Zwei Kinder spielen am Steg an einem See in Brandenburg. Quelle: Anette Riedel/dpa
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Sommerurlaub in Corona-Zeiten - Wo Berliner und Brandenburger bald wieder hinreisen dürfen

Campingtrips, Paddeltouren und sogar Hotelbesuche im Umland sind durch die jüngsten Corona-Lockerungen schon wieder möglich. Allerdings hat jedes Bundesland seine eigenen Regeln - wer eine Reise plant, muss genau hinschauen. Ein Überblick.

Seit den jüngsten Corona-Lockerungen gibt es für Berliner und Brandenburger wieder eine Aussicht auf Kurzreisen und Sommerurlaub. Die Tourismusbranche darf in den nächsten Wochen wieder einen großen Teil ihrer Angebote unter Hygieneauflagen hochfahren: Campingplätze, Ferienwohnungen, Hotels, Freibäder und Gaststätten können wieder öffnen, auch Bootstouren und Stadtrundfahrten sind bald wieder möglich. Ein Blick ins Umland zeigt allerdings: Jedes Bundesland verfolgt seinen eigenen Zeitplan bei den Lockerungen.

Mit dem Boot durch Brandenburg

Wer einen Trip nach Brandenburg unternimmt, kann ab Freitag schon wieder einen Besuch im Restaurant im Café oder in einer Kneipe einplanen, Gäste dürfen dann nicht nur draußen, sondern auch drinnen sitzen. Bislang waren gastronomische Angebote auf den Außer-Haus-Verkauf beschränkt. Auch Campingplätze dürfen ab Freitag wieder öffnen. Allerdings können dort zunächst nur Urlauber mit Wohnmobil- und Dauercamper übernachten, eine eigene Sanitäranlage ist erstmal Pflicht.

Ab dem 15. Mai dürfen Touristen außerdem wieder Boote mit Übernachtungskabinen chartern. Die Voraussetzung für die Betreiber aller dieser Angebote ist, dass die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sichergestellt sind.

"Möglichkeiten zur Reservierung und zur Kontaktnachverfolgung werden dringend empfohlen", hat ein Sprecher der Staatskanzlei am Freitag in einer Mitteilung erklärt. Hotels bleiben in Brandenburg hingegen noch eine Weile geschlossen. Die Landesregierung hat entschieden, erst am 25. Mai wieder sämtliche touristischen Vermietungen wieder unter Auflagen zu ermöglichen – dann wird auch das einfache Zelten auf Campingplätzen wieder möglich sein, so wie Reisebusreisen, Stadtrundfahrten, Schiffsausflüge und vergleichbare touristische Angebote. 

Berliner Hotels öffnen ab dem 25. Mai

Der Berliner Senat hat bereits grünes Licht für die Öffnung von Restaurants zum 15. Mai gegeben, auch in der Hauptstadt müssen Gastro-Betreiber sicherstellen, dass Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Berliner Campingplätze, Hotels, Ferienwohnungen und andere Beherbergungsbetriebe sollen ab dem 25. Mai wieder unter Auflagen öffnen. Buffets darf es dann aber noch keine geben und auch Wellness- und Spa-Bereiche in Hotels müssen vorerst geschlossen bleiben. Stadtführungen und Stadtrundfahrten mit Bus oder Schiff dürfen ab dem 25. Mai wieder stattfinden.

Die Außenbereiche von Tierpark, Zoo und Botanischem Garten sind bereits Besucherinnen und Besucher geöffnet. Berliner Freibäder sollen nach Vorstellung des Senats auch ab dem 25. Mai öffnen dürfen. Allerdings soll dafür noch ein Konzept erarbeitet werden. 

