Im Supermarkt sind mehrere Regal beinahe leer gekauft (Bild: rbb24)
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Video: Super.Markt | 02.03.2020 | Julia Häußler | Bild: rbb24

Coronavirus und Hamsterkäufe - Diese Vorräte sind im Ernstfall sinnvoll

Aus Angst vor dem Coronavirus tätigen immer mehr Bürger Hamsterkäufe. Doch was muss man eigentlich alles im Haus haben, um im Quarantänefall über die Runden zu kommen? Julia Häußler hat nachgefragt.

Was Sie jetzt wissen müssen

Aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus versuchen Verbraucher sich mit den wichtigsten Lebensmitteln einzudecken, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Das Innenministerium stellt bereits seit 2016 – völlig unabhängig vom Coronavirus – eine Versorgungs-Checkliste für Notfälle bereit. Dort wird geraten, so viel einzukaufen, dass man etwa zehn Tage zu Hause durchhält.

Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin sagt im Gespräch mit dem rbb: "Natürlich leben wir nicht in einer Zeit, in der ständig Stromausfälle vorkommen, ich in Quarantäne muss oder Hochwasser droht. Aber es kann auch sein, dass ich mir einen Fuß breche und ich nicht mehr zum nächsten Supermarkt gehen kann. Auch dann freut man sich, wenn man die Vorräte im Keller hat und nicht nur die Dose Ravioli." Deshalb mache ein Notvorrat im Haushalt durchaus Sinn.

Empfehlungen vom Innenministerium

Doch was braucht eine Person laut Notfall-Checkliste für zehn Tage? Das Bundesinnenministerium empfiehlt folgenden Grundvorrat:

·        3,5 Kilo Getreideprodukte wie Brot, Nudeln und Reis

·        4 Kilo Gemüse

·        2,5 Kilo Obst und Nüsse

·        2,6 Kilo Milchprodukte

·        1,5 Kilo Fleisch, Fisch und Eier

·        20 Liter Wasser, wenn nicht aus der Leitung

Das alles entspricht etwa 2.200 Kalorien pro Tag, die ein Erwachsener im Schnitt braucht.

Was tun bei Stromausfall?

Bei der Auswahl der Produkte sollte man laut Schautz unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum achten. Aber auch auf den Abwechslungsreichtum – vor allem bezüglich der Nährstoffe. Tiefkühlgemüse hat beispielsweise einen höheren Vitamin- und anderen Nährstoffgehalt, daher sollte man dieses bevorzugen. Wen die Angst vor Stromausfällen – wie 2019 in Köpenick – treibt, der greife lieber zu Gläsern und Konserven.

Tiefkühlprodukte und Produkte aus der Dose

Bei frischem Obst und Gemüse gibt es auch viel zu beachten: Gerade Äpfel, Kohl, Kürbis und Kartoffeln eignen sich gut zur Vorratshaltung. Fleisch und Fisch enthalten hochwertiges Eiweiß, daher fehlen auch sie nicht in der Checkliste des Innenministeriums.

Die Verbraucherzentrale rät hier zu Tiefkühlprodukten – oder eben zu Produkten aus der Dose. "Das ist für eine Übergangszeit vollkommen in Ordnung. Aber man sollte regelmäßig kontrollieren, wie lange die Konserven noch haltbar sind", sagt Britta Schautz.

Zuletzt sollten Verbraucher auch an Dinge des täglichen Lebens wie Toilettenpapier, Seife, Zahnpasta, Batterien und Medikamente denken. Und natürlich an Süßkeiten – denn selbst die sind laut Ministeriumsliste empfohlen: als Seelenfutter in Notlagen.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

Sendung: Super.Markt, 02.03.2020, 20:45 Uhr

Beitrag von Julia Häußler

Kommentar

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50 Kommentare

  1. 50.

    Zu den Notvorräten gehören auch Insulin für Diabetespatienten und AdBlue für Dieselfahrzeuge.

  2. 49.

    Wenn Sie zur Risikogruppe gehören, warum haben Sie nicht rechtzeitig vorgesorgt? Haben Sie zudem keine Freunde, Nachbarn oder Verwandte, die für Sie einkaufen können? Notfalls mit Maske, Handschuhen, etc. selbst schützen, man ist ja nicht wehrlos gegen Viren. ABER: Wer jetzt erst beginnt, die wichtigsten Dinge zu organisieren und auch sonst kein Freund der Vorratshaltung ist (oder war), wird aktuell einen Mangel an einigen Dingen erleben. Es gibt dennoch ausreichend Lebensmittel, um sich ausgewogen zu ernähren; selbst die Restposten-Kisten (kurzes MHD) sind teilweise noch gut gefüllt (Alternative zur Tafel). Gegen fehlendes Klopapier helfen nasse Waschlappen und ne Waschmaschine. Mit etwas Flexibilität geht's munter weiter. ;-) Viel Erfolg bei der morgigen "Jagd".

  3. 48.

    Was ist das hier? Ein Blog? Habt Ihr nichts zu tun, habt Ihr keine wirklichen Probleme? Hier sind etwa 95% unnötige und völlig unwesentliche Wortmeldungen zu lesen. Wer Langeweile hat oder nicht wirklich etwas zu sagen hat soll doch bitte schweigen und den Platz für wichtige Informationen freilassen!

  4. 47.

    Ja, und die Essensreste schmeissen Sie einfach in den Flur. Dann kommen die Ratten, die können Sie dann für die nächste Ration fangen und schlachten - ein Perpetuum Mobile!

