Umbauarbeiten abgeschlossen - Corona-Krankenhaus auf Messegelände ist bezugsfertig

Leere Betten stehen am 24.04.2020 im neuen Corona-Behandlungszentrum Jaffestraße in Berlin (Bild: dpa/Michael Kappeler)
Audio: Inforadio | 30.04.2020 | Nina Amin | Bild: dpa/Michael Kappeler

In Berlin ist nach vier Wochen Bauzeit das provisorische Corona-Notfall-Krankenhaus auf dem Messegelände fertig eingerichtet worden. Das teilte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Donnerstag im Abgeordnetenhaus mit. Das Krankenhaus soll zunächst Platz für 500 Betten bieten, 100 davon mit Beatmungsgeräten. Bei Bedarf kann die Kapazität auf bis zu 1.000 Betten aufgestockt werden.

Umbaukosten wurden auf 31 Millionen Euro veranschlagt

Gedacht ist der zusätzliche Standort laut Kalayci als Reservekrankenhaus, wenn andere Kliniken keine Patienten mehr aufnehmen können. Die Umbaukosten für die Messehalle 26 mit ihren 12.000 Quadratmetern war auf 31 Millionen Euro veranschlagt worden. 

In den vergangenen Wochen war auch nach Personal für das provisorische Krankenhaus gesucht worden. Laut Albrecht Broemme, dem Beauftragten für das Projekt, würden bis zu 800 medizinische Fachkräfte benötigt. Wie weit die Personalsuche gediehen ist, gab Kalayci aber nicht bekannt. 

Personalsuche läuft auch im Ausland

Broemme, ehemaliger Berliner Feuerwehrchef und einst Präsident des Technischen Hilfswerks, sagte der "Berliner Zeitung", möglicherweise würden Fachleute aus China geholt, um ihr Wissen um Corona zu nutzen. "Beim Pflegepersonal ist man auch im Gespräch, Fachkräfte etwa aus Slowenien oder Tschechien nach Berlin zu holen. Was wir gerade am meisten brauchen, sind Fachkräfte für die Intensivpflege", sagte Broemme der Zeitung.

In Berlin wurden bis Mittwochabend 5.821 Corona-Fälle registriert. Laut Gesundheitssenatsverwaltung liegen 604 Patienten in Krankenhäusern, 157 werden intensivmedizinisch behandelt. In den Berliner Krankenhäusern sind aktuell 31 Prozent der Intensivbetten frei.

Sendung: Abendschau, 30.04.2020, 19:30 Uhr

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13 Kommentare

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  1. 13.

    Keine Angst, auch in Berlin sehen Intensivstationen anders aus. Es ist immer noch nur ein Hilfskrankenhaus für leichtere Fälle. Wie aber auch auf dem Bild zu sehen ist, weder Personal noch Material. Immerhin steht diese Nothilfe bereit, Dank Broemme.

  2. 12.

    An jeden der hier kritisiert sei die Frage gerichtet, ob sie lieber amerikanische oder englische Verhältnisse vorfinden möchten? Aber die Märchenonkel mit ihrem "schlanken Staatgelaber" haben ja bei einigen Hochkonjunktur, auch wenn sie sprichwörtlich über Leichen gehen. Ich behaupte mal. In New York wäre man froh gewesen, noch vor dem Hochschnellen der Fallzahlen, solch eine Einrichtung aufgestellt zu haben. Altes Sprichwort aus Sicherheitskreisen: Reserven bilden und halten.

  3. 11.

    Woher sind sehr viele so sicher, dass es alles erst vorbei ist, wenn es ein Impfstoff zur Verfügung steht? Was passiert, wenn das noch viele Jahre nicht der Fall wird?
    Wir müssen lernen MIT dem Virus zu leben!

  4. 10.

    There is no glory in prevention. Man merkt es mal wieder an den Kommentaren. Ich bin froh und dankbar, dass vorausschauend geplant und gehandelt wird. Wenn man einige Maßnahmen am Ende nicht braucht, umso besser. Das macht die Vorbereitung auf das, was sein könnte, nicht schlechter.

  5. 9.

    Viele scheinen wohl auch zu vergessen, dass die Entscheidung, die Messehalle umzubauen, vor einem Monat getroffen wurde. Woher sollte man damals wissen, wie sich die Pandemie weiterentwickeln würde?

  6. 8.

