22.03.2020, in Berlin sind die Straßen ziemlich leer. Auch an einem Sonntag ist hier normal deutlich mehr los. Die Menschen bleiben wegen des Coronavirus überwiegend zuhause und machen somit selbst die Innenstadt gespenstisch leer. (Quelle: dpa/Dirk Pagels)
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Audio: 14.10.2020 | Fritz | Anja Haufe | Bild: dpa/Dirk Pagels

Potsdamer Klimaforscher - CO2-Emissionen im Corona-Lockdown stark gesunken

Während des monatelangen Lockdowns im Frühjahr 2020 sind die CO2-Emissionen weltweit um fast neun Prozent zurückgegangen. Das berichten Potsdamer Klimaforscher, die an einer internationalen Studie mitwirkten. Einen längerfristigen Rückgang sehen sie aber nicht.

Die CO2-Emissionen sind durch die Corona-Pandemie um mehr als eine Milliarde Tonnen zurückgegangen. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, an der das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mitgewirkt hat. Sie ist im Fachjournal "Nature Communications" [in Englisch] erschienen. Demnach sank der CO2-Ausstoß durch den weltweiten Lockdown stärker als während der Ölkrise 1979 und der Finanzkrise 2008. Allerdings war der Effekt vielerorts nur von kurzer Dauer.

Landverkehr: Rückgang um 40 Prozent

Im ersten Halbjahr 2020 seien insgesamt rund 1,6 Milliarden Tonnen oder 8,8 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre gepustet worden als im Vorjahreszeitraum, berichtete das PIK am Mittwoch. Im April, als die meisten Länder wegen der drastischen Zunahme von Corona-Infektionen ihr öffentliches Leben zurückfuhren, seien die Emissionen den Forschern zufolge sogar um 16,9 Prozent zurückgegangen.

Die größten Effekte der Kohlendioxid-Emissionen zeigen sich der Untersuchung zufolge für den Verkehr. Vor allem aufgrund des weit verbreiteten Arbeitens von Zuhause aus seien die Emissionen im Landverkehr im ersten Halbjahr 2020 weltweit um 40 Prozent zurückgegangen. Der Energiebereich habe mit einem Rückgang von 22 Prozent und die Industrie mit minus 17 Prozent dazu beigetragen. Sogar im Wohnsektor sei der Ausstoß um drei Prozent gesunken, allerdings wegen des milden Winters auf der Nordhalbkugel.

Wieder auf gewohntem CO2-Niveau

Die Autoren weisen darauf hin, dass die meisten Volkswirtschaften nach dem Ende starker Corona-Beschränkungen wieder ihr gewohntes Kohlendioxid-Niveau erreicht hätten - bis auf einen anhaltenden Rückgang des CO2-Ausstoßes beim Verkehr. Langfristig würde sich der coronabedingte CO2-Rückgang aber nur geringfügig auf die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auswirken: Dort habe sich bereits so viel CO2 angesammelt, dass es Jahrtausende überdauern werde.

Sendung: Fritz, 14.10.2020, 11.20 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Leider beschreiben Ihre beiden Beiträge das Elend noch viel "schöner". Wichtige Themen sind also aus Iher Sicht "nervig".

    Warum eigentlich? Weil Sie die Komplexität dieser Bedrohungen nicht verstehen? Oder weil dadurch an Ihrer Komfortzone gekratzt wird, Ihnen nur das 'Hier und Jetzt' wichtig ist und Ihnen die Zukunft schei..egal ist?

  2. 8.

    Nach der Stromgewinnung wird das meiste CO2 durch die Seeschifffahrt emittiert. DA ist das große Loch im Kessel, das dringend geflickt werden muss.
    ...
    CO2 kann der Atmosphäre derzeit nur durch drei bekannte Maßnahmen relativ nachhaltig, sicher und umweltfreundlich wieder entzogen werden. Durch Aufforsten, Aufforsten und … Aufforsten.

  3. 7.

    Nach der Stromgewinnung wird das meiste CO2 durch die Seeschifffahrt emittiert. DA ist das große Loch im Kessel, das dringend geflickt werden muss.
    ...
    CO2 kann der Atmosphäre derzeit nur durch drei bekannte Maßnahmen relativ nachhaltig, sicher und umweltfreundlich wieder entzogen werden. Durch Aufforsten, Aufforsten und … Aufforsten.

  4. 6.

    Fazit: CO2-Einsparung bedeutet Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Elend.

  5. 5.

    Zur Temenwahl noch eine Bemerkung. Ein sehr eleganter Wechsel weg von dem nervigem Corona - hin zum Klimaschutz (ist aber genauso nervig)."
    Damit ist das Elend wirklich schön beschrieben.

  6. 4.

    Ich würde ja gerne zu beitragen zur sauberen Luft. Aber mein Arbeitgeber hat was gegen Homeoffice.

  7. 3.

    Wie funktioniert das denn. Wo doch gefühlt sehr viel mehr mit Auto und sonstigem zur Arbeit fahren. Ist das jetzt auch verar……?

  8. 2.

    Was für ein Wunder. Es musste doch fast jeder zu Hause bleiben. Alles auf Mindestmaß zurück gefahren.

  9. 1.

    "Einen längerfristigen Rückgang sehen sie aber nicht." Na hoffentlich täuschen sic die Potsdamer Klimaforscher da nicht. Corona wird vemutlich zukünftig zum lebensaltag gehören.
    Zur Temenwahl noch eine Bemerkung. Ein sehr eleganter Wechsel weg von dem nervigem Corona - hin zum Klimaschutz (ist aber genauso nervig).

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