Symbolbild: Ein Fahrer von Lieferando fährt auf seinem Rad in Berlin im Bezirk Kreuzberg auf der Straße. (Quelle: dpa/W. Steinberg)
Bild: dpa/W. Steinberg

Lieferdienste in Corona-Zeiten - Wenn das Essen nach Hause kommen muss

In einer Zeit, in der alle so wenig wie möglich das Haus verlassen sollten, sind Lieferdienste gefragt wie nie. Doch die kommen an ihre Grenzen. Von Franziska Ritter

Was Sie jetzt wissen müssen

Angesichts des Coronavirus klaffen auch in den Regalen der Berliner Supermärkte derzeit einige Lücken. Vor allem Nudeln, Mehl und Tomatensoße sind begehrt. Die Handelsketten versuchen die Waren immer wieder aufzufüllen. Doch manche Artikel wie Konserven werden nur zwei, drei Mal die Woche in die Märkte geliefert, erklärt beispielsweise ein Sprecher von Real.

Handelsketten wie Rewe und Edeka bieten eigene Lieferdienste an, die einem den Einkauf bis vor die Tür bringen. Doch da die Kunden derzeit viel größere Mengen bestellen als sonst, stößt der Service an seine Grenzen. "Wir können unseren Lieferdienst so schnell nicht verstärken", heißt es unisono von den Unternehmen.

Zahl der Neukunden steigt rasant

Auch die Landkorb GmbH aus Rohrlack bei Neuruppin, die Berliner mit Bio-Lebensmitteln von Bauern aus der Region und vom Großhandel versorgt, kommt mit dem Ausliefern kaum noch hinterher. Normalerweise versorgt der Betrieb gut 2.000 Kunden, inzwischen sind es über 3.000, erklärt Geschäftsführerin Kirsten Sattler. "Das kriegen wir selbst bei voller Mannschaft nicht bewältigt. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, unsere Lieferungen auf einen zweiwöchigen Rhythmus umzustellen", sagt sie. Kunden werden also von Woche zu Woche abwechselnd beliefert.

Zehn der 40 Mitarbeiter von Landkorb liefern die Biokisten in Berlin aus. Angesichts der rasant gestiegenen Nachfrage braucht das Unternehmen dringend Unterstützung. "Wir suchen Menschen, die Lastenräder oder Autos besitzen oder Taxifahrer, die unseren Fahrern immer mal wieder drei, vier Kunden abnehmen", so die Landkorb-Geschäftsführerin.

Kuriere fahren weiter Essen von Restaurants aus

Gaststätten dürfen zwar nur noch eingeschränkt öffnen, die orangefarbenen Fahrradkuriere von Lieferando fahren aber weiter rund um die Uhr durch die Hauptstadt. "Die Bundeskanzlerin hat ja Lieferservices von den Regelungen ausgenommen. Das heißt: Selbst nach 18 Uhr ist weiterhin eine Bestellung über lieferando.de möglich", erklärt Jörg Gerbig, Deutschlandchef des Lieferdienstes.

Um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu minimieren, hat Lieferando europaweit Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Statt Pizza, Burger und Co direkt zu überreichen, sollen Kuriere das Essen nur noch vor der Tür abstellen. Mit den Gerichten selbst kämen sie nach Angaben das Unternehmens nicht in Kontakt - es ist ja alles in Tüten, Plastikschalen und Pappboxen verpackt.

Hacker-Angriff legt Plattform lahm

Zurzeit melden sich nach Angaben von Lieferando viele Gastronomen neu auf der Plattform an. Sie versuchen auf diesem Wege offenbar einen Teil der wegfallenden Umsätze wieder reinzuholen. "Wir freuen uns, wenn wir den Restaurants auf diesem Wege helfen können", betont Jörg Gerbig.

Am Mittwoch hatte der Lieferdienst allerdings selbst mit massiven Problemen zu kämpfen. Kunden warteten vergeblich auf ihre Bestellungen. "Unsere Systeme wurden angegriffen und werden derzeit gewartet, um die Sicherheit aller Daten zu gewährleisten. Dies kann zu einer Verzögerung bei der Auftragsabwicklung führen", teilte das Unternehmen via Twitter mit. "Wir entschuldigen uns für diese Unannehmlichkeiten und hoffen, bald wieder normal arbeiten zu können", hieß es weiter. Online bezahlte Bestellungen, die nicht geliefert wurden, würden so schnell wie möglich zurückerstattet.

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  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

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  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

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  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

Beitrag von Franziska Ritter

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6 Kommentare

  1. 5.

    Lebensmittel-Lieferservices funktionieren derzeit nicht. Mehrere Anbieter ausprobiert: z.B. Rewe, Real, Edeka.
    Es nützt nichts, wenn ich Online einen tollen Warenkorb zusammenklicken kann, nur um zuletzt darauf zu stoßen, dass es keine freien Liefetermine gibt. "Versuchen Sie es morgen"... hahaha. Habe ich. Da ist auch alles ausgebucht.
    Die Lieferzeitfenster sind auch relativ kurz, in der Regel 10-12 Tage. Es ist nicht mal möglich, etwas für den Folgemonat zu bestellen. Zumindest Standardartikel, die immer im Sortiment sind.

    Leider sind auch in Corona-Zeiten alle, auch Risikogruppen, zum Vor-Ort-Einkaufen gezwungen. Und sich um Klopapier und Konserven zu prügeln. In sämtlichen Märkten, in denen ich war, gab es kein Toilettenpapier mehr, ganz entgegen den ständigen Beteuerungen. Wer sich dagegen entschieden hat, unsolidarisch zu hamstern, hat jetzt das Nachsehen. Deutschland, das Land der Ellbogen-Egomanen.

  2. 4.

    Jetzt wäre es schön einen Weg zu finden, in erster Linie Ältere und Kranke zu beliefern. Die Gesunden und Jüngeren haben immer noch die Möglichkeit, einzukaufen.

  3. 3.

    Wegen einer Verletzung und anschließender OP bin ich seit Monaten zu Hause. Also lasse ich mir Lebensmittel liefern, die ich über die Anbieter-App einkaufe. Nur leider ist die Lieferzeit von 2 Tagen auf 14 Tage gestiegen. :-(

  4. 2.

    Nur weniger Schmerzen, aber dafür mehr Wodka.

  5. 1.

    Mein Chef funktioniert da ganz anders:
    Er hat vor ein paar Tagen eine Liefergebühr von 2,50€ für alle Kunden eingeführt.
    Begründung: WIR liefern noch mit direktem Kundenkontakt bis an die Wohnungstür und das würde halt
    erhöhte Kosten verursachen.
    Die einzig erhöhten Kosten welche er hat sind ein paar 50ml Fläschchen Handdesinfektionsmittel welche
    er an die Fahrer ausgegeben hat. Gewinnmaximierung halt!

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