Hotspot in Brandenburg - Inzidenz bei Kindern in Elbe-Elster steigt über 2.500

Mi 10.11.21 | 14:33 Uhr
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In der 9. Klasse der Gesamtschule in Münster hängt an einem Klassentisch neben einem Rucksack eine Mund- Nasenbedeckung (Bild: dpa/Guido Kirchner)
Bild: dpa/Guido Kirchner

Elbe-Elster bleibt weiter der Corona-Hotspot in Brandenburg. Erschreckend hoch ist die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen - sie liegt am Mittwoch bei über 2.500. Im Klinikum ist die Lage aber noch überschaubar, schwere Verläufe gibt es nur selten.

Bei 2.534 liegt die aktuelle Corona-Inzidenz bei Kindern bis 14 Jahren im Elbe-Elster-Kreis. Anders gesagt: von 100.000 Kindern im Kreis haben sich in einer Woche im Schnitt über 2.500 Kinder neu mit Corona infiziert. In der Gesamtbevölkerung liegt die Inzidenz am Mittwoch bei 661 - es ist der höchste Wert in ganz Brandenburg und einer der höchsten in Deutschland.

Am Donnerstag will die Brandenburger Landesregierung über mögliche Regelverschärfungen entscheiden. Dabei geht es um eine Ausweitung der 2G-Regel, aber auch um die Wiedereinführung der Maskenpflicht an Grundschulen. In Hochinzidenzgebieten, wie im Elbe-Elster-Kreis, könnte es zudem weitere Verschärfungen geben.

Keine Krankenhausbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen

"Im vergangenen Jahr waren die Kinder und Jugendlichen im Lockdown dem Virus nicht so ausgesetzt", erklärt der ärztliche Direktor des Elbe-Elster-Klinikums, Roland Reinehr. Nun scheine sich das Virus insbesondere in Schulen und Kitas im Kreis zu verbreiten. "Für Kinder unter zwölf steht auch kein Impfstoff zur Verfügung, sodass die Jüngsten dem Virus ungeschützt ausgesetzt sind", fährt er fort.

"Die erfreuliche Nachricht ist aber, dass wir bislang keinen einzigen Fall eines infizierten Kindes oder Jugendlichen hier im Elbe-Elster-Klinikum behandeln mussten", so Reinehr.

Auch der Landrat des Kreises Elbe-Elster, Christian Heinrich-Jaschinski, hatte zu Beginn der Woche erklärt, dass die Infektionen bei den Kindern und Jugendlichen weitestgehend symptomfrei, allenfalls mit leichten Symptomen verlaufen. Dennoch machten Kinder und Jugendliche die Hälfte aller Neuinfektionen im Kreis aus. Die andere Hälfte verteile sich auf die Altersgruppe 19 bis 59 - von den Infizierten seien wiederum 70 Prozent ungeimpft.

Weniger Covid-Patienten, als vor einem Jahr

Reinehr erklärte, dass das Elbe-Elster-Klinikum nicht im gleichen Maße belastet sei wie noch vor einem Jahr, bei ähnlichen Infektionszahlen. Von den 18 Intensivbetten im Haus seien derzeit zwölf belegt, eines mit einem Covid-Patienten.

Bei steigenden Fallzahlen soll die Intensivmedizin angepasst werden, so Reinehr. Bereits jetzt seien Betten für Covid-Patienten reserviert. Corona-Fälle würden weiterhin ausschließlich am Standort Finsterwalde behandelt. Bereits am Dienstag war vorsorglich ein Besuchsverbot für das Klinikum ausgesprochen worden.

Das Elbe-Elster-Klinikum betreibt drei Standorte in Finsterwalde, Elsterwerda und Herzberg. 110 Ärzte und 375 Pflegekräfte sind dort beschäftigt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.11.2021, 15.10 Uhr

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39 Kommentare

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  1. 39.

    Björn, vielen Dank für die Zustimmung. Mehr kann ich scheinbar nicht schreiben, weil sich jemand beim RBB daran zu stören scheint, dass man auf die kritische Lage auf den Kinderstationen hinweist und die Leute wieder in die Verantwortung nehmen möchte, für Kindern einzutreten und nicht zu glauben, dass die Pandemie durch zwei Pieks beendet sei. Ihnen eine gute Woche und bleiben Sie am Ball, es fehlt viel Aufklärung, Klarheit und weniger Emotionen in den Debatten und ich habe den Eindruck, auch Sie wollen dies einbringen. Grüße nach FFO!

