Spielzeiten erhalten werden.

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