Der Arzt Christian Rohrmann impft einen Mann gegen Covid-19
Bild: Keystone/Peter Klaunzer

Mehr Impfstoff ab April erwartet - Corona-Impfungen in Arztpraxen in Brandenburg geplant

Nachdem es lange zu wenig Impfstoff gab, bereiten sich die Länder nun auf deutlich größere Liefermengen vor. In Brandenburg sollen dafür die Kapazitäten ausgebaut werden, mit zusätzlichen Impfzentren. Auch Hausärzte sollen mit einbezogen werden.

In Brandenburg sollen perspektivisch auch Ärzte in ihren Praxen oder bei Hausbesuchen Corona-Impfungen anbieten dürfen. Die Landesregierung will dazu Modellvorhaben mit Hausärzten starten. Das ist ein Ergebnis des Brandenburger "Impfgipfels" vom Mittwoch.

"Bundesgesundheitsminister Jens Spahn muss die Verordnung - wie von ihm angekündigt - schnell aktualisieren, denn wir kommen nur breit in die Fläche, wenn die Hausärzte eingebunden werden", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) laut einer Mitteilung der Staatskanzlei. Bislang dürfen die Arztpraxen keine Corona-Impfungen anbieten. "Ein schneller Fortschritt beim Impfen ist der Schlüssel für dauerhafte Lockerungen bei den Corona-Eindämmungsmaßnahmen", so Woidke weiter.

Zuvor hatte auch Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) gefordert, dass der Impfstoff von Astrazeneca auch an Artzpraxen zum Impfen geliefert wird. Es sei bislang das einzige in Deutschland zugelassene Vakzin, mit dem das technisch möglich wäre. Dazu fehle aber bisher die Erlaubnis vom Bund. Es gebe dringenden Bedarf, diese Verordnung zu überarbeiten, sagte Kalayci. Sonst könne Berlin nur mit einem Trick arbeiten - und die Praxen zum Beispiel zu mobilen Impfteams erklären.

Impfstoff-Engpässe bis März behoben

"Nach den bundesweiten Engpässen und Ärgernissen werden wir voraussichtlich ab Mitte März in eine deutlich bessere Situation kommen", sagte Woidke. "Dafür brauchen wir erheblich mehr Impfkapazitäten." Ergänzend zu den bestehenden elf Impfzentren würden - wie angekündigt - weitere Zentren oder regionale Impfstellen in sieben Kreisen eingerichtet: Prignitz, Havelland, Märkisch-Oderland, Potsdam-Mittelmark, Oder-Spree, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße. Zudem werde über dezentrale Lösungen wie Impfbusse nachgedacht.

Um allen impfbereiten Brandenburgerinnen und Brandenburgern bis Ende Sommer 2021 ein Impfangebot zu unterbreiten, müssten im zweiten und dritten Quartal etwa drei Millionen Dosen geimpft werden. Ziel sind im zweiten und dritten Quartal mindestens 530.000 Impfungen monatlich, hieß es in der Mitteilung.

Bislang haben in Brandenburg 142.953 Menschen Impfungen gegen das Coronavirus erhalten. Davon wurden 81.989 einmal geimpft, 60.964 erhielten bereits die zweite Spritze.

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11 Kommentare

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  1. 11.

    Und wenn man mal nach GB schaut, da wurden auch die ü65jährigen mit AZ geimpft und die Leben alle noch ;-)
    Solche Meinungsbildung kommt, wenn sich einige Fachleute mit älteren Studien an die Öffentlichkeit drängeln.
    Unsere Virologen in D sind der einhelligen Meinung (heute bei Phönix) dass alle Impfstoffe bei einigen Menschen Nebenwirkungen machen (infektähnliche Symptome) und einige stecken es ebend besser weg. Es sind normale Reaktionen des Immunsystems.
    Warum machen sich eigentlich die, die bisher hier die größten Klappe hatten jetzt ins Hemdchen.

  2. 10.

    Soll das jetzt der erneute leidige Auftakt zu Jung / Alt, GKV / PKV werden? Diesmal um die Variante Doc / Kegelklub erweitert? Du hast Diplomaten / Botschaftarzt vergessen. Wer weiss, was da alles im Gepäck ist. Vll. ein kleiner Sputnik für den Subotnik?
    Frische Luft hilft und ab morgen wirds wärmer.

  3. 8.

    """Zuvor hatte auch Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) gefordert, dass der Impfstoff von Astrazeneca auch an Artzpraxen zum Impfen geliefert wird. Es sei bislang das einzige in Deutschland zugelassene Vakzin, mit dem das technisch möglich wäre. """

    Das stimmt so auch nicht. MeckPomm hat bereits Biontec in Arztpraxen geimpft.
    Erstmal informieren Fr. K. und dann plappern ... ist langsam nur noch lächerlich ...

    #Alt-Westberlinerin: Wo steht, dass man mit Biontec impfen wird in den Arztpraxen?
    #Randberlinerin: Auf diese Frage scheints noch immer keine Antwort zu geben. Vielleicht kann der rbb mal helfen?

  4. 7.

    Wer entscheidet dann über den Arzttermin? So wie es sich bisher anhört sollen Ärzte den Impfstoff bekommen und dann ihren Patienten, die die Kriterien der Prio-Gruppe erfüllen, impfen. Soweit so gut aber auch ein Arzt hat nicht unbegrenzt Zeit und Impfstoff, bedeutet auch als berechtigter muss man auf einen Termin warten.
    Außer man ist privat Versichert?
    Also als Arzt der ja auch ein wirtschaftliches Interesse vertritt wäre das doch der logische schritt Gruppe 3 ist dran dann zuerst privatversicherte, die Freunde aus dem Kegelclub und dann Stammpatienten.
    Da sollte man sich unbedingt was einfallen lassen

  5. 6.

    Mathematik ist nicht jedermanns Sache. Nicht 142962 Menschen haben in Brb. eine Impfung erhalten, sondern 81989. Davon 60.964 bereits die Zweitimpfung. Es sind diesselben Menschen. Würden man so weiter zählen hätte Brb. am Ende der Impfkampagnie doppelt so viele Einwohner.

  6. 5.

    .....alles impfen, was nicht bei 3 auf dem Baum ist....Weder Frau K noch Herr W können und werden sich über die Impfverordnung respektive Empfehlung hinwegsetzen dürfen. AZ ist deutschlandweit nur für Menschen bis 65 empfohlen und Brandenburg wird auch hier keine Ausnahme bilden. Aber Frau K ist ja trickreich unterwegs und tüftelt aus, Arztpraxen als mobile Impfteams zu deklarieren, boh, darauf muss man ersteinmal kommen ( Ironie off). Bin gespannt, wie der praktische Plan in der Theorie umgesetzt werden soll....Ergo: Lehrer vor, sind ja bald Sommerferien und da sollte diese Berufsgruppe durchgeimpft und gewappnet sein für Malle

  7. 4.

    Ja groß ankündigen und dann passiert wieder nichts!!!

  8. 3.

    "Und AstraZeneca ist in Berlin nur für jünger als 65 zugelassen..." in ganz Deutschland unter 65 zugelassen.
    ab 65, 80-jährige bis 100 mit Moderna oder Biontech.

  9. 2.

    Was ja total interessant ist - in Brandenburg kann man in den Arztpraxen sozusagen alles impfen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist - also Alte mit Astrazaneca, oder Junge mit Biontech. In Berlin hat man Sorge, dass das Biontech in Praxen überhaupt geimpft wird, obwohl das Zeug durchaus eine gewisse Zeit bei Zimmertemperatur oder gar Kühlschrank lagerfähig ist. Und Astrazaneca ist in Berlin nur für jünger als 65 zugelassen...

    Mag ja sein, dass die Brandenburger Senioren aus besonders hartem Holz geschnitzt sind ;-) und mit Astra gut klar kommen. Mag ja sein, dass die Brandenburger Ärzte so fit in Organisation sind, dass keine Impfdosen verfallen, wenn morgens frischer Biontech Impfstoff angeliefert wird.

    Aber irgendwie könnte das in Berlin doch auch möglich sein, oder???? Ich mein, ich will ja nicht drängen, aber....

  10. 1.

    Gibt es inzwischen auch eine Lösung für Pflegebedürftige zu Hause oder werden diese wieder "vergessen"????

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