Corona-Pandemie - Dritter Landkreis in Südbrandenburg überschreitet Inzidenz von 1.000

Mo 22.11.21 | 13:15 Uhr
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Passantinnen in einer deutschen Innenstadt (Bild: dpa/ picture alliance/ Rupert Oberhäuser)
Audio: Antenne Brandenburg | 22.11.2021 | Sebastian Schiller | Bild: dpa/ picture alliance/ Rupert Oberhäuser

In fast ganz Südbrandenburg gehen die Inzidenzzahlen zum Wochenstart in nur eine Richtung: Nach oben. Mit Spree-Neiße meldet nun der dritte Landkreis eine Inzidenz über 1.000. Der Kreis umschließt Cottbus. Doch gerade dort ist die Inzidenz gesunken.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Spree-Neiße-Kreis ist zum ersten Mal seit Beginn der Coronapandemie über 1.000 gestiegen. Nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts lag der Wert am Montag bei 1.015,8 [kkm.brandenburg.de].

Spree-Neiße ist damit der dritte Landkreis in Brandenburg, der die 1.000er Grenze überschritten hat. Auch die beiden anderen liegen im Süden des Landes.

Corona-Hotspot Elbe-Elster

Die höchste Inzidenz Brandenburgs meldet bereits seit Tagen der Elbe-Elster-Kreis. Am Montag lag der Wert bei 1.310,8. Die Zahl steigt seit Tagen kontinuierlich. Am 18. November war sie erstmals vierstellig. Zwei Tage später zog der Nachbarkreis Oberspreewald-Lausitz nach. Am Montag meldete der Landkreis die zweithöchste Inzidenz in Brandenburg, mit 1.128,3.

Als Reaktion auf die steigenden Zahlen wurden im Oberspreewald-Lausitz-Kreis am Montag alle Weihnachtsmärkte abgesagt. Darauf habe sich der Landkreis gemeinsam mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren der Kommunen geeinigt, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises.

Anders sieht die Situation in Cottbus aus. Die Stadt ist zwar vom Landkreis Spree-Neiße umgeben, dennoch ist die Inzidenz am Montag nur etwa halb so hoch. Das RKI meldet einen Wert von 545,1. Damit ist in Cottbus zum ersten Mal seit einer Woche die Zahl der Menschen, die sich innerhalb von sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben - auf 100.000 Einwohner gerechnet - gesunken. Am Sonntag lag die Inzidenz noch bei 593,8.

Inzidenz innerhalb von elf Tagen verdoppelt

Die Inzidenz für ganz Brandenburg ist am Montag erneut gestiegen, auf 570,3. Der Wert hat sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums innerhalb von elf Tagen verdoppelt. Damit hat Brandenburg im Ländervergleich nach Sachsen, Thüringen und Bayern weiter den vierthöchsten Wert.

Einen Wert über 500 meldeten Frankfurt/Oder (570) sowie die Kreise Potsdam-Mittelmark (543,2), Oder-Spree (595,7), Uckermark (612,3) und Dahme-Spreewald (698,1).

In der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mit 1.826 am höchsten im Landesdurchschnitt, bei den 5- bis 9-Jährigen sind es 1.606. Noch höher ist der Wert bei den 5- bis 9-Jährigen im Kreis Oberspreewald-Lausitz mit 4.326. Das Kabinett will am Dienstag über neue Corona-Beschränkungen entscheiden.

Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz lag in Brandenburg am Montag bei 3,87.

Was Sie jetzt wissen müssen

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.11.2021, 8:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Vielleicht Zeit, an eine Patientenverfügung zu denken, für mich käme Intensiv mit künstlicher Beatmung usw. niemals in Frage.
    Wird aber im Normalfall, ist nichts Anderes verfügt, bis zum Ende durchgezogen !

  2. 4.

    Na Durchseuchung ist doch letztendlich das Ziel, die Impfquote allein reicht ja nicht.
    Und Geimpfte erkranken nach Infektion in aller Regel moderat oder gar nicht, egal ob sie sich bei einem anderen Geimpften oder sonstwo infizieren.
    Also : impfen, impfen, impfen, hoffentlich bald bis in die jüngste Altersgruppe !

  3. 3.

    "Wenn diese hohe 7d-Inzidenz ein Problem darstellt und diese dominiert wird von den Steigerungen in der Gruppe der Schulkinder, sollte man nicht genau dort ansetzen?" - Nein - für die Politiker ist es einfacher die Schuld an allem die Ungeimpften zu machen (egal aus welchen Grund/Gründen diese Ungeimpft sind).
    Übrigens(für alle): Ich bin geimpft!

  4. 2.

    Nun ist es Wirklichkeit, Sachsen bereitet sich auf die Triage vor.
    Ich glaube wir werden uns bald auch hier damit befassen müssen.
    Wer es nicht glaubt einfach mal googeln

  5. 1.

    Wenn diese hohe 7d-Inzidenz ein Problem darstellt und diese dominiert wird von den Steigerungen in der Gruppe der Schulkinder, sollte man nicht genau dort ansetzen? Die genauern Übertragungswege scheinen ja weiter im Dunkeln zu liegen, welche in dieser Gruppe zu den Steigerungen führen. Wenn es nicht direkt in den Schulen ist, dann ist es wohl doch aus den Begelitumständen des Gesamtpakets Präsenzunterricht, das ja nicht nur aus dem Unterricht im Schulgebäude besteht als möglichem Übertragungsweg. Allerdings sollte eigentlich gar nicht mehr die Inzidenz der gemeldeten Infektionen Handlungsgrundlage sein, sondern die Auslastung des Gesundheitssystems und dort dürfte die Altersklasse der Schulkinder vergleichsweise wenig beitragen, auf der anderen Hand leben Kinder natürlich nicht im luftleeren Raum und tragen sicher die Infektionswelle auch in die restliche Bevölkerung weiter und von dort über die Betriebe und Geschäfte in weitere Alterklassen, was dann Durchseuchung bedeutet.

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