  2. 38.

    Die Erwachsenen können sich impfen lassen und sich somit selbst schützen

  3. 37.

    Ich bin für 1G, jeder, egal ob geimpft, genesen und nicht geimpft sollte sich vor den Freizeittätigkeiten testen. Denn wie mittlerweile bekannt ist, kann jeder überträger sein.

  4. 36.

    Über die angeblichen "Spätfolgen" der Impfung, die Monate nach der Impfung auftreten könnten, machen sich die Menschen Sorgen;
    »Ja klar, direkte Folgen gibt es nur extrem selten, aber keiner kennt ja die SPÄÄÄTFOLGEN! Nee, ick lass ma nicht impfen!«

    Impfung hat angeblich Spätfolgen, die man seltsamerweise beim relativ neuen Virus ausschließt:
    »Zweitausendfünfhunderter-Inzidenz bei Kinder? Na, das macht doch nüscht, die haben ja eigentlich immer einen leichten bis gar keinen Verlauf.« Wäre hier denn nicht viel eher der Zusatz angebracht: »Aber keiner kennt ja die SPÄÄÄTFOLGEN!« ?

  5. 35.

    Noch eine andere Variante der Darstellung, für Menschen, denen diese auf 100k normierten Zahlen nichts sagen. 2534/100k sind 2,534%. Es wurden also bei rund 2,5% der Kinder in der Altersgruppe in einer Woche Infektionen entdeckt und gemeldet.

  6. 34.

    Achtung! In EE wohnen insgesamt nur 100.000 Einwohner, davon ca. 12.000 Kinder/Jugendliche bis 14 Jahre. Es sind also nicht 2.534 Kinder erkrankt, sondern 304, weil es sich auf 12.000 beziehen muss. Dann passt das auch wieder mit "die Hälfte der Infizierten sind Kinder". So wie es ü600 auf die Gesamtzahl von 100.000 überhaupt dort lebenden Menschen sind. Weil es passenderweise 100.000 sind in EE, lässt sich das so fein rechnen.

    Aber wenn ich von 50 % Erkrankten rede und meine damit EINER von zweien, die einen Haushalt teilen, dann ist "einer" psychologisch anders als "die Hälfte der Bewohner" oder so.

    Wenn es wirklich jetzt in der letzten Woche 2.534 kranke Jugendliche gewesen wären, dürfte die Durchseuchung und Herdenimmunität schon erreicht sein, nach 3-4 Wellen ;-)

    Das soll nix beschönigen - wenn man auf der Landkarte von EE 300 Menschärgeredich-Figuren verteilt in 7 Tagen, und jeder steht für ein infiziertes Kind, ist das auch viel. Aber weniger als 2.534 ;-)

  7. 33.

    Redet nicht, lasst Euch impfen. Alles andere bringt nur Frust und ändert nichts. Einfach mal einen Gang runterschauten und etwas für alle tun. Ich würde mich freuen, bin Risikopatient und geimpft, trotzdem machen mir diese Aussagen Angst, weil ich nicht sicher sein kann, dass andere auch mich schützen wollen.

  8. 32.

    Die Lehrer haben die Möglichkeit, sich gegen die Erkrankung zu schützen und die Kinder werden ständig getestet, wodurch sich das Risiko für die Lehrer bestmöglich reduziert. Aber werden geimpfte Lehrer eigentlich getestet? Falls nicht, dürften eher die Lehrer latent gefährlich für die Kinder sein, statt umgekehrt. Das Verwantwortungsgefüge dürfte bei einem Lehrer-Schüler-Verhältnis indiskutabel sein.
    Ihre Aussage ist m. E. falsch, denn die Infektionen in Schulen gingen bisher von den Lehrern aus. Diese Erhebungen widerlegende Studien sind mir nicht bekannt; haben Sie da valide Informationen?

  9. 30.

    Das mit den Kinder wurde doch wiederlegt, sie sind genauso ansteckend wie Erwachsene. Man sieht ja auch die expoldierenden Zahlen bei den Kindern, wenn sie weniger ansteckend wären, dann würden die Zahlen dort nicht so hoch sein. Schwere Verläufe kommen halt nur nicht oft vor. Wenn es übrigens so bleibt, kann man sich als Lehrer schon darauf einstellen, dass man die Krankheit bekommt. Mit offenden Ende wie der Verlauf für diese dann sein wird.

