Symbolbild: Im Altenstift der Hoffbauer-Stiftung auf Hermannswerder sind 38 von 80 Bewohnern positiv auf das Corona Virus getestet worden. (Quelle: imago images/Friedrich Bungert)
Bild: imago images/Friedrich Bungert

Infektionen - Corona-Fälle bei acht Diakonie-Pflegeträgern in Berlin-Brandenburg

Im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO) sind bislang bei acht Trägern von Pflegeeinrichtungen Corona-Infektionen bestätigt worden. Betroffen seien sowohl Pflegebedürftige als auch Mitarbeitende, sagte eine DWBO-Sprecherin am Donnerstag in Berlin. Am Mittwoch war in Potsdam-Hermannswerder ein größerer Corona-Ausbruch in einem Diakonie-Pflegeheim bekannt geworden. 38 der 80 Bewohner und fünf Mitarbeitende wurden positiv getestet.

In Berlin und Brandenburg sind den Angaben zufolge 91 ambulante, 113 stationäre Pflegeeinrichtungen, 70 Tagespflegen und 15 Seniorenstätten Mitglied im Diakonischen Werk.

Verschließen brauche richterlichen Beschluss

Mit dem Gesundheitsamt werde gemäß Infektionsschutzgesetz unter anderem abgestimmt, ob sich erkrankte Pflegebedürftige gegebenenfalls auch in verschlossenen Einzelzimmern aufhalten müssen, wenn sie durch Vorerkrankungen wie Demenz nicht selbstständig den Eigenschutz durch Isolation gewährleisten können, sagte die Sprecherin. Bisher sei für freiheitsbeschränkende Maßnahmen wie das Verschließen einer Zimmertür ein richterlicher Beschluss erforderlich gewesen.

Die Einrichtungen beschäftige vor allem die fehlende Schutzausrüstung, betonte Diakonie-Direktorin Barbara Eschen. Die Beschaffung sei weiter schwierig, weil "wahnsinnig viele Institutionen zurzeit bestellen". Hier sei die Politik gefordert.

Sendung: Inforadio, 09.04.2020, 19:30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

10 Kommentare

  1. 10.

    Ich bin die Leitung von einem Heim mit u.a. 3 großen psychiatrischen Wohnbereichen ( Demenz und Psychosen) . Die Bewohner leben bei uns in Gruppen, da kaum Psychopharmaka Einsatz, sind sie alle sehr aktiv und mobil. Sie verbleiben auf gar keinen Fall in ihren Zimmern, dass tun sie nur zum schlafen. ... Das ist bei so einer Infektionsgefahr ein sehr großes Problem, würden wir die Bewohner einsperren, verstehen sie es nicht, würden brüllen und auch ggf, aus dem Fenster springen. Das geht garnicht. Ich habe die Räumlichkeiten provisorisch getrennt und strenge Kleingruppen eingerichtet, mit der Hoffnung, dass wenn es zum Ausbruch kommt, ich diesen begrenzen kann. Naja und in den letzten Wochen gefühlt 24 h täglich rotiert um ausreichend Schutzausrüstung nach zu kaufen ( wenn der Erstbestand verbraucht ist).

  2. 9.

    Wiederverwenden??? Na kennt sich wohl einer aus. Der größte Schwachsinm überhaupt! Nicht zu fassen.

  3. 8.

    Jedes Heim hat Infektionsschutzausrüstung vorrätig, da es in Heimen nicht nur zu Corona Infektionen kommt, sondern auch zu anderen Ausbrüchen ( Scabies, MRSA usw. ) Jedoch sind keine unendlichen Lagerkapazitäten vorhanden , die Schutzausrüstung reicht für die erste Welle und dann wird nachbestellt. Leider ist das jetzt für alle ein großes Problem, denn es gibt nichts mehr zum nachbestellen und es sind viele unseriöse Anbieter auf dem Markt.

  4. 7.

    Warum hat sich die Diakonie-Direktorin nicht frühzeitig um ihre Mitarbeiter gekümmert und für die Pflegeeinrichtungen entsprechendes Material beschafft? Immerhin ist es der Träger der sich bemühen muss, nicht nur der Staat.

  5. 6.

    Wurde von mir nicht behauptet, dass ich einen besseren Vorschlag hätte. Aber ich kann mir, da meine Tochter als Pflegekraft in einem Pflegeheim auf der Demenzstation tätig ist, durch ihrer Berichterstattung schon ein Bild machen. Demenzkranke neigen dazu ziellos auf Wanderschaft zu gehen, dies zu jeder Tageszeit. Also auch nachts. Und dem muss das Heim entgegenwirken um Ansteckung zu verhindern. 1 Pflegekraft für 10 bis 12 Demenzerkrante, das ist unter Umständen schwieriger als ein Sack Flöhe hüten. Und wer nun einen praktikablen und sinnvollen Vorschlag hat, der möge den hier mitteilen. Meine Tochter gibt in gerne an die Heimleitung weiter.

  6. 5.

    Mag sein dass einige an Demenz erkrankte noch nicht vergessen haben dass es Türklinken braucht um eine Tür zu öffnen. Bei Frontallappen-Demenz wird das der Fall sein, auch bei Korsakow-Demenz, hängt dann auch vom Stadium ab. Die meisten bleiben aber ganz einfach auf ihren Zimmern, benötigen für jede Handlung Anleitungen. Das Problem liegt aber in vielen Fällen darin, dass Demenz und nicht an Demenz erkrankte in ein und dem selben Wohnbereich untergebracht sind. Das macht die Arbeit auch oft sehr schwer! Hat dann einer von denen auch noch Bewegungsdrang und kennt sich aus, dann lässt der auch kein Zimmer aus. Viele Heimleiter/innen haben schon damit angefangen geschützte Wohnbereiche einzurichten, und geschultes Personal einzusetzen, um den einfachen Pflegehelfer der nur die Basisqualifikation hat zu entlasten. Sollte man als Angehöriger drauf achten, sonst wird`s für die Oma zum Horrortrip. Besonders beim gemeinsamen essen.

  7. 3.

    Na dann mal einen Vorschlag für eine andere Möglichkeit. Ihnen fehlt einfach der Durchblick was zur Zeit in Pflegeheimen abläuft. Mal über Medien informieren wie es in den Heimen mit Schutzausrüstung aussieht. Und wenn dann eine Anzahl von Bewohnern an den Virus verstirbt, kommt ganz schnell die Frage, warum wurden sie nicht vor Ansteckung geschützt.

  8. 2.

    Lese ich das richtig, dass die Sprecherin meint, man müßte infizierte Demenzkranke in ihren Zimmern einschließen?!
    Das ist nicht wirklich ernst gemeint oder?!
    Da gibt es keine andere Möglichkeit?
    Unglaublich...

  9. 1.

    Hier sei die Politik gefordert ich kann es nicht mehr hören, sollen die sich das aus den Rippen schneiden?
    Wo soll es denn herkommen, vielleicht mal bisschen Eigeninitiative ergreifen und versuchen nicht alles immer gleich weg zu schmeißen sondern wiederzuverwenden.

Das könnte Sie auch interessieren