Erster Spatenstich - In Eberswalde entsteht Deutschlands größtes Holzmodulwerk

Do 15.09.22 | 19:08 Uhr
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Das Schweizer Unternehmen Renggli errichtet am Standort Eberswalde eine Produktionsstätte zur Herstellung von Konstruktionsteilen und Fertigbauteilen für mehrgeschossige Gebäude aus Holz. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
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Audio: Brandenburg Aktuell | 15.09.2022 | Sabine Tzitschke | Bild: dpa/Patrick Pleul

In Eberswalde (Barnim) hat es am Donnerstag den ersten Spatenstich für Deutschlands größtes Holzmodulwerk gegeben. Das Schweizer Unternehmen Renggli will dort Fertigbauteile für klimafreundliche Gebäude produzieren. Dabei sollen nach Unternehmensangaben etwa 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Produktionsstart ist für 2024 geplant.

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) erklärte am Donnerstag in Eberswalde, Holzprodukte würden die regionale Wertschöpfung steigern und langfristig mehr Kohlendioxid binden: "Der Gebäudesektor ist jetzt ein großes Problem, was den Klimawandel anbelangt. Wir produzieren sehr viel Kohlenstoffioxdid bei der Art und Weise, wie wir unsere Häuser herstellen. Da ist Holz eine Riesenchance, weil es ja sogar CO2 speichert."

Ein weiterer Aspekt sei die Frage der Verfügbarkeit, so Geywitz weiter. Davon gebe es in Brandenburg ausreichend. Es sei die "Version der Zukunft", mit regionalen Baumaterialien Häuser zu errichten.

HNEE will Holzbauquote erhöhen

Das Holz für die Holzmodule soll aus Zentraleuropa aus zertifizierten Wäldern kommen, erläuterte Renggli. "Wir setzen nicht nur auf Produktion oder auf Montagen sondern wir setzen auch auf gute Arbeitsplätze. Wir wollen auch die Hochschule mit dazunehmen. Wir wollen Wissen und Erfahrungmit jungen Leuten kombinieren", hieß es aus dem Unternehmen. In Eberwalde ist die Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNEE) beheimatet mit Fachbereichen wie Wald und Umwelt und Holzingenieurwesen.

"Uns beide treibt ja aus unterschiedlicher Perspektive die Frage, wie wir eine regionale Wertschöpfungskette im Holzbau - wie sie es bisher nicht gab - hier in Brandenburg stärker abbilden können", sagte Matthias Barth, Präsident der HNEE, dem rbb. Der Holzbau betrage in Brandenburg nur 14 Prozent der gesamten Wohnungbaus. Das sei vier Prozentpunkte weniger als der Bundesdurchschnitt, obwohl Brandenburg ein holzreiches Land sei, so Barth. "Das wollen wir natürlich verändern."

Mit dem Holzmodulwerk werde die holzverarbeitende Wirtschaft in Brandenburg deutlich gestärkt, sagte der Brandenburger Staatssekretär Hendrik Fischer (SPD). Überdies würden mit der Ansiedlung Fachkräfte in der Region gehalten und Zukunftsperspektiven für sie und ihre Familien geschaffen - in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, hob er hervor. In Brandenburg gibt es 120 holzverarbeitende Unternehmen.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 15.09.2022, 19:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Auch mal wieder gute Nachrichten zwischen all dem Chaos.
    Vielleicht nimmt die Bauminsterin den Hinweis mit der nicht gerade zukunftsfähigen brandenburgischen Bauordnung mit.
    Da gäbe es so einiges auch im Bereich EE zu verbessern um die Transformation der Wirtschaft zu unterstützen und nicht zu bremsen.

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