Azubis und Mitarbeiter der Baumschule verschulen junge Bäume
Audio: Antenne Brandenburg | 02.12.2020 | Tony Schönberg | Bild: Tony Schönberg/ rbb

Landesoberförsterei Eberswalde (Barnim) - Forstbaumschule verpflanzt 45.000 Bäume vor dem Winter

Hochbetrieb an der Forstbaumschule der Landesoberförsterei in Eberswalde: aktuell verpflanzen Mitarbeiter und angehende Forstwirte 45.000 Jungbäume und Sträucher. Diese sollen später beim Waldumbau in Brandenburg zum Einsatz kommen. Von Tony Schönberg

 

Mit einer Geschwindigkeit von zwei Stundenkilometern schleicht der Traktor mit der sogenannten Setzmaschine über den dunklen, frisch gepflügten Acker. Hinten auf dem Anhänger sitzen die fünf Mitarbeiter der Forstbaumschule und bringen im Rhythmus der Maschine kleine Ahorn-Setzlinge in den Boden.

Bis zu 80 Bäume pro Minute

Mit dabei ist auch der 19-jährige Erik aus Beeskow (Landkreis Oder-Spree). Mit gesenktem Blick nimmt er einzelne Pflanzen und spannt diese unten in eine Art rotierendes Zahnrad zwischen seine Füße. "Da sind einzelne Laschen, in die ich den Ahorn kopfüber mit der Wurzel nach oben schiebe. Dann drücke ich ein bisschen dagegen und der Schnapper greift zu." Anschließend drückt die Maschine die Pflanze etwa 20 Zentimeter in den Boden. Auf diese Weise setzen Erik und seine vier Kollegen zwischen 50 und 80 Bäume in der Minute.

Die etwa zehn Zentimeter großen Stecklinge wurden zuvor ein Jahr lang auf einem benachbarten Saatbeet großgezogen. Jetzt sollen sie auf dem größeren Feld mit mehr Abstand besser wachsen und gedeihen können. Insgesamt 16 Baumarten von Traubeneichen, über Rotbuchen bis hin zum Bergahorn werden am Eberswalder Stadtsee gezogen.

Setzmaschine bringt die Jung-Bäume in die ErdeSetzmaschine für die Jung-Bäume

Saat im Winter, Ertrag im Frühjahr

Mit am Feldrand steht auch Frank Zühlke, der Leiter der Baumschule. Trotz der kalten Temperaturen und erster Fröste ist für ihn jetzt genau die richtige Zeit, die Bäume neu aussetzen. "Beim Laubholz ist es so, dass im Herbst die Blätter abgefallen sind und der Baum zur Ruhe kommt. Sie werden in die Lage versetzt, jetzt schon drei Monate an ihrem richtigen Standort zu stehen." Zudem könne die Feuchtigkeit besser eindringen und die Gewächse mit einem dreimonatigen Vorsprung im Frühjahr besser austreiben.

Waldumbau: Aufgabe für Generationen

Im kommenden Herbst sollen sie dann schon wieder geerntet werden. Anschließend gehen diese an die 14 Brandenburger Landesoberförstereien und kommen beim Waldumbau zum Einsatz. Ziel ist, die Kiefern-Monokulturen hin zu mehr Laub- und Mischwäldern umzugestalten. "Der Waldumbau ist ein dringendes Problem, dem sich der Landesbetrieb Forst seit vielen Jahren stellt", so Zühlke. "Es sind eben in Brandenburg sehr große Flächen und so muss man noch über viele Jahre, wenn nicht sogar Generationen, daran arbeiten, dieses Ziel zu erreichen."

Azubis und Mitarbeiter der Baumschule verschulen junge BäumeMitarbeiter bei der Verschulung

Die nächste Generation der Forstwirte sitzt mit Azubi Erik und seinem Mitschüler Janis auf der Setzmaschine. Beide absolvieren gerade ihr erstes Lehrjahr an der Waldarbeitsschule in Kunsterspring in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin). Seit diesem Jahr gehört für die Auszubildenen dort ein einwöchiges Praktikum in einer Baumschule mit zum Lehrplan. Für Janis ist die Arbeit hier ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Darum ist der 16-Jährige trotz der sechs Stunden auf der Setzmaschine froh, hier einen Beitrag leisten zu können. "Hier fängt alles an. Ohne die Baumschulen könnten nicht so große Pflanzungen betrieben werden, wodurch keine neuen, jungen Wälder entstehen können."

Zur Waldverjüngung beigetragen hat auch wieder die Forstbaumschule in Eberswalde. Insgesamt circa 1,7 Millionen Bäume haben Frank Zühlke und seine Mitarbeiter in diesem Jahr für die Brandenburger Wälder zur Verfügung gestellt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.12.2020, 14:40 Uhr

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