An der Tanke in Brandenburg - "Wenn ich wirklich weggehe, dann verlasse ich Deutschland"

Sa 16.03.24 | 08:12 Uhr
  79
Illustration: Serie "An der Tanke". (Quelle: rbb)
Bild: rbb / Sophia Bernert

Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Prenzlauerin, die das Vertrauen in das politische System verloren hat.

Wer: Frau aus Prenzlau
Alter: 48 Jahre
Fahrzeug: Renault Traffic
Woher: Prenzlau
Wohin:
Baumgarten

rbb|24 will mit den Gesprächsprotokollen, die "An der Tanke" entstanden sind, Einblicke in verschiedene Gedankenwelten geben und Sichtweisen dokumentieren, ohne diese zu bewerten oder einzuordnen. Sie geben die Meinungen der Gesprächspartner wieder.

Gerade geht's mir ehrlich gesagt ein bisschen doof, weil meine Mama im Krankenhaus ist. Das ganze System haut einfach nicht mehr hin. Das Krankensystem, Gesundheitssystem, was will man machen? Sie wurde an der Hüfte operiert - das ist jetzt alles Metall. In dem Krankenhaus in Berlin-Steglitz liegen meistens Demenz-Kranke. Na ja, die Schwestern kümmern sich einfach nicht um diese Patienten.

Sie hat gerade in der Tankstelle Pause gemacht. Nun zündet sie sich eine Zigarette an.

Dass es zu wenig Leute gibt, ist ein Thema. Wenn ich höre, eine Schwester schafft es nicht, den Toilettenstuhl zu leeren, das ist für mich Faulheit, weil ich mach' den Job ja nicht umsonst. Zurzeit kann ich nur sonntags hin, weil ich in der Woche arbeite. Das nervt mich, und sie ist gar nicht gewohnt, so weit weg zu sein.

Sie wirkt zunächst fröhlich und gesprächig. Als sie über ihre Mutter spricht, läuft ihr eine Träne über die Wange. Sie wischt sie weg.

Das ist schon traurig, dass ich acht Jahre mit ihr rumgefahren bin, in Greifswald und überall war, und sie keiner operieren wollte. Dann hat man endlich eine Klinik, und dann ist so was. Dass sie dann - auf Deutsch gesagt - vernachlässigt wird. Mensch, die Frau ist 70 Jahre, die hat ihre eigene Mutti gepflegt und muss sowas jetzt erleben?

Wie ich über die Runden komme? Ich kann mich nicht beschweren, ich habe Tariflohn. Wenn ich aber den Lohn von meinem Mann sehe als Mindestlohner im Schichtsystem, finde ich traurig, was die verdienen. Das ist schlechter geworden. Wenn ich schon online lese - unsere ganzen Gelder, die gehen ins Ausland. Wenn ich jetzt hier im Osten gucke - da drüben - das beste Beispiel!

Den letzten Satz ruft sie laut und deutet mit der Hand auf ein großes Bürogebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Das große alte Gebäude - das konnte man nicht sanieren auf die ganzen Jahre. Jetzt, wo die Asylbewerber reinsollen - jetzt können sie es sanieren? Da soll ein Asylbewerberheim rein. Das ist aber durch den Bürgerentscheid, der von der AfD ausgeht, noch in der Schwebe.

Haben wir nicht in der Berliner Straße ein großes Asylantenheim, wo hinten ein ganzer Container leer steht? Ich hab nichts dagegen, die können von mir aus kommen. Aber dann bringt sie doch dahin, wo wir Platz haben und wo das für die eigentlich mal gedacht war, denn das haben sie ja damals unten ausgebaut extra für unsere Migranten.

Ich bin geborener Prenzlauer. Ich war sechs Jahre in Berlin durch Arbeit, bin aber zurückgekommen, weil das Heimweh einfach da war. Die richtigen Prenzlauer - wir sind ganz anders. Wir sind offen, wir reden über alles. Man kennt sich von klein an die meisten. Man gehört ins Stadtbild. Noch mal weg aus Prenzlau? Nee, gar nicht mehr.

Und wenn ich wirklich weggehe, dann aber verlasse ich Deutschland. Viele hauen jetzt gerade ab nach Bulgarien, Belgien, könnte ich mir dann überlegen. Der Hauptgrund? Ehrlich: unsere Politik. Unsere ganze Ampel-Regierung. Wenn ich das schon wieder höre, was alle schon wieder vorhaben.

