Dilek Kalayci (l, SPD), Gesundheitssenatorin, und Andrea Grebe, Vorsitzende der Geschäftsführung der Vivantes Kliniken, tragen Mundschutz, während sie im neuen Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße (CBZJ) auf dem Berliner Messegelände vor Krankenbetten stehen. Das Corona-Notfallkrankenhaus wurde offiziell eröffnet. (Bild: dpa/Kay Nietfeld)
Bild: dpa/Kay Nietfeld

Noch keine Patienten - Corona-Reservekrankenhaus in der Messehalle eröffnet

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat am Montag das Corona-Behandlungszentrum Jafféstrasse auf dem Messegelände eröffnet. Innerhalb weniger Wochen wurde in der Messehalle 26 ein Spezial-Krankenhaus mit zunächst 500 Betten errichtet. Es soll die Versorgung von Corona-Patienten sicherstellen, sobald diese Aufgabe von den insgesamt 50 Notfallkliniken in Berlin nicht mehr erfüllt werden kann. Ob und in welchem Umfang das Behandlungszentrum zum Einsatz kommen wird, ist unklar. Noch gibt es keinen Bedarf.

Kalayci lobt Organisatoren des Umbaus

Kalayci betonte bei der Eröffnung, das Reservekrankenhaus in der Messehalle könne als Vorlage für die Notfallplanung in einer Pandemielage dienen. "Denn die Bilder aus Italien, Spanien und New York haben uns gezeigt, dass gut aufgestellte Krankenhaussysteme überlastet werden können. Planer und Architekten haben gemeinsam mit dem Jaffé-Team in kurzer Zeit ganze Arbeit geleistet", sagte die SPD-Politikerin.

Organisiert hatte den Umbau der ehemalige Leiter der Berliner Feuerwehr, Albrecht Broemme. Seinen Angaben zufolge werden insgesamt 800 medizinische Fachkräfte für das Reservekrankenhaus benötigt. In den vergangenen Wochen konnten sich Interessenten dafür bewerben. Wie viele das waren, ist noch unklar.

Mitarbeiter gehen durch das Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße (CBZJ) auf dem Berliner Messegelände. (Bild: dpa/Kay Nietfeld)
Hier können Betroffene mit moderaten Symptomen behandelt werden. | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Behandlungszentrum wurde nachhaltig gebaut

Das Behandlungszentrum ist in einen grünen und einen blauen Bereich unterteilt. Im grünen Areal werden Corona-Patienten mit moderaten Krankheitsverläufen betreut. Im blauen Bereich werden ernste Fälle mit Beatmungsgeräten behandelt. Grundsätzlich soll das Projekt auf bis zu 1.000 Betten wachsen. Außerhalb der Halle wird es ein Informationszentrum für Angehörige geben. Auch Seelsorger werden vor Ort sein.

Das Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße ist nachhaltig gebaut worden. Wesentliche Teile sollen später von Krankenhäusern übernommen und weitergenutzt werden.

Sendung: Abendschau, 11.05.2020, 19:30 Uhr  

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8 Kommentare

  1. 8.

    Kommt da überhaupt Tageslicht rein? Ist ja wie eine Lagerhalle. :-(

  2. 7.

    In Berlin gibt es ausreichend Krankenhäuser, die die bereitgestellten Betten und Geräte auch hätten einsetzen können. Das jetzt für die Jaffestrasse gesuchte Personal hätte auch in den Krankenhäusern verteilt werden können. Es wurden mal wieder Steuergelder vom Senat ausgegeben, die tatsächlich in die bestehenden Krankenhäuser investiert hätte können. Es ist schade, dass jetzt Equiptment ungenutzt rumsteht und weitere Gelder verschlingt. Danke dem Senat und Frau Kalayci.

  3. 6.

    Weil es keine Gefahr gibt, wenn dem so wäre, wäre Berlin als Großstadt schon längst ein riesen Hotspot, ist es aber nicht weil man das eben nicht mit anderen Hotspots in der Welt vergleichen kann und dadurch wird auch Berlin nie so schlimm werden.
    Aber ja schön weiter die Steuerverschwendung bejubeln, spätestens in einem halben Jahr werden sie und alle darüber anders denken wenn die großen Steuererhöhungen und Abgaben kommen.

  4. 5.

    Mein Wunsch für unser Land ist, dass es genau so kommt - dass dieses Krankenhaus nie zum Einsatz kommen *muss*. Lieber so, als dass wir den Punkt erreichen wo nicht mal diese 500 Betten reichen.

    Aber so wie es aussieht, haben die Leute weniger und weniger Respekt vor der Gefahr...

  5. 4.

    So sehe ich das auch, und wenn wir das Leben der Menschen aus NRW retten müssen, weil dort ein Irrer regiert, erfüllt das immer noch seinen zweck!

  6. 3.

    Hier wurden 100 Millionen für ein Lazarett ausgegeben für nichts. Dieses Lazarett wird nie in Betrieb gehen und wird nächstes Jahr der Messe weichen müssen und wird dann entsorgt. Was für eine Steuerverschwendung.

  7. 1.

    Ich bin kein Fan von Frau Kalayci, hoffe aber dennoch, dass alle Berlinerinnen und Berliner nachsichtig sind und sich die Kritik in Grenzen hält.
    Ja, vielleicht war es rückblickend betrachtet Geldverschwendung. Aber das war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Die Pandemie hätte auch einen anderen Verlauf in Berlin nehmen können. Und wer weiß, vielleicht wird es ja auch nochmal schlimmer.
    Ich halte die Entscheidung für die Notfallbetten daher weiterhin für richtig.

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