Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt in Berlin (Quelle: imago images/Friedrichs)
Audio: Inforadio | 19.10.2020 | Birgit Raddatz | Bild: imago images/Friedrichs

Senat erwägt Maskenpflicht und Obergrenzen - Berliner Weihnachtsmärkte sollen trotz steigender Corona-Zahlen stattfinden

Nur mit Maske und mit strengen Besucher-Obergrenzen: Wenn in sechs Wochen in Berlin die ersten Weihnachtsmärkte öffnen, dann wohl unter diesen Bedingungen. Am Dienstag will der Senat über ein entsprechendes Konzept der Wirtschaftsverwaltung beraten.

Trotz steigender Infektionszahlen sollen Weihnachtsmärkte in Berlin auch in diesem Corona-Jahr öffnen dürfen. Die Wirtschaftsverwaltung hat dazu ein Regelwerk erarbeitet, das der Senat bei seiner Sitzung am Dienstag beraten und womöglich auch beschließen wird.

Die "Orientierungshilfe" sieht nach Angaben eines Sprechers vom Montag unter anderem eine Maskenpflicht sowie Obergrenzen für Besucher vor, die je nach örtlichen Gegebenheiten individuell festgelegt werden sollen. Bislang gilt, dass in Berlin Veranstaltungen im Freien mit bis zu 5.000 Personen erlaubt sind, in geschlossenen Räumen bis zu 1.000 Personen.

Marktbetreibern sollen Gebühren erlassen werden

Zu den Vorgaben gehören auch eine Zugangssteuerung, eine klare Abtrennung der Gastronomiebereiche, Arbeitsschutz für Angestellte und ausreichende Desinfektionsmöglichkeiten. Wo möglich, sollen die Märkte umzäunt werden. Private Ordnungsdienste sollen die Durchsetzung der Regeln kontrollieren. Ob das Papier der Wirtschaftsverwaltung auch ein abendliches Ausschankverbot von alkoholischen Getränken wie Glühwein vorsieht, ist nicht bekannt. Zunächst hatten "Berliner Morgenpost" und "Tagesspiegel" über das Konzept berichtet.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte auf dpa-Anfrage, eine Maskenpflicht auf den Märkten sei aus ihrer Sicht sinnvoll, weil dort der nötige Mindestabstand oft nicht eingehalten werden könne. Nach den Worten ihres Sprechers macht sich die Wirtschaftsverwaltung dafür stark, den Marktbetreibern beziehungsweise Händlern angesichts der schwierigen Situation bestimmte Nutzungsgebühren zu erlassen.

Kalayci schließt generelle Maskenpflicht nicht aus

Am Dienstag will sich der Senat nicht nur mit einer Maskenpflicht auf Weihnachtsmärkten befassen, vielmehr wird dies auf allen öffentlichen Plätzen in Berlin erwogen, auf denen viele Menschen unterwegs sind.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) schloss am Sonntag in der Abendschau des rbb eine generelle Maskenpflicht in der Stadt nicht aus. Mit Blick auf die weiter steigenden Infektionszahlen sagte sie: "Wir sind in der Maskenpflicht schon sehr weit, was den ÖPNV und den Handel angeht." Im öffentlichen Raum könne da, wo es eng wird, eine Maskenpflicht ebenfalls Sinn machen. Ebenso komme eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen in Betracht, sollten die Fallzahlen weiter in die Höhe gehen.

Senat plant offenbar erneut Kontaktbeschränkungen

Am Wochenende hatte der "Tagesspiegel" über einen Entwurf der neuen Infektionsverordnung berichtet, der vorsieht, dass sich schon ab dieser Woche maximal fünf Personen gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten dürften - oder mehrere Angehörige zweier Haushalte. Ausgenommen davon seien sportliche Aktivitäten. Bislang galt die Fünf-Personen-Begrenzung zeitlich zwischen 23 Uhr bis 06 Uhr. Beschlossen ist das aber noch nicht, auch diese neuen Regeln stehen am Dienstag beim Berliner Senat auf der Agenda.

Hintergrund sind die rasant steigenden Fallzahlen in der Hauptstadt. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner stieg in den vergangenen sieben Tagen auf 86,9 (Stand Sonntagabend). Damit liegt Berlin weiter deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 50.

Sendung: Abendschau, 19.10.2020, 19:30 Uhr

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136 Kommentare

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  1. 136.

    In der Großstadt sicherlich kein Problem. Auf dem Lande kanns da schon eng werden.

    Stichwort Quarantäne mit Zugangsbeschränkung.
    Oma hat kein Auto, die Famile darf nicht hin, die Nachbarn dürfen das Haus nicht verlassen, das Bargeld ist alle weil noch keine Rente da war und der nächste Geldautomat und Supermarkt sind jeweils 5km weg, natürlich jeweils in entgegengesetzte Richtung.
    Da kann mans Oma nicht verdenken, wenn sie mal ein bisschen vorsorgt.

