Fußball-Bundesliga - Union Berlin kassiert in Bremen die zehnte Pleite in Folge

Sa 28.10.23 | 17:54 Uhr
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Rani Khedira
Audio: Olaf Rathje | Bild: IMAGO/Nordphoto

Union Berlin muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen und verliert bei Werder Bremen mit 0:2. Dass die Unioner sich die Niederlage durch ein Eigentor und einen Platzverweis selbst zuzuschreiben haben, passt ins Bild der vergangenen Wochen.

  • Union Berlin verliert das zehnte Pflichtspiel in Serie
  • Leonardo Bonucci kehrt bei Union Berlin in die Startformation zurück
  • Robin Knoche bringt Bremen per Eigentor auf die Siegerstraße
  • In der 60. Minute muss Khedira mit einer roten Karte den Platz verlassen

Die Negativserie von Union Berlin spitzt sich zu. Die Köpenicker verloren ihr Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen am Samstag mit 0:2 (0:1). Die Tore erzielten Robin Knoche per Eigentor (38. Minute) und Marvin Ducksch (75.). Ab der 60. Minute mussten die Unioner in Unterzahl spielen, weil Rani Khedira wegen eines groben Fouls vom Platz gestellt wurde. Für das Team von Urs Fischer war es bereits die zehnte Pflichtspiel-Niederlage in Folge.

Bonucci spielt von Beginn an

In die Startformation beorderte Urs Fischer wie erwartet den seit sechs Bundesligaspielen torlosen Stürmer Kevin Behrens. Der gebürtige Bremer ersetzte David Fofana, den der Verein wegen eines verweigerten Handschlags mit Trainer Fischer nach seiner Auswechslung für zwei Spiele suspendiert hatte. Ebenfalls in die Anfangself rückte der italienische Routinier Leonardo Bonucci, der zuletzt bei den Niederlagen gegen den VfB Stuttgart und gegen SSC Neapel auf der Bank gesessen hatte. Der 36-Jährige ersetzte den verletzten Danilho Doekhi.

Für beide Teams war die Begegnung von großer Bedeutung, ging es doch darum, jeweils einen sportlichen Sinkflug zu beenden und sich in der Abstiegszone Luft zu verschaffen. In den Anfangsminuten war es eine temporeiche Partie, wobei die Bremer etwas tiefer standen und die Gäste aus Köpenick dadurch mehrfach nahe an den gegnerischen Sechzehner kamen. Nennenswerte Abschlüsse gelangen den Offensivleuten um Sheraldo Becker und Behrens allerdings nicht, immer wieder war das Bein eines Bremers im Weg. Dass die Mannschaft von Ole Werner über erhebliche Personalsorgen in der Defensive litt, war im ersten Durchgang optisch nicht auszumachen.

Knoche per Eigentor zum 0:1

Nachdem die Partie zunehmend verflachte, brachte Werders Offensivmotor Romano Schmid die Fans im Weserstadion mit einem scharf geschossenen Distanzversuch auf Betriebstemperatur, Fredrik Rönnow tauchte ab ins linke Eck und konnte klären (37.). Nur wenige Momente später fiel das Führungstor für die Heimmannschaft: Marvin Ducksch brachte eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld in den Sechzehner, Robin Knoche, Keeper Rönnow und der Bremer Rafael Borré lieferten sich ein Luftduell – dieses entschied der Unioner Knoche für sich, allerdings um den Preis, den Ball per Kopf ins eigene Gehäuse befördert zu haben (38.).

Vorentscheidung durch Khediras Platzverweis

Obwohl die Berliner nach dem Seitenwechsel einen 0:1-Rückstand aufzuholen hatten, waren es die Bremer, die weiterhin den Ton angaben und die Unioner Defensivleute immer wieder vor Probleme stellten.

Nach einer Stunde leistete sich Rani Khedira ein folgenschweres Foul nahe der Mittellinie. Mit offener Sohle traf er den Bremer Schmid im Brustbereich und ließ Schiedsrichter Tobias Stieler damit keine Wahl: Dieser verwies Khedira mit einer roten Karte des Platzes.

Die Partie wurde immer ruppiger, die Unioner wussten den Bremern nur noch wenig entgegenzusetzen. Nach einem langen Ball von Schmid aus der eigenen Hälfte nahm Marvin Duksch die Kugel im Unioner Strafraum mustergrültig an, lupfte über Rönnow hinweg und traf ins Tor zur 2:0-Entscheidung (75.).

