Abiturienten in Bayern im Jahr 2011 (Bild: dpa/Armin Weigel)
Bild: dpa/Armin Weigel

Beschluss der Kultusministerkonferenz - Abiturprüfungen sollen trotz Corona-Krise stattfinden

Die Abiturprüfungen in Deutschland sollen trotz Corona-Krise wie geplant stattfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage von Prüfungen nicht notwendig, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder am Mittwoch.

Was Sie jetzt wissen müssen

In Berlin und Brandenburg sollen - wie im übrigen Bundesgebiet - die Schulabschlussprüfungen trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie weiter stattfinden. Darauf haben sich die Kultusminister der Länder am Mittwoch in einer Schaltkonferenz geeinigt.

Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) nach dem Gespräch mitteilte, vereinbarten die Länder, dass "zum heutigen Zeitpunkt" eine Absage von Prüfungen nicht notwendig sei. Über das weitere Vorgehen würden sich die Bundesländer eng in der Ministerkonferenz abstimmen.

"Die Prüfungen, insbesondere die schriftlichen Abiturprüfungen, finden zum geplanten bzw. zu einem Nachholtermin bis Ende des Schuljahres statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist", heißt es in dem Beschluss wörtlich.

Länder wollen sich abstimmen

Schleswig-Holstein war zuvor von seinen Plänen abgerückt, die Schulabschlussprüfungen in diesem Schuljahr wegen der Corona-Krise ausfallen zu lassen. Für das Vorhaben soll es nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in der KMK-Schaltkonferenz deutliche Kritik von fast allen Ländern gegeben haben.

Bekräftigt hat die KMK zudem ihren Beschluss vom 12. März, wonach die Länder die erreichten Abschlüsse dieses Schuljahres auf der Basis gemeinsamer Regelungen gegenseitig anerkennen werden. Den Schülern sollen keinerlei Nachteile aus der jetzigen Ausnahmesituation entstehen.

Schulleitungen sollen Termine festlegen

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) reagierte erleichtert auf den Beschluss der Länder. Es sei erfreulich, dass sich die Kultusministerkonferenz auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt habe. Das sei genau das, was man gewollt habe. Keine Schülerin, kein Schüler solle Nachteile haben. 

Brandenburg sieht sich nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz zu Abiturprüfungen in seiner Linie bestätigt. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sagte am Mittwoch, sie sei froh, dass alle Länder daran festgehalten hätten, die Prüfungen durchzuführen. Damit habe man Planungssicherheit für Schülerinnen und Schüler.

Brandenburg und Berlin haben nach Angaben von Ministerin Ernst schon in der vergangenen Woche die Terminmöglichkeiten für die Abiturprüfungen angepasst. Neben den Hauptterminen können auch die Nachschreib-Termine für die Abiturprüfungen genutzt werden. Die Entscheidung treffen die jeweiligen Schulleitungen.

Das Problem der frühen Sommerferien

In Hessen und Rheinland-Pfalz finden momentan Abiturprüfungen unter strengen Hygienevorschriften weiterhin statt. Andere Länder, darunter Berlin und Brandenburg, haben das Abi und andere Schulabschlussprüfungen auf die Zeit nach den Osterferien verschoben.

Beide Bundesländer hatten zuletzt nicht ausgeschlossen, dass Abiturprüfungen auch ganz ausfallen könnten, weil die Sommerferien in Berlin und Brandenburg in diesem Jahr schon am 25. Juni beginnen. Zwischen Oster- und Sommerferien liegen damit lediglich zwei Monate. Bildungssenatorin Scheeres und ihre brandenburgische Amtskollegin Ernst hatten auf diese kurze Zeitspanne hingewiesen und zumindest eine Lösung unter jenen Bundesländern gefordert, in denen ebenfalls schon im Juni die Sommerferien beginnen.

Sendung: Abendschau, 25.03.2020, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

20 Kommentare

  1. 20.

    Es hieß, dass für die Abiturienten keine Nachteile entstehen würden. Dies ist jedoch weniger der Fall. Alleine auf meiner Schule hat die Coronakrise die Abiturvorbereitungen über den Haufen geworfen. Gleiche Probleme melden auch Schüler anderer Schulen.
    Abgesehen von den Abiturvorbereitungen, welche nicht stattfinden konnten, gibt es auch andere Probleme mit dem diesjährigen Abitur.
    Ich selber gehöre durch eine Lungenerkrankung zur Risikogruppe. Des Weiteren habe ich zwei weitere Familienangehörige, die ebenfalls zur Risikogruppe gehören.
    Die Schulen wurden geschlossen um Infektionsketten zur unterbrechen.

