Berlin -

Der Botanische Garten Berlin warnt vor der raschen Ausbreitung der Hybrid-Luzerne in der Hauptstadt. Die Pflanze mit dem lateinischen Namen "Medicago x varia" blühe inzwischen im gesamten Stadtgebiet: am Wegesrand, in Parks, auf dem Mittelstreifen oder auf privaten Rasenflächen, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heißt.
Das rasche Wachstum der invasiven Pflanze habe weitreichende Folgen. Es bedrohe die Berliner Pflanzenvielfalt, betont Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens, in der Mitteilung. "Das Ganze ist ein Riesenproblem." Die Bestände der Hybrid-Luzerne hätten sich in nur wenigen Jahren potenziert. "Wenn wir die Vielfalt unserer Berliner Pflanzenarten erhalten wollen, müssen wir jetzt dringend handeln", so Borsch.
Pflanze ist oft Bestandteil von Saatgut
Die Pflanze mit kleinen violetten oder violett-gelben Blüten sei "sehr konkurrenzstark und wird über einen halben Meter hoch. Sie hat tiefe Wurzeln, mit denen sie in feuchtere Bodenschichten gelangt", erklärt der Pflanzenexperte. Einheimische Arten würden dadurch verdrängt. Besonders bedroht seien Frühlingsfingerkraut, Grasnelke, Schillergras und Sandstrohblume, Steinklee-Arten, Wilde Möhre und Johanniskraut.
Er appelliere an alle Saatguthersteller, die Samen der Hybrid-Luzerne aus sämtlichen Saatgutmischungen zu verbannen, so Borsch. Verbrauchern rät der Biologe, genau hinzuschauen, was sich zum Beispiel in den so genannten "Seedbombs" oder Samentütchen verbirgt. Enthalten sie Samen der Hybrid-Luzerne, rät er dringend von der Aussaat ab. Kommt sie auf Rasenflächen im heimischen Garten vor, sei es am besten, sie in ihrer Vollblüte zu mähen.
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