Senat erweitert Angebot - Corona-Impfbusse steuern ab Oktober Berliner Randbezirke an

Symbolbild: Ein mobiler Impfbus für Impfungen gegen das Coronavirus steht auf einem Supermarktparkplatz. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)
Bild: dpa/Julian Stratenschulte

Neben den noch verbliebenen Impfzentren und den mobilen Impfteams bringt der Berliner Senat ab Oktober eigene Impfbusse in die Spur, vor allem in den Randbezirken. Eine neue Impfmöglichkeit gibt es zudem in einem Einkaufszentrum.

Ab Anfang Oktober sollen vier Corona-Impfbusse durch Berlin rollen und damit die zuletzt stockende Impfquote vorantreiben. Besonders die Berliner Randbezirke sollen so erreicht und versorgt werden, hieß es am Freitag aus der Gesundheitsverwaltung.

Die Impfungen werden demnach an unterschiedlichen Orten im stehenden Bus angeboten. Wo genau die Busse wann stehen, wird tagesaktuell auf der Internetseite der Gesundheitsverwaltung [berlin.de/sen/gpg] bekanntgegeben. Geimpft werden können alle Personen ab zwölf Jahre, auch Auffrischungsimpfungen sind für Berechtigte in den Impfbussen möglich. Vor Ort können digitale Impfnachweise erstellt werden, dafür muss allerdings der Personalausweis mitgebracht werden. Verimpft wird der Wirkstoff von Moderna.

Berliner Impfkampagne: Vier Impfbusse fahren Anfang Oktober in die Stadtteile hinaus (Quelle: 2021 IG Design/Delzeit-Peters)
So soll er aussehen: der neue Impfbus des Berliner Senats. Bild: 2021 IG Design/Delzeit-Peters

Bis zu 20 Impfungen pro Stunde

"Wir werden noch flexibler und noch näher an die Menschen herankommen", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Freitag. Dabei gehe es ihr auch um die Menschen, die in Berlin auf der Straße leben. Die Berliner Tafel e.V. beteiligt sich an der Impfbus-Aktion. Die Busse werden ab Anfang Oktober auch gezielt die "Laib und Seele"-Ausgabestellen aufsuchen.

Die zweistöckigen Busse sollen Raum für zwei Impfkabinen, die Impfstoffaufbereitung, Dokumentationsplätze und die Nachbeobachtung der Impfgäste bieten, wie es aus der Gesundheitsverwaltung hieß. Bis zu 20 Menschen könnten demnach pro Stunde in einem Bus geimpft werden.

Neue Anlaufstelle im Ringcenter, dafür Schluss bei Ikea

Bereits ab dem 28. September gibt es im Ringcenter in Berlin-Lichtenberg ein weiteres neues Impfangebot, das ohne Terminbuchung ganz spontan wahrgenommen werden kann. Ein Impfteam wird im Einkaufszentrum montags bis samstags zwischen 12 und 18 Uhr vor Ort sein, wie Gesundheitssenatorin Kalayci am Freitag ankündigte. Das niedrigschwellige Impfangebot wird von ihrer Senatsverwaltung und dem Deutschen Roten Kreuz organisiert. Zur Verfügung steht auch hier der Impfstoff Moderna.

Gleichzeitig endet am Tag zuvor eine andere unkomplizierte Impfmöglichkeit in Lichtenberg: Die Impfstelle auf dem Parkplatz von Ikea hat am 27. September letztmals bis 19 Uhr geöffnet. Laut Senatorin Kalayci sind dort in den zurückliegenden Wochen rund 28.000 Corona-Impfungen erfolgt.

Aktionswoche wurde von 10.000 Personen genutzt

Bei der Impfquote liegt Berlin mit fast 64 Prozent vollständig Geimpfter derzeit genau auf dem Bundeslevel. Für ein Ende der Pandemie werden Werte über 80 Prozent angestrebt.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich auch Berlin an der bundesweiten Aktionswoche zu niedrigschwelligen Impfangeboten beteiligt. Geimpft wurde beispielsweise in einem Döner-Laden, am Olympiastadion, im Zoo und erneut in der S-Bahn. Rund 10.000 Menschen hatten in Berlin diese Angebote in der Woche zwischen 13. und 19. September genutzt.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) zeigte sich mit der Zahl der Geimpften zwar zufrieden, monierte aber die insgesamt noch zu niedrige Impfquote. So hätten bisher in Berlin rund 78 Prozent der über 18-Jährigen eine Erstimpfung erhalten, bei den unter 18-Jährigen seien es erst 38 Prozent. "Hier haben wir großen Aufholbedarf", sagte Kalayci. Deswegen werde es auch weiterhin niedrigschwellige Angebote geben.

Sendung: Abendschau, 24.09.2021, 19:30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

15 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 15.

    Also bis auf drei Bezirke haben alle Bezirke eine Grenze zu Brandenburg. Was ist nun gemeint? Stadtrand? Kein Wunder, dass Berlin Probleme hat, wenn man sich schon über Begriffe Gedanken machen muss.

  2. 14.

    Wie sich doch Sprache verändert. Statt Außenbezirk ist es nun der Rand. Randbezirk hat für mich einen eher negativen Touch. Man steht am Rand.