Alleine wenn ich mir die Landwirtschaft, die Unternehmer angucke - Hauseigentümer - unser Gas, das steigt ohne Ende. 89, 90 - als die Wende war, hat man uns geraten, Erdgas oder Erdöl zu nehmen. Und heute werden wir bestraft? Beschissen fühlt sich das an, weil wir haben ja die Häuser nicht umsonst gebaut. Wir haben ja früher alle Ofenheizungen gehabt. Wir kannten ja gar nicht diese Fernwärme in den Eigenheimen. So, jetzt wollen Sie 2024 noch Kamine verbieten. Was soll das?

Ich war 15 zur Wende. Ich habe dadurch meine Kindheit in der DDR verbracht. Bin dann nachher auch frühzeitig Mama geworden und dann bin ich ja nach Berlin gegangen. Ich habe drei Kinder. Das kostet alles Geld und das stimmt alles nicht mehr - die Preise und das Gehalt oder das Einkommen - das stimmt alles nicht mehr.

Na ja, gut, wir fahren ja noch viel in den Urlaub und der muss auch nicht im Ausland sein. Wir bleiben auch gerne mal in Deutschland. Wir fahren gerne mal Ostsee, Harz, so ne Ecken.

Ein Wunsch, den ich hätte? Weltfrieden. Muss ich gestehen.

Sie macht eine längere Pause.

Ich hole mir dazu auch nicht auf unseren normalen Seiten meine Infos, weil man ja nicht mehr allem glauben kann. Genauso wie jetzt mit den Bauern-Demos. Man hört ja gar nichts. Und wenn ich mich im Internet umgucke, dann weiß ich, was im Ausland los ist.

Telegram, Twitter, Facebook. Ist ja auch nicht mehr das Wahre. Aber da hole ich mir meine ganzen Infos eigentlich her und ich finde das wirklich traurig. Man steht morgens auf, da ist schon wieder ein neuer Krieg. Wieso? Warum? Und da wird eben wirklich geschrieben, was zum Beispiel - ich sag mal jetzt - in Brüssel los war. Alles durchlesen tut man heutzutage auch nicht, weil man kann ja nichts mehr glauben.

So lange, wie ihr alle bei der Wahrheit bleibt, macht das. Aber lasst euch nicht kaufen!

Auf die Frage, wer genau die Journalist:innen kaufen würde, schaut sie vielsagend und mit großen Augen.

Wollen wir darüber jetzt wirklich diskutieren? [siehe Anmerkung unten, Zitat Nr. 1] Und das ist ja eigentlich das Traurige daran. Ich finde: diese freien Reporter, die wirklich schreiben, was sie denken und was auch die Leute so sagen - wirklich, davor ziehe ich den Hut. Die haben keine Angst vor den Konsequenzen.

Die meisten in meinem Umfeld haben die gleiche Meinung. Wir sind laut den Medien eigentlich rechts. Nein. Ich würde mich nicht als rechts bezeichnen. Also ich war mit einem Rumänen verheiratet in meiner ersten Ehe. Ich habe sogar einen Sohn mit ihm zusammen.

Als sie auf die kommende Wahl in Brandenburg-Wahl zu sprechen kommt, werden ihre Augen größer. Sie scheinen fast zu leuchten.

Au ja, ich werd' auch ins Wahllokal gehen, mich aufstellen lassen als Wahlbegleiterin [siehe Anmerkung unten, Zitat Nr. 2].

Und jetzt sind wir doch mal ehrlich. Ich unterhalte mich ja auch öfters mal mit meinen Kunden und die haben alle die gleiche Meinung. [siehe Anmerkung unten, Zitat Nr. 3] Die Leute haben eine ganz andere Meinung, als was im Endeffekt bei der Wahl rausgekommen ist.

Hinweis der Redaktion: In diesem Gespräch trifft die Interviewte Aussagen, von denen sich die Redaktion rbb|24 ausdrücklich distanziert. Für diese Aussagen bzw. Tatsachenbehauptungen gibt es keinerlei Belege. Um die Aussagen kenntlich zu machen, haben wir sie aus dem Text gelöst und listen sie hier auf.

1) Na eigentlich ist es ja der Staat, unsere Ampel-Regierung. Die meisten Reporter haben es ja auch schon zugegeben, dass sie ja nicht alles mehr veröffentlichen dürfen.

2) weil ich zum Beispiel weiß, hier sind schon Stimmen verschwunden vor ein paar Jahren.