  10. 29.

    "schon letztes Jahr galten Kinder als erheblich weniger ansteckend als erwachsene"

    erheblich weniger ansteckend bedeutet nicht nicht ansteckend. 1/10 so ansteckend aber zwanzigmal länger in Kontakt bedeutet ein höheres Risiko als eben eine normale Ansteckungsgefahr bei kürzerem Kontakt.
    Und Kinder halten sich nun mal sehr lange mit ihren Eltern, Lehrern, und Verwandten im selben Raum auf. Wobei zumindest Lehrer dabei meistens eine Maske tragen (und genau deshalb ja auch tragen müssen)

    Kinder tragen also sehr wohl zum Infektionsgeschehen bei- ansonsten würden sie sich übrigens ja auch nicht gegenseitig anstecken und es zu solche hohen Inzidenzen kommen.

  11. 28.

    Sie wollen also warten bis einige Lehrer gestorben sind. Verkraften die Kinder bestimmt gut. Wahrscheinlichkeit dafür steigt von Tag zu Tag.

  12. 27.

    "Das, was hier passiert, ist nichts anderes als eine Durchseuchung." - Das ist neben der Problematik der Ungeimpften gleichzeitig auch die Kehrseite von 2G. Sie kommen um diesen Verlauf nicht recht drumherum, wenn man denn unbedingt (wie aktuell geschieht) das englische Modell fahren will. Die U30 und vor allem die Kinder werden das alles halbwegs gut überstehen, aber für Ü60 wird es düster ... da können sie nur boostern und beten.

  13. 26.

    Das ist einfach falsch und bereits seit letztem Jahr bekannt. Es gibt deutliche Unterschiede in der Virenlast und beim grad der ansteckung ….. schon letztes Jahr galten Kinder als erheblich weniger ansteckend als erwachsene.

  14. 25.

    "Entschuldigung, aber dieses Argument ist bereits in einschlägigen Kreisen als Kontra-Impfung belegt"

    sind das die selben Kreise, die Angst von Langzeit Impfschäden haben?

    Was es nachgwiesenermaßen gibt, sind Long-Covid Fälle. Außerdem stecken die Kleinen munter Ältere an. Übrigens auch Geimpfte- die dann mit Impfdurchbrüchen und eben auch Long-Covid zu kämpfen haben.
    Und auch wenn das Elbe-Elster-Klinikum damit noch keine Probleme hat, anderswo sind die Krankenhäuser so voll, dass andere OPs schon wieder abgesagt werden.
    Das gefährdet dann auch Patienten anderer Krankheiten.

    Mich erschreckt, wie monokausal die meisten hier denken. Das, was hier passiert, ist nichts anderes als eine Durchseuchung. Und zwar eben gerade nicht mir etwas Harmlosem und Bekanntem wie Schnupfen!

  15. 24.

    Prima.... Und wir bekommen von der Schule KEINE Tests mehr, da ja geimpfte sich nicht Testen lassen brauchen. Dann kann die Lage an den Schulen ja nicht so schlimm sein.... Ich fasse es nicht...

  16. 23.

    Weil ich mich eher für Wahrscheinlichkeiten als für Panik interessiere. Die Stiko ringt ja nicht aus Spaß mit sich, Impfstoffe für Kinder freizugeben. Das Erkrankungsrisiko ist eben oft nur theoretisch vorhanden und praktisch kaum messbar.

  17. 22.

    "Wollen wir hoffen, dass sich nicht in fünf bis zehn Jahren herausstellt, dass Corona bei Kindern die Entwicklung negativ beeinflusst." - Entschuldigung, aber dieses Argument ist bereits in einschlägigen Kreisen als Kontra-Impfung belegt. Von daher sollten hier handfestere Argumente angeführt werden.

  18. 21.

    Iher Aussage trifft auch auf jede andere ansteckende Viruserkrankung zu. 100% Sicherheit gibt es nirgends. Verstehe ich sie richtig, dass sie für 1G plädieren (alle haben Zutritt, wenn sie negativ getestet sind)?

  19. 20.

    Die Mitarbeiter sind doch hoffentlich geimpft.

    Aber es wird genau so kommen, wie ich gestern schon im anderen Thread bemerkt habe: Wir werden bald wieder alles schließen, weil wir wieder nur auf die Inzidenz starren. Sie zumindest sind dann zufrieden.

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