Brandenburg - Freie Wähler fordern Anerkennung von Karneval als Kulturgut

Di 14.02.23 | 14:13 Uhr
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Zug der fröhlichen Leute in Cottbus (Archivfoto: dpa/Settnik)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.02.2023 | Florian Ludwig | Bild: dpa-Zentralbild

Die Fraktion BVB/Freie Wähler im Brandenburger Landtag fordert die offizielle Anerkennung und finanzielle Förderung des Karnevals als Kulturgut in Brandenburg. Einen Antrag dazu will sie in der kommenden Woche bei der Plenarsitzung des Landtags einbringen, sagte der Abgeordnete Matthias Stefke am Dienstag.

Zur Begründung sagte er, dass der Karneval vom bürgerschaftlichen Engagement lebe. Außerdem würden die Vereine das ganze Jahr über eine wertvolle Kinder- und Jugendarbeit leisten, so Stefke. Deshalb müsse das Land die Karnevalsvereine auch finanziell fördern. Stefke will den Antrag am Aschermittwoch in Form einer Büttenrede stellen.

Vereine spüren Preissteigerungen

Der Präsident des Karnevalsverbands Berlin-Brandenburg, Fred Witschel, sagte, dass die Vereine nach den harten Einschränkungen in der Corona-Pandemie unter den hohen Energiepreisen und der Inflation leiden würden. Das merke man zum Beispiel bei Kosten für Saalmieten oder für Trainingsräume. Allerdings hätten die Karnevalisten bis jetzt weder von Corona- noch von Energiehilfen des Landes profitiert, so Witschel. Die Investitionsbank des Landes habe einen Antrag des Vereins in Blankenfelde (Teltow-Fläming) mit der Begründung abgelehnt, dass Karneval keine Kultur sei.

Brandenburgs CDU-Fraktionschef Jan Redmann erklärte, er sehe die Verantwortung für die Förderung der Karnevalsverbände eher bei den Kommunen. Denn Hochburgen des Karnevals gebe es nicht im ganzen Land, sondern eher in der Lausitz. Auch SPD-Fraktionschef Daniel Keller verwies in diesem Zusammenhang auf die Kommunen.

Cottbus: Größter Umzug Ostdeutschlands

Laut dem Karnevalsverband Berlin-Brandenburg gibt es in Brandenburg 114 Mitgliedsvereine in allen Regionen, mit 5.000 Karnevalisten und 5.000 Kindern und Jugendlichen. Als Karnevalshochburg gilt Cottbus. Zu den Höhepunkten der Brandenburger Karnevalssaison gehört der "Zug der fröhlichen Leute", der am 19. Februar durch die Cottbuser Innenstadt zieht. Dabei handelt es sich um den größten Karnevalsumzug in Ostdeutschland. In der Cottbuser Stadthalle wurde außerdem in der letzten Januarwoche die rbb-Karnevalsgala "Heute steppt der Adler" aufgezeichnet.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.02.2023, 15:30 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Genau. Solche Parteien braucht das Land.
    Und nächstes Jahr:
    Anerkennung des Deutschen Karnickelzuchtvereinswesens als Weltkulturerbe.
    Und-Förderung des Deutschen Kegelns um sich gegen das neumodische Bowling behaupten zu können.

  2. 10.

    Das ist falsch! Der deutsche Karneval hat eine lange Tradition und hat mit dem in Venedig bis auf die Maskierung wenig zu tun. Im Rheinland ist Karneval im Übrigen bereits als Kulturgut anerkannt und viele Firmen geben ihren Mitarbeitern sogar dafür einen freien Brauchtumstag (nächsten Montag wieder). Leider gerät die Tradition durch hypermoralische Vorwürfe und neue, extrem teure Sicherheitsvorschriften immer mehr in Bedrängnis. Wer Karneval nichts abgewinnen kann, kann sich dem ja einfach entziehen. Aber lasst die, die daran Spaß haben, doch diese paar "tollen" Tage im Jahr. Es wird in diesem Land neuerdings ständig von Toleranz gesprochen, in Wahrheit wird es immer intoleranter. (Das war jetzt nicht an Sie persönlich gerichtet!)

  3. 9.

    Bitte nicht falsch verstehen, auch nicht persönlich gemeint.
    "Wir leben in einem freien Land, also hat jeder das Recht sich zum Affen zu machen."
    ... und viele davon nehmen nicht mal am Karneval teil.

  4. 8.

    Wirkliches Kulturgut ist der Karneval m. E. nur in Venedig. Überall woanders ist er eher ein Ventil für Menschen, die tagein tagaus die Bleistifte nach Länge sortieren, dafür sorgen, dass die Schraubenschlüssel in der richtigen Anordnung im Steckkasten liegen und ob dieses Drucks für ein paar Tage mal die "Sau" rauslassen.

    Eine zeitliche Verbreiterung v. a. des Situationshumors auf das ganze Jahr über wäre angebrachter. ;-

  5. 7.

    Recht haben sie!

  6. 6.

    Ich fordere FKK als Kulturgut anzuerkennen. Das ist zwar ohne Verkleidung, aber trotzdem oft lustig anzuschauen!

  7. 5.

    Entschuldigung,sollte Kulturgut heißen,Weltkulturerbe wäre ja nun der karnevalistische Höhepunkt.

  8. 4.

    Als ob es nichts wichtigeres gäbe.Diese gespielte deutsche Lustigkeit ist aber auch so typisch deutsch,ob das nun Weltkulturerbe sein muß,na ja,da vergeht mir endgültig das Lachen.

  9. 3.

    Wir leben in einem freien Land, also hat jeder das Recht sich zum Affen zu machen.
    Nur, mit Kulturgut hat das nichts zu tun.

  10. 2.

    Ja. Geht klar. Da keine dringenden Probleme anstehen, kann man sich um den Karneval kümmern. Jungs und Mädels von den FW/BVB: Deshalb haben wir Euch gewählt. Endlich mal wer, der Zähne zeigt. Jetzt zeigt's mal den "da oben". Karneval. Als Kulturschlecht. Äh...gut. Packt's an! Kümmert Euch.

    Karneval: So grausam kann Fröhlichkeit sein.

  11. 1.

    Kulturgut, na ja...kann der aufgesetzten Fröhlichkeit nichts abgewinnen.
    Wer es mag, von mir aus. Aber Kulturgut???

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