Hotelbesuch an der Elbe

In Brandenburgs Nachbarbundesland Sachsen sind ab dem 15. Mai schon wieder Hotelübernachtungen erlaubt, Campingplätze und Ferienwohnungen dürfen dann ebenfalls wieder Touristen aus anderen Bundesländern aufnehmen. Allerdings gelten in allen Anlagen besondere Regeln, wie ein Sprecher des sächsischen Ministeriums für Wirtschaft und Tourismus rbb|24 sagte. Gastronomie und Hotelrestaurants müssen für abwaschbare Speisekarten sorgen und Mindestabstände gewährleisten.

Öffnen dürfen ab dem 15. Mai in Sachsen aber auch Theater, Musiktheater, Kinos, Konzerthäuser, sowie Freizeit- und Vergnügungsparks. Nur Wellness-Urlauber müssen sich noch gedulden: Die Corona-Verordnung des Freistaats sieht zwar die Öffnung von Freibädern vor, Hallenbäder und Spa-Anlagen bleiben aber vorerst noch geschlossen. 

Tourismus in Sachsen-Anhalt bisher nur für Einheimische

Mit ihrer fünften Corona-Verordnung hat die schwarz-rot-grüne Landesregierung in Sachsen-Anhalt die Öffnung von Hotels, Ferienhäusern und -wohnungen ab dem 15. Mai erlaubt – allerdings nur für Einheimische. Wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums rbb|24 sagte, gelten diese Regeln mindestens noch bis einschließlich 27. Mai. "Unser Ziel im Wirtschaftsministerium ist, dass wir ab 28. Mai auch wieder Tourismus aus anderen Bundesländern ermöglichen." Das allerdings hänge sicherlich auch vom weiteren Infektionsgeschehen ab.

Eine Eingrenzung der Gästezahlen in Hotels wolle die Landesregierung in Magdeburg nicht vornehmen – allerdings seien bei einer Öffnung alle Betreiber verpflichtet, auf Hygieneregeln, wie 1,50 Meter Mindestabstand zwischen den Tischen und abwaschbare Speisekarten auch in Hotels zu achten. Über mögliche weitere Öffnungen zum Ende des Monats will das Kabinett am 19. Mai entscheiden. 

Fünf-Phasen-Plan in Mecklenburg Vorpommern

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern lockert den im März beschlossenen Tourismusstopp schrittweise in einem Fünf-Stufen-Plan. Seit dem 1. Mai können Zweitwohnungsbesitzer aus anderen Bundesländern wieder in ihre Wohnung in Mecklenburg-Vorpommern reisen, wenn diese als Zweitwohnung (Nebenwohnung nach dem Bundesmeldegesetz) angemeldet ist. Auch Restaurants und tourismusnahe Gewerbe, wie Strandkorbvermietungen oder Fahrradverleihstellen durften ihren schon wieder den Betrieb aufnehmen.

Mit der dritten Phase dürfen ab dem 18. Mai zunächst Einheimische wieder in Mecklenburgischen Hotels übernachten. Phase 4 beginnt am 25. Mai, ab dem Tag dürfen Gäste aus anderen Bundesländern in den Hotels, Campinganlagen und Ferienwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern übernachten. Allerdings gilt aufgrund des Infektionsschutzes in allen Hotels erst einmal eine Kapazitätsgrenze, Betreiber dürfen nur 60 Prozent ihrer Plätze vermieten. Nur für Campingplätze gilt diese Grenze nicht. In der fünften Phase soll der Tourismus dann wieder normal laufen. Einen Termin dafür hat die Landesregierung noch nicht bestimmt.

Grenze nach Polen öffnet sich für Touristen erst später

Reisen nach Polen sind bis auf weiteres noch nicht wieder möglich, die polnische Botschaft in Berlin meldet auf ihrer Website, dass die Grenzen für Touristen vorerst bis zum 12. Juni geschlossen bleiben, die Bundesregierung hatte eine weltweite Reisewarnung ohnehin bis einschließlich 14. Juni ausgesprochen.