    Da schafft es Berlin doch glatt in der geplanten Zeit das Krankenhaus auf die Beine zu stellen (Glückwunsch und Danke an dieser Stelle von mir) - und da meckern doch wieder alle. Unfassbar!
    Ja, das Krankenhaus ist nicht dafür ausgerüstet, schwere Fälle zu behandeln: und das soll es auch nicht. Es ist für die leichteren und mittelschweren Fälle gedacht.
    Woher nehmen hier so manche das Wissen, dass das Krankenhaus nutzlos ist? Die Pandemie ist doch nicht vorbei (auch wenn sich so viele schon wieder so verhalten)! Das Virus ist weiterhin da, jetzt sogar besser verteilt über Deutschland als am Anfang des Ausbruchs in Deutschland. Vorbei ist es erst, wenn ein Impfstoff für alle zur Verfügung steht, aber das wird wohl noch ein Jahr dauern. Viel Zeit, in der das Krankenhaus womöglich doch so manchem das Leben retten wird...

  7. 7.

    Ob es sinnlos ist, wird sich zeigen. Ich bin nur überrascht, wie schnell es dann doch ging. Herr Broemme war mal wieder der richtige Mann. Vielleicht hätte er auch den BER-Bau managen sollen... ; Wäre es nicht entstanden und Sie und Ihre Angehörigen wären betroffen: Würden Sie es dann auch noch so sehen?

  8. 6.

    Das traurige ist, egal was gemacht wird es ist immer falsch. Es gibt so viel Mist, für den Geld verschleudert wird, jedoch so ein Notfallkrankenhaus zählt bestimmt nicht dazu. Die Pandemie ist noch nicht überstanden und wir können nur hoffen, das dieses Krankenhaus nie voll ausgelastet ist.

  9. 5.

    Das ist mal wieder so ein sinnloses Projekt, welches der Bürger bezahlen muss und was für diese Pandemie nicht mehr benötigt wird. Man hätte sich da vorher bei den vorhandenen Krankenhäusern erkundigen sollen, ob Bedarf vorhanden ist. Aber wer weiß, vielleicht wird es ja noch benötigt, dann kann der Herr Spahn mit Recht behaupten, "wir sind auf alles vorbereitet"!

  10. 4.

    Die Intensivbetten sind frei, weil geplante OP s nicht laufen. Das ändert sich, wenn das Programm endlich wieder hochgefahren wird. Wenn ich mir die technische Ausstattung der Betten in der Messehalle auf dem Foto ansehe, so sag ich mit meinen 18 Jahren Intensiverfahrung und den letzten Wochen auf covid iso Intensivstation, das reicht nichtmal für mäßig erkrankte aus, geschweige denn schwere Verläufe, wie sie auf Intensivstation liegen. Zum Glück sind das aber auch nicht viele. Somit wird diese scheinbare Kapazität wohl ungenutzt bleiben und es fällt die Nutzlosigkeit und Verschwendung von Geld nicht auf.

  11. 3.

    Ich las, dass man vor leeren KH stehe - vor allem in Brandenburg, und dass man jetzt händeringend die Leute mit den geplanten OPs wirder herholen möchte.... um Kurzarbeit in den KH zu vermeiden.

    Vielleicht könnte man das EvB in Potsdam ja dort einziehen lassen, und die Pflegeheime in PM (Werder). Dort könnte man dann mal gründlich sauber machen, und nachher geordnet die Gesunden wieder herholen. Natürlich nur mit gesundem Personal mit MUNDSCHUTZ, der ja leider keine Vorschrift ist in Altenheimen.

    Hätte hätte Fahrradkette....

  12. 2.

    Natürlich ist das ein beruhigendes Signal, dass der Staat etwas tut und dass im Notfall alle versorgt werden. Aber: Eine Überlastung des Gesundheitssystems hat es in Deutschland nicht gegeben. Im Gegenteil: Weniger als 10% der Berliner Intensivbetten sind mit Corona-Patienten belegt, die Zahl ist seit Wochen konstant. 31% der Intensiv-Betten sind ganz frei. Da stellt sich mir schon die Frage, was das soll. Es muss schließlich auch jemand bezahlen.

  13. 1.

    Nun fehlt es nur noch an Patienten. Glücklicherweise siehts ja gegenwärtig mau aus. Aber hier muss man mal ausnahmsweise sagen:
    Bestenfalls wurde es nutzlos errichet.

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