  2. 19.

    Ich finde es zur Zeit unverantwortlich unsere Kinder nur wegen einer Abi Vorprüfung dem Virus auszusetzen. Auch wenn es keine Risikogruppe ist kann man nichts ausschliessen und die Eltern werden dadurch auch gefährdet. Was macht es da für uns Erwachsene Sinn das wir uns an das Kontakt Verbot der Bundesregierung halten wenn unsere unverantwortlichen Kultusminister so einen Schwachsinn verzapfen und die Familien gefährden. Da müsste die Bundesregierung einschreiten

  3. 18.

    Das liegt bestimmt nicht an den Lehrerinnen und Lehrer in den Sommerferien das Abitur zu machen. An vielen Gymnasien lief ja die Vorbereitung auf das Abitur und jetzt haben die Schüler auch genug Zeit sich vorzubereiten. Wenn es ums Party machen geht, sind auch alle gut vernetzt.

  4. 17.

    Abbi-Prüfungen nicht ohne Schutzkleidung
    Ich gehe somit davon aus, dass allen Schülern und Lehrern eine Corona- Schutzausrüstung
    Schutzanzug und Maske FFP3 zur Verfügung gestellt wird.

  5. 16.

    Was ist eigentlich mit den Abschlussprüfungen zur Beendigung von Ausbildungen bzw. Studien? Darüber spricht kein Mensch. Auch diese Schüler wissen nicht, wie es mit ihnen weitergeht und letztendlich hängen auch dort Arbeitsplätze dran, vom finanziellen gar nicht zu reden.

  6. 15.

    Die Planung ist fragwürdig.
    - In 4 Wochen ist das Infektionsrisiko nicht kleiner.
    - 90 Schüler/Klausur. Auch bei maximaler Distanz während der Prüfung besteht ein Risiko. Hat es eine(r),habens alle, inkl. Lehrer. Dann können wir dicht machen für dieses Schuljahr.
    - Geht es in der Schule rum, infizieren wir die halbe Uckermark.
    -Viren interessieren sich nicht für die deutsche/brandenburgische Bürokratie- und Regelgläubigkeit. Das sollte langsam ankommen!

  7. 14.

    Hier haette die KMK einmal Mut beweisen und die Abiturpruefungen in den Herbst verschieben koennen. Leider bestand hierzu keine Bereitschaft. Vor diesem Hintergrund waere es nicht Verwunderlich, wenn die Akzeptanz fuer die gegenwaertigen und kuenftigen freiheitsbeschraenkenden Massnahmen abnehmen wuerde. Es ist fuer viele schwer einsehbar, dass Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten sind, zur Abiturpruefung aber 10, 20 oder gar 30 Schuelerinnen und Schueler zusammenkommen muessen.

  8. 13.

    Ja. Sicher. Wieder auf den Lehrern rumhacken. Wie soll das denn gehen? Den Sommerferien, wenn vor der Uni noch Praktika notwendig sind. Wie sollen die Schüler ohne Vorbereiting die Klausuren schreiben. Sie haben doch in den letzten 2 Jahren Leistungen erbracht. Da hat wieder keiner den Mut eine vernünftige Entscheidung zu treffen.

  9. 12.

    Also ist zur Schule gehen doch überbewertet, wenn man das Abitur einfach ohne Schulstunden schreiben kann. Dann aber auch bitte keine Fehltage zählen. Übrigens sollte man dann Hausunterricht erlauben.

  10. 11.

    In Japan wird Olympia verschoben, aber bei uns finden Abiturprüfung statt. Vielen Dank, dass man sich selbst in Krisenzeiten auf die deutsche Bürokratie verlassen kann. Danke, danke, danke!

  11. 10.

    "Keine Schülerin, kein Schüler solle Nachteile haben."
    Das ist ein hehres Ansinnen. Ohne realen Vorbereitungsunterricht sowie mit der allumfassenden und ständigen Verunsicherung im Kopf haben dieses Schuljahr jedoch sämtliche Schülerinnen und Schüler einen Nachteil. Das sollte man ehrlicherweise schon wenigstens aussprechen.

  12. 9.

