Märkisch-Oderland - MOL bleibt Links

Knapp 12.000 Stimmen für die AfD: Auch in Märkisch-Oderland kann die Partei massiv punkten. An der Spitze steht weiter die Linke, die aber auf fünf Prozent verzichten muss. Gefolgt wird sie von der SPD und der erstarkten CDU.

Ergebnisse Kreistagswahl

  2014 2008
Anzahl % Anzahl %
Wähler/Wahlbeteiligung 73.774 45,3 80.473 48,9
DIE LINKE 54.175 25,6 69.999 30,6
SPD 46.920 22,2 53.606 23,4
CDU 45.236 21,4 38.418 16,8
Bauern 15.996 7,6 17.088 7,5
FDP 7.623 3,6 16.706 7,3
GRÜNE/B 90 11.276 5,3 8.487 3,7
Pro Zukunft 4.910 2,3 6.454 2,8
BVB/FREIE WÄHLER 4.973 2,4 3.386 1,5
FAW Mut zur Wahrheit 2.068 1 2.153 0,9
UBB 1.885 0,9 2.065 0,9
U.f.W. P. Strausberg 1.274 0,6 1.860 0,8
AfD 11.960 5,7 x x
EB Fries 252 0,1 x x
NPD 2.511 1,2 x x
WG Reichenow-M. 531 0,3 x x

Von der Berliner Stadtgrenze bis an die Oder mit der polnischen Grenze reicht dieser Landkreis. Benachbart sind im Norden der Barnim, im Osten die Republik Polen, im Süden die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) und der Landkreis Oder-Spree und im Westen das Land Berlin.

Der Landkreis entstand 1993 im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform durch Zusammenlegung der Landkreise Bad Freienwalde, Seelow, Strausberg und Teilen des Kreises Fürstenwalde.

Kriminalität besorgt die Menschen

In den westlichen Gemeinden des Kreises, die zum Speckgürtel zählen, wie Hoppegarten, nimmt die Einwohnerzahl kontinuierlich zu. Im östlichen, nur dünn besiedelten Teil, ist nach wie vor die Arbeitslosigkeit relativ hoch und die Orte schrumpfen.

Entlang der Oder hat sich in den vergangenen Jahren der Tourismus gut entwickelt: Der Oder-Neiße-Radweg ist eine wichtige Schlagader, neue Jobs in Hotels und Gaststätten sind entstanden.

Erhitzt werden die Gemüter durch die zuletzt gestiegene Kriminalität. Im gesamten Landkreis ist vor allem die Zahl der Einbrüche in Wohnungen, Garagen und Bungalows laut Kriminalitätstatistik 2013 gestiegen. Betroffen sind vorwiegend das Berliner Umland und die Grenzregion zu Polen. Obwohl Polizeiangelegenheiten eigentlich Landessache sind, versuchen auch Kommunalpolitiker mit Law & Order-Rhetorik zu punkten.

Vom Vorgarten Berlins zu den Mini-Alpen in der Märkischen Schweiz

Märkisch-Oderland wird gern als Vorgarten Berlins bezeichnet, dabei ist die Landschaft viel mehr als Beet und Obstbaum. Unmittelbar vor den Toren der Hauptstadt beginnt das Strausberger Wald- und Seengebiet. Die Mini-Alpen der Märkischen Schweiz gehen über in die bewaldeten Höhen des Barnims als auch in die von Rinnen, Fließen und Seen durchzogene Lebuser Platte. Dieser Höhenzug öffnet sich dem Oderbruch, durch das ein scheinbar harmloses Oderflüsschen plätschert, das jedoch zu bestimmten Zeiten zum gewaltigen Strom anwachsen kann.

Der Kurort Bad Freienwalde ist der älteste im Kreis, Buckow ist wiederum der einzige Kneipp-Kurort Brandenburgs und zwei weitere Kurkliniken in Rüdersdorf und Dahlwitz-Hoppegarten haben sich voll der Gesundheit verschrieben. Daneben setzten viele Hotels, Pensionen und auf gesundheitstouristische und kulturtouristische Angebote.

Bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2008 hatte die Linke mit 30,6 Prozent die meisten Stimmen auf sich vereinen können, gefolgt von der SPD und CDU. Insgesamt werden 56 Vertreter in den Kreistag gewählt, in 6 Wahlkreisen. Der Landkreis hat 186.925 Einwohner und wird von Seelow aus regiert.

Weitere Landkreise und kreisfreie Städte im Porträt

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  • Barnim 

    Kunstwerke 'Tanzende Frau und sitzender Mann', des Künstlers Paul Wunderlich zu sehen. Der nach dem 1927 in der Stadt geborenen Künstler Paul Wunderlich benannte Komplex wird mit Erdwärme versorgt. Quelle: dpa/ REPORT
    dpa-Zentralbild

    - LINKE vorn, SPD mit deutlichen Verlusten

    Die LINKE im Landkreis Barnim bleibt trotz Verlusten weiterhin stärkste Kraft im Kreistag. Die CDU kann 5 Prozentpunkte zulegen und überholt die SPD deutlich – die Sozialdemokraten kommen nur noch auf 18,6 Prozent. Vierstärkste Kraft sind die Freien Wähler, die sich vor den Grünen platzieren. Die AfD kann kaum punkten und landet lediglich bei 1,2 Prozent.

  • Brandenburg an der Havel 

    - Alte Industriestadt wieder CDU-Hochburg

    Trotz Korruptionsskandal bei den Stadtwerken: Die Wähler bescheren der CDU in Brandenburg an der Havel einen überraschend klaren Wahlsieg. Viele Federn lassen muss dagegen die LINKE, während Grüne und AfD punkten können.

  • Cottbus 

    - SPD und Linke stürzen regelrecht ab

    Parteienbeben in Brandenburgs zweitgrößter Stadt: SPD und Linke verlieren beide jeweils rund 10.000 Wählerstimmen. Von dem Absturz profitiert vor allem die CDU. Und auch die AfD kann sich in Cottbus aus dem Stand vor die Grünen setzen.

  • Dahme-Spreewald 

    Gurkenernte im Spreewald, Quelle: picture alliance / dpa
    dpa-Zentralbild

    - CDU kann die Linke überholen

    Deutlicher Dämpfer für die Linke: In Dahme-Spreewald muss die Partei auf fünf Prozent verzichten. Die Sozialdemokraten behaupten ihre führende Stellung, die CDU legt leicht zu, ebenso wie die Grünen. Und auch hier findet die AfD aus dem Stand viele Wähler.

  • Elbe-Elster 

    - CDU holt mehr Stimmen als SPD und Linke zusammen

    Vor sechs Jahren schon waren SPD und Linke gleichauf und sind es auch diesmal wieder - beide verlieren rund vier Prozent. Auch die Bauernvereinigung LUN bleibt zweistellig und legt noch einmal zu. Doch zum eigentlichen Paukenschlag hat die CDU ausgeholt.

  • Frankfurt (Oder) 

    - AfD-Hochburg im Osten

    In der einstigen Solar-Hochburg ist die LINKE mit 30,5 Prozent zwar immer noch deutlich stärkste Kraft, büßt aber fast 7 Prozent ein. Die CDU löst die SPD als Nummer zwei ab. Sorgen muss allen etablierten Parteien das Abschneiden der AfD machen: Sie holt aus dem Stand 11,6 Prozent.

  • Havelland 

    - Rot und Schwarz Kopf an Kopf

    Im Havelland liegt die SPD zwar vorn, doch die CDU folgt ihr nun dicht auf den Fersen. Zugewinne verzeichnen auch die Grünen, die mit 8,4 Prozent deutlich stärker als im Landesdurchschnitt sind. Die AfD kommt aus dem Stand auf 6,5 Prozent.

