Nach Feuerzeugwurf aus Union-Block - VfL Bochum legt Protest gegen Spielwertung ein

Mo 16.12.24 | 16:25 Uhr
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VfL-Bochum-Torhüter Patrick Drewes sinkt zu Boden, nachdem er im Bundesliga-Spiel beim 1. FC Union Berlin am 14.12.2024 von einem Feuerzeug getroffen wurde, Mitspieler Felix Passlack beugt sich über ihn (Bild: Imago Images/Matthias Koch)
Audio: rbb24 Inforadio | 16.12.2024 | Dorothea Echte | Bild: Imago Images/Matthias Koch

Der VfL Bochum hat fristgerecht Einspruch gegen die Wertung des Bundesligaspiels bei Union Berlin (1:1) eingelegt. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montagnachmittag mit.

Beim Spiel des Tabellenletzten an der Alten Försterei am vergangenen Samstag war VfL-Keeper Patrick Drewes in der Nachspielzeit von einem Feuerzeug aus dem Union-Block am Kopf getroffen worden und hatte nicht weiterspielen können. Die Partie war für mehr als 25 Minuten unterbrochen. Da Bochum zum Zeitpunkt der Spielfortsetzung sein Auswechselkontingent bereits ausgeschöpft hatte, ging Stürmer Philipp Hofmann kurzzeitig ins Tor. Beide Teams einigten sich daraufhin, den Ball hin- und herzuspielen, bis der Schiedsrichter Martin Petersen die Partie abpfiff.

Über den Einspruch muss nun das DFB-Sportgericht entscheiden. In einem ersten Schritt werden Stellungnahmen der Beteiligten angefordert. Unabhängig vom Einspruch hat der DFB-Kontrollausschuss wegen des Feuerzeug-Wurfs ein Ermittlungsverfahren gegen Union Berlin eingeleitet.

Den Berlinern drohen neben einer Niederlage am "Grünen Tisch" auch Sanktionen - etwa eine Geldstrafe sowie ein Teil- oder Komplettausschluss von Fans.

Sendung: rbb24 Inforadio, 16.12.2024, 16:20 Uhr

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20 Kommentare

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  1. 20.

    Ohne Rücksicht auf Verluste die Sau rauslassen. Mit Verlaub, in der Alten Försterei ist der Kipp-Punkt der Gewalt erreicht. Es wäre schade, wenn der Ruf des rührigen Klubs darunter leiden würde,

    Die DFB-Sportgerichtsbarkeit könnte mit dem Urteil ein Zeichen setzen – nicht nur gegenüber dem Werfer des Feuerzeugs, den Union Berlin bereits ausfindig gemacht hat. In der Alten Försterei geht es um Werte, die nicht besudelt werden sollten.

    Sondern auch gegenüber allen anderen Chaoten, die glauben, ein Bundesligastadion sei ein rechtsfreier Raum. Wo sie Gegenstände werfen können, wo sie Pyrotechnik abfackeln können – wo sie ohne Rücksicht auf Verluste die Sau rauslassen können.

    In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Vorfällen gekommen, von denen viele nur mit überschaubaren Geldstrafen für die Vereine geahndet worden sind, zum Beispiel wenn Kameraleute und Fotografen Knalltraumata erleiden, weil neben ihnen Böller explodieren.

  2. 19.

    Vereine müssen sich was einfallen lassen, um gewaltbereite Fans aus ihrem Stadion raus zu bekommen, weil das Gewaltimage an Ihnen kleben bleibt und weil sie für die saftigen Strafen des Fussballverbands aufkommen und nicht alle überführten Fans die vorgestreckten Beträge zurückgeben werden.

  3. 17.

    Habe gerade auf LinkedIn ein Kommentar von Dr.Georg Froese gegeles.Sehr lesenswert,für die "Täter - Opfer- Umkehr" Sprücheklopfer.

  4. 16.

    Was kann der Verein dafür, dass es in den Reihen der Zuschauer einen Hirnlosen gibt, der ein Feuerzeug wirft, das dann auch nicht trifft.
    Den 1.FC Union Berlin dafür zu bestrafen, ist nicht nachvollziehbar, gleicht es einer ungerechten Kollektivstrafe.
    Der Täter wurde ermittelt, verhaftet und sieht einer gerechten Strafen entgegen.
    Jetzt noch am Verein sein Mütchen zu kühlen?

  5. 15.

    Hoffentlich lassen sich die Herren vom DFB nicht täuschen. Die Videos sagen eigentlich alles.

  6. 14.

    Ich finde es schwierig diese Spiele miteinander zu vergleichen. Es besteht nach solchen Aktionen leider immer ein Risiko auf Kopfverletzungen, etc. Laut des VfLs wurde Drewes nach dem Spiel untersucht, da er Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen etc. hatte. Es wurde aber keine Diagnostiziert.
    Ich finde es so unverschämt, dass Sie über die Verletzung urteilen. Das macht man nicht. Es sollte generell mehr kontrolliert werden, was die Fans in s Stadion bringen, um solche Vorfälle vorzubeugen.

  7. 13.

    Ach Iris, einfach mal genauer lesen. Ich habe Herrn Kahn zitiert. Das war nicht faktenbefreit. Übrigens hatte das Krankenhaus jede weitere Behandlung abgelehnt, da weder ein Kratzer, ein Hämaton noch sonstiges wahrgenommen wurde.

  8. 12.

    @Eurus: Wer sind Sie, um das so faktenbefreit beurteilen und über den Geschädigten derart urteilen zu können?

