Prenzlau (Uckermark) - Nonnemacher übergibt erstes Impfzentrum an Landkreis

Ursula Nonnemacher und Karina Dörk bei Übergabe des Impfzentrums Prenzlau
Audio: Antenne Brandenburg | 01.07.2021 | Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher | Bild: rbb

Die Brandenburger Impfzentren sollen in Verantwortung der Landkreise und Kommunen übergehen. Den Anfang macht das Zentrum in Prenzlau. Vor Ort warb Ministerin Nonnemacher gegen die Impfmüdigkeit und kündigte Dritt-Impfungen ab Herbst an.

Die ersten neun der insgesamt elf Brandenburger Impfzentren gehen in diesen Tagen in kommunale Trägerschaft über. Das teilte das Landesgesundheitsministerium dem rbb mit. So wurde das Zentrum in Prenzlau (Uckermark) am Donnerstag in Anwesenheit von Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg an den Landkreis übergeben.

Lob für die Uckermark

Nach Angaben der Landrätin Karina Dörk (CDU) hatte der Kreistag die Übernahme zuvor mit großer Mehrheit beschlossen. Der Betrieb solle mit dem bewährten Personal vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Bundeswehr und den bisherigen Impfärzten und Honorarärzten weiterlaufen.

Angesichts der niedrigen Inzidenz in der Uckermark (keine neuen Fälle in den vergangen sieben Tagen) lobte Nonnemacher die Arbeit der Verantwortlichen vor Ort. Besonders die Idee für dezentrale Impfungen hätte Vorbild-Charakter. So soll das Prenzlauer Impfzentrum auch weiterhin die mobilen Impfteams versorgen oder kommunale Impf-Tage in der Fläche veranstalten. Neben der Vergabe übernimmt der Landkreis auch die Koordinierung von Terminen.

Nonnemacher: Genügend Impfstoff vorhanden

Ministerin Nonnemacher warb in Prenzlau angesichts der Ausbreitung von Mutationen für die Corona-Impfung, insbesondere in Familien. "Wir müssen, wo wir sehen, dass Delta sich auch in Brandenburg sehr rasch verbreitet, an die Gruppen ran", so Nonnemacher. "Nehmt euren Zweit-Impfungs-Termin wahr und denkt nicht bei niedrigen Inzidenzen, das alles ist vorbei!"

Auch jüngere Menschen sollten - obwohl weniger anfällig und mit milderen Verläufen - als potentielle Träger die Angebote wahrnehmen. "Wir haben die tolle Situation, dass wir genug Impfstoff für alle, die wollen, haben."

Sowohl in den Impfzentren als auch bei den niedergelassenen Ärzten würden viele Termine abgesagt. Im Vergleich zu den ersten Monaten der Impf-Kampagne, wo die Nachfrage höher als das Angebot war, habe sich die Situation nun gewandelt.

Dritt-Impfungen im Herbst?

Auf Pläne für Dritt-Impfungen angesprochen, geht die Gesundheitsministerin davon aus, dass bald Auffrischungen gegen das Corona-Virus nötig sein werden. Sie sagte, bei denjenigen, die im Januar als erste durch mobile Teams geimpft wurden, müsse man die Auffrischungsimpfung im Herbst im Auge behalten. Darüber habe man am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz unter anderem mit Vertretern des Robert-Koch- und des Paul-Ehrlich-Instituts beraten.

Auch in der kommenden Woche werde man mit der Ständigen Impfkommission weiter diskutieren. "Es steht ganz oben auf der Agenda, dass es besonders in diese vulnerablen Gruppen nicht wieder hineingeht und keine Lücken entstehen."

Zentren in Elbe-Elster und Oberhavel werden geschlossen

Bis Anfang August dieses Jahres sollen nun die meisten der Brandenburger Impfzentren die Trägerschaft wechseln. Das Impfzentrum in Elbe-Elster wird zum 31. Juli geschlossen. Auch das Impfzentrum in Oberhavel wird nicht weiter betrieben. Zudem geht am Donnerstag die Führung des Impflogistik-Stabes, der zwischenzeitlich beim Innenministerium lag, zurück an das Gesundheitsministerium.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.07.2021, 16:30 Uhr

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5 Kommentare

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  1. 5.

    Wie war es bei der spanischen Grippe oder Hongkong Grippe.... dauerten die ewig fort ? Wohl kaum. Irgendwann ist alles soweit vorbei das es niemanden interessiert. Dann laufen noch eine Handvoll mit Maske rum und haben weiter Angst und der Rest lebt einfach.
    Und vor allem geht es um die Maßnahmen.... und die haben ein Ablaufdatum.... wenn alle ein Impfangebot hatten gibt es keinen Grund mehr irgendeine Maßnahme aufrecht zu halten. Das ist auch unabhängig davon wie viele sich impfen lassen.
    Zum 100sten Mal.... Grundrechte sind nicht an Impfquoten gebunden.

  2. 4.

    Wer sich nicht schützen will, lässt es und die verschmähte Impfdosis nützt dann anderen. Dass Impfungen keinen ewigen Schutz bieten weiß jeder (auch da gilt Satz 1). Auf diese Tour, dass einige immer wieder was nicht mitmachen, wächst die GRuppe "Corona soll ewig so fortdauern).

  3. 3.

    Man sollte nicht vergessen, daß Frau Nonnemacher in den ersten drei Wellen der Corona-Pandemie durch Inkompetenz und Überforderung "geglänzt" hat, so daß die Regie auf den Innenminister überging.

  4. 2.

    Zumal auch bereits bekannt ist, dass die Delta-Variante zwar ansteckender, aber nicht tödlicher ist.

    https://www.welt.de/vermischtes/live230889917/Corona-live-Delta-Variante-laut-Experte-ansteckender-Sterblichkeit-geringer.html

    Ebenfalls gehen in GB die Zahlen der Hospitalisierungen nicht steil nach oben. Die vielen Kinder in den KH von Herrn Lauterbach sind auch nicht zu finden.

    So sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, dass „die Sterblichkeitsrate und Erkrankungsschwere von Kindern und Jugendlichen nach einer Corona-Infektion ähnlich niedrig wie bei der saisonalen Grippe“ sei. „Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die Delta-Variante das ändere“.

    https://www.fr.de/politik/coronavirus-karl-lauterbach-impfungen-kinder-delta-variante-zr-90828382.html

  5. 1.

    „ Auf Pläne für Dritt-Impfungen angesprochen, geht die Gesundheitsministerin davon aus, dass bald Auffrischungen gegen das Corona-Virus nötig sein werden.“

    Und das weil mittlerweile klar ist, das insbesondere biontech und moderne langen Schutz bieten.

    Wenn die Minister eines machen, dann ist es in Moment wieder extrem Angst zu schüren.

    es klingt ja „schrecklich“, wenn davor gewarnt wird, dass die Delta-Variante bereits für 37% der Neuinfektionen verantwortlich ist.

    Diese Aussage ist Angstmache PUR, wenn man bedenkt, dass wir aktuell in DE rd. 900. da sind das völlig geringere Zahlen, als wenn diese 37% von den Höchstwerten im Februar gerechnet werden.

    Offensichtlich lernen es Politiker nicht, sondern halten an dem Fest, womit sie schon mal das Land fast ruiniert haben.

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