  • Oberhavel 

    Schloss Oranienburg mit Oldtimerclub Oberhavel (Quelle: rbb)

    - CDU schießt auf Platz zwei

    Mehr als sechs Punkte kann die CDU in Oberhavel dazugewinnen. Nicht viel und die Christdemokraten hätten die SPD vom ersten Platz verdrängt. Die Grünen bleiben hier vergleichsweise stark. Auch die Freien Wähler können zulegen.

  • Oberspreewald-Lausitz 

    Seenland, Quelle: rbb/Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV)

    - NPD erringt mehr Stimmen als die Grünen

    Die rechtsextreme NPD kommt in Oberspreewald-Lausitz aus dem Stand auf 4,3 Prozent - und erringt damit über 400 Wählerstimmen mehr als die Grünen. Stärkste Kraft bleibt die SPD, doch die Christdemokraten holen deutlich auf.

  • Oder-Spree 

    - SPD-Hochburg im Osten

    Im Landkreis Oder-Spree ist die SPD trotz leichten Verlusten klarer Wahlgewinner. Die LINKE verliert dagegen über 6 Prozent und liegt nur noch knapp vor der CDU, die sich um über 5 Prozent verbessern kann. Gleich sechs Parteien landen zwischen 4 und 6 Prozent, darunter auch AfD und NPD.

  • Ostprignitz-Ruppin 

    - SPD bleibt größte Partei im Kreistag

    Die CDU kann sich in Ostprignitz-Ruppin an der Linken vorbeischieben und wird so zur zweitstärksten Kraft nach der weiter führenden SPD. Kreisbauernband und Grüne legen weiter zu, während die FDP fast auf die Hälfte ihres Ergebnisses von 2008 schrumpft.

  • Potsdam 

    - Landeshauptstadt bleibt Links

    Obwohl die Linke deutliche Verluste hinnehmen muss, bleibt die Partei stärkste Kraft in Potsdam - gefolgt von der SPD. Die CDU kann hier zwar leicht zulegen, doch die eigtentlichen Gewinner sind vor allem kleinere Parteien.

  • Potsdam-Mittelmark 

    - CDU löst SPD als stärkste Kraft ab

    In Brandenburgs florierendstem Landkreis war die CDU schon länger stark. Nun legt sie noch eins drauf und schwingt sich an die Spitze. Große Verlierer in Potsdam-Mittelmark sind Linke und FDP -  während die Grünen weiter zulegen und die AfD auf mehr als vier Prozent kommt.

  • Prignitz 

    - Alles beim Alten

    Wechselwähler? Nicht hier: Der Wahlzettel in der Prignitz war mit nur acht Parteien nicht besonders lang. Und auch deren Rangfolge in der Wählergunst ist so gut wie unverändert: CDU vor SPD und Linken und einem starken Bauernverband.

  • Spree-Neiße 

    - CDU ist nun klar stärkste Kraft

    Die CDU baut ihren Vorsprung in Spree-Neiße noch einmal deutlich aus und ist jetzt klar stärkste Partei. SPD und Linke dagegen verlieren tausende Wählerstimmen - bei vergleichsweise hoher Wahlbeteiligung. Die vielen kleinen Parteien haben kaum eine Chance.

  • Teltow-Fläming 

    - Deutlicher Dämpfer für SPD und Linke

    Linke und SPD können sich im Wirtschaftswunderkreis Teltow-Fläming zwar behaupten, müssen aber beide schmerzhafte Verluste hinnehmen. Profitieren können die CDU, aber auch Freie Wähler und AfD, während die FDP fast die Hälte der Wählerstimmen verliert.

  • Uckermark 

    - SPD und CDU fast gleichauf

    Um satte sieben Prozent legt die CDU in der Uckermark zu und zieht damit fast gleichauf mit den Sozialdemokraten. Wie in vielen anderen Landkreisen muss die Linke Verluste hinnehmen, wenn auch nicht so große. Die kleinen Parteien spielen hier kaum eine Rolle.