Symbolbild: Ein Zugbegleiter gibt das Signal zur Abfahrt. (Quelle: dpa/Michael Probst)
Bild: dpa/Michael Probst

Stellenabbau wegen Corona - Gewerkschaftschef: Bahn könnte mehr als 10.000 Stellen streichen

Wegen der Corona-Krise sind bei der Deutschen Bahn nach Einschätzung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mehr als 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr. "Es droht ein dramatischer Stellenabbau", zitierte die "Bild am Sonntag" den amtierenden EVG-Vorsitzenden Klaus-Dieter Hommel.

"Die Deutsche Bahn AG will im Gegenzug für staatliche Hilfen etwa fünf Milliarden Euro, davon etwa 2,25 Milliarden beim Personal einsparen. Die Umsetzung dieser Vereinbarung zwischen dem Konzern und der Bundesregierung heißt im Klartext: Abbau von weit über 10.000 Stellen bei der Deutschen Bahn im gesamten Bundesgebiet." Der Konzern wollte die Äußerungen am Sonntag auf Anfrage nicht kommentieren. Nach eigenen Angaben beschäftigt er in Deutschland rund 211.000 Menschen.

DB: Fahrgastzahlen in der Corona-Krise brechen um 90 Prozent ein

Laut dem Blatt befürchtet Hommel "eine knallharte Sparpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten mit einer Halbierung der Ausbildungsplätze und einem Stopp der dringend benötigten Neueinstellungen". Wie schon nach der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag schlug der Gewerkschafter ein "Bündnis für Beschäftigung und Mobilität" vor. Dazu habe der Unternehmensvorstand seine Bereitschaft zugesichert, sagte Hommel bereits am Freitag.

Obwohl die Fahrgastzahlen in der Corona-Krise um rund 90 Prozent eingebrochen sind [tagesschau.de], hat die Bahn ihre Kapazitäten kaum angepasst. Der Bund will den Staatskonzern nun über eine weitere Kapitalerhöhung unterstützen. Dabei könnten 6,9 bis 8,4 Milliarden Euro fließen. Außerdem will der Bund eine Erhöhung der Neuverschuldungsgrenze von derzeit rund 25,4 Milliarden Euro.

Sendung: Inforadio, 17.05.2020, 14.00 Uhr

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Antwort auf [Dennis] vom 19.05.2020 um 16:41
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7 Kommentare

  1. 7.

    Also Sie meinen, die BVG sollte komplett ersetzt werden? Noch besser.
    Genau das, was sie (aus Unkenntnis und nicht wissen wollen)da als unmöglich abtun ist vom Senat angedacht. Es soll 4 Einzellose geben. Man sagt so schön "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten"
    Weder das Netz noch die S-Bahn gehören dem Senat. Da stellt sich die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage der Senat den Betreiber wechseln und das Netz alleine für sich beanspruchen will.

    Zurück zur Meldung. Die DB sollte vielleicht bei den Einsparungen ähnlich wie Kaufhof jede 2. Filiale, jeden 2. Bahnhof schließen, an denen sie wegen 1 oder 2 Fahrgästen aus politischen Gründen halten muss. Dieses ewige gebremse und angefahre ist ja schließlich auch nicht gut fürs Klima.

  2. 6.

    Solches Durcheinander, wer wo welche Farben und Linienmuster macht, mag in ihrem Hausfrauen-Stickklub funktionieren. Bei einem in sich geschlossenen Verkehrssystem wie U-Bahn und S-Bahn eben nicht. Da ist aus Gründen der Flexibilität und dem reibungslosen Betriebsablauf bei Linien, Zügen, Werkstätten, Gleise / Strecken, Signal- und Sicherungsanlagen und vielem mehr, was Sie als evtl. Fahrgast nicht sehen, nur einer für alles möglich. Glauben Sie mir: Sie wären die erste, die sich beschwert, wenns im Betriebsablauf noch mehr hakt, weil viele verschiedene Hände an diesem Nahverkehrssystem rumstricken - um mal das Bild mit dem Strickmuster nochmals zu bemühen...

  3. 5.

