Zweistellige Temperaturen - Meteorologe: "Das ist kein Winter"

So 26.01.25 | 15:23 Uhr
  69
Symbolbild: Spaziergänger in Steglitz-Zehlendorf, Berlin. (Quelle: dpa/Schoening)
Bild: dpa/Schoening

Wechselhaftes Wetter mit Sonne, Schauern, Wind und teils zweistelligen Temperaturen. So etwas passt gut in den April - aber nicht in den Januar. Im langjährigen Mittel sei es derzeit etwa 2,5 bis 3 Grad Celsius zu warm, so ein Meteorologe.

Von Schnee und kühler Winterluft kann man derzeit in Berlin und Brandenburg nur träumen - stattdessen ist das Wetter in der Region teilweise frühlingshaft mild.

So wurden am Samstag in der Stadt Baruth/Mark (Teltow-Fläming) 15,2 Grad gemessen, sagte Roland Vögtlin vom ARD-Wetterkompetenzzentrum dem rbb. Wärmer war es nur im Südwesten Deutschlands, konkret in Baden-Baden - mit 19,5 Grad. Für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz seien dies Temperaturrekorde für den Januar, so Vögtlin gegenüber dem rbb.

Der Start in die neue Woche bleibt für den Südwesten auch weiter ungewöhnlich mild, vielfach werden dort zweistellige Höchstwerte aufgrund sehr milder Atlantikluft erwartet. Ein Mix aus Regen und Wind sowie trockenen und sonnigen Abschnitten begleitet die frühlingshaften Temperaturen vor Ort.

Wetterexperte über Wärmeanstieg: "Das ist kein Winter"

Und es bleibt auch bei uns recht mild - wenngleich keine 15 Grad mehr erreicht werden. Zu Beginn der Woche kann Brandenburg mit 9 bis 11 Grad rechnen, Mitte der Woche werden es 8 bis 12 Grad. Danach kühlt es ab, es werden voraussichtlich keine zweistelligen Werte mehr erreicht. Der Wind kann auch böig werden. Dabei kann es immer mal wieder Regenschauer geben, aber auch trockene und sonnige Abschnitte - es bleibt wechselhaft.

"Das ist kein Winter", so der Meterologe gegenüber dem rbb. Zwar gebe es auch mal "Ausreißer" - also zu kalte Sommer und zu warme Winter. Es sei aber derzeit "deutlich zu mild". Im langjährigen Mittel von 1961 bis 1990 ist es derzeit etwa 2,5 bis 3 Grad Celsius zu warm, so Vögtlin. Generell hat sich die kalte Jahreszeit im Vergleich zum 30-jährigen Mittel verändert: "Die Winter werden generell wärmer in den letzten Jahren", so der Wetterexperte.

Das merke man auch am Blühen des Haselstrauches, der als Indikator für den sogenannten Vorfrühling gilt. Am Oberrhein, im Rhein-Main-Gebiet sowie im Saarland fliegen derzeit schon nachweislich Haselpollen. In Brandenburg sei der Pollenflug des Haselstrauchs Ende Januar quasi gar nicht oder nur sehr gering vorhanden, so Vögtlin.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.01.2025, 15:00 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 27.01.2025 um 12:55 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

Nächster Artikel

69 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 69.

    Das hängt mit der Wahl zusammen! Es sind jetzt auch vermehrt Social-Bots unterwegs, die Stimmung für eine rechtsgerichtete Partei machen. Vorsicht also!

  2. 68.

    Geht mir im Übrigen auch so. Vermehrt in letzter Zeit zu beobachten. Wehret den Anfängen sage ich nur. Wir dürfen denen nicht die Deutungshoheit überlassen.

  3. 67.

    Nein, das geht auch mir so, ist doch zu sehen! Warum man diese Typen zulässt, ist mir auch ein Rätsel, hat doch nichts mit ,,Meinungsfreiheit'' zu tun!

  4. 66.

    Das sind reine Versicherungsfragen. Die Menschheit könnte klagen… In den USA haben Betroffene von Extremwetterlagen angefangen, religiöse Hintergründe für den Klimawandel zu entwickeln. Sie glauben, der Mensch habe sich nicht an die Regeln Gottes gehalten und werde daher bestraft. Realität ist, dass wir keine Lösung für das haben, was wir vermehrt erleben, nämlich die massive Zerstörung von Eigentum. In Bangladesch sagt ihnen der Staat, sie sollen zur roten Fahne am Strand gehen. Dort stehen dann die Menschen, die alles verloren haben. Niemand kümmert sich mehr um diese Menschen.

  5. 65.
    Antwort auf [Karl Augustin] vom 26.01.2025 um 16:17

    Die Demo am Brandenburger Tor war eine für Demokratie. Gerade am heutigen Tag ist dies wichtig.
    Eine Wärmepumpe und eine Solaranlage ist unser Beitrag. Und Ihrer?

  6. 64.

    Man muss nichtmals Meteorologe sein, um zu erkennen, dass wir aktuell kein Winterwetter haben. Als Kind bin ich noch regelmässig um diese Jahreszeit un der Hasenheide und auf dem Teufelsberg Schlitten gefahren.

    Trotzdem können wir so weiter machen wie bisher. Schließlich gibt es bald im Überfluss E-Fuels und grünes Heizöl. Nur für die Stahlindustrie wird der Wasserstoff nicht reichen. Der Stahl kommt dann halt wie die E-Autos aus China. Die "Kommunisten" dort haben schon bei PV erkannt, dass grüne Technologien die Zukunft sind. Der Verbrauch von Kraftstoffen sinkt dort bereits.

