Corona-Ausbruch in Altenheim - Vier weitere Todesfälle am Werbellinsee - 26 weitere Bewohner positiv getestet

Di 09.11.21 | 19:35 Uhr
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Archivbild: Autos stehen vor einem Seniorenheim am Werbellinsee. In dem Seniorenheim sind mehrere Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. (Quelle: dpa/C. Gateau)
Bild: dpa/C. Gateau

Nach dem Corona-Ausbruch im Seniorenheim in Altenhof im Barnim hat sich die Zahl der Todesfälle auf 16 erhöht. Eine Reihe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befinden sich nach wie vor in häuslicher Quarantäne.

Die Zahl der Todesfälle nach dem Corona-Ausbruch in der Senioren-Residenz "Haus am Werbellinsee" in Altenhof (Barnim) ist von zwölf auf 16 gestiegen, vier neue Todesfälle wurden am Montag bestätigt. Für 26 weitere Bewohnerinnen und Bewohner liege laut eines Sprechers des Landratsamtes zudem ein positiver PCR-Befund vor.

Bei den zuletzt verstorbenen Bewohnern handelt es sich nach Angaben vom Dienstag um zwei Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 63 und 98 Jahren.

Zwölf Mitarbeiter in Quarantäne

Zwölf positiv getestete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Seniorenheims befänden sich derzeit in häuslicher Quarantäne, hieß es zudem.

Die Versorgung und Betreuung der Bewohner sei jederzeit mit ausreichendem Personal sichergestellt gewesen, teilte eine Sprecherin des Heimbetreibers am Dienstag dem rbb auf Nachfrage mit. Hierbei würden Fachkräfte anderer Standorte in der Region die Einrichtung unterstützen

Der Impfstatus aller aktiv arbeitenden Mitarbeiter sei dem Betreiber bekannt. Eine gesetzliche Impfpflicht gebe es derzeit nicht, hieß es mit Verweis auf die Verordnung des Bundesinnenministeriums. Zudem sei es den Arbeitgebern nicht gestattet, ihre Angestellten zum Impfen zu verpflichten, betont der Heimbetreiber.

Über bislang ungeimpfte Fachkräften sagte der Sprecher des Landkreises Barnim, Robert Bachmann: "Was wir von unserer Seite aus machen können, ist, immer wieder appellieren und möglichst niedrigschwellige Impfangebote zu unterbreiten", so dass man diejenigen, die etwa wegen der Arbeitszeiten Angebote nicht wahrnehmen konnten, dazu bringt. Der Beschluss weitreichenderer Maßnahmen liege in Händen des Bundes.

Mitarbeitende in dem Heim würden laut des Trägers täglich getestet. Neue Bewohner werden in Altenhof derzeit nicht aufgenommen. Besuche könnten nur in Ausnahmefällen und nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt stattfinden.

Gegen den Heimbetreiber ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Gemeinde Schorfheide bestürzt

Bei einem Corona-Ausbruch in der Einrichtung waren Ende Oktober mindestens 42 Bewohner und 15 Mitarbeiter an Corona erkrankt. Der Fall hatte für Diskussionen gesorgt, weil etwa die Hälfte der Mitarbeiter der Einrichtung nicht gegen Corona geimpft ist.

Die Amtsärztin des Landkreises Barnim, Heike Zander, sagte dazu Anfang November, es sei eine "sehr ungünstige Situation in diesem Heim", weil zwar die Bewohner recht gut geimpft seien, aber die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eine relativ geringe Impfquote hätten. "Das ist natürlich ein erhöhtes Risiko im Rahmen der Corona-Pandemie. Und das hat sich jetzt auch gezeigt", sagte sie dem rbb.

"Es herrscht Betroffenheit und Bestürzung", sagte der Sprecher der Gemeinde Schorfheide, Ulf Kämpfe, am Dienstag. Die Gemeinde stehe immer wieder in Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Heims, beispielsweise, wenn eine Gratulation zu einem 100. Geburtstag anstehe. Seit das Seniorenheim nicht mehr in kommunaler Trägerschaft sei, habe man aber weniger Berührungspunkte. Bürgermeister Wilhelm Westerkamp (Bündnis Schorfheide) hatte sich für eine Impfpflicht von Pflegekräften ausgesprochen. Im kommenden Gemeindebrief will Westerkamp den Angehörigen der Verstorbenen sein Bedauern ausdrücken.

Sendung: Antenne Brandenburg, Regionalnachrichten, 08.11. 2021, 17:30 Uhr

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41 Kommentare

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  1. 41.

