Deutscher Wetterdienst - Unwetterwarnung für Ostbrandenburg aufgehoben

Während in Süddeutschland Flüsse über die Ufer treten und bei Augsburg sogar ein Damm gebrochen ist, sieht die Wetterlage für Brandenburg weniger dramatisch aus. Doch auch hier hat der DWD vor Gewittern und Starkregen gewarnt.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Samstagnachmittag und -abend besonders für Südbrandenburg vor örtlichen Gewittern mit Starkregen gewarnt. Für Teile Ostbrandenburgs bestand am Samstagabend zeitweise eine amtliche Warnung vor schwerem Gewitter. Diese wurde gegen 19 Uhr wieder aufgehoben.
Auch für Südbrandenburg sah die Situation am Samstagabend entspannter aus. Die Feuerwehrleitstelle Lausitz meldete auf Anfrage von rbb24 keine wetterbedingten Einsätze.
Unwetter in Brandenburg auch am Sonntag möglich
Allerdings besteht für Südbrandenburg weiterhin eine sogenannte Vorabinformation Unwetter, die aktuell bis einschließlich Sonntag gilt. Das bedeutet, dass die Meteorologen ein Unwetter erwarten, aber noch keine näheren Angaben zu Gebiet und Zeitpunkt machen können. Das Warngebiet erstreckt sich etwa bis Höhe Frankfurt (Oder) und Luckenwalde.
Mit Blick auf das drohende Unwetter wurde beispielsweise in Spremberg (Spree-Neiße) ein für Samstag geplantes Fest anlässlich des Kindertages wegen der möglichen Gefährdung für die Kinder abgesagt. Es soll nun am 6. Juli stattfinden.
Damm bei Augsburg gebrochen
Dramatischer sieht es laut DWD in Süddeutschland aus. Im schwäbischen Landkreis Augsburg sind am Samstagmittag ein Deich und ein Damm gebrochen. Das teilte das Landratsamt mit. Bewohner in bestimmten Straßenzügen in dem Ort Diedorf müssen ihre Wohnhäuser verlassen.
In Fischach im Landkreis Augsburg haben Helfer Menschen mit einem Hubschrauber aus ihren von den Fluten eingeschlossenen Häusern gerettet. Die Bewohner hätten auf andere Weise ihre Häuser nicht mehr verlassen können, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes.
Gefängnis wegen Hochwasser geräumt
Wegen des Hochwassers in Bayern ist die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Memmingen geräumt worden. Rund 100 Häftlinge - darunter etwa 20 Frauen - wurden auf andere Gefängnisse verteilt.
Durch das Wasser war zunächst die Stromversorgung der JVA bedroht. Am Ende aber sei das Problem das Abwasser gewesen, das nicht mehr habe abfließen können, die Leiterin der JVA, Anja Ellinge. Inzwischen sei das Wasser bis in die Gefängnisräume gestiegen, wenngleich nicht in Haftzellen.
Unwetterwarnungen teils bis Montag
Laut DWD gelten für das westliche Schwaben, das Oberallgäu und Oberbayern die höchste Warnstufe 4. Dort seien teils Niederschlagsmengen von bis 120 Liter pro Quadratmeter möglich. Für Mittel- und Oberfranken gelte die Warnstufe 3 mit Regenmengen von 40 bis 70 Liter. Ab dem Nachmittag könne es punktuell in Nordbayern starke Gewitter geben. Mehrere Landkreise haben den Katastrophenfall ausgerufen.
Der Dauerregen im Südwesten hat zu Pegelständen geführt, wie sie statistisch gesehen nur einmal in mehr als hundert Jahren erreicht werden. So führten am Samstagnachmittag die Donaunebenflüsse Umlach in Ummendorf, Rottum in Laupheim (beide Kreis Biberach), Wurzacher Ach in Leutkirch-Reichenhofen (Kreis Ravensburg) und Weihung in Unterkirchberg (Alb-Donau-Kreis) so viel Wasser wie bei einem Jahrhunderthochwasser.
Ein Jahrhunderthochwasser ist eine rechnerische Größe und bezeichnet ein Hochwasser, das im statistischen Mittel einmal in hundert Jahren erreicht oder überschritten wird.
Viele Unwetterwarnungen gelten mit Stand Samstagmittag zunächst bis Sonntag, einige bis in den Montag hinein.
Sendung: rbb24 Inforadio, 01.06.2024, 10:40 Uhr