Das Schild mit der "Helios" steht vor dem Klinikum in Bad Saarow (Quelle: DPA/Paul Zinken)
Bild: DPA/Paul Zinken

25 Infektionen - Klinikum Bad Saarow verhängt nach Corona-Ausbruch Aufnahmestopp

Im Landkreis Oder-Spree gibt es eine Häufung von Corona-Infektionen in einem Krankenhaus. Neue Patienten dürfen nicht aufgenommen werden, niemand darf verlegt werden. Das Virus wurde sowohl bei Patienten als auch beim Personal festgestellt.

Hinweis: Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert. Neue Informationen zum Corona-Ausbruch am Bad Saarower Klinikum finden Sie hier.

Wegen einer Häufung von Corona-Infizierten am Helios-Klinikum in Bad Saarow (Oder-Spree) nimmt das Krankenhaus nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums keine neuen Patienten mehr auf. Für die Einrichtung wurde ein Aufnahmestopp erteilt.

Patienten dürften auch nicht in andere Kliniken verlegt werden, sagte Sprecher Gabriel Hesse am Samstag der Nachrichtenagentur DPA. Nach rbb-Informaitonen sind bislang 25 positive Fälle bekannt, betroffen waren zunächst elf Mitarbeiter und neun Patienten - am Sonntag kamen offenbar fünf weitere Fälle hinzu. Die Kontaktnachverfolgungen und Untersuchungen zum Ausbruchsgeschehen vor Ort liefen.

In einer internen E-Mail, die dem rbb vorliegt, hat die Klinikleitung dem Personal mitgeteilt, dass von weiteren Fällen ausgegangen werden müsse. "Unser Haus ist aktuell komplett abgemeldet", heißt es darin, "es finden keine Aufnahmen oder Entlassungen statt. Dies gilt auch für Geburten oder Notfälle, wie etwa Schlaganfälle." Für nicht aufschiebbare Operationen werde ein Not-OP-Saal vorgehalten, hieß es. Sämtliche Mitarbeiter werden gebeten, sich schnellstmöglich an der Rettungsstelle der Klinik auf Sars-CoV-2 testen zu lassen.

Erste Fälle bereits am Dienstag gemeldet

Für das Klinikum gelte auch ein Besuchsverbot, teilte Hesse weiter mit. Rettungswagen würden das Klinikum nicht mehr anfahren und auf andere Krankenhäuser ausweichen. "Wir haben ein gutes Netz regionaler Krankenhäuser, und die Rettungswagen wissen, welche Einrichtungen sie ansteuern können", so der Ministeriumssprecher. Die Krankenhäuser der Region seien auf die Aufnahme zusätzlicher Patienten vorbereitet.

Die ersten Coronavirus-Fälle hatte das Krankenhaus dem Gesundheitsamt laut Ministerium bereits am vergangenen Dienstag gemeldet. Seitdem stünde die Behörde im engen Kontakt mit den Klinik-Verantwortlichen.

Sicherheitskonzept erweitert

Vorrangig betroffen sind laut Klinikleitung Bereiche der Neurochirurgie und der Traumatologie und Orthopädie. Das bestehende interne Sicherheitskonzept sei erweitert worden, erklärte Klinikgeschäftsführerin Carmen Bier. So arbeite das Service- und Reinigungspersonal im gesamten Haus auf strikt zugeteilten Stationen. Die Mitarbeiter trügen durchgängig einen Mund-Nasen-Schutz. Auch Patientinnen und Patienten trügen außerhalb ihres Zimmers und bei Untersuchungen einen Mund-Nasen-Schutz, so Bier. "Unser wichtigstes Anliegen ist es, unsere Patientinnen und Patienten ebenso wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv vor einer weiteren Ausbreitung des Virus zu schützen."

Derzeit werden sieben positiv getestete Patienten auf einer Isolierstation versorgt. Zwei weitere positiv getestete Patienten wurden in häusliche Quarantäne entlassen.

Das Krankenhaus verfügt nach eigenen Angaben über 585 Betten. Die Einrichtung ist unter anderem mit 17 Kliniken, zwei Instituten, einer Zentralen Notaufnahme und einem Zentrallabor ausgestattet. Insgesamt arbeiten am Standort etwa 1.200 Mitarbeiter. Deutschlandweit beschäftigt Helios an über 86 Kliniken fast 69.000 Mitarbeiter.

Im Frühjahr hatte ein Corona-Ausbruch im Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum Schlagzeilen gemacht. Dort hatten sich im März Hunderte Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Von Ende Januar bis Ende April waren 140 Patienten und 208 Mitarbeiter positiv getestet worden. 47 Corona-Patienten starben in der Klinik. Nach einer Untersuchung hatten Experten des Robert Koch-Instituts unter anderem kritisiert, dass Umzüge ganzer Stationen die Virusübertragung begünstigt haben könnten.

Sendung: Brandenburg aktuell, 03.10.2020, 19:30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

16 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 16.

    Das ist mir klar ..... ich war nur verwundert über die Aussage, dass man sich mit MNS nicht ansteckt.
    Der eine oder andere kommt dann vielleicht doch mal drauf..... hm vielleicht doch nicht alles so stimmig was einem da seit Monaten vorgebetet wird.

  2. 15.

    ....oh, Ich wünsche Ihnen alles Gute und Erfolg bei der Genesung, Kampf gegen den Krebs....bleiben Sie stark.

  3. 14.

    Ich bin Erzieherin, betreue Kinder ohne MNS und kann das Geheule nicht mehr hören. Ich denke, dass keiner von den Angestellten der Klinik einen Fehler gemacht hat. Schickt uns einfach eure rotzenden und niesenden Kinder in die Krippen und Kitas.

  4. 13.

    Also wenn jetzt schon Kliniken Aufnahmestopps für Jedermann verhängen wegen ein paar positiver Testergebnisse, diese Kliniken NICHT EINMAL MEHR SCHLAGANFÄLLE AUFNEHMEN (selbst einmal betroffen, daher im Bilde, wie wichtig schnelles Handeln ist), dann wird unser Gesundheitssystem schneller überlastet sein als wir gucken können. Aber nicht wegen Corona sondern wegen Panik und blindem Aktionismus. Mein Beileid gilt den jetzigen Notfällen aus dem Einzugsgