Audio: rbb24 Inforadio | Stefanie Brockhausen | 26.01.25 | Bild: dpa/Hannes P Albert
Die Veranstalter der "Grünen Woche" ziehen eine positive Bilanz: Die Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau habe die Erwartungen im 99. Jahr ihres Bestehens übertroffen. "Die Grüne Woche 2025 war ein voller Erfolg", sagt Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH. Mit 310.000 Besucherinnen und Besuchern sei die Resonanz überwältigend gewesen.
Zehn Tage lang präsentierten rund 1.500 Aussteller ihre Produkte, darunter 800 Essensstände. In vielen Podien und Vorträgen wurde über die Lebensmittelerzeugung gesprochen, auch diverse Spitzenpolitiker anwesend, darunter Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne).
Sie gleicht einem riesigen Wochenmarkt: Mit 800 Essensständen zählt die Grüne Woche in Berlin zur größten Ernährungsmesse der Welt. Lassen sich hier die Trends in der Ernährung ablesen? Von Sören Hinze
Brandenburgs Landwirtschaftsministerium zufrieden
Die Brandenburg-Halle habe auch in diesem Jahr ihren Ruf als Schaufenster der heimischen Agrar- und Ernährungswirtschaft und Netzwerktreffen der Branche bestätigt, heißt es in einer Mitteilung des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums am Sonntag. Dort waren rund 260 Aussteller zu Gast.
Viele der Aussteller berichteten von guten Gesprächen mit Messebesuchern und auch mit Fachkolleginnen und -kollegen aus der Lebensmittelwirtschaft und dem Handel, so das Ministerium. Dementsprechend rechneten viele mit einem guten bis sehr guten Nachmessegeschäft beziehungsweise Nachmessekontakten.
Eine Kurzumfrage unter den Ausstellern habe laut Ministerium ergeben, dass 91 Prozent der Aussteller im nächsten Jahr wieder in der Brandenburg-Halle ausstellen möchten. 73 Prozent rechnen in den nächsten Wochen und Monaten mit einer Zunahme im Verkauf.
Besucherzahlen können nicht an Zeit vor der Pandemie anknüpfen
Dennoch kann die "Grüne Woche" nicht an die Zeit vor der Coronapandemie anknüpfen. Zwar kamen nach Veranstalterangaben 13 Prozent mehr Besucher als 2024. Doch an Hochzeiten wie 2019 mit 400.000 Besuchern und 1.750 Ausstellern kann die Messe nicht anknüpfen. In diesem Jahr wurde die Großveranstaltung allerdings auch vom Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im Landkreis Barnim überschattet.
Gegründet wurde die "Grüne Woche" 1926 in Berlin. Aussteller aus aller Welt präsentieren an zehn Veranstaltungstagen ein umfangreiches Produktangebot. Zudem werden auf der Messe aktuelle gesellschaftlichen Fragen wie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltige Landnutzung diskutiert. Veranstalter sind die Messe Berlin, der Deutsche Bauernverband (DBV) sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).
Bild: Messe Berlin
Fester Standort von Beginn an: Am 20. Februar 1926 eröffnete die erste Grüne Woche unter dem Berliner Funkturm.
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Bereits im Eröffnungsjahr zählte die Messe mehr als 50.000 Besucherinnen und Besucher.
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Die Messe bot einen bunten Mix aus großen und kleine Ausstellern, gewerblichen und industriellen Anbietern.
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Die Messe ist auch ein Marktplatz der Ideen. 1928 dann großes Staunen. Endlich ist er da - der Pferdestaubsauger!
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Tradition als Attraktion: In Tracht zeigen 1928 Flachsspinnerinnen aus dem Spreewald ihr Können.
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Alljährlich das gewohnte Bild bei der Grünen Woche: lange Schlangen vor dem Eingang (1930).
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1930 sorgte eine riesige Eierfrischhaltemaschine, in der sich 5.000 Eier im Kreis drehten, für Aufsehen. Die Produkte sollten auf diese Weise ein Jahr haltbar bleiben.
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1931 werden die Süßigkeiten am Stand auf dem Tablett gereicht: Gratisverteilung von Honigkostproben.
