Katrin Göring-Eckardt in der radioeins Dachlounge
radioeins/Krüger
Audio: radioeins | 18.09.17 | Katrin Göring-Eckardt im Gespräch mit Tom Böttcher und Marco Seiffert | Bild: radioeins/Krüger Download (mp3, 28 MB)

Grüne-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt bei Radioeins - Ein bisschen Jamaika

Mit der CDU und der FDP zu regieren, das mache so wenig Lust, wie als Kind sein Zimmer aufzuräumen, sagte die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt am Montag. Ganz verschmähen würde sie eine "Jamaika"-Koalition offenbar trotzdem nicht.

Sechs Tage vor der Bundestagswahl hat die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, den Anspruch ihrer Partei bekräftigt, am Sonntag drittstärkste Kraft zu werden. Dabei setze sie ihre Hoffnung vor allem auf die große Zahl der noch unentschlossenen Wähler. "Ich glaube, bei sehr vielen Wählern wird es einen Klick geben: entweder Grüne oder FDP", sagte Göring-Eckardt am Montagmorgen bei Radioeins. Die Grünen kämpften bis zum Wahltag dafür, besser als die Liberalen abzuschneiden.

Ein Bündnis aus CDU, FDP und Grünen bezeichnete Göring-Eckardt zwar als unwahrscheinlich, schloss diese Option aber nicht aus. "Wenn meine Kinder gesagt haben: 'Ich hab keine Lust, mein Zimmer aufzuräumen', dann habe ich gesagt: 'Dann machst Du’s halt ohne Lust.' Lust habe ich darauf ganz bestimmt nicht", sagte sie. Es könne zwar sein, dass die Grünen in diese Richtung Gespräche führten, eine "Jamaika"-Koalition aber sei für Deutschland nicht hilfreich.

Göring-Eckardt spricht sich gegen Offenhaltung Tegels aus

Auf eine Koalition nur mit der CDU oder mit SPD und Linken gemeinsam können die Grünen wohl nicht hoffen - geht man von den aktuellen Umfragen, wenige Tage vor der Wahl, aus, liegen sie bei etwa acht Prozent. In Berlin kämen die Grünen - legt man den aktuellen BerlinTREND von rbb und Berliner Morgenpost zugrunde - auf etwa 14 Prozent der Stimmen.

Der Platz hinter CDU und SPD sei bei dieser Wahl mit Blick auf den erwarteten Einzug der Alternative für Deutschland (AfD) in den Bundestag besonders wichtig, bekräftigte Katrin Göring-Eckardt am Montag. Dieser sei eine große Herausforderung für die Demokratie, man werde im Parlament harte Debatten mit der AfD führen. "Es sind Nazis - da kann man auch nicht mehr drum herum reden, seit Alexander Gauland gesagt hat, wir sollen bitteschön den Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg dankbar sein", sagte sie.

Auf die Frage einer Hörerin hin, bezog Göring-Eckardt auch zum Volksentscheid zum Flughafen Tegel Position: Sie sei dafür, den Airport zu schließen. "Ich finde, es ist eine super Idee, aus dem Flughafen ein innerstädtisches Gebiet zu machen, wo neu gearbeitet wird, wo richtig was passieren wird - und einen Flughafen in Schönefeld zu haben", sagte die Grünen-Spitzenkandidatin. Volksentscheide an sich befürworte sie immer, im Falle des TXL sagte sie aber: "Ich glaube dass man sich auch mal an das halten muss, was man beschlossen hat." Der Volksentscheid wird ebenfalls am Sonntag - parallel zur Bundestagswahl - stattfinden.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

7 Kommentare

  1. 7.

    LEIDER muss ich ihnen recht geben. Hier hat ein grüner Ministerpräsident die Möglichkeiten Vorkehrungen gegen die Schädigungen von Menschen und Umwelt vorzunehmen und er unterlässt es. Menschen und Umwelt schützen - ein angebliches Kernthema. Hier handeln die Grünen wie CDU, CSU, SPD und FDP.
    Hoffentlich erkennen dies viele Wahlberechtigte.