    Und ja, solche Fälle gibts. Und nicht nur 1x.

  2. 135.

    Falsche Annahme, hat er nicht. Bitte jetzt nicht fragen, warum das dann nicht angegeben war.
    Falls Sie doch fragen kann ich nur antworten: 1000-Zeichen-Regel, die mich jedesmal nervt.

  3. 133.

    Ihr Post war in der Tat missverständlich. Kunde Mustermann hat im Falle einer Quarantänesituation zahlreiche Möglichkeiten, über andere Personen (Familie, Freundeskreis, Bekannte, Nachbarn, organisierte Nachbarschaftshilfen) an die gewünschten Lebensmittel zu gelangen.

  4. 132.

    Ich verbinde Weihnachtsmarkt mit ein oder zwei leckeren warmen Getränken und ein paar Leckerlis. Das ohne Maske und Abstand. Da es mir in diesem Jahr, aufgrund der Umstände, nicht möglich ist, es so zu genießen, lasse ich es ganz.

  5. 131.

    Weihnachten werden die Menschen sowieso die Masken fallen lassen, soviel Polizei gibt's gar nicht. Ich lasse mir mein Christenfest nicht versauen durch Fehlentscheidungen, ich freue mich schon. TV bleibt aus.

  6. 130.

    Soll ich ihnen jetzt wirklich meinen post erklären? Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich mich verständlich ausgedrückt habe. Vermutlich doch nicht - Entschuldigung.
    Also es wurde in der Diskussion fortwährend darauf bestanden, dass "Hamsterkäufe" auf der Grundlage einer Empfehlung der Bundesregierung Unsinn sind, weil die Supermärkte ständig offen sind, da „systemrelevant“.
    Das stimmt zum Teil. Es gibt keine Empfehlung der Bundesregierung zum "hamstern" sondern lediglich eine Notfallversorgung für ca. 10 Tage zu gewährleisten. Das habe ich unter #99 erklärt.
    Auf das weitere Argument der Systemrelevanz dann mein Hinweis unter #112 „Wenn sie zu Hause bleiben müssen nützt der Status systemrelevant gar nichts“.
    Können sie sich ein Szenario vorstellen, dass der Kunde Mustermann evtl. kommende Woche nicht einkaufen gehen kann, weil er z.B. wegen Quarantäne „zu Hause bleiben“ muss und deshalb heute mehr mitnimmt, weil er darauf vorbereitet sein will?

  7. 129.

    Und, ist es schon mal passiert, dass ALLE Läden schließen mussten, weil die Angestellten in Quarantäne mussten? Nein! Also hören Sie auf, Schreckensbilder zu kritzeln! Solange sich alle an die Regeln halten, wird schon nichts schiefgehen. Und wie Luna im 126. Kommentar bereits schrieb, wäre es kein Weltuntergang, wenn ein Supermarkt wirklich mal schließen müsste.

  8. 128.

    Der Senat berät heute wieder,ggf. auch über weitere Kontaktbeschränkungen:
    "Auch weitere Kontaktbeschränkungen im Gespräch
    Noch offen ist dem Vernehmen nach, ob der Senat auch weitere Kontaktbeschränkungen im Freien beschließen wird. Im Gespräch war zuletzt, dass sich maximal fünf Personen oder zwei Haushalte im Freien treffen dürften - so wie es derzeit schon nachts gilt. Hier besteht jedoch die Sorge, dass bei einem solchen Beschluss Menschen eher wieder drinnen zusammenkommen könnten, was man eigentlich vermeiden will.
    DAS WÄRE FÜR DEN WEIHNACHTSMARKT ABER KONTRAPRODUKTIV oder sollen dann alle auf den Weihnachtsmarkt,wenn sie mehr Leute treffen wollen?
    -Sarkasmus aus.-

  9. 127.

    Es geht eben darum auch Maß zu halten bei den Regelungen, alles zu verbieten wird bei den Bürgern zu noch mehr Unmut führen, das wäre mehr als kontraproduktiv. Was dann passiert wissen wir doch schon, es wird zu den Gerichten gerannt, oder schlichtweg gegen die Maßnahmen rebelliert - und auch trotz solch unschöner Geschehnisse, wäre es fatal von der Regierung per se alle Bürger wie dumme unmündige Kinder zu behandeln.
    Daher werden die Weihnachtsmärkte nicht einfach gestrichen, sondern überlegt, wie sie trotz Covid durchführbar sind.

  10. 126.

