Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). (Quelle: imago images/Karl-Heinz Hick)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.06.2020 | Bild: imago images/Karl-Heinz Hick

Viadrina - Frankfurter Studierende auch im Winter größtenteils im Home-Office

An der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) laufen seit zwei Wochen die Planungen für das kommende Wintersemester. Wie die Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Eva Kocher, am Dienstag auf Anfrage des rbb sagte, werden auch im Winter wahrscheinlich nur wenige Seminare und Vorlesungen vor Ort möglich sein, da die Hygienemaßnahmen die Raumkapazitäten stark einschränkten. Ziel der Planungen sei aber, den Studierenden so viel Präsenz-Lehre wie möglich anzubieten. 

Das aktuelle Sommersemester hatte wegen der Corona-Beschränkungen ausschließlich im Internet stattfinden können.

Die neuen Konzepte sehen Kocher zufolge nun vor, zumindest den Anfangssemestern den Unterricht in Frankfurt zu ermöglichen, um ihnen ein Gespür für den Studienort zu vermitteln und die Dozierenden kennen zu lernen. Ein Großteil der Lehre müsse weiterhin online stattfinden.

Positives Feedback auf digitale Lehre

Die Rückmeldung der Studierenden und Dozenten zum ersten komplett digitalen Sommersemester seien allerdings äußerst positiv. Das zeige eine Umfrage unter 500 Angehörigen der Universität nach vier Wochen im laufenden Betrieb.

Auf Online-Betrieb umzustellen sie ein "großer Kraftakt" gewesen, sagte Kocher weiter. Innerhalb kurzer Zeit sei es gelungen, die Vorlesungen für die drei Fakultäten ins Internet zu verlagern. "Allen ist klar, dass das eine Notsituation ist, die wir aktuell wohl sehr gut meistern", so die Jura-Professorin. Doch auch ohne die angehenden Jung-Akademiker seien alle Räumlichkeiten auf dem Viadrina-Campus momentan ausgelastet. Darin würden Prüfungen nachgeholt.

Forderung nach Präsenzlehre

Laut der Vizepräsidentin, die das digitale Semester koordiniert, bedeute die positive Resonanz auf den Lehrbetrieb jedoch nicht, dass die Beteiligten sich einen solchen Zustand auch auf Dauer wünschen. Darum haben sich auch Dozenten der Viadrina Anfang Juni an einem offenen Brief von mehr als 4.000 Vertretern deutscher Universitäten (Stand: 16.06.2020) für die Rückkehr zur Präsenzlehre beteiligt [www.praesenzlehre.com].

Viele der Studierenden seien nicht in Frankfurt vor Ort oder befänden sich im Ausland. Auch die Öffnung der deutsch-polnischen Grenze am vergangenem Samstag hätte am Fortgang des restlichen Sommersemesters wenig geändert. Lediglich für pendelnde Mitarbeiter der Universität sei der Alltag nun wieder leichter, so Kocher.

Brandenburg fördert digitale Lehre

Um das Studium außerhalb der Hörsäle zu gewährleisten, hat die Frankfurter Uni unter anderem neue Videokonferenz-Systeme angeschafft. Die digitalen Angebote sollen derweil noch ausgebaut werden. So profitiert die Viadrina vom in der vergangenen Woche beschlossenen Sofortprogramm der Landesregierung [mwfk.brandenburg.de]. Von den insgesamt vier Millionen Euro hat das Brandenburger Wissenschaftsministerium der Frankfurter Universität 400.000 Euro bewilligt. Wie Eva Kocher ausführte, sollen von der Förderung neben 30 Leih-Computern für Studierende, unter anderem die digitalen Bibliotheksressourcen und Serverkapazitäten erweitert werden.

Bundeseinheitlicher Semesterstart geplant

Das Sommersemester findet aufgrund der Coronapandemie noch bis zum Ende der Vorlesungszeit 24. Juli ausschließlich digital statt. Nach Beschluss der Kultusministerkonferenz der Länder von Anfang April [kmk.org] soll der Beginn des Wintersemesters bundesweit auf den 1. November verschoben werden.

Was Sie jetzt wissen müssen

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.06.2020, 16:30 Uhr

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