  9. 11.

    Allein die Tatsache, daß Gegenstände auf den Platz gelangen können, die eindeutig dazu geeignet sind, Verletzungen hervorzurufen, z.B. Feuerzeuge oder Münzen, liefern meiner Ansicht nach bereits Gründe für Spielabbrüche, denn sie könnten nachfolgend treffen.

    Das sollte konsequenter angewendet werden, damit die Vereine zukünftig öfter niederklassiger spielen (dürfen), die ihren Rabaukenfans am machtlosesten gegenüberstehen, z.B. auch über Zwangsabstieg, wenn es zu viele Fälle innerhalb eines bestimmten Zeitraums gibt.

    Im von Ihnen genannten Spiel hätte das Spiel meiner Ansicht nach nachträglich am grünen Tisch für Union gewertet werden müssen, weil ein gefährlicher Gegenstand getroffen hat.

  10. 10.

    Es war am 20.01.2010 ,Union spielte in Düsseldorf. 20min, Torsten Mattuschka bekam ein Feuerzeug an die Backe.Er ließ sich nicht fallen,sondern spielte mit Cut weiter.Der Werfer wurde ermittelt und bekam seine gerechte Strafe.Ich glaube er hat noch nicht mal Anzeige erstattet. Union verlor übrigens 0:1.So,und nun bitte ein Vergleich zum Bochum Spiel. Außer die Sache mit dem Werfer ist alles anders.Kann sich jeder seine Meinung bilden.

  11. 9.

    Da es dem Werfenden egal war, wie sehr er jemandem verletzt, ist es unabhängig von der Stärke der Verletzung das Recht von Bochum und dem Torwart eine Bestrafung zu verlangen.
    Was mich eher stört, ist die Tatsache, dass anscheinend erst Vidioaufnahmen den Täter aufzeigten, und nicht die Fans, die wohl neben ihm standen!
    Eisern Berlin

  12. 8.

    Hallo "Katze"
    So etwas nennt man "Täter- Opfer- Umkehr"
    WO steht, dass Bochum beweisen muss, dass der Torwart verletzt worden ist ?!? Der Spieler wurde von einem Feuerzeug getroffen (Tatsache) und konnte (oder wollte ist dabei egal)das Spiel nicht fortsetzen.
    Ob es beim 1:1 bleibt, es einen Sieg für Bochum oder Spielwiederholung gibt entscheidet das DFB-Sportgericht.

    WESHALB sollte Bochum ein Problem bei einer möglichen zivilrechtlichen Klage bekommen ??? - Der "sogenannte Fan" bekam eine Anzeige und wird strafrechtlich für den "Feuerzeug-Wurf" bestraft werden. Zivilrechtlich wird er erst angeklagt, wenn Herr Drewes ihn angezeigt hat ...

  13. 7.

    Und was genau hätte jetzt eine personalisierte Eintrittskarte geändert? Wirft man dann kein Feuerzeug, oder wie?

  14. 6.

    Ich frage mich, wie Bochum einen Spielabbruch fordern will, wenn man keinen Beleg für eine Verletzung vorlegen kann. Bislang ist nichts davon bekannt, dass der Spieler z.B. eine Gehirnerschütterung hat.

    Das Problem wird für Bochum noch tragischer, wenn es, wie zu erwarten ist, falls der Täter strafmündig ist, zu einem strafrechtlichen Verfahren kommt. Bislang war von "gefährlicher Körperverletzung" zu lesen. Wie soll ein Gericht den Täter aber dafür verurteilen, wenn es gar keinen Beleg für eine Verletzung überhaupt gibt?

    Der Wurf war großer Mist. Aber nun ist Bochum am Zug und muss seine Behauptung auch belegen.

  15. 5.

    Gerade Olli Kahn hat einiges ausgehalten...

    Nun gut, werfen von Gegenständen ist ganz klar unsportlich.
    Und - auch wenn es schmerzlich ist - vielleicht gibt es demnächst Haktungsnoten wie beim Eiskunstlauf oder so.

    Ich finde, da sind die Damen im Fußball härter im nehmen.

  16. 4.

    Ich finde es bedenklich, wenn rechtsfreie Räume in und um Fußballplätze entstehen. Gewalt einzusetzen, nur weil jemand Fan der falschen Mannschaft ist. Absurd. Einfach nur noch personalisierte Eintrittskarten verkaufen, bequem über die Apps der Vereine. Bei Verstößen klare Konsequenzen. Wer sollte dagegen sein??

  17. 3.

    Es wird den überfälligen Diskurs über eine vorbildlichere Stadionkultur beschleunigen helfen, wenn Werfer und Störer und Gefährder der Spieler über harte Strafen und Existenzgefährdungen ihrer Vereine zum nachdenken gebracht werden und deshalb finde ich eine 0:2 Wertung und 3 Punkte für Bochum angebracht.

  18. 2.

    Der Wurf geht gar nicht. Damit gehen drei Punkte nach Bochum. Aber wie Oli Kahn schon sagte: Drewes hat schon stark übertrieben und das war eines Torhüters der Bundesliga nicht würdig.

  19. 1.

    In allen Stadien fackeln die Leute ihre Fackeln ab und es passiert nichts. Vielleicht sollte der DFB einfach bei jedem Verstoß beim nächsten Heimspiel keine Zuschauer zulassen. Beim Werfen von Gegenständen ebenfalls und eine richtig hohe Geldstrafe zusätzlich verhängen.