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Im Geschmack der Zeit eingerichtet zeigt sich 1936 ein Jagdzimmer auf der Grünen Woche.
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Die Fertigsuppen halten Einzug und werden 1937 stolz präsentiert.
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Meilenstein im Jahre 1951 auf der Grünen Woche: Die Niederlande präsentieren sich als erster ausländischer Aussteller.
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In den 1950er Jahren gilt das alljährliche Schleppergeschicklichkeitsfahren als eine Institution auf der Grünen Woche. Vor allem ostdeutsche Bauern sollten dabei von den Vorzügen westlicher Traktorentechnik überzeugt werden (Bild von 1956).
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Für einen Groschen gibt es auf der Internationalen Grünen Woche Berlin 1962 den Apfel aus dem Automaten.
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Das mobile "Portophone" gilt 1964 auf der Grünen Woche als sensationelle Weltneuheit. Es ermöglicht den Bauern und ihren Arbeitern, drahtlos Kontakt zu halten auf den immer weitläufigeren Höfen und Feldern.
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"Grünes Radrennen" in den Messehallen: An dem Zehntagerennen der Deutschen Landwirtschaft im Rahmen der Internationalen Grünen Woche Berlin beteiligen sich 1968 5.000 Jugendliche aus der ganzen Bundesrepublik.
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Viel Zeitgeist und Pop im Jahr 1969: Die Deutsche Ernährungsindustrie vermarktet ihre Produkte mit zeitgemäßer Poster-Art.
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Schickes Holzschild, schicker Pulli, schicke Kuh: Angus-Rinder erfreuen sich 1982 in der Tierhalle großer Beliebtheit.
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Im Jahr 1991 präsentieren sich erstmals die fünf Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf der Grünen Woche.
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Acht Jahre später bekommt Brandenburg seine eigene Halle - 21a lautet die Adresse für Grüne-Woche-Besucher.
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Bio ist messetauglich, und das schon seit 2007. Das freut auch den Verkäufer von biologisch angebauten Spreewaldgurken...
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Gegenwind für die Messe: Während der Grünen Woche 2014 marschieren Demonstranten mit Bannern und protestieren gegen genetisch modifizierte Landwirtschaft.
Bild: dpa/Wolfgang Kumm
Damals sollte das so sein: Der Minister lässt 2014 die Frauen antreten. Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) empfängt in der Halle seines Ministeriums die deutschen Produktköniginnen.
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Die Grüne Woche feiert Brandenburg: 2019 verfolgen Besucher die Eröffnung des alljährlichen Landes-Tages.
Bild: dpa/AGRAR-PRESS
Die Proteste gegen die industrielle Landwirtschaft gehören auch 2020 zur Grünen Woche: "Wir haben es satt" sind die Demonstrationen überschrieben.
Bild: dpa/Wolfgang Kumm
Die Pandemie stoppte auch die Grüne Woche: 2021 und 2022 fand die Messe ausschließlich digital statt. Tagungen, Vorträge und Pressekonferenzen wurden live gestreamt. Die großen Hallen blieben leer.
Bild: dpa/Christoph Soeder
Deutlich weniger Aussteller und Besucher als bei der letzten Auflage vor der Pandemie: 2023 findet die Messe erstmals wieder mit Publikum statt - allerdings mit gedämpftem Zuspruch.
Bild: IMAGO/IPON
2024 stellen mehrere Aussteller Konzepte für Naturschutz und Nachhaltigkeit vor. Beim Stand des Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz geht es um Moore und Artenvielfalt.
Bild: picture alliance/Geisler-Fotopress
Die beliebte Tierhalle erscheint 2024 in einem neuen Design. Auch die Haltung der unterschiedlichen Tiere wie Pferde, Ziegen, Schafe und Rinder wurde verändert, um den Tieren mehr Ruhephasen zu ermöglichen.
Bild: picture alliance/dpa/Soeren Stache
2025 freut man sich erneut auf großes Interesse am Programm und vielen Besuchern auf der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau.
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11.
Irgendwie ist man an allen(?) Ständen vorbeigekommen. Interessant war, dass etliche Länderstände ziemlich groß und z.T. sehr gut gestaltet waren.(v.a. die EU-Länder). Neu für mich war, dass sich die NL als Weinanbaugebiet versuchen und schon Weine ausstellen konnten. Bemerkenswert. Es sind so die kleinen Dinge am Rande, die mir gefielen.
Aber dass die Passerelle/manch andere Übergänge auf dem Messegelände einfach Aufholebedarf in Sachen Sauberkeit /Beschriftung/Orientierungshilfen haben, war nicht zu übersehen. Fortschritte nur im Schneckentempo?. Man darf ja nun gespannt sein, wie die Messe mit dem großen Jubiläum umgehen wird. V.a. wünschte ich mir, dass die heimischen Nutzungen der Schafwolle nicht länger Nischenprodukte bleiben, denn schafprodukte dienen ja nicht nur zur Ernährung, Schafe helfen bei der Damm- u. Naturschutzpflege, liefern Wolle - sind also sehr vielseitige Gesellen. Die einzelen BL müssten sich mehr einbringen, die jg."Macherinnen" unterstützen!
10.
Nach vielen Jahren habe ich die "Grüne Woche" wieder einmal ( und das letzte Mal) besucht.
Allein der Weg durch diese räudige Unterführung.....
Viele lieblos hingestellte Stände, Beschallung aus allen Richtungen,( kann das nicht vorab organisiert werden wer wann spielt?)
In der "Tierhalle" sollte eine S-Dressur zum Goldenen Reitzeichen geritten werden. Von den meisten Zuschauern
wurde keine Rücksicht darauf genommen. Der Moderator hat versucht, die Menschen dazu zu bringen, währen der Ritte ruhig zu sein und nicht aufzustehen und sehr laut zu sprechen. Keine Chance. Auch Luftballons haben während der Ritte geknallt. 2 Reiterinnen mussten aufgeben. Auch das Bedarf einer Organisation.
Die "Blumenhalle".... Auf jeder Landesgartenschau besser!
Der Stand der Tafel war klein in einen Durchgang untergebracht. Es wäre schön gewesen, eine typische "Tafel" Situation aufzubauen, um zu zeigen, wie die Abholung funktioniert.
Nein, das ist keine Grüne Woche wie es mal war. Schade!!
Antwort auf "Dieselkraft " vom Montag, 27.01.2025 | 08:21 Uhr
"Heißt also, ich muß auf dem Weg zur Messe, einen Ehrenkringel in irgendeinen U-Bahnhof drehen..." Der Kugel Mann baut vor; sicher sind Sie seit Beginn der Messe an irgendeinem U-Bahnhof oder Kundencenter vorbeigekommen.... wo ein Wille ist...
Ich hörte davon. Heißt also, ich muß auf dem Weg zur Messe, einen Ehrenkringel in irgendeinen U-Bahnhof drehen, um an einem Fahrkartenautomat ein Messeticket zu ziehen? Was für ein Fortschritt.
"Seit es keine Tageskassen mehr gibt, fühle ich mich ausgeschlossen...." die Karten gab es auch an den BVG-Automaten und in den BVG-Kundencentern.
5.
Seit es keine Tageskassen mehr gibt, fühle ich mich ausgeschlossen und als Besucher/Gast auf dieser Messe nicht mehr erwünscht. Dann kriegt die Messe Berlin mein Bargeld eben nicht mehr.
4.
Meine Frau und ich waren gestern sehr enttäuscht, wie sich Berlin als Gastgeber- auch im Vergleich mit den anderen Bundesländern - darstellte: lieblos, langweilig, profillos! Ist street Food wirklich das einzige, was zur Thematik nur einfällt? Einfach mal von Brandenburg lernen, von anderen ganz zu schweigen. Lieber weg bleiben anstelle eines derart phantasielosen Low Budget Profils.
3.
Blumenhalle war ein Graus
2.
Klar, daß die sich loben! Die sollten mal die Bevölkerung fragen, dann sähe es anders aus!
1.
Ein trauriges Bild liefert Berlin als Gastgeber; versteckt in einer Ecke der Halle, die man fast übersieht. Unsere Spezialitäten sind Hummus, asian Streetfood und Currywurst :-(
Das schlimmste ist, dass man nicht mal zu diesem Anlass diesen räudigen Tunnel wenigstens säubern konnte.....peinlich!