    Es ist doch egal wer Mehrheitseigentümer ist. Das gleiche Versagen muss auch die gleichen Konsequenzen haben.
    Die BVG muss ausgeschrieben werden. U-Bahn, Bus, Tram. Insbesondere die U-Bahn Linien sind dafür prädestiniert.
    So könnte die U5 Kanzlerlinie ja FlixTrain übernehmen. Die U6 und U2 von einem ausländischen Unternehmen. Wo ist das Problem. Warum sollte die BVG anders behandelt werden.

  4. 4.

    zu 1. Die Berliner S-Bahn macht Gewinn und braucht keine Zuschüsse, im Gegenteil sie zahlt an die Mutter DB und die BVG macht doppelt so hoch Verlust (wie die S-Bahn Gewinn) trotz Zuschüsse. Das ist dem Senat ein Dorn im Auge.
    (das was bei der S-Bahn fälschlich als Zuschüsse bezeichnet wird, wohl um bewusst einen falschen Eindruck zu erzeugen, sind die regulären Entgelte für die Fahrleistung)
    zu 2. es geht um Fairness und Diskriminierungsfreies Handeln. Wenn der Senat zu unfähig ist die BVG zu betreiben, dann müssen die Strecken ausgeschrieben werden. Ganz genau so wie bei der S-Bahn. Mit genau den selben Konsequenzen.
    Man kann nicht die gleiche Schuld unterschiedlich ahnden. Das Versagen der BVG ist um vieles größer als das der S-Bahn. Die BVG vertuscht das lediglich mit besserer PR und die Politik schweigt verständlicher weise lieber.

  5. 3.

    Gehts noch? Wohl zuviel BLÖD Zeitung gelesen.
    1. Mehrheitseigner der Deutschen Bahn AG ist die Bundesrepublik Deutschland. Und die hat nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern auch verkehrspolitische. Die Mehrausgaben dafür bekommt Sie aus Steuermitteln finanziert.
    2. Das Land Berlin ist Mehrheitseigner der BVG. Seine eigene Verkehrsgesellschaft für Verspätungen mit Geldstrafen zu belegen, würde nur den Verlust erhöhen, den man als Eigentümer auch wieder ausgleichen müsste.
    Gott... Herr Holger... bitte erst nachdenken und dann auf Gott und die Welt und die Politik oder sonst was für Kommunisten schimpfen.

  6. 2.

    Man muss sich nicht wundern, wenn man von der Bahn verlangt leer den Betrieb aufrecht zu erhalten. Überall verschwiegen wird auch, dass die Bahn gar nicht an allen Ausschreibungen Teil nehmen darf. Dass die Mitbewerber sich nur die Lukrativen Strecken raussuchen, während die Bahn jedes kleine Kuhdorf mit 3 Fahrgästen anfahren soll.
    Auch der Berliner Kommunisten-Senat ist nicht viel besser. Während die BVG vom RRG Senat von allen Strafmaßnahmen wegen erheblichem Ausfall und Verspätungen verschohnt bleibt, greift man bei der Bahn kräftig zu. Finanziell bedient sich der Senat durch den VBB und durch wegnahme von lukrativen Strecken. Usw usw... nur die hoch defizitäre BVG hat Narrenfreiheit. Weil sie euch liebt?

  7. 1.

    Was komisch ist das nach wie vor täglich Werbung für die Karrieren von der DB AG in Facebook und Co gemacht wird oder Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit angeboten wird. Habe mich vor einigen Wochen bei der DB AG Regio Bus Ost für Forst, Guben und Spremberg als Busfahrer beworben und nach dem Gespräch und der Probefahrt war eigentlich alles in Ordnung sollte nur noch der Betriebsrat zustimmen und dann wäre ich dort beschäftigt. Plötzlich bekam ich letzten Montag eine Mail wo man mir ohne Angabe von Gründen absagte. Bei telefonischer Nachfrage hieß es nur das hätte der Betriebsleiter eigenmächtig entschieden und das obwohl der Bahnvorstand nach wie vor brüllt das sie jede Menge Busfahrer und Lokführer brauchen. Daher verwundert es auch das man solche Märchen sagt.
    Mal sehen wie es bei der DB AG weiter geht hoffe das die das Ding voll vor die Wand fahren...

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