Spieler von Hertha BSC bejubeln das Führungstor (Quelle: dpa/Thomas Kienzle)
Video: Abendschau | 16.05.2020 | Sabrina Wendling | Bild: dpa/Thomas Kienzle

Beim 3:0 bei Hoffenheim - Hertha jubelt kollektiv - und missachtet DFL-Empfehlungen

Drei Mal konnte Hertha BSC beim ersten Spiel nach der Corona-Zwangspause bei der TSG Hoffenheim jubeln. Dabei klatschten sie sich jeweils ab, bildeten Jubeltrauben - und missachteten somit die Empfehlungen der DFL. Der Verein wirbt um Verständnis.

Die Spieler von Hertha BSC haben sich beim 3:0-Sieg in Hoffenheim nicht an die Torjubel-Empfehlungen der Deutschen Fußball Liga (DFL) gehalten. Nach ihren drei Treffern am Samstag in der ersten Bundesliga-Partie nach der Corona-Zwangspause klatschten die Berliner sich jeweils ab und bildeten eine Jubeltraube - mit durchaus intensivem Körperkontakt.

Ibisevic: "Emotionen kommen hoch"

"Ich habe unseren Doktor vor dem Spiel gefragt, ob das Tor zählt, wenn man das macht. Das war für mich das Allerwichtigste", sagte Torschütze Vedad Ibisevic im Interview mit der ARD. "Es ist schwer. In solchen Momenten kommen die Emotionen hoch. Wir haben sehr lange darauf gewartet, dass man wieder spielen darf."

Auch Trainer Bruno Labbadia warb um Nachsicht. "Ich sehe das meinem Team auf jeden Fall nach. Ich hoffe einfach, dass die Menschen draußen Verständnis haben", sagte der neue 54-jährige Coach der Berliner am Samstag in der Pressekonferenz nach der Partie. Man absolviere regelmäßig Tests. "Die Emotionen gehören dazu", fügte er an.

Sprecher: Von der DFL drohen keine Sanktionen

Sanktionen drohen den Herthanern nicht. "Der Torjubel von Spielern ist nicht Bestandteil des medizinisch-organisatorischen Konzepts der "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb", das am Donnerstag als Anhang in die DFL-Spielordnung aufgenommen wurde", teilte ein Sprecher der Deutschen Fußball Liga kurz nach dem Spiel mit. "Zum Thema Torjubel wurden in Ergänzung zum Konzept lediglich Hinweise zur Orientierung gegeben - Sanktionen erübrigen sich daher."

Im "Covid-19 Organisations-Rundschreiben Sonderspielbetrieb" der DFL an die Vereine heißt es: "Gemeinsames Jubeln, Abklatschen und Umarmungen sind zu unterlassen". Dieses Schreiben ist jedoch nicht Bestandteil des Konzepts, das von der Politik für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs genehmigt worden war.

Hertha sorgte schon einmal für Aufsehen

Anfang des Monats hatte Hertha-Spieler Salomon Kalou mit einem Facebook-Video für Aufsehen gesorgt. Unter anderem war im Video des 34 Jahre alten Offensivspielers zu sehen, wie bei dessen Teamkollegen Jordan Torunarigha eine Probe für einen Corona-Test genommen wurde. Kalou filmte auch Gespräche in der Umkleidekabine unter anderem mit Teamkollege Ibisevic. Während der ganzen Video-Sequenz gibt Kalou immer wieder Mitspielern oder Vereinsmitarbeitern die Hand und verstößt damit gegen das Hygiene-Konzept. Kalou wurde suspendiert.

Sendung: rbb UM6, 16.05.2020, 18 Uhr

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53 Kommentare

  1. 53.

    Ob die Regelung nun sinnvoll ist, oder nicht, das ist sicherlich ausgiebig zu diskutieren. Im Fall von Hertha ging es doch wohl mehr um das Thema "Solidarität" zeigen. Und da hat sich das Team für Kalou und gegen die Gesellschaft entschieden.

  2. 51.