    @Marita: Warum unterstellen Sie den Lehrern solch ein Verhalten?
    Aber mal ganz ehrlich, welche Bedeutung haben die schriftlichen Abschlussklausuren denn? Die Abiturienten haben in den den letzten 4 Halbjahren Klausuren in Massen geschrieben und damit nachgewiesen, dass sie die Anforderungsbereiche I, II und III in den Fächern beherrschen. Schriftliche Klausuren bedeuten doch nur, dass Kind X zu einem Zeitpunkt Y die Anforderungen Z richtig aufs Papier gebracht hat. Und nun?
    Altes Bulemielernen (Eintrichtern-Auskotzen-Vergessen) ist doch überhaupt kein Garant dafür, ob Jemand kompetent in sozialen, Personalien und medialen Bereichen ist.
    Im Übrigen bin ich Mutter eines Abiturienten und Lehrerin.

  13. 8.

    Alles was Prüfungsrelevant ist, sollten ihre Kinder in den letzten 12 ½ Jahren gelernt haben.
    Ein Abitur, sprich eine Hochschulreife bescheinigt die Fähigkeit sich eigenständig Wissen anzueignen. Wenn ihre Kinder immer noch nicht in der Lage (oder zu hohl) sind sich aus ihren Mitschriften und Schulbüchern auf die Prüfungen vorzubereiten und bereits eigentlich vorhandenes Wissen aufzufrischen hätten sie wahrscheinlich auch in Normalsituation ein durchschnittliches Abitur nicht erreicht.

  14. 7.

    Achso, dann werden die Schulen wohl vorher noch einmal gründlich geputzt, vielleicht sogar desinfiziert?
    Alle wissen: das passiert sicher nicht.
    Übernimmt die KMK die Verantwortung für die Ansteckungsgefahren die da drohen für Schüler/innen und Lehrer/innen?
    Eine ungeheuerliche unverantwortliche Entscheidung!
    Internationale Prüfungen (IB) wurden weltweit abgesagt!
    Die KMK weiß es mal wieder besser.
    Wahrscheinlich der bequemste Weg für die KMK.

  15. 6.

    Es handelt sich nicht wirklich um Probeklausuren, da sie ohnehin ins Abitur eingerechnet werden. Und ich verstehe nicht, was Sie hier Frau Scheeres vorwerfen, der Zeitplan ist dieses Schuljahr sehr knapp und niemand weiß, was noch auf uns zu kommt.

  16. 5.

    Dann müssen die Abi-Prüfungen halt in den Sommerferien oder später stattfinden! Oder ist das den Lehrern nicht zumutbar, da sie dann auf ihre Ferien verzichten müssten? Immer noch besser als der irrwitzige Vorschlag eines Anerkennungsabiturs unter rückwirkender Einbeziehung von Probe(!)klausuren! Danke Frau Scheeres für die weitere Verunsicherung der ohnehin schon gestressten Abiturienten!

  17. 4.

    Das geht ja gar nicht! Was denken sich diese Hohlkörper denn? Wie sollen unsere Schüler für ihr Abitur lernen? Die Schulen zu, Buchläden zu, Bibliotheken zu. Verbot von Gruppentreffen. Wie verd. nochmal soll das gehen?
    Es gibt eine Petition dagegen:

    Abitur 2020 umdenken: Durchschnittsabitur

    Ich bitte, möglichst viele, da mitzumachen!
    Danke! Ich habe 2 betroffene Kinder...
    Bitte den Begriff "Hohlkörper" nicht als Beleidigung interpretieren, es ist nur die Beschreibung eines inhaltslosen Gefäßes!

  18. 3.

    ...und wieder fährt man im Bildungssektor nur auf Sicht (oder sogar mit Augenbinde!?).
    Die Abiurienten bleiben verunsichert und die Schule planen für die Tonne.
    Als ob in ein paar Wochen der Spuk vorbei wäre.

    Wer erinnert sich noch?
    Donnerstag, 12.03.: "Die Schule bleiben geöffnet."
    Freitag 13.03:"Die Schulen werden geschlossen. Wir sehen jetzt ÜBERRASCHEND ein ganz neue Situation."

  19. 2.

    Schnellschussidee ohne langes Nachdenken und Abwägen:
    Wer den Bauern hilft, braucht die Abiprüfung nicht ablegen, sondern bekommt die Abinote aus den bisherigen Leistungen errechnet.

  20. 1.

    Dann sollte aber wenigstens bei der Abschlussnote stehen, "Abschluss erhalten während der Coronakrise".

Das könnte Sie auch interessieren