Herthas Toni Leistner - Neuzugang mit dickem Fell

Di 18.07.23 | 15:09 Uhr
  5
Hertha-Neuzugang Toni Leistner bei einer Dehnübung (imago images/RHR-Foto)
Audio: rbb24 Inforadio | 19.07.23 | Philipp Höppner | Bild: imago images/RHR-Foto

Neuzugang Toni Leistner zeigt sich im Trainingslager von Hertha BSC mit seinen ersten Wochen im Verein durchaus zufrieden. Und das, obwohl er nicht von allen herzlich Willkommen geheißen wurde. Nun will er auf dem Rasen überzeugen.

Toni Leistner steht mit bandagierten Füßen am Rande des Trainingsplatzes in Zell am See. "Ich habe ohne Ende Blasen. Aber den Knöcheln geht es gut", beruhigt der Neuzugang von Hertha BSC. Es sind die typischen Spuren der harten Saisonvorbereitung. In Österreich macht Trainer Pal Dardai seine Jungs derzeit fit für den Saisonstart in der 2. Liga. Zwar würden die Beine schon ganz schön weh tun, aber das Training würde ihm auch viel Spaß machen, sagt Leistner. "Ich glaube, dass harte Arbeit auch immer belohnt wird."

Die Puste kommt zurück

Die Saisonvorbereitung dürfte für den Neuzugang herausfordernder sein als für andere Spieler, schließlich liegt sein letztes Pflichtspiel fast drei Monate zurück. Damals spielte der Verteidiger noch beim belgischen Erstligisten VV St. Truiden, von dem er im Sommer nun zu Hertha gewechselt war. Für ihn sei es ein Abenteuer gewesen, im Ausland zu spielen. "Man bekommt eine andere Kultur mit, auch wenn die da drüben Bier heißt", scherzt er.

Sportlich sei es in Belgien robust zur Sache gegangen – also die perfekte Vorbereitung auf die bevorstehende Zweitligasaison mit Hertha. Dort soll der 32-Jährige künftig die Rolle des Dirigenten und Lautsprechers auf dem Platz übernehmen. "Beim ersten Testspiel hatte ich noch ein bisschen mit der Puste zu tun. Aber ich versuche trotzdem immer Kommandos zu geben und glaube, dass das von Spiel zu Spiel mehr wird. Wenn es um Punkte geht, dann wird es wichtig."

Auch seine Zweikampfstärke wird mit dem steigenden Fitnesslevel wohl wieder zurückkommen. Sein fortgeschrittenes Alter behindert ihn dabei nicht. "Ob ich viel langsamer geworden bin, weiß ich gar nicht. Es ist auch die Frage, ob ich je schnell war", sagt er lachend. Stattdessen würde er sich vor allem auf seine Erfahrung im Stellungsspiel und seine Stärke im Kopfballduell verlassen.

Anfeindungen von Fans

Leistner gliedert sich im Trainingslager nun nach und nach in die Mannschaft ein. Gerade mit dem Zusammenspiel mit Marc Oliver Kempf - seinem Partner in der Innenverteidigung – ist er dabei schon sehr zufrieden. "Auf und neben dem Platz verstehen wir uns sehr gut. Jeder, der Kempf kennt, weiß, dass er eine sehr hohe Qualität mitbringt", erklärt er.

Weniger harmonisch wurde Leistner hingegen von Teilen der blau-weißen Fans empfangen. Von 2014 bis 2018 spielte Leistner beim Stadtrivalen 1. FC Union und bezeichnete Berlin einst als "rot-weiß", also in den Farben der Köpenicker. Das nehmen ihm einige bis heute übel. Als Hertha seine Verpflichtung bekannt gab, wurde er von Fans im Internet beschimpft und vor der Geschäftsstelle hängten Unbekannte ein Schmähplakat gegen den gebürtigen Dresdner auf.

"Wir wussten im Vorfeld, dass etwas kommen wird und haben uns darauf eingestellt. Ich kann eines sagen: Ich habe ein dickes Fell. Solange es nicht gegen meine Familie geht, ist alles gut", sagt Leistner. Bei einem Fan-Abend im Trainingslager sei er von vielen Fans auch sehr positiv empfangen worden. Den Rest wolle er nun durch Leistung überzeugen.

Bereit für die 2. Liga

Tatsächlich hätte er wegen seiner Unioner Vergangenheit eigentlich nie damit gerechnet, dass er einmal bei Hertha auf dem Zettel stehen würde. "Aber dann waren die Gespräche mit Benny und Zecke extrem positiv und sie haben mich von dem Projekt überzeugt. Dann war es keine lange Überlegung mehr."

Nun ist er bereits voller Vorfreude auf die kommende Saison. Und die Ziele des Neu-Herthaners dafür sind ambitioniert: "Man kommt nicht hierher, um gegen den Abstieg zu spielen. Und im Mittelfeld spielt man mit so einer Mannschaft auch nicht. Alles andere wird man sehen."

Als Top-Favoriten will er seinen neuen Verein nicht ausgeben. Kein Wunder, schließlich steht ja auch längst noch nicht fest, mit welchen Mitspielern Leistner tatsächlich in die Saison startet. Es wird wohl noch einige Zu- und Abgänge geben, doch für den Verteidiger steht trotzdem fest: "Wir sind absolut bereit. Auch, wenn der Kader noch nicht perfekt ist."

Sendung: rbb24 Infordadio, 18.07.2023, 14:15 Uhr

5 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 5.

    Na wenn diese Berichte stets so fleißig gelesen und kommentiert werden, muss man doch davon ausgehen, dass diese sehr erwünscht sind. :-)

    Ich bin gespannt auf Leistners Auftritt, wenn´s dann nächste Woche losgeht.
    Angesichts der schwierigen Umstände habe ich den Eindruck, dass bei Hertha aktuell gut gearbeitet wird und man versucht, Leute in die Mannschaft einzubinden, die bereit sind, zu arbeiten.
    Der Bärendienst von Gersbeck ist natürlich überflüssig wie ein Kropf gewesen und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Dárdai darüber not amused war, noch dazu der Keeper kein ganz junger Spieler mehr ist und diese Lektion bereits gelernt haben sollte.

  2. 4.

    Ich glaube nicht dass sich der RBB von dir vorschreiben lässt welche Artikel er hier veröffentlicht.
    Du scheinst dich einfach zu wichtig zu nehmen.
    Im übrigen ist der RBB nicht nur für Berlin da.
    Könnte man wissen.

  3. 3.

    Was würde wohl der BCC-Fan machen, wenn es Hertha nicht geben würde? Sich Wichtigerem zuwenden?
    Hertha ist halt Entertainment, und wenn es nicht interessiert, einfach nicht damit befassen, es gibt genug anderes zu lesen.
    Wenn man allein die Anzahl an Kommentaren nimmt, scheint Hertha ja der interessanteste Verein in Berlin zu sein.

  4. 2.

    Was würde wohl der Heimatsender ohne die Geschichten und Geschichtchen machen, wenn es den BCC777 nicht geben würde?
    Weiße Löcher?
    Sich Wichtigerem zuwenden?
    Über Themen berichten, die Berlin und ihre Bewohner interessieren?
    Nichts von dem.
    Heute alleine fünf (!) über den Absteiger BCC777.

  5. 1.

    Worte denen Taten folgen sollten...

    Herzlich willkommen bei der Hertha!

    Will Erfolg auf dem Berliner Weg und bleib gesund.

    Ha Ho He

Nächster Artikel