    Wie sie dabei wieder falsch liegen, da auch - Alkohol - wird medizinisch verwendet wird. Sogar lebensrettend sein kann.
    Wie sie dabei wieder falsch liegen, da - Marihuana - eben nicht medizinisch völlig bedenkenlos eingesetzt wird. Ihr medizinisch Wissen ist leider nicht so doll, wie wir in fast jeder ihrer obskuren Antworten lesen können.

  2. 40.

    Erneut kenne ich mich besser in der Thematik aus als Sie. Es geht eben nicht um das Betreuungsrecht. Ihnen ist schon klar, dass es um Menschenleben geht welche gefährdet werden durch Impf-Verweigerer wie Sie? Haben Sie überhaupt eine Vorstellung welche menschliches Leid sie mit unqualifizierten Kommentaren verursachen?

  3. 38.

    Zunächst darf ich Sie korigieren: Marihuana ist keine Einstiegsdroge, ich würde das Zeug nie rauchen, aber die Legalisierung wird höchste Zeit, denn im Gegensatz zum Rauchen und zum Alkoholmissbrauch, wird es bereits medizinisch völlig bedenkenlos eingesetzt.
    Wir knicken nicht ein und sind schon gar nicht inkonsequent.
    Wir überlegen lediglich weshalb die Zahlen vor einem Jahr geringer waren, als jetzt, wo angeblich fast 70 % geimpft sind.

  4. 37.

    Nein, das glaube ich natürlich nicht! Mir geht nur die Verallgemeinerung "für die alten Leute" (sind übrigens Menschen)"haben deren Kinder die Entscheidung getroffen, sie ins Heim zu geben. Schlimm genug" auf den Geist. Haben sie schon mal hinterfragt, warum es in vielen Familien gar keine Alternative gibt?

  5. 36.

    Glauben Sie ernsthaft, dass alle alten gern im Altersheim sind? Kennen Sie keine zerrütteten Familien? Schön für Sie und Ihr Umfeld, wenn es dort nicht so ist.
    Ich bezweifle nicht, dass einige aus Scham oder anderen Beweggründen dort sind, aber normal ist es in meinen Augen nicht und kein gutes Zeichen für eine Gesellschaft! Sie können anderer Auffassung sein, jedem das seine!

  6. 35.

    Warum sind die Kinder Schuld? Gibt es keine alten Menschen, die in ein Heim möchten? Glauben sie ernsthaft, dass jemand ohne seinen Willen irgendwo untergebracht werden kann? Haftanstalten und gerichtlich angeordnete Unterbringungen mal ausgeschlossen...

  7. 34.

    "Eine Impfpflicht wird unweigerlich zum weiteren Verlust von Pflegepersonal führen."
    Also knicken wir ein, genauso wie bei der zu erwartenden Legalisierung einer Einstiegsdroge? Ich denke mal, dass Inkonsequenz auch keine Lösung ist.
    (wurde gestern nicht veröffentlicht)

  8. 33.

    Ja es ist möglich eine Zwangsbehandlung zu machen aber nicht für die komplette Bevölkerung weil manche das so richtig finden.
    Und es gibt erhebliche Hürden um dies umzusetzen.
    http://www.betreuungsrecht.de/betreuung/zwangsbehandlung-zulassig/
    Und es geht immer um den Betreuten und nie um den Nachbarn .... der Betreute muss was davon haben.
    Wenn das alles so einfach wäre mit der Impfpflicht und damit Corona wenn schon nicht besiegt, dann aber zumindest nur noch sich als Erkältung auswirkt warum haben nur 3 Länder Weltweit bisher eine Impfpflicht eingeführt ?

  9. 32.

    Eine Impfpflicht wäre angesichts der Zahlen das Beste. Wer sich abgesehen von medizinisch Gründen nicht impfen lassen will, soll eben sagen wir 2000 Euro Strafe zahlen. Wer auf Kosten der Gesellschaft seinen Egoismus auslebt, kann nicht verlangen, dass die Mehrheit das auch noch bezahlt. Die Gefährdung der anderen Menschen ist den Impfgegner auch egal. Ihre rechtlichen Bedenken sie ebenso abwegig. Stellen sie sich vor, es ist rechtlich zu lässig in der BRD Zwangszubehandeln ob sie wollen oder nicht.

  10. 31.

    Ob wegen einer Impfpflicht Personal abwandern würde oder nicht ist wohl nicht der entscheidende Punkt.
    Eine Impfpflicht würde das Arbeitsrecht und das Grundgesetz betreffen. Ja es gibt z.B. eine Masern Impfpflicht. Da erfolgt die Impfung und man ist lebenslang immun.
    Und genau da ist das Problem. Man ist ja nicht mal ein Jahr immun bei der Corona Impfung. Wie soll denn rechtlich durchgesetzt werden wenn bei der Impfung noch nicht klar ist wie sehr und wie lange die nun schützt ?

