Archivbild: Albrecht Broemme, damals Präsident des Technichen Hilfswerks (THW) (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Zwischenstand von Projektleiter Broemme - Corona-Behandlungszentrum in der Messe "ist zu schaffen"

Innerhalb weniger Wochen soll auf dem Berliner Messegelände ein Behandlungszentrum für Corona-Erkrankte entstehen. Projektleiter Albrecht Broemme sieht noch einige Hindernisse - zeigt sich aber auch hocherfreut über Zusagen, bei dem Projekt mitzumachen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Wenige Tage vor dem Aufbau eines Corona-Behandlungszentrums auf dem Berliner Messegelände hat sich Projektleiter Albrecht Broemme optimistisch gezeigt. Die Aufgabe sei auch in kurzer Zeit zu bewältigen, sagte der frühere THW-Präsident am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. "Das ist zu schaffen, indem man die richtigen Leute zusammenbringt und indem man einen Ort findet, wo das am schnellsten umzusetzen sein dürfte." Das Behandlungszentrum soll ab Montag in der Messehalle 26 an der Jafféstraße entstehen und in wenigen Wochen bezugsfertig sein.

Keine Intensivstation in der Messehalle

"Das ist keine Klinik, deshalb nennen wir es ganz bewusst Behandlungszentrum", betonte Broemme. "Dort können wir keine Intensivstation bauen, das wäre in einer Messehalle gar nicht möglich." Der Fokus werde liegen auf Patienten in verschiedenen Stufen der Beatmung.

Broemme sieht noch mehrere Knackpunkte an dem Projekt, die nach und nach abgearbeitet werden sollen. Das betreffe unter anderem technische Geräte und Schutzausrüstung. Beim Personal setzt Broemme auf ein Verfahren "wie bei den Reservisten": "Wir werden aufrufen: Wer hat Zeit - so wie ich - und macht mit, ehrenamtlich oder mit Vertrag beim Betreiber?"

50 Millionen Euro stehen bereit

Ohne dass es bislang einen Aufruf in den Medien gab, habe er schon zahlreiche Rückmeldungen bekommen, sagte Broemme. Nun werde ein Team diese sortieren und einige Bewerbungen auch an andere Stellen weiterleiten. Über die vielen Reaktionen bisher sagte Broemme sichtlich bewegt: "Also das ist Berlin, wie es leibt und lebt."

Für die Finanzierung des Behandlungszentrums auf dem Messegelände hatte das Berliner Abgeordnetenhaus am Mittwoch den Weg frei gemacht. Der Hauptausschuss bewilligte rund 50 Millionen Euro für die Einrichtung.

Broemme leitete 1992 bis 2006 die Berliner Feuerwehr. Anschließend war er bis zu seiner Pensionierung Ende 2019 Präsident des Technischen Hilfswerks (THW).

Sendung: ZDF-Morgenmagazin, 26.03.2020, 07.15 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Besten Dank. Ich glaube, das läuft jetzt sehr wahrscheinlich über Vivantes (als Träger) und deren Webseite. L. Essers

  2. 7.

    Wohin Bewerbungen schicken? Es gibt keine klaren Adressen. L. Essers

  3. 6.

    Bin Freiberuflich-PFK (Altenpflegerin).
    Würde sie gerne unterstützen.Besteht bei ihnen noch ein Bedarf?( Corona-Zentrum- Messegelände).

    Mobil Nummer: 01522 51678 19

    Mit freundlichen Grüßen
    Marianne Adel

  4. 5.

    Guten Morgen.Werden für den Aufbau des Krankenhauses noch Arbeitskräfte benötigt?

  5. 4.

    Als Leichenhalle ist klar, noch makaberer geht's scheinbar nicht mehr oder zuviel Italien Fernsehen geguckt?

  6. 3.

    Auch wenn die Messehallen IM AUGENBLICK nicht genutzt werden, stellt sich die Frage, warum man mitten in ein dringend auf Auslastung angewiesenes Gelände solch einen Störfaktor "baut" (die Gebäude samt Infrastruktur sind ja bereits vorhanden).
    Das leerstehende ICC wäre doch nur einen Steinwurf entfernt gewesen.
    Für die Millionen hätte man es locker aus seinem Dornröschenschlaf holen können.
    Scheinbar rechnet man ja JAHRELANG mit einer Nutzung.
    Da verbaue ich der Messe doch nicht deren zentrale Halle!
    Oder soll durch diese neue Un-Attraktion der internationale Reiseverkehr der Messebesuchr durch die Hintertür reduziert werden? Dann bräuchte wir auch keinen BER mehr...



  7. 2.

    Typisch deutsch: Da möchte man ein Notkrankenhaus in einer bestehenden Messehalle errichten und benötigt alleine für die Vorplanung schon Wochen. Wohlgemerkt, die Gebäude stehen ja schon und haben sowohl Strom- als auch Wasseranschluss. In China errichtet man ein kompletten Neubau (inkl. Gebäude) innerhalb von 10 Tagen. Mal sehen, wann dann das Notkrankenhaus in Betrieb geht. Beim Vergleich mit anderen öffentlichen Bauvorhaben (BER, HBF, ZOB etc.) dürfte es dann wohl irgendwann 2021 sein.

  8. 1.

    Der Aufbau sollte doch schon am Montag losgehen und innerhalb von 10-14 Tagen einsatzbereit sein.
    Heute ist bereits Donnerstag; und man spricht nun von wenigen Wochen!
    Wollen Sie die Halle 26 auf dem Messegelände dann als Leichenhalle nutzen?
    Wieso diese Verzögerungen?

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