    Es ist unglaublich. Dass es Spieler in den Beinen oder Füßen haben und nicht im Kopf, ist ja nichts Neues. Aber Trainer jetzt auch? Man kann beherrschten Jubel nicht von hochbezahlten Fußballern erwarten? Aber jedes Kindergartenkind soll Sozial Distance können? Wo bleibt die Vorbildfunktion für den Jugendsport? Spieler und Trainer gehören fristlos entlassen!!!!

  3. 50.

    Also, ich finde, man sollte den Begriff "Fußball" weltweit endlich mal wörtlich nehmen!
    Ich bin für absolutes KOPFBALLVERBOT!

  4. 49.

    Ja, Sie haben völlig Recht. Ich werde mich auch weiterhin an die Regeln halten. Egal, ob diese sinnvoll sind oder nicht. Ich möchte nicht die Verantwortung tragen, für eine Verbreitung verantwortlich zu sein. So weit zu denken ist das Hirn eines Kickers nicht in der Lage. Das beweisen sie immer und überall. Und brüsten sich dann auch noch in der Öffentlichkeit damit, dass sie die Quarantäne gar nicht eingehalten, sondern einkaufen gegangen sind.
    Nein, ich bin kein Fußballhasser. Ich hasse nur dumme Menschen.

  5. 48.

    Irgendwie bekomme ich den Eindruck, dass fast alle Kommentare aus reinem Neid entstehen.
    Nach dem Motto: „Ich darf es nicht, also die sollen es nicht“. Einfach lächerlich!

  6. 47.

    Mir wird gerade beim Schreiben des vorherigen Kommentars deutlich, wie unsagbar dämlich die Geschichte mit der Zahnpasta ist. Wo steigen die denn für die Quarantäne ab? Keine Zahnpasta, kein Hotelservice....arme, arme Trainer. DFL : Bucht denen was Besseres oder verordnet Redeverbot! Das hat kabarettistischen Wert.

  7. 46.

    Traurig! Geldgier und Dreistigkeit siegt. Vom Spieler bis zum Funktionär hat keiner Anstand. Das merken die nur in ihrer engen Wahrnehmung nicht mehr. Gut, dass es auch (ehemalige)Fans gibt, die es auch so sehen. Wer zahlt deren Tests, damit sie sich benehmen können wie sie wollen? Zuschauer, Sponsoren. Welche Sponsoren haben Erzieherinnen, Pflegerinnen, aber die wohnen ja nicht im Luxushotel und haben dann keine Zahnpasta. Für all das gibt es keine Entschuldigung sondern Verachtung. Mit Freunden Fusdball gucken ist für immer vorbei, da gibt es nun Besseres zu tun.

  8. 45.

    Fast alle Menschen missachten die Empfehlung, in der Öffentlichkeit Maske zu tragen. Und, wer erregt sich da? Mal abgesehen davon dass Spieler im Zweikampf wesentlich mehr Körperkontakt haben. Und vorher eh alle on Quarantäne waren und getestet wurden.

  9. 44.

    You got it. Endlich mal ein kompetenter Kommentar. Die Psychotherapie wär allerdings für viele Kommentatoren offensichtlich schon vor der Corona-Krise eine gute Idee gewesen.

  10. 43.

    Vorab: Ich mag Fußball.
    Ich versuch ja grundsätzlich Verständnis für (Sonder)Regelungen aller Art zu haben, aber hier krieg ich das echt nicht hin. Es musste doch klar sein, dass die Bevorzugung des Fußballs eine Welle der Empörung auslöst. Warum wird das riskiert? Wird sind alle inzwischen dünnhäutig genug. Ist König Fußball tatsächlich schon so systemrelevant, dass er derartig gepampert wird? Während Ottonormalverbraucher um jedes kleine Stückchen Normalität ringen muss und zudem noch sich bemüht, solidarisch die Regeln einzuhalten, zum Wohl aller.
    Diese Sonderstellung sollte aufgehoben und die dafür verwendeten Resourcen (Tests, Geld, Personal) stattdessen zB Pflegeheimen zur Verfügung gestellt werden, damit dort wieder *lebenswichtige* Umarmungen stattfinden können, und wenn es nur einmal die Woche ist!

