Sandbänke in der Oder werden durch Niedrigwasser sichtbar
Audio: Antenne Brandenburg | 04.04.2020 | Bild: rbb/Torsten Glauche

Schifffahrtsamt für Reparaturen der Oder-Buhnen - Grenzfluss mit Niedrigwasser

Die Niedrigwasserlage an der Oder ist nach wie vor angespannt. Auch die Wintermonte haben an den Pegelständen wenig verändert. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde spricht sich deshalb für Reparaturarbeiten an den Buhnen aus.

Der milde und vergleichsweise trockene Winter hat der Oder kein zusätzliches Schmelzwasser gebracht. Auch wenn die Pegelstände leicht gestiegen sind, sei die Entwicklung besorgniserregend, sagte Sebastian Dosch, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Eberswalde, dem rbb. Der negative Trend der vergangenen zwei Jahre setze sich fort.

Mindesttiefe für Fahrrinnen

Im Vergleich zum Vorjahr und den mittleren Wasserständen an der Oder stünde der Pegel noch deutlich unter den Mittelwerten. Derzeit habe man jedoch Fahrrinnentiefen, die in Teilen auch wieder Güterschifffahrt ermöglichen. Dosch zufolge muss die niedrigste Fahrrinnentiefe einer Strecke dazu mindestens 1,25 Meter betragen. Damit könne ein vollwertiger und gefahrloser Gütertransport jedoch nicht stattfinden. Allerdings seien einzelne Leerfahrten auf dem Grenzfluss möglich.

Eisbrecher können Sebastian Dosch zufolge bei Niedrigwasser nicht fahren. Auch dazu sei eine stabile Fahrrinne vonnöten, um Eis - wenn es denn auftritt - wegzubekommen. Auch wenn es in den letzten Jahren, und speziell in vergangenem Winter, kaum oder sogar keinen Eiswinter gab, sei das bedenklich. Brandenburg könne damit zukünftig vor Problemen stehen. Darum fordert das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt eine engere Zusammenarbeit zwischen Bund und Land.

Plädoyer für Ausbesserungsarbeiten

Wenn das Eis von den Schiffen im Winter nicht gebrochen werde, könnte der Hochwasserschutz in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb plädiert der Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes auch für Ausbesserungsarbeiten an den Oder-Buhnen. Dosch dazu: "Wenn wir das nicht tun, dann hilft der Deichbau an der Oder auch nicht viel. Wenn die Deiche in einem Winter kaputt gemacht werden, dann entstehen schon Gefahren. Und die Gefahren sind auf polnischer Seite noch viel größer." Insofern habe er - trotz des Bekenntnisses von deutscher Seite, auf absehbare Zeit keinen Güterverkehr im wirtschaftlichen Sinne zu betreiben - volles Verständnis für die polnischen Forderungen nach einem Ausbau.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.04.2020, 10:30 Uhr.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

4 Kommentare

  1. 3.

    Ich weiß nicht genau,viel leicht bin ich auch blöde.
    Aber wenn ich einen Fluss habe der wenig Wasser hat und ihn tiefer mache,woher soll dann das mehr an Wasser kommen ?

  2. 2.

    "Plädoyer für Oder-Ausbau" Der Meeresspiegel steigt ohnehin ordentlich. Da kann man sich das Gebuddel sparen.

  3. 1.

    Vielleicht fangen auch die polnischen Behörden an mal über die Ursachen dieser Entwicklung nachzudenken.
    Mit dem weiteren verfeuern von Kohle wird das nicht gestoppt.
    Wäre der Klimawandel ein Virus würde ein notwendiges Umdenken sehr schnell erfolgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Symbolbild: Eine Filiale der Creditreform in Berlin Mitte. (Quelle: dpa)
dpa

Schulden durch Corona-Krise - Das Loch im Geldbeutel

Zehn Prozent der Brandenburger waren laut Schuldneraltas Ende vergangenen Jahres überschuldet. Die Schuldnerberatung der Diakonie Berlin-Brandenburg befürchtet: Wegen der Corona-Krise könnten es bald deutlich mehr sein. Von Marie Stumpf