Müggendorf (Prignitz) - 540 Meter lange Hochwasserschutzwand an der Elbe errichtet

Mi 20.11.24 | 15:01 Uhr
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Die Prignitz war 2013 von einem großen Elbe-Hochwasser betroffen. Seit vielen Jahren werden die Schutzanlagen verstärkt. Jetzt ist im Elbe-Ort Müggendorf eine neue Hochwasserschutzwand errichtet. (Quelle: rbb)
Audio: rbb Antenne Brandenburg | 20.11.2024 | Hanno Geduldig | Bild: rbb

An der Elbe in Müggendorf im Amt Lenzen-Elbtalaue (Prignitz) ist innerhalb eines Jahres auf 540 Metern eine neue Hochwasserschutzwand errichtet worden. Dazu wurden Stahlspundwände teils bis zu 17 Meter tief in den Boden gepresst und der sichtbare oberirdische Teil anschließend verklinkert.

Die Spundwand schützt Müggendorf nun bis zum Bemessungshochwasser von knapp 8,00 Metern am Elb-Pegel in Wittenberge plus einem Meter Freibord als Reserve. Die Wand ist laut Ministerium 1,00 bis 1,30 Meter höher als früher. Der Hochwasserschutz ist damit deutlich verbessert worden.

Die Prignitz war 2013 von einem großen Elbe-Hochwasser betroffen. Seit vielen Jahren werden die Schutzanlagen verstärkt. Jetzt ist im Elbe-Ort Müggendorf eine neue Hochwasserschutzwand errichtet. (Quelle: rbb)
Umweltminister Axel Vogel (Grüne) zu Gast in Müggendorf | Bild: rbb

Brandenburgs scheidender Umweltminister Axel Vogel (Grüne) hatte sich am Mittwochmittag vor Ort zum Baustand informiert: "Wir liegen hier ja auch am Elberadweg und es gibt auch Menschen die hier Ferienzimmer vermieten, für die ist das natürlich eine ganz sensationelle Verbesserung", sagte der Minister. Müggendorf sei damit auch auf künftige Hochwasser vorbereitet.

In den Bau der Hochwasserschutzwand wurden insgesamt rund 6,3 Millionen Euro investiert - finanziert unter anderem durch EU-, Bundes- und Landesmittel.

Bei den großen Hochwassern in den Jahren 2002 und 2013 musste das Dorf noch mit viel Personal und tausenden Sandsäcken vor den Fluten geschützt werden. Beim Hochwasser im Juni 2013 stieg der Wasserstand der Elbe dramatisch an: 7,85 Meter wurden am Pegel in Wittenberge in der Prignitz gemessen. Es war der höchste hier jemals gemessene Wasserstand. Inzwischen sind zahlreiche Deiche an der Elbe erhöht, viele Deichkilometer saniert. Seit 1997 seien insgesamt rund 217 Millionen Euro dafür investiert worden, erklärte Vogel.

Sendung: rbb Antenne Brandenburg, 20.11.2024, 15:00 Uhr

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11 Kommentare

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  1. 11.

    Eine sehr gute Lösung - in Niedersachsen macht man dss auch so - z. B. in Hitzacker .
    Natürlich sieht das ANDERS aus als vorher.
    Aber ein Deichneubau elbwärts ist nucht nur deutlich teurer.
    Der neue Deich ist dann höher und sofort wird gejammert: kann man nicht mehr drüberschauen .
    Deiche dienen der Hochwasser - Sicherheit.
    Ich wohne im Amt Neuhaus - hinterm Elbdeich .

  2. 10.

    Das was sie sagen, da geb ich ihnen recht!Das sind aber Ansichten der Grünen. Und die bekommen in Brandenburg schon von Prinzip her keine Stimme, egal wie viel Heimatschutz sie sich auf die Fahnen schreiben. Is so.

  3. 9.

    Hier wurde ein Kleinod regelrecht vergewaltigt! Es wäre tatsächlich sinnvoller gewesen diesen Elbebogen als Flutpolder einzurichten. Stattdessen verplant man Steuergelder (6,3 Millionen Euro)für überflüssigen Hochwasserschutz. Und zu guterletzt stellt sich der Umweltminister hin und versucht diese abscheuliche Hochwasserschutzwand als Vorteil für touristische Zwecke zu rechtfertigen. Die blanke Armut! Meine Antwort: Gebt den Flüssen den Raum, den sie brauchen!

  4. 8.

    Nichts nur das seine Wahrnehmung nicht das vollständige Bild wiedergibt.
    Renaturierungen an Flüssen laufen überall. Könnte schneller gehen aber wir sparen uns die Zukunft ja lieber kaputt.

  5. 7.

    Manchmal hilft es sich in den Medien schlau zu machen.
    Diesbezüglich läuft bereits sehr viel im Isten. Sogar der Hubsi Aiwanger musste seine Ansichten dazu ändern und ist in Bayern vom Gegner der Renaturierungen zum Förderer geworden.

  6. 6.

    Altarme an Flüsse anschließen und auch wieder mehr Biegungen statt schnurgerader Flussläufe schaffen, Auen/Außenwälder schaffen, einfach wieder Naturflächen zurück erobern, LG.

  7. 4.

    Ja, sie haben gut reden. Leben oberhalb der Flutmarken und geben mit trockenen Füßen tolle Tipps von gestern. Diese Maßnahmen sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen bereits einige Zeit am laufen. Flutpolder, Deichrückverlegungen u.a.

  8. 3.

    Das eine schließt das andere ja nicht aus, denn wenn alle nur Schutzwände errichten und dem Wasser damit Überflutungsflächen nehmen, steigt der Pegel ja noch weiter. Es ist aber absolut richtig, die Flächen zu schützen, wo hohe Schäden entstehen würden und dafür dann eben die zu opfern, wo die Schäden gering sind oder wo die Ausbreitung zur Senkung des Pegels sogar erwünscht ist.

  9. 2.

    Statt ständig neue teure Schutzwälle errichten, wäre es doch mal sinnvoll wieder Auen bzw. Überflutungsgebiete einzurichten. Statt immer mehr alles zu betonieren und Geld zu versenken.

  10. 1.

    Supi. Gibt tatsächlich auch noch gute Nachrichten :-).
    Läuft in Brandenburg.