Eine Verlängerung der Maßnahmen von polnischer Seite "sei nicht auszuschließen", heißt es auf der Website der Botschaft – allerdings hofft das polnische Fremdenverkehrsamt, dass der Tourismus spätestens im Juni wieder vorsichtig beginnen kann. Pressesprecherin Magdalena Korzeniowska sagte rbb|24: "Alle freuen sich darauf, wenn Reisen wieder möglich ist. In der nächsten Woche wollen sich die Hotels in Polen auch so langsam wieder auf internationale Besucher vorbereiten."

EU-Kommission weckt Hoffnung auf Sommerurlaub

Auf europäischer Ebene gibt es schon seit April ein Konzept zur Öffnung des Tourismus für die Sommersaison. "Das wird für niemanden von uns ein normaler Sommer, aber wenn wir alle zusammenarbeiten, dann werden wir nicht den ganzen Sommer zu Hause verharren müssen - und dann wird es auch kein vollständig verlorener Sommer für die europäische Tourismusindustrie werden", kommentierte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, in einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch.

Laut Vestager will die EU-Kommission Tourismus in Europa prinzipiell wieder dort erlauben, wo die Voraussetzungen erfüllt sind, die im April in einer Exit-Strategie festgeschrieben wurden. Demnach müssen sich die Infektionen an Urlaubsorten auf einem niedrigen Level befinden, Abstandsregeln müssen eingehalten werden, eine Nachverfolgung von Infektionsketten muss möglich sein und die Urlaubsorte müssen eine stabile Gesundheitsversorgung für Einheimische und für Touristen gewährleisten. 

Unter welchen Voraussetzungen Touristen im Schengen-Raum von Land zu Land reisen dürfen, haben die Staatsregierungen in Europa noch nicht im Detail geklärt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte am Donnerstag gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dass er grundsätzlich an seinen Plänen zur Einführung eines Immunitätsausweises festhalte. "Andere Staaten planen, die Einreise künftig von einem derartigen Immunitätsnachweis abhängig zu machen", betonte Spahn.  Bei anderen ansteckenden Krankheiten wie Gelbfieber gebe es eine solche Regel schon. "Wir werden uns also weiter mit dem Thema beschäftigen müssen." 

Sendung: Brandenburg Aktuell, 14.05.2020, 19.30 Uhr

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12 Kommentare

  1. 12.

    Ich gebe Ihnen voll recht. Einige Schlaumeier bilden sich wirklich ein, alles besser zu wissen.
    Wahrscheinlich wissen die gar nicht was Föderalismus ist oder sie regen sich einfach über alles auf. Furchtbar, dass es immer noch Menschen gibt die glauben, dass es sich hier um einen Schnupfen handelt.

  2. 11.

    Noch höher ist der Preis wenn Corona noch mal kommt.
    Kein Mensch stirbt daran, dass er nicht verreisen kann.

  3. 10.

    Meine Güte... Wie kann man sich nur so sehr über die Beschränkungen wegen dieser Pandemie aufregen.
    Alle, die sich aufregen, sollen froh sein, dass wir hier keinen langjährigen Kriegszustand aushalten müssen !!!!
    Seid ihr alle verweichlicht? Diese kurze und absehbare Krise sollten wir doch wohl ohne Hirngespinste überstehen, oder?
    Endlich werden die Leute mal wieder daran erinnert, sich mit Abstand und sauberen Händen zu begegnen. Die alternative Lebensweise ohne Regeln hat jedenfalls nix Gutes bewirkt.

  4. 9.

    Macht die Grenzen wieder auf, wir wollen nicht in Deutschland Urlaub machen.

  5. 8.