Kurz vor Schluss hatte Diogo Leite noch Glück, nach einem Tritt auf den Knöchel Borrés nicht ebenfalls die rote Karte zu kassieren - der Portugiese hatte zuvor außerdem den Ball gespielt, deswegen beließ es Schiedsrichter Stieler bei Gelb. An der 0:2-Niederlage der Unioner änderte es letztlich nichts.

Schon am Dienstag wartet für die Berliner die nächste komplizierte Aufgabe. In der zweiten Runde des DFB-Pokals gastieren die Köpenicker beim VfB Stuttgart.

Ich versuche, jeden Tag mein Bestes zu geben. Sollte das nicht mehr ausreichend sein, dann muss man mit dieser Entscheidung entsprechend auch umgehen.

Union-Trainer Urs Fischer

Die Reaktionen auf die Partie

Urs Fischer: "Dann machst du ein Eigentor, das war sicherlich die Situation, die uns in der ersten Hälfte den Stecker ein bisschen gezogen hat. Und man hat dann schon gemerkt, dass die Mannschaft verunsichert und verkrampft wirkt. (...) Ich versuche, jeden Tag mein Bestes zu geben. Sollte das nicht mehr ausreichend sein, dann muss man mit dieser Entscheidung entsprechend auch umgehen."

Robin Knoche: "Es ist keine einfache Situation. Wir müssen zusehen, dass wir noch enger zusammenrücken, noch akribischer arbeiten und dieses Erfolgserlebnis noch mehr erzwingen. (...) Die Atmosphäre ist dementsprechend, wie die Situation natürlich ist. Wir sind trotzdem positiv, der Kopf ist oben. (...) Wenn die Mannschaft nicht leben würde, würde ich mir Sorgen machen, aber die Mannschaft lebt."

Romano Schmid (Werder): "Es fällt eine unglaubliche Last von unseren Schultern. (...) Zu Hause haben wir noch nie so gut gespielt wie momentan. (...) Das haben wir heute wieder gezeigt. Plus: Gegen den Ball waren wir im Zweikampf immer da, deswegen haben wir auch gewonnen."

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb24 Inforadio, 28.10.2023, 15:30 Uhr

36 Kommentare

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  1. 36.

    Das ist nicht unrichtig, Ansgar. Nur lief das Spiel auch ziemlich unglücklich für die aktuell nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzende Mannschaft des FCU: Eigentor, rote Karte und eine Sonntags-Aktion von Duksch; dann geht man eben mit einem "verdienten" 0:2 vom Platz.

  2. 35.

    Sehr gut geschrieben und gesehen. Das sind die Fakten! Diese resultieren vielleicht auch aus der angespannten Situation. Aber damit muss man im Moment klar kommen und umgehen können müssen!

  3. 34.

    PS. Ein Problem aller Profifussballvereine.
    Nicht nur das der Berliner Vereine.
    Es geht nur um das Geld. Der Sport selbst ist mittlerweile nur noch Zweitrangig.

  4. 32.

    Was für Pech? Der brutale Tritt von Khedira? Das dumme Eigentor von Knoche? Der arrogante Schubser von Becker? Das Unvermögen diverser Spieler? Oder das verbrauchte Spielsystem? Vielleicht sollte man als Fan von Union mal realistisch sein. Die Gegner waren in den letzten Spielen halt den einen Tick besser oder cleverer. auch wenn es oft knapp war.
    Ich denke aber, die Mannschaft kommt da noch raus, hoffentlich darf der Trainer bleiben und zeigen, daß er auch Krise kann.

  5. 31.

    Welcher Profifußballverein ist den kein lupenreines Wurtschaftsunternehmen ?
    Man braucht nicht weit in die Ferne schauen , nur ein paar Kilometer, da ist noch ein größeres Wirtschaftsunternehmen, das sich Hertha BSC nennt, angesiedelt.

  6. 30.

    Hallo lieber Volker, (reklov)
    Ich denke der Urs Fischer wird doch von ganz alleine gehen oder?
    Und so ein kultiger S. Baumgart würde doch wirklich gut passen stimmts?

  7. 29.

    sprach der Experde bei Molle und Korn, als gutes Beispiel ganz vorn;-)
    Klärt doch Ursli und Co. mal auf, dass nicht alle Weltrekorde von Union gebrochen werden müssen, gebt Hert(h)a eine Chance

  8. 28.

    "wir Unioner...."...