3) Und wenn ich mir dann das Wahlergebnis angucke, dann kann das nicht stimmen.

Das Gespräch führte Jonas Wintermantel, rbb|24.

Alle "An der Tanke"-Beiträge

RSS-Feed
  • Illustration für "An der Tanke" mit einem Anhänger mit der Aufschrift:"Mein Leben ist ein Ponyhof".(Quelle:rbb)
    rbb

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Mein Pferd ist mir immer treu"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine leidenschaftliche Reiterin, die bei den Bauernprotesten das erste Mal demonstriert hat.

  • Illustration für "An der Tanke" Kaffeebecher auf einem Autodach.(Quelle:rbb)
    rbb

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Bei uns werden die Grundlagen geschaffen!"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Erzieherin, die sich bessere Arbeitsbedingungen wünscht und sich wegen des Rechtsrucks sorgt.

  • Illustration für "An der Tanke" Prieros.(Quelle:rbb)
    rbb

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Ich habe Bammel davor, dass die AfD so stark ist hier"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Rentner, der es falsch findet, dass so viele aus Frust die AfD wählen.

  • Illustration für "An der Tanke" Am Steuer.(Quelle:rbb)
    rbb

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Wer viel arbeitet, soll auch vernünftig Geld verdienen"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Bankerin, die ihre Gemeinde liebt, aber dort nicht über Politik reden will.

  • Grafik: Illustration - An der Tanke. (Quelle: rbb/IMAGO/Manfred Segerer)
    rbb/IMAGO/Manfred Segerer

    Welche Wünsche, Hoffnungen und Ängste haben Brandenburger? 

    An der Tanke

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Gefunden haben sie viel Frust und Sorge davor, von den Politikern vergessen zu werden. Und ein ganz paar Ideen, wie sich das ändern könnte.

  • Illustration für "An der Tanke": Ein Benzinkanister wird gefüllt.(Quelle:rbb)
    rbb

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Heutzutage sind Leute, die quer denken, Probleme"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Zugewanderter aus Berlin, der sich wünscht, dass die Bundesregierung mit Russland spricht.

  • Illustration: Serie "An der Tanke". (Quelle: rbb)
    rbb / Sophia bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Ich fühle mich hier wohl"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Angermünder, der sich für die Dörfer in der Uckermark einsetzt.

  • Illustration: Serie "An der Tanke". (Quelle: rbb)
    rbb / Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Mich treibt eigentlich nur die Rückrunde um"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein fußballbegeisterter Pädagoge, der auch gerne Karpfen angelt.

  • Grafik E-Bike vor grünem Hintergrund (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb /Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Niemand geht hier freiwillig weg"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Rentner, der glücklich ist in seinem Ort, obwohl er findet, dass die Politiker dort nicht hinschauen.

  • Grafik Hand haelt Schluesselanhänger (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Mir gefällt der Umgang mit alten Menschen. Nur deswegen mache ich das"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Frau, die viel Verständnis für den Protest der Bauern hat und den Umgang mit alten Menschen liebt.

  • Grafik von einem Fahrradlenker mit Fahrradkorb vom 31.01.2024 (Quelle: rbb /Sophia Bernert)
    rbb /Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Das Leben ist schön ruhig hier. Man kennt fast jeden im Dorf"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Azubi, der in seiner Mittagspause für eine Wurst vorbei geradelt kommt und ziemlich zufrieden ist.

  • An der Tanke: Frau im roten Shirt. (Quelle: IMAGO/rbb/Sophia Bernert)
    IMAGO/rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Ich habe gar nicht mitgekriegt, dass die AfD so ins Rechtsextreme gedriftet ist"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Krankenschwester, die Demonstrationen gegen die AfD nicht nachvollziehen kann.

  • Illustration Kuscheltiermonster auf einer Hutablage.(Quelle:rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Ich habe Angst, in den Krieg ziehen zu müssen"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Ex-Soldatin, die den Zusammenhalt in ihrem Dorf vermisst.

  • Illustration: Serie "An der Tanke". (Quelle: rbb)
    rbb

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Das hat mit Leben nichts mehr zu tun"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: Ein Speditions-Unternehmer aus Cottbus klagt über seine wirtschaftliche Lage.

  • Illustration Felge mit Totenkopf.(Quelle:rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Die politische Lage macht mich schon manchmal wütend"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein 23-Jähriger, der es sich nicht verbieten lassen will, Verbrenner-Motor zu fahren.