    Wäre ja auch krass sich informieren zu müssen. Und das dann noch auf einer offiziellen Seite. https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198 Da könnte man das ja in 3 Minuten herausfinden, aber warum denn, wenn man auch nen Kommentar schreiben kann, der genau das Gegenteil von dem aussagt, was kundige (!) Beobachter*innen so sehen: Nämlich dass der Föderalismus gerade Sinn macht, wenn eine Pandemie sich regional unterschiedlich verbreitet. Oder hätten Sie die strengen Regeln in Bayern, die achtmal mehr Fälle haben, gerne hier in Berlin gehabt? Nicht? Hmm, dann bleibt aber ja gar nichts zum Ko... übrig. Wäre auch schade für Sie. Von daher - weitermachen!

  6. 7.

    Die Kommentare hier sind doch zum Heulen, ob Randberlinerin oder Frau Augenwischerei. Die haben natürlich Einsicht in alles, kennen die Bilanzen DER Unternehmen und wollen von ihrer Bewertung, dass ja ohnehin alles "Irrsinn" war nicht abrücken, auch wenn der Artikel behandelt, dass in 2 Wochen wieder alles "normal" sein wird/auf dem Weg dahin ist. Wie normal? Das wird man sehen müssen, aber sicherlich wissen die Meisten, dass die Regelungen im Alltag von allen Beteiligten recht frei interpretiert werden. Siehe Vedad nach seinem Tor. Solange man sich schrittweise an die Regelungen rantastet (bis die wieder gelockert werden, ist ja nicht so, dass sie ewig bestehen bleiben)ist das doch auch ok. Grundsätzlich muss es ja immer Weltuntergangsstimmung sein, die Abschaffung des Grundgesetzes oder gleich die Versklavung. Gehts nicht mal eine Nummer kleiner? Und wenn man sich argumentativ nicht mehr zu behelfen weiß, dann zitiert man immer das passende Bsp aus dem eigenen Umfeld. Wie praktisch.

  7. 6.

    Augenwischerei. Bis alles wieder "anläuft" sind die meisten pleite. Ein hoher Preis.

  8. 5.

    Ich würde ja gerne meine Eltern in NRW wieder mal besuchen, sie haben aber keinen Campingplatz und kein Hotel. War´n Witz - ist das jetzt erlaubt? Achtung, NRW hat komplett andere Regelungen. Welche sticht? Oder muss ich hälftig an der A2 ranfahren und mir ein gefälschtes Nummerschild ans Auto machen???

    Dieser Lockerungsföderalismus ist soooo zum ko...

  9. 4.

    Das heißt wer keinen Immunitätsausweis hat bleibt aussen vor? Dann muss sich wohl jeder erstmal anstecken um nicht diskriminiert zu werden.

  10. 3.

    ich habe mit die Verordnung von Brandenburg durchgelesen und dort ist das etwas anders beschrieben:
    https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/sars_cov_2_eindv

    § 9 (3) -> Ferienwohnungen und -häuser dürfen ab dem 15.05.2020 vermieten, sofern die jeweiligen Unterkünfte über eine eigene Sanitärausstattung verfügen

  11. 2.

    Inanna, ich befürchte auch, dass es sich für viele Unternehmen, Vereine und Sonstige nicht mehr rechnet, den "Laden" zu öffnen. Die Vorschriften sind enorm, die bereits eingefahrenen Verluste auch und letztendlich fehlt auch noch das Personal, denn viele sind noch mit der Kinderbetreung beschäftigt und können gar nicht arbeiten. Und wir haben erst zwei Monate Stillstand hinter uns ... die bisher entstandenen Schäden werden sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Wann hat dieser Irrsinn endlich ein Ende?

  12. 1.

    Augenwischerei. Die betroffenen Unternehmen wissen was sie an Hygienevorschriften einzuhalten haben, bei vielen rechnet es sich nicht. Die machen ihre "Läden" dicht. Das ist verständlich. Ein Busunternehmen sagte z.B. dass sie nicht mit 5 Fahrgästen fahren werden, sie bräuchten 25, um überhaupt die wichtigsten Kosten decken zu können, schließlich müssen ja die Abstandsregeln eingehalten werden. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm.

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