    Sie befürchten doch nicht wirklich, dass mit einem Schlag so viele Supermarktangestellte arbeitsunfähig werden, dass die Grundversorgung der Bevölkerung nicht mehr gesichert ist? Und jeder der nicht vorher schon 10 Kilo Nudeln, 20 Flaschen Ketchup und 50 Rollen Klopapier gebunkert hat, dann zum Kannibalismus übergeht, und draußen Blattwerk wie ein Wilder sammelt?
    Weil was soll denn bitte groß passieren, selbst wenn 1(!) Supermarkt schließen muss? Oder meinetwegen auch 2, oder 10 - in Berlin gibt es welche an jeder Ecke, im schönen Prenzlau ebenfalls.

    Die Panikmache der Regierung gefällt mir auch nicht, aber soviel Vertrauen sollten Sie wohl noch haben, dass sie ihre Bürger nicht verhungern lässt! Denn die Regierung hat Reserven, genau wie es ihre Aufgabe ist für Krisenzeiten, wenn es wirklich ganz hart kommen sollte - und genau deshalb muss niemand kopflos und egoistisch hamstern!

  11. 125.

    Ich rege mich nicht über die Maßnahme auf, ich rege mich über den Sinn und Zweck dieser Überlegungen auf.
    Es jedem selbst überlassen ob er unter diesen Bedingungen auf den Weihnachtsmarkt geht.
    Aber man kann sich nicht hinstellen und noch weitere Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht erlassen und beschließen beschließen und im selben Moment darüber nachdenken wie man die Bevölkerung über den Weihnachtsmarkt schlendern lässt.
    Wie gesagt wenn es so Ernst ist, ergreift man andere Maßnahmen!

  12. 124.

    Wieso wird sich hier jetzt bitte über die Maßnahmen aufgeregt, mit Hilfe derer die Weihnachtsmärkte doch stattfinden könnten? Zumal das kaum mehr als polemische Spekulationen sind hier in den Kommentaren. Wem das nicht gefällt, der braucht doch nicht hinzugehen dieses Jahr. Damit wäre auch den Leuten geholfen, die Lust auf Weihnachtsmarkt haben, die dann aufgrund der Einlassbeschränkungen weniger lang anstehen müssen.
    Immer diese Nörgler, zuhause bleiben und es den Anderen nicht vermiesen - wie wäre das mal zur Abwechslung?

  13. 123.

    Maske sehe ich genauso aber "Ein wirklich guter Ratgeber sieht anders aus." empfinde ich als ungerecht. Bei der Bevölkerungsdichte sind solche Entwicklungen eigentlich normal. Auch das Geschehen in Berlin ist nicht nur auf Feierwütige zurück zu führen. Da wo viele Menschen auf "einem Haufen klucken" knallt es ab und an, auch im Infektionsgeschehen.

  14. 122.

    Was finden Sie an Weihnachtsmärkten so schön? Ich kann da ruhig drauf verzichten. :)

  15. 121.

    Ich halte die Maske auch für einen Schutz, allerdings hat doch Herr Söder genug Probleme in Bayern.
    Die Infektionszahlen explodieren.
    Ein wirklich guter Ratgeber sieht anders aus.

  16. 120.

    Ihr Wort in Gottes Ohren, dass die gesund bleiben.
    Die haben nämlich witterungsbedingt keinen einfachen Job im Winter.

  17. 119.

    Hallo Luna!
    Ich habe ein intellektuelles Problem:
    Auf der einen Seite werden hier Massen an Infizierten an die Wand gemalt und erhebliche Panik geschürt.
    Auf der anderen Seite scheint der Einzelhandel eine Grundimmunität gegen Corona von vielen Usern verordnet zu bekommen.
    Niemand scheint dort krank zu werden - weder an der Kasse (trotz fehlenden Masken) noch in der Spedition. Ebenso scheint es keine Quarantänen geben zu werden.
    Alles läuft normal weiter.
    Es waren nicht die, die vorsorgen, die für leere Regale gesorgt haben, sondern die, die keine Vorräte hatten und jetzt auch melche wollten.
    Ebenso leitete der Restaurant-Lockdown viele Menschen auf die Supermärkte um.
    Rechtzeitiges Vorsorgen hat noch niemandem geschadet.
    Aber schön, wenn man wirtschaftliches und organisatorische Probleme dem einfachen Bürger in die Schuhe schieben konnte.
    War der perfekte Sündenbock.

  18. 118.

    Genau,sollen die ,die Angst zuhause bleiben ..ich gehe auf jeden Fall auf einen Weihnachtsmarkt!!!! F**k the Virus

  19. 117.

    Kommt auf die Anzahl derer an, die in Quarantäne sind.

    Und unseren Politikern traue ich mittlerweile alles zu, nur um das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben zu müssen...

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