  5. 46.

    Das mit dem Tempotaschentücher sollten Sie mal schön lassen. Die zersetzen sich nicht wie Klopapier und können eine Verstopfung der Toilette verursachen. Ist zwar nicht sehr schön: aber dann nehmen Sie lieber einen alten Lappen und waschen den aus. Ein Verstopfung ist das letzte , was Sie brauchen können. Es kann sein, das sehr bald kein Handwerker zu bekommen ist.

  6. 45.

    https://www.youtube.com/watch?v=Kas0tIxDvrg&feature=youtu.be
    Hier wird verdeutlicht, was ich als Risikogruppe zu erwarten habe. Da macht es Sinn sich zu bevorraten. Nicht, weil ich glaube, es gäbe nichts mehr. Ich bin sehr sicher, das die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Wenn die Infektionsrate täglich exponentiell steigt, steigt auch mein Risiko täglich beim Einkauf. Ich kann ja zu Zeiten gehen, wenn es nicht so voll ist, aber spätestens an der Kasse ist es mit den 2m Abstand vorbei. Zudem scheinen viele das Risiko noch nicht kapiert zu haben, wenn ich das undisziplinierte Gedränge ansehe und auch die unbegrenzte Frequenz in den Strassencafes am Görli, da wo ich wohne. Deshalb lieber jetzt einmal gründlich einkaufen und dann zu Hause bleiben ist für mich die Notwendigkeit. Das hat reichlich wenig mit "Hamsterkäufen" zu tun und orientiert sich an den offiziellen Empfehlungen in der Menge für mindestens zwei Wochen.

  7. 44.

    Leider zeigen viele Menschen ihren wahren Charakter.
    Soviel Egoismus zeigt die Verrohung unserer Gesellschaft. Zum Glück gibt es aber auch noch gute Beispiele. Wir sitzen doch alle in einem Boot und Zusammenhalt gibt Kraft und Zuversicht.

  8. 43.

    Ich weiss gar nicht wieso sich alle an dem Toi.Papier aufhängen, es gibt wohl in jedem Haushalt auch noch Tempo...Zewa...(beliebig andere Marken einsetzen) und außerdem noch einen Wasserhahn. Fokusiert euch mal auf das wesentliche ;-)

  9. 42.

    Da sind Sie nicht der einzige der sich einen Notvorrat allein schon aus Geldmangel nicht anlegen kann. Tja, die armen bzw. weniger gut betuchten wirds wohl zuerst hinraffen.

  10. 40.

    Habe gerade am Telefon erfahren das die Wasserversorgung im Raum Angermünde wegen eines Wasserschadens in Angermünde bis morgen früh eingeschränkt ist. Woher soll ich nun das Wasser nehmen? Zum Glück hast es die vergangenen Tage gut geregnet, so dass ich die Toilettenspülung damit füllen kann.
    Und das Alles scheint nur der Anfang zu sein.

  11. 39.

    Seit nunmehr Donnerstag einschließlich heute finde ich in den Regalen unserer Supermärkte und Discounter kein Toilettenpapier mehr, statt dessen nur leere Paletten.
    Wo bleibt der versprochene Nachschub sehr geehrte Bundesminister und Bundeskanzlerin?
    Und wenn ich dann noch im Netz die Werbung von lidl und Kaufland lese ,, Wie sind für Euch da" oder ,,Wir versorgen Deutschland". Ja was soll ich da noch glauben. Krisenmanagement sieht da echt anders aus. Wofür braucht ihr denn noch alles Zeit? Sicherlich soviel, bis dass ihr das Problem oder Krise ausgesessen habt.

  12. 38.

    Mein Problem ist hierbei folgendes:
    Als Mitglied der Gruppe der gefährdeten im Alter und wegen Vorerkrankungen bin ich nun seit fast einer Woche dazu genötigt täglich in den Supermarkt zu laufen um zu sehen was ich derzeit nicht kaufen kann!!! wo ich ja eigentlich zuhause bleiben sollte!!!
    Kein Mehl, Keine Nudeln, Kein Reis, auch Brot und Käse war völlig ausverkauft und jetzt Mo, 16.03. auch keine Milch und keine Eier mehr..."Die GRUNDNAHRUNGSMITTEL" sind nicht zu haben.PRIMA
    Auch fällt für mich jetzt "die Tafel" weg, was noch schwieriger ist.

  13. 37.

    Was macht man, wenn man eine ambulante Reha weitermachen muss. Man wird morgens vom Fahrdienst abgeholt und fährt dann mit ca. 8 Personen eine Stunde lang im Transitbus.
    Mir wird doch langsam mulmig.

  14. 36.

    Gerade im Edeka: Kein Klopapier mehr da. wirklich alles weg.

    Im Aldi gleich daneben: Alle Sorten noch reichlich vorhanden.

    Rauchen manche Leute das Zeug?

  15. 34.

    Nunja, gerade wenn man in häuslicher Isolation lebt, schadet es nicht, wenn man "leckeres" Essen kochen kann.... und Enthaltsamkeit/Verzicht schlägt aufs Gemüt.

  16. 32.

    Das Sauerkraut ist ganz sicher noch nicht schlecht...

  17. 31.

    Birkenpollenallergiker haben sehr oft eine Kreuzallergie gegenüber Sojaprodukten. Und mit Birkenpollen kämpfen leider sehr viele Menschen.

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