  11. 30.

    > Nun ja, junge Menschen können sterben, alte müssen.

    Und deswegen fassen sich alle Alten fröhlich an die Hände und versterben zugleich, oder was? Echt jetzt. Wenn plötzlich 16 zugleich versterben, dann haben sie es sicherlich nicht schon gemusst.

  12. 29.

    Feststeht hätten sich mehr Menschen überall impfen lassen, auch in dem Seniorenheim, dann wäre der Ausbruch sehr unwahrscheinlich dort geworden. Aber leider fehlt einigen die Einsicht in einfachste Zusammenhänge. Die ungeimpften Mitarbeiter dort werden sich schon fragen lassen müssen, warum sie die Bewohner so gefährdet haben. Vermutlich werden etliche der ungeimpften Mitarbeiter in ihrem Umfeld nun behaupten sie seien geimpft, um sich nicht für ihre unsoziales Handeln verantworten zu müssen.

  13. 28.

    Wenn es nach ihnen geht, haben also über 80-jährige keine Recht mehr auf Leben?
    " Und so schmerzhaft das für Angehörige sein mag, 98 Jahre ist schon weit über dem durchschnittlichen Sterbealter. "

  14. 27.

    Feststeht hätten sich mehr Menschen überall impfen lassen, auch in dem Seniorenheim, dann wäre der Ausbruch sehr unwahrscheinlich dort geworden. Aber leider fehlt einigen die Einsicht in einfachste Zusammenhänge. Die ungeimpften Mitarbeiter dort werden sich schon fragen lassen müssen, warum sie die Bewohner so gefährdet haben. Vermutlich werden etliche der ungeimpften Mitarbeiter in ihrem Umfeld nun behaupten sie seien geimpft, um sich nicht für ihre unsoziales Handeln verantworten zu müssen.

  15. 26.

    Dazu mal Infos von einem Ausbruch bei Worms:
    Die Ursache für den verheerenden Coronavirus-Ausbruch in einem Seniorenheim in Osthofen bei Worms lässt sich nach Angaben des zuständigen Gesundheitsamtes nicht klären. „Die Untersuchungen sind abgeschlossen, und aufgrund des diffusen Infektionsgeschehens konnte der konkrete Herd nicht ermittelt werden“, teilte die zuständige Kreisverwaltung in Alzey auf Nachfrage mit
    Ob der Fall auch für die rheinland-pfälzischen Landesbehörden damit abgeschlossen ist, blieb zunächst offen. Ein Sprecher des Mainzer Sozialministeriums antwortete auf Nachfrage ausweichend: „Die zuständigen Behörden stehen im engen Austausch.“ In der Regel ließen sich „die Ursachen für die Ausbreitung eines Infektionsgeschehens in einer Einrichtung nicht aufklären“, hieß es. Auch sei es sehr schwer zu bestimmen, welche der oft zahlreichen Krankheiten zum Tod von hochbetagten Menschen führen.

  16. 25.

    Nun ja, junge Menschen können sterben, alte müssen. Sagte meine über 90 jährige Oma immer. Die Wahrscheinlichkeit zu sterben steigt mit zunehmendem Alter, ebenso mit zunehmenden Erkrankungen. Ob mit oder ohne Coronavirus.
    Und so schmerzhaft das für Angehörige sein mag, 98 Jahre ist schon weit über dem durchschnittlichen Sterbealter. Leider.

  17. 24.

    Mich würde ja mal interessieren, wann in dem Heim die dritte Impfung bei den Bewohnern verabreicht wurde.

    Im Übrigen steht da oben nicht, dass die vier neuen Todesfälle positiv getestet waren.

  18. 23.

    Ich finde Ihren Kommentar gut, bis auf "Eine Impfpflicht wird unweigerlich zum weiteren Verlust von Pflegepersonal führen. ". <> Genau das kann ich nicht glauben, auch wenn das immer wieder so oder ähnlich in die Medien gebracht wird. Arbeitsplätze sind immer noch rar, wer einen hat, findet in der REgegl kaum einen neuen und so wird es MIT einer Impfpflicht eben nicht zu dem Schreckensbild kommen, dass zu viele Mitarbeiter aufgeben, im Gegenteil!

  19. 22.

    Wenn Sie meinen das Recht zur Anzeigenerstattung und Schuldsuche sei respekt- und pietätslos, ist ihnen wohl mehr an einer Vertuschung gelegen. Die Mitarbeiter welche nicht geimpft waren, sollten sich nicht fragen warum sie sich gegen den Rat aller Experrten nicht impfen lassen haben und somit aller Wahrscheinlichkeit das Desaster dort verursacht haben.

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