Berlin - Botanischer Garten warnt vor Ausbreitung der Hybrid-Luzerne

Mi 05.06.24 | 14:20 Uhr
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Hybrid Luzerne (Bild: Botanischer Garten Berlin)
Bild: Botanischer Garten Berlin

Der Botanische Garten Berlin warnt vor der raschen Ausbreitung der Hybrid-Luzerne in der Hauptstadt. Die Pflanze mit dem lateinischen Namen "Medicago x varia" blühe inzwischen im gesamten Stadtgebiet: am Wegesrand, in Parks, auf dem Mittelstreifen oder auf privaten Rasenflächen, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heißt.

Das rasche Wachstum der invasiven Pflanze habe weitreichende Folgen. Es bedrohe die Berliner Pflanzenvielfalt, betont Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens, in der Mitteilung. "Das Ganze ist ein Riesenproblem." Die Bestände der Hybrid-Luzerne hätten sich in nur wenigen Jahren potenziert. "Wenn wir die Vielfalt unserer Berliner Pflanzenarten erhalten wollen, müssen wir jetzt dringend handeln", so Borsch.

Pflanze ist oft Bestandteil von Saatgut

Die Pflanze mit kleinen violetten oder violett-gelben Blüten sei "sehr konkurrenzstark und wird über einen halben Meter hoch. Sie hat tiefe Wurzeln, mit denen sie in feuchtere Bodenschichten gelangt", erklärt der Pflanzenexperte. Einheimische Arten würden dadurch verdrängt. Besonders bedroht seien Frühlingsfingerkraut, Grasnelke, Schillergras und Sandstrohblume, Steinklee-Arten, Wilde Möhre und Johanniskraut.

Er appelliere an alle Saatguthersteller, die Samen der Hybrid-Luzerne aus sämtlichen Saatgutmischungen zu verbannen, so Borsch. Verbrauchern rät der Biologe, genau hinzuschauen, was sich zum Beispiel in den so genannten "Seedbombs" oder Samentütchen verbirgt. Enthalten sie Samen der Hybrid-Luzerne, rät er dringend von der Aussaat ab. Kommt sie auf Rasenflächen im heimischen Garten vor, sei es am besten, sie in ihrer Vollblüte zu mähen.

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12 Kommentare

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  1. 12.

    Der Spaß hört auf, wenn man sein eigenes Grundstück nicht mehr betreten kann, weil alles hüfthoch verwachsen ist, Hauptsache man bezahlt die Grundstückssteuer.

  2. 11.

    Ja, ja, das Amt ist wieder schuld !
    Sie haben keine Ahnung, in welchem riesigen Umfang gemäht wird, aber eben nicht dauern - aus finanziellen und ökologischen Gründen. Andernfalls hieße es: Steuern rauf und Bienen ab nach Brandenburg !

  3. 10.

    Doch, sind sie: Da wo die meisten Schmeißfliegen rumschwirren. ;-)
    Bei uns im Park achten die Hundehalter eigentlich drauf, weil sie sonst selbst nächtens in die Tretmine latschen könnten.

  4. 9.

    Luzerne gibt es schon ewig hier in unserer Region. Das Mähen von Grünflächen hat gar nichts damit zu tun. Hybride Pflanzen sind gezüchtete Pflanzen, die robuster sind und sich nicht selbst vermehren können(Mensatoeffekt). Daher der Ansatz mit dem Saatgutverbot. Denn wir nutzen die Hybride-Luzerne als Gründüngung, um keine Pestizide einsetzen zu müssen. Die Luzerne und z.Bsp. die Wilde Möhre wachsen oft nebeneinander. Da die Hybridzüchtung aber genetisch robuster und toleranter gegen Umwelteinflüsse, dadurch verdrängen sie eher ihre Nachbarn als eine Nichthybride.

  5. 8.

    Es ist Grün , es Blüt ... lasst es wachsen... wenigstens etwas ,was das Grau der Stadt auf hübscht ... wenn es tatsächlich so dramatisch wäre, hätte schon jemand Maßnahmen ergriffen...

  6. 7.

    ... und die Hunde-Haufen sind nicht mehr auf den ersten Blick zu sehen ;-)

  7. 6.

    Doch, ich weiß was ich will: Blühende Landschaften ;-) Sie haben vollkommen recht.
    Glücklicherweise sind die Grünflächenämter heutzutage für die Unterhaltung von Straßen, Spielplätzen, Natur und Umwelt zuständig. Und das hat Vorteile für den Artenschutz, das Oberflächengrundwasser und die CO²-Bilanz in der Stadt. Wird der Rasen nicht gemäht, blühen Kräuter, Boden trocknet nicht so schnell aus und Kleinstlebewesen haben bessere Lebensverhältnisse.

  8. 5.

    Sie wissen auch alle nicht was sie wollen. Die Grünflächen sollen nicht so oft gemäht werden , damit die Insekten Lebensräume und Nahrung finden. Und jetzt wird gemeckert weil nicht so oft gemäht wird. Man kann leider nicht alles gleichzeitig haben.

  9. 4.

    Noch was vergessen, diese Pflanze ist auch nicht neu, die wächst bereits seit Jahrzehnten in der Umgebung von Berlin und Brandenburg.
    Wir haben unseren Garten seit 1979 im Land Brandenburg und es hat niemals jemand wegen diesem "Unkraut" irgendwelche Massnahmen ergriffen. Und jetzt ist es plötzlich invasiv.
    Diesen Hype, der jetzt stattfindet kann man nicht nachvollziehen.

  10. 3.

    Genauso siehts aus.
    Und es wird auch nicht regelmäßig gemäht, somit können sich die Samen ungehindert ausbreiten. Wenn man das eine will, muss man halt das andere mögen

  11. 2.

    Danke für den Kommentar. Ganz genauso ist es. Früher wurden diese Flächen auch noch gepflegt. Aber inzwischen verlottert das alles seit vielen Jahren. Naja, wenn wundert es? Das zieht sich ja durch alle Bereiche des öffentlichen Lebens.

  12. 1.

    Liegt ja wohl auch daran, dass die Grünflächenämter in Berlin den Wegesrändern, Mittelstreifen, Parks und sonstigen Grünflächen im öffentlichen Raum seit Jahren nicht die geringste Pflege angedeihen lassen.