  11. 42.

    Ich kann Sie sehr gut verstehen. Die Kleinen verstehen sehr wohl , wenn man richtig erklärt.
    So weit ich das gestern in der gesamten Bundesliga gesehen habe, fiel nur Hertha durch Knuddelrudelbildung auf.
    Als Vorbild ggü dem Nachwuchs hätten sie sich an die Empfehlung halten sollen.
    Einmal richtig jubeln hätte vllt auch gereicht ... aber ggf. war es auch ein versteckter Protest !?

    Und dann schaun wir mal, was heute bei Union gegen Bayern abgeht.

  12. 41.

    10 Spiele Punktabzug, 1 jährige Spielsperre für dieses Fehlverhalten, und eine Spende an wohltätige Einrichtungen.

  13. 39.

    Mir werden Corona-Tests verweigert um sicher negativ zu sein, so das ich meine Mutter (89) mal drücken kann. Aber bei Fussball-Millionären ist das alles egal, die haben Geld und Ressourcen für Tests (die sie dann auch noch selber in der Kabine machen - ob das überhaupt einen Wert hat?). Was ist das für eine Verarsche für uns alle.
    Die Bundesliga-Farcé schnellstens beenden.

  14. 38.

    Schreitet nun das Gesundheitsamt ein?
    Machen Sie das mal bei einer Beerdigung, da ist der Teufel los...

  15. 37.

    Ihre Frage stelle ich mir auch. Aber : Sie und ich und viele andere können uns noch einige Zeit an die Regeln zum Wohl aller halten. Das geht vorbei. Warum ? Ja, weil wir mehr Verstand, Vernunft, Verantwortungsbereitschaft haben. Wir erkennen durchaus Einschränkungen und können trotzdem damit umgehen. Deshalb müssen wir uns auch nicht schämen oder um Entschuldigung bitten. Wir sind eben einzeln intelligenter als die ganze Bundesliga mit allen Beteiligten zusammen. "Wir bleiben am Ball"...das ist jetzt unser Motto.

  16. 36.

    Im Stadion darf man Regeln außer Acht lassen und wird von Verantwortlichen dafür entschuldigt. Was für entsetzlich dumme Vorbilder. Die Schüler/innen haben keinen richtigen Unterricht und wenn, dann wird ihnen unterstellt, sie könnten sich nicht an Regeln halten. Doch- können sie, wenn es gut erklärt ist. Profi-Fussballer und deren Verantwortliche sind offensichtlich weniger lernfähig. Den Schülern unserer Fussball AG in der Grundschule werden wir das nicht erklären können und wollen. Wir werden das sein lassen und ihnen die anderen Ballsportarten empfehlen und anbieten. Da gibt es Vernunft und wir haben in der Schule schließlich einen Erziehungsauftrag. Geldgier, Verantwortungslosigkeit und dummes Gerede gehört nicht dazu.

  17. 35.

    Dann sollten Sie eben die Regeln lesen und zwischen Vorschrift und Empfehlung unterscheiden. Bsp, Mundnasenschutz ist im Laden Pflicht, außerhalb nur Empfehlung. Es gibt Vorgaben des Staates und interne Regelungen des Arbeitgebers. Einfach differenzieren hilft für das Verständnis. Und der RBB hat es erläutert. Eigentlich ziemlich einfach. Nur weil einige „Empfehlungen“ als Regeln auslegen wollen gibt es überhaupt diese Diskussion

  18. 34.

    Oh mein Gott und im Spiel hat man sogar Zweikämpfe geführt ohne Mindestabstand und bei Freistößen standen die Spieler auch nicht 1,50 Meter von einander entfernt. Ein Skandal ist das....

    Wenn dieser ganze Hokospokus vorbei ist, werden viele Menschen eine Psychotherapie brauchen.

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