    "Ihr" denkt auch, dass ihr provinziell sein/ bleiben könnt.
    Union wandelt sich massiv in ein lupenreines Wirtschaftsunternehmen mit Anstrich eines Feierabendvereins, der es angeblich natürlich locker verkraften kann, 10 mal in Folge (plus X) zu verlieren...

    Es wird die "Fangemeinde" sowas von zerreißen, wenn man nun im Tabellenkeller dauerhaft stehen wird.
    Eure Ansprüche sind plötzlich international/ BCC2, ohne, dass ihr es wahr haben wollt.
    Umso größer verständlicherweise, wenn man in der Realität ankommt... Also da, wo Union eigentlich wirklich hingehört.

    Ich hoffe, ihr bleibt erstklassig und dauerhaft im unteren Mittelfeld.
    Ein permanenter Begleiter der ersten Liga, der sich Jahr für Jahr das Siegen hart erarbeiten muss.

    Euer Zauber war da, ist aber verschwunden.
    Sch.... Egal. Solltet ihr zur Kenntnis nehmen und dann rückblickend stolz auf diesen Verein sein.
    So könnt ihr euch von den Erfolgsfans lösen und die Spreu vom Weizen trennen.

  9. 27.

    Derbe Phase.
    Wieviel Pech kann man haben, gepaart mit den immer weiter hängende Köpfen?

    " Gib niemals auf und glaub an dich..."

    Ich jedenfalls pack meine Koffer nicht und nehme alles mit was geht.

    eisern!

  10. 26.

    Lieber Fußball-Fan,
    ich lese hier Gott sei Dank auch noch Kommentare von echten Herthanern... Warum seid ihr jetzt wieder bei einem Trainer, der echter Herthaner ist? Und wenn ihr nicht BigCityClub gewesen wärt, mit ihm wahrscheinlich auch nicht in der zweiten Liga wärt? Die Häme hattet ihr euch selber verdient! Also ganz ruhig…
    Aber das unterscheidet uns Unioner von den Hertha-Fans, wie leiden nicht an der Höhenkrankheit. Wir wissen wo wir herkommen. Von den Fans stellt niemand Trainer in Frage! Und die Mannschaft auch nicht! Wie schon gelesen Freiburg und Achim Streich… Na und, wir steigen mit Urs ab und auch wieder auf wenn es sein muss, alles andere wäre nicht Union.

  11. 25.

    Ach, so ein sympathischer Verein, dessen Spieler die Balljungen/Kinder schubsen... echte Vorbilder in Berlin halt...

  12. 24.

    Vorsicht Köpenick - auch beim Ex-BCC dachten die lange Zeit, dass über die Saison ja 3 Teams bestimmt noch schlechter sind...

    Nach der Überheblichkeit und Selbstbeweihräucherung der letzten Jahre tut die momentane Serie zugegebenermaßen grade schon ziemlich gut...

  13. 23.

    Solch ein Quatsch!
    In welchem Wirtschaftsunternehmen - und nicht anderes ist ein Profiverein heutzutage - werden die Angestellten gefragt, ob ihn die Anstellung eines neuen Mitarbeiters passt oder nicht...
    Alles andere wäre unprofessionelles Verhalten.

  14. 22.

    Angeblich soll die Niederlage Serie von Union nur Pech sein ,wer das glaubt der hat keine Ahnung vom Fußball .
    Durchhalteparolen gab es bei Hertha in der letzten Saison zur genüge,wo das geendet hat wissen wir,immer an den FCK denken ,erst Meister anschließend 2.Liga

  15. 21.

    Das will ich mal stark hoffen das sie sich vom Acker machen wir echten Köpenicker bleiben bis zum schluss.

  16. 20.

    Sie haben zu unrecht verloren!! Keine Sorge Jungs wir
    stehen euc'h trozdem nach wie vor zu Seite
    Nächstes Spiel wird besser!!

  17. 19.

    Sind die Erfolgsfans alle schon wieder ausgetreten? Sie gehen ja schließlich auch alle vorm Abpfiff. Das wäre zumindest ein positiver Effekt.

  18. 18.

    Glückwunsch Werder Bremen. Union marschiert von einem historischen Negativergebnis zum nächsten.

  19. 17.

    Anscheinend wollen die Köpenicker erst aufwachen, wenn sie zumindest auf Relegation stehen.

    Der letzte Sieg datiert vom 26.AUGUST (4:1 in Darmstadt) und nach der CL-Auslosung im Grimaldi Forum gab es ausschließlich Niederlagen, zwei beachtliche Monate lang.

    Dienstags im Pokal fehlt Guirassy weiterhin, es winkt das ACHTELFINALE!

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