  7. 63.

    Alle Energie und Forschung ergibt, dass derzeit die mit großem Abstand am günstigen zu habenden Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels eine Reduktion im CO2 Ausstoß sind.

  8. 61.

    Könnte auch kotzen derzeit, empfinde die frühlingshafte Wärme als störend im Januar. Vor 1-1,5 Wochen wars noch schön. Knackig kalt, ich liebs!

  9. 60.

    Na klar, wie das Klima vor 2000 Jahren in Mitteleuropa war, wissen wir nicht, geht ja auch gar nicht ohne Eisbohrkerne - äh, Moment, Dendrochronologiemessreihen bis zurück in die Jungsteinzeit, palynologische Proben aus diversen archäologischen Schnitten und bodenkundlichen Aufschlüssen, und massig Bohrkerne aus Seesedimenten - huch, stimmt, die gibt es ja auch noch. Googeln Sie spaßeshalber vielleicht einmal CCSM, oder (der auch für Laien einfachen Bedienbarkeit halber) gleich PaleoView 1.5.1. Viel "Vergnügen".

  10. 59.

    Warmer Winter spart Heizkosten.
    Alles gut, wunderbar!

  11. 58.

    Geht es nur mir so oder versuchen hier Leugner, Verschwörerstuhlkreise und rechte Trolle so eine Art Hoheitsmeinung durchzusetzen?

  12. 57.

    Ich könnte mir durchaus vorstellen, das die Abnahme der Speicherstände, für jedermann abfragbar bei der Bundesnetzagentur und aufschlüsselbar nach versch. Parametern, auch, oder eher, mit den sog. "Dunkelflauten" in den letzen Monaten zusammenhängen kann. Die Infrastruktur für die EE (Wind, PV, ST) ist, mit Verlaub, miserabel. Die ungewöhnliche Abnahme der Speicherstände fällt auffallend in diese Zeiträume. Die Gasspeicher waren schließlich so gut gefüllt, das angelandetes LNG "verscherbelt" wurde. Andere Energieträger sind weggefallen oder werden nur noch vermindert eingesetzt. Umweltseitig ist das zu begrüßen, versorgungstechnisch ein Faux Pas erster Güte.
    Zusammenfassend - hoffentlich wirds nicht noch richtig kalt. Langfristprognosen beim Wetter sind wie Lotto.

  13. 56.

    Die AFD möchte Atomare Energie wieder herstellen. Was ist an Kohlekraftwerken wie es die jetzigen Regierung voran bringt denn Klimafreundliche. Wir sollen elektrisch fahren, heizen und der Strom soll aus der Kohle kommen??? Wie blöd ist das denn ?

  14. 55.

    Ich bin nicht traurig wegen der milden Temperaturen. Habe schon seit 2008 eine Wärmepumpe und dank Herrn Habeck und dessen Parteifreunde zahle ich Jahr für Jahr immer mehr für den Strom. Bei 15 grad im Januar hoffe ich mal etwas einzusparen. Außerdem wollen wir doch eh mehr regionale Produkte. Warum denn nicht auch Südfrüchte aus dem Garten

  15. 54.

    Das ist kein Winter, das ist der Klimawandel. Im Winter jetzt für uns Menschen nicht dramatisch, aber im Frühling (Dürre, Ernteausfälle) und im Sommer (Überschwemmungen, Dürre, Hitzerekorde) schon. Letztes Jahr war reines Glück, dass die HItzepeaks nicht in den Hochsommer fielen, sondern im Frühling und Herbst waren. Nicht so ein Glück waren die Überschwemmungen in Deutschland und Europa. Extremwetter nimmt zu wegen des Klimawandels. Das wird noch sehr ungemütlich und sehr teuer, wenn wir nicht endlich die Emissionen runterkriegen!

  16. 53.

    "Den Klimawandel werden wir nicht aufhalten. Also sollten wir alle Energie und Forschung darauf einstellen, wie wir mit den geänderten Temperaturen leben können."

    Das sehe ich genauso wie sie!

  17. 52.

    Eine gute Meldung in Anbetracht dramatisch entleerter Gasspeicher (unter 60%). Hoch lebe der Klimawandel!

  18. 51.

    Na dann freuen sich doch sicher alle Gegner der deutschen Landwirtschaft, die stets behaupten, die Landwirte sind überflüssig, machen nur Dreck, fahren Panzer und verpesten die Umwelt. Wenn's kein Essen gibt, ist mehr Zeit zum Eisbaden.
    Bevor es soweit ist, schlage ich vor, dass jeder ein paar liebgewordene Unsitten überdenkt und im Rahmen seiner Möglichkeiten nicht 3 x täglich duscht, seine Klamotten länger als 1Saison trägt, kraftstoffsparend fährt, Müll vermeidet und ganz einfach seinen Beitrag leistet, was auch seine Ausgaben für Energie mindert.
    Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

  19. 50.

    Ich komme nochmal hier her weil ich gerade einen Bericht sehe. Der britische Energieversorger warnt vor dem Füllstand der Gasspeicher aufgrung ungewöhnlich tiefer Temperaturen ?? HÄÄ? Was hat denn der rbb hier wieder für einen Experten ausgegraben.