Tanzender Besucher im Berliner Club Tresor (Bild: imago images/David Heerde)
Bild: imago images/David Heerde

Coronavirus in Berlin - Clubs fürchten bei längerer Schließung um ihre Existenz

Ein Coronavirus-Fall im Berliner Club Trompete führte zu intensiven Recherchen nach infizierten Tänzern. Jetzt reagiert die Clubcommission und kündigt Einschränkungen an. Doch für manche Häuser können Schließzeiten schnell existenzgefährdend werden.

Was Sie jetzt wissen müssen

Viele Berliner Clubs sehen wegen der Einschränkungen infolge der Ausbreitung des Coronavirus ihre Existenz bedroht. Schon jetzt kämen weniger Besucher - eine Schließung von nur wenigen Wochen würde "unweigerlich zur Insolvenz der meisten Clubs führen", teilte die Clubcommission Berlin am Mittwoch mit.

Der Schritt werde dennoch in Erwägung gezogen. Das Verhindern einer weiteren Ausbreitung des Virus habe höchste Priorität, um das Gesundheitssystem nicht weiter zu belasten, hieß es.

Clubcomission mit eiger Taskforce zu den Coronavirus-Problemen bei den Clubs

Das Branchennetzwerk hat eigenen Angaben zufolge Anfang der Woche eine eigene Taskorce eingerichtet, die im Austausch mit der Berliner Charité stehe. Knapp 50 Clubbetreiber und Veranstalter seien zu einem Krisentreffen zusammengekommen. Ein Maßnahmenkatalog soll am Wochenende umgesetzt werden: Clubgänger werden mit ihrer E-Mail-Adresse oder Telefonnummer registriert. Auch soll die Gästeauslastung auf 70 Prozent reduziert werden. Einige Clubs und Veranstalter haben bereits reagiert und Teile des Programms abgesagt.

Erst am Mittwoch hatte der Technoclub "Berghain" in Berlin-Friedrichshain angekündigt bis mindestens bis 20. April geschlossen zu bleiben

Gesundheitsverwaltung stoppt Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern

Der Berliner Senat hatte am Mittwoch Veranstaltungen ab 1.000 Personen bis zum Ende der Osterferien untersagt. Zuvor waren bei einigen Gästen des Clubs Trompete im Stadtteil Tiergarten Infektionen nachgewiesen worden. Sie alle waren am selben Abend in der vergangenen Woche in dem Lokal.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

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10 Kommentare

  1. 10.

    Es werden nicht weniger Lebensmittel, Kleidung, Gebrauchsgegenstände produziert, wenn es keine Clubs gibt oder sie geschlossen sind. Bei vernünftiger Verteilung der vorhandenen Ressourcen muss also niemand leiden. Es braucht also anstelle der kapitalistischen eine demokratische und humane Verteilung. Leider hat die Gesellschaft in die Richtung nicht vorgesorgt, obwohl es nicht das erste Mal ist, vielmehr eher ein Dauerzustand, dass allein eine inhumane Verteilung zu Not führt.

  2. 9.

    Auch wenn es für Sie schwer zu verstehen scheint: Erstmal verlieren da viele Menschen ihre Existenzgrundlage. Die gehen dann zum Amt und belasten, wenn freischaffend, also nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert, direkt den Landeshaushalt. Der bekommt weniger Einnahmen. Auch weil die Menschen weniger Geld zum Ausgeben haben. Und immer so weiter. Gleichzeitig muss die öffentliche Hand sowieso mehr fürs Gesundheitswesen usw. ausgeben. Und wir rasen gerade schnurstracks in eine Weltwirtschaftskrise. Neue Jobs werden bald nicht mehr leicht zu finden sein. Und schlechter bezahlt werden als bisher (Angebot und Nachfrage ...)

    Was denken Sie, wen es vor allem trifft, wenn der Staat kein Geld mehr hat?

    Das kann übrigens nicht einfach gedruckt werden, wie Sie zu denken scheinen. Aber wir sind hier nicht in der DDR.

    Unmöglich solche Denkweise!

  3. 8.

    Ich finde die Frage berechtigt, ob die Maßnahme etwas bringt oder ob ein immenser wirtschaftlicher Schaden in Kauf genommen wird und die Menschen sich in der U-Bahn, im Büro oder im Supermarkt anstecken, wo man sich bedeutend häufiger aufhält als im Club. Mir erschiene es schlüssiger entweder alles zu schließen, wenn es notwendig ist (was ich bei 3 Toten in ganz Deutschland eher bezweifeln würde) oder es zu lassen. Sollen jetzt bei jeder Grippewelle alle Großveranstaltungen verboten werden?

  4. 7.

    Wenn die Kultur leidet und sogar teilweise eingeht, dann wird das bitter für alle. Hoffentlich finden sich Alternativen... vielleicht zeitweise auf die virtuelle Schiene wechseln? Berghain Online - auf Wohnzimmer-Parties (unter 1000Leutchen inklusive NachbarnInnen) Beamer anwerfen, Bässe aufdrehen und Clubkultur streamen.

  5. 5.

    Drama, Baby! – Die ganze Gesellschaft ist betroffen und gerät in unabsehbare Turbulenzen, aber die "lebensnotwendige" Clubkommission jammert mal wieder werbewirksam los und wird damit gleich in die Schlagzeilen befördert ...

  6. 4.

    Ein beträchtlicher Teil der in Berlin Erkrankten besuchte vorher den Club Trompete. Um die prekär Beschäftigten tut es mir leid. Das Gejammer der Klubbesitzer ist aber angesichts der Situation völlig fehl am Platz.

  7. 3.

    Keine Dollarzeichen, sondern etliche Existenzen, das tagtägliche Einkommen vieler Menschen. Was würden Sie sagen, wenn ihr Arbeitgeber sagt "Ab morgen ist zu und du bekommst kein Geld mehr."?

  8. 2.

    Da steht nicht die Unversehrtheit und die Gesundheit der Leute im Vordergrund, nein die Dollarzeichen sind zu sehen. Unmöglich solche Denkweise!

  9. 1.

    Die Nachfrage nach Clubs ist ja da. Die entstehen dann auch wieder. Besser als wenn da ein Haufen Leute täglich Körperflüssigkeiten tauschen.

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