  3. 13.

    Sehr geehrter „Randbezirksbewohner“,
    ich habe den von Ihnen kommentierten Kommentar nirgends das Wort „Impfmuffel“ entdecken können.
    Mit freundl. Grüßen und ein schönes Wochenende

  4. 12.

    FALSCH.... Es wird sogar kontrolliert ob man die 20 Minuten da bleibt.... Wenn Sie der Meinung sind ehr gehen zu wollen, dann ist es halt auf eigene Gefahr.... Bei uns funktioniert es prima mein Kind hat heute seine 2. Impfung bekommt, und da wurde von der Bundeswehr kontrolliert ob man die 20 Minuten nach der Impfung da bleibt.....

  5. 10.

    Ja, auch wenns "suspekt" klingen mag mit Impfung im Bus, Einkaufszentrum, usw., aber klar sitzt dort Fachpersonal.

    Den jeweiligen Aufklärungs- und Anamnesebogen - wird einheitlich vom RKI bereit gestellt - kann man auch bereits ausgefüllt mitbringen zur Zeitersparnis bzw. somit kann man sich auch in Ruhe bereits Zuhause damit befassen.

    https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/Aufklaerungsbogen-Tab.html

  6. 9.

    Ach.... nun hat der Senat DOCH noch die Randbezirke "bemerkt"???

    Auf jeden Fall eine gute Sache, dann endlich regulär mobile Angebote zu haben, so wie im benachbarten Potsdam ja schon lange mit den mobilen Teams wechselnd an unterschiedlichen Standorten.

  7. 8.

    "...und nach der Impfung muß man mind. 20 Minuten da bleiben falls etwas ist."

    komplett FALSCH. keiner muß da bleiben!!!

  8. 6.

    Egal woher die Gesundheitssenatorin stammt. Wahr ist, dass sie anscheinend den Fokus ihrer Aufmerksamkeit in den letzten 1,5 Jahren nicht nur nicht auf ganz Berlin gelegt hat.
    Ich finde es peinlich, wenn einem Gesundheitssenat erst mit Klagen gedroht werden muss damit auch intensivpflichtige Klienten in Wohngemeinschaften geimpft werden. Während die Senatorin zeitgleich verkündet, dass alle stationären Bewohner ein Impfangebot erhalten haben.
    Diese Wohngemeinschaften sind eine Berliner Erfindung und zeigen das unsere Stadt in der Lage ist seine älteren und erkrankten Bürger nicht nur in Heime abzuschieben und vor der Gesellschaft zu verstecken.
    Für unseren Senat schien dies jedoch ein Makel zu sein und Grund diese Berliner Besonderheit zu vergessen oder zu ignorieren.
    Genauso blind war man gegenüber den Aussenbezirken in der Hochphase der Pandemie und danach.
    Aber genau die Bewohner dieser Bezirke fahren täglich in die Innenstadt und halten dieese am laufen.

  9. 5.

    Ja es sind Ärzte drin(es darf nur Medizinisches Personal impfen).... Ja es gibt einen Anamnese Bogen zum Ausfüllen, und nach der Impfung muß man mind. 20 Minuten da bleiben falls etwas ist.

  10. 4.

    Ach GUCK MAL SCHAU, hat die Westdeutsche Gesundheitssenatorin uns Randbezirkler auch mal entdeckt!"
    Heißt das, das die Randbezirkler einen Anspruch darauf haben, das ihnen die Impfungen hinterhergetragen werden?
    Und nebenbei: Geimpft wird seit Dezember und nicht seit 1,5 Jahren.
    Und jetzt: Fröhliches Wählen am Samstag.

  11. 3.

    Sind denn da Ärzte drin? Und kann ich nach der Impfung noch ein Weilchen sitzen bleiben, sollte mir schwummrig werden? Und einen Anamnesebogen gibt es sicher auch, und es wird nach verschiedenen medizinischen Daten gefragt? Ich kann mir das immer nicht so richtig vorstellen, wie dieses Impfen am Straßenrand/in der Dönerbude/in der Ringbahn vonstatten geht.

  12. 2.

    Laut deutschsprachiger Wikipedia wurde Frau Kalayci in der Türkei geboren und lebt seit ihrem dritten Lebensjahr in Berlin, etwaige Lebensabschnitte ihrerseits in Westdeutschland sind nicht vermerkt. Der erste Impfstoff hat Ende Dezember eine Zulassung in Deutschland erhalten. Und wer Friedrichshein und Neuköln sind, erschließt sich aus dem Kommentar nicht.

  13. 1.

    Ach GUCK MAL SCHAU, hat die Westdeutsche Gesundheitssenatorin uns Randbezirkler auch mal entdeckt! Das hat ja nur 1,5 JAHRE GEBRAUCHT bis die Dame mal auf eine Karte geguckt hat um fest zu stellen, dass Berlin NICHT NUR Mitte, Prenzlauer Berg, Neuköln, Wedding und Friedrichshein ist!

    DANKE FÜR GARNICHTS SENAT! Die Quittung kommt bei der Wahl!

Nächster Artikel