    Meine Familie, Freunde und Bekannte wählen am 24. September jedenfalls nicht nach Versprechungen sondern nach tatsächlichen Handlungen bzw. Gesetzgebungen der Politiker und Parteien der letzten Jahre. Und die richten sich leider meistens gegen Arbeitnehmer, Rentner, Verbraucher, Tiere und Umwelt und für Konzerne und Arbeitgeber.

  2. 6.

    Mit Grün-Schwarz unter Kretschmann hat das grüne Projekt bzw. Lager die Seiten gewechselt. Diese Koalition steht auch für einen Wechsel in das konservative Lager. Speziell Kretschmann ist seinem Selbstverständnis nach kein Linksliberaler mehr, sondern bekennend konservativ. Insofern sieht er in Grün-Schwarz eine Koalition im besten bürgerlichen Sinne. Deutlich wurde dies besonders im letzten Jahr, in der selbstverschuldeten Krise der deutschen Automobilindustrie. Während knallharte grüne Aufklärung und Sanktionen gefragt gewesen wären, sorgte man sich im Ländle mehr um die Frage, ob der Mercedes schon bald wieder genauso viele Edelkarossen verkaufen werde wie zuvor.

    Nicht nur das Rentenniveau wurde gesenkt, zudem werden jedes Jahr die Steuerabzüge auf die Brutto-Rente erhöht! Das hier in den nächsten Jahrzehnten die massenhafte Rentenarmut droht scheint zu vielen Bundesbürgern noch nicht bewusst zu sein. Eine wahrhaftig unabhängige Presse müsste das plakativ öffentlich machen!

  3. 4.

    Hoffentlich kommen die Grünen bei der Bundestagswahl unter 5% und sind somit aus dem Parlament raus.
    Deren Klugscheisserei kann man ja nicht mehr ertragen.

  4. 3.

    Die Grünen koalieren überall dort wo sie Posten besetzen können. Ob mit den Linken in Berlin oder der rechtskonservativen CDU in Baden-Württemberg.
    Was unternimmt der grüne Ministerpräsident Kretschmann in Baden-Württemberg gegen die vergiftete Luft und die Betrügereien der Autoindustrie? Nichts, garnichts.
    Die Grünen haben mit der SPD das Rentenniveau auf 43 % abgesenkt und so die millionenfache Altersarmut per Gesetz eingeleitet. Und plakatieren jetzt kackfrech Gerechtigkeit. Skrupelloser und abgebrühter geht es kaum.

  5. 2.

    Es ist schon bemerkenswert, was uns wenige Tage vor der Wahl vorgespielt wird.
    Was sollen Parteitage so kurz vor der Wahl? Ein Programm formulieren? Einen Spitzenkandidaten benennen? Dass sich Parteien wie gestern die GRÜNEN und die FDP zu einem Parteitag versammeln ist ungewöhnlich. Eine Werbeveranstaltung mit dem richtigen Kalkül, dass sich die Medien im konkreten Fall dieser beiden Parteien dafür interessieren. Beide haben dabei so getan, als gebe es Streit und nahezu unüberbrückbare Auffassungen. Davon kann man von wenigen Ausnahmen abgesehen nicht ausgehen.
    Die GRÜNEN geben sich mithilfe des gespielten Konfliktes mit der FDP ein linkes fortschrittliches Profil und überdecken damit, dass sie ganz ordentlich nach rechts gerückt sind. Man wird sehen wie viele Wählerinnen auf dieses Schmierentheater hereinfallen.

  6. 1.

    Jamaika steht für Bananenrepublik und es tut weh ja es past dann leider, das einzig gute ist das wir diese Regierung nicht lange hätten, also Neuwahlen bis es past.

Das könnte Sie auch interessieren