  • Illustration Anhänger an einem Rückspiegel.(Quelle:rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Ich würde niemals nach Berlin ziehen!"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Lehramtsstudentin, die ihr Dorf dafür liebt, dass sie jeden kennt.

  • Illustration Soldat.(Quelle:rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "In der Bevölkerung haben wir Soldaten ein hohes Ansehen"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Soldat, der sich sorgt, dass er sich im Alter kein schickes Auto mehr leisten kann.

  • Zapfsäule an einer Tankstelle in Beelitz (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Nicht, dass ich dann am Ende auf dem leeren Tank sitze"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: Eine Juristin, die sich fragt, wie ihre Gemeinde sie dabei unterstützen wird, ihre Ölheizung umzurüsten.

  • Illustration Autoradio.(Quelle:rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Man hört nur noch schlechte Nachrichten"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: Eine Neuruppinerin klagt über Unterrichtsausfall und fehlendes Kita-Personal bei ihren Kindern.

  • Illustration: Serie "An der Tanke". (Quelle: rbb)
    rbb

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Ich möchte mein Steak essen, und mein Hühnchen, tut mir leid!"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute ein Gespräch über viele Aufreger des Alltags: E-Autos, Vegetarier und Quereinsteiger im Lehramt.

  • Amaturenbrett eines Autos an einer Tankstelle in Dahme/ Mark in Brandenburg. (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Uns wird nicht geholfen. Uns vergessen sie irgendwo alle"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Kassierin, die bemerkt, dass am Monatsende vielen das Geld fürs Essen fehlt.

  • Hand an einer Kofferraumklappe an einer Tankstelle in Dahme/ Mark in Brandenburg (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Es will keiner sehen, was diese Pandemie im Nachhinein für Auswirkungen hat"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Eingliederungshelferin, die erzählt, dass die Pandemiefolgen bei vielen jetzt sichtbar werden.

  • Illustration: Wasserbauer (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Ich würde mir mal jüngere Einflüsse in der Politik wünschen"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Wasserbauer, dem viele Politiker zu alt sind, um gute Ideen zu haben.

  • Hand am Zapfhahn an einer Tankstelle in Beelitz in Brandenburg (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Wenn die Ukrainer kommen, dann werden Türen und Tore geöffnet"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Rentnerin, die links wählt, aber manchmal rechts denkt.

  • Illustration: MTA (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Wenn sie die Leute vergessen, die hier vor Ort leben, das kann nicht sein"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Frau, die ihre Schwiegereltern pflegt und mächtig Wut angesammelt hat.

  • Illustration: Rentner (Quelle: rbb/Sophia Bernert)
    rbb/Sophia Bernert

    An der Tanke in Brandenburg 

    "Schlecht geht's uns nicht"

    Fast jeder kommt mal an der Tanke vorbei. Zwei rbb|24-Reporter sprechen Leute an der Zapfsäule in Brandenburg an und fragen, was sie umtreibt. Heute: ein Rentner, der dem verlorenen Dorfzusammenhalt nachtrauert.

79 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 79.

    Ich hoffe doch sehr, dass Mindestlohnverstöße jetzt auch in Brandenburg nicht die Regel sind.

    Ansonsten klar, mir geht es gut, keine Frage. Ich habe aber auch viel dafür gemacht, Studium mit Nebenjobs finanziert und und und...

    Mindestlohn sind natürlich keine großen Sprünge drin, für Familien mit Kindern schon sehr eng, aber dafür wurden Wohngeld und Kinderzuschläge massiv erhöht.

    Und wenn der Benzinpreis so stört, dann hilft eben der Mindestlohnjob in ein paar km Umkreis. Da finde ich Heizkosten viel relevanter, weil billiger Wohnraum oft alt und schlecht gedämmt ist.

  2. 76.

    .....es wird Zeit für ein dickes Dankeschön von mir an Sie. Danke für Ihre ganzen Kommentare, ich bin eigentlich jedes Mal bei Ihnen und finde, dass Sie alles wunderbar analysieren. Danke dafür und auch für Ihre klaren Worte, wenn es um die AfD geht.

  3. 75.

    Natürlich hat die Dame ein Recht auf eigene Meinung. Wenn diese aber auf unreflektierten Versatzstücken dubioser Quellen, schlichten Fake News und einem faktenfreien Bauchgefühl heraus entspringt, darf man das wohl auch sagen. Es gibt hier (noch) nicht die Diktatur der Einfältigen. Immerhin hat in diesem Land bei Wahlen jeder eine gleichwertige Stimme, ob ahnungslos oder nicht. Und auch wenn das natürlich eine Grundsäule unserer Demokratie ist, ist es in diesen Zeiten durchaus auch eine schwere Belastung für sie.

  4. 74.

    Ihre Theorie von Volksmund, der Wahrheit kund tue, stimmt m.E. leider nicht. Schon gar nicht in dieser Zeit, in der falsch informierte Menschen lautstark die Fake News verbreiten, die sie im Internet gelesen haben. Damit machen diese Leute sich zu Handlangern derjenigen, die unser eigentlich erfolgreiches System von außen zerstören wollen. Auch das mit der Unzufriedenheit stimmt so nicht mehr: Viel zu viele Menschen zeigen Null Bereitschaft sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen und wolle weiterwursteln wie zuvor. Und natürlich auch nicht an ihren Gewohnheiten rütteln. Unter den Unzufriedenen sind nicht wenige, die trotz ihrer Urlaube in sonnigen Gefilden, ihrer dicken Autos und guten Jobs geradezu fanatisch gegen die Regierung hetzen. Da haben es Bauernfänger leicht, die die Schuld an allen und bei gutem Willen lösbaren Problemen Minderheiten zuweisen und den Leuten das BLAUE vom Himmel versprechen.

  5. 73.

    Schade, dass soviel Ehrlichkeit bestraft wird. Es ist eben gefährlich geworden, seine ehrliche Meinung zu sagen.
    Und wie, dass werden Sie in der folgenden Diskussion erleben können. Diskreditierende Abwertungen, Denunziation anderer Meinungen, oberlehrerhaftes Getue, das Recht auf die eigene Meinung nur für sich beanspruchen.

  6. 72.

    "Natürlich nicht die CO2-Steuer"
    EU Gesetz. Was hat die Ampel damit zu tun?

    "die EEG-Umlage"
    2022 Abgeschafft durch die Ampel

    "Natürlich nicht die Maßnahmen in den Cov19 -Jahren"
    Was hat die Ampel damit zu tun? Ist ja schließich erst Ende 2021 gewählt und die "Finanzbazooka" wurde am Anfang der Pandemie gezündet. Dadurch und durch die Energiekrise wurden Firmenpleiten verschleppt, die auch irgendwann kommen müssen, wie zum Beispiel aktuell. Und und und ... die Welt ist weit komplexer als es im TikTok dargestellt wird.

  7. 71.

    Die Regierung ist doch völlig ok.
    Es gibt aber viele Kräfte, die von innen und außen Krieg gegen unsere Politiker führen. Das müsste keinem entgangen sein.
    Ich frage mich dann immer, warum es jemand nötig hat, kontinuierlich unsere Regierung mit Dreck zu bewerfen.
    Muss ich da nicht überlegen, warum mir andere immer wieder die Regierung schlechtreden wollen?
    Würde mir Nachbar A immer und immer wieder erklären, wie schlecht Nachbar C ist, würde ich das Problem eher in Nachbar A sehen.

  8. 70.

    Da leben Menschen in der besten und sichersten Gesellschaft und jammern auf hohem Niveau. Geht es den Menschen so gut, sind sie derart gesättigt, dass sie nicht verstehen können, dass das hier ein Paradies ist, auf das Menschen weltweit neidisch sind? Freiheit ist unbezahlbar.

    Wer glaubt, in Osteuropa geht es ihm besser, den sollte man nicht aufhalten. Aber bitte dann auch dort das Gesundheitssystem nutzen.

  9. 69.

    Da sollten die Politiker hinhören, Volksmund gibt Wahrheit kund und gemeinsam mit den Menschen über ihre Sorgen und Nöte reden und um Lösungen ringen. Das würde die AfD komplett überflüssig machen. Zufriedene Menschen wählen nicht rechts. Aber immerhin, sie kann oft in den Urlaub fahren, ich nicht, ich will auch gar nicht, denn „Ich muss nicht um die halbe Welt reisen, um zu sehen, dass der Himmel überall blau ist“. Frei nach Goethe.

    Und übrigens, rechts kann man auch eingestellt sein, wenn man mit einem Menschen aus dem europäischen Ausland verheiratet ist. Da geht es um die Einstellung, nicht um die Herkunft.

  10. 68.

    Dominik, Sie schweben über jene hinweg, die hier sprechen. Das bringt nichts. Natürlich kann das aus Ihrer Sicht im Hier und Heute so sein. Aber die Foristi haben eine andere Geschichte zu erzählen. 6,6 Millionen Menschen arbeiten für 12€ und darunter, die Umschulungen werden niemandem hintergeworfen, wer arm ist, ist abhängig von vielen Umständen. Wir haben tatsächlich zu wenig tarifgebundene Arbeit und viel Willkür.
    Aber ich pflichte Ihnen bei, jeder kann sich bilden, entwickeln, aber wenn der Pflegehelfer die einzige Option ist, ist das keine Lösung. Kein Abschluss und nach 5 Jahren komplett verschlissen, wer sich da reinpressen lässt, ist selbst schuld.

  11. 67.

    Ich kenne noch welche, die haben mit 40 nochmal umgeschult zum zb Elektriker. Ein Maler, der mit 5000 im Monat nach Hause geht als Selbstständiger.

    Man muss sich nur verändern wollen. Nochmal ne neue Quali machen oder eine Zusatzquali draufsatteln. Ich hab vor 2 Jahren neben dem Job noch meinen dritten Mastertitel als Sicherheitsingineur gemacht. Hatte ich eben Bock drauf.

    Wer dagegen nur rummeckert, ja na was soll sich dann für einen verändern?

    14-15 Euro sind im Diendtleistungsgewerbe ohne große Vorraussetzungen (Grundmaß an Zuverlässigkeit, Freundlichkeit etc. vorausgesetzt) durchaus machbar, wie meine Beispiele zeigen und davon kann man gut leben. Wer mehr möchte muss sich entsprechend höher Qualifizieren.

  12. 66.

    Scheint ja immer alles bei Ihnen zu funktionieren. Respekt! Tausende Arbeitnehmer sind dann wohl zu dxxf oder wie? Teilen Sie doch einfach mal mit, welche Vorraussetzungen man für diesen Arbeitsplatz braucht. Möglich, daß die Frau von der Tanke damit was anfangen kann. Vielleicht auch andere Interessierte. Wie groß in Euronen ist denn die 25% Einkommenserhöhung von Summe X auf Summe Y? Was bedeutet 15% mehr Einsatz n Stunden/Tagen?

  13. 65.

    Sie missverstehen wohl die Bedeutung des Begriffs "Kritik".

    Kritik hat konstruktiv zu sein, sich an der Realität zu orientieren und bestenfalls auch begründet zu sein.

    Ansonsten ist es stumpfsinniges Gemecker.

    Gibt auch konstruktive Kritik von Menschen mit niedrigem Verdienst, meine Beobachtung ist aber, dass das Prädikat konstruktiv dort seltener ist.

  14. 64.

    Ich hab durch Leistungsbereitschaft und Jobwechsel letztes Jahr 15% mehr Lohn, dieses Jahr nochmal 25% mehr. Das übersteigt jede Preissteigerung deutlich.

    Wenn man dagegen rumheult für seinen Mindestlohnjob 80 km weit fahren zu müssen....Jobwechsel? Nee zu bequem.

  15. 63.

    Wollen sie uns damit sagen, dass man ab einer bestimmten Verdiensthöhe Kritik an den Verhältnissen nicht mehr akzeptiert wird ?

  16. 62.

    Natürlich ist an Allem der Ru/US-Konflikt schuld. Natürlich nicht die CO2-Steuer, die EEG-Umlage z.b.weil diese Maßnahmen auf alle Preise umgelegt wird. Natürlich nicht die Maßnahmen in den Cov19 -Jahren. Natürlich nicht die unkontrollierte Zuwanderung in das Sozialsystem. Vermutlich auch nur wieder ne Wahrnehmungsstörung meinerseits.

  17. 61.

    Schon klar, die Regierung ist schuld an den Preissteigerungen durch den Überfall Putins auf die Ukraine und anderer internationaler Ursachen, aber sie ist natürlich nicht zu loben für die Anhebung des Mindeslohns und die Maßnahmen zur Abminderung der sozialen Auswirkungen der Inflation. Das genau ist es, was mich um die Zukunft unseres Landes bangen lässt.

  18. 60.

    Alles schön und gut, aber die Preise für „Alles“ sind allerdings mitgestiegen, teilweise exorbitant. Aber wahrscheinlich nur meine Wahrnehmungsstörung. Haben dann natürlich auch immer Andere schuld und nicht die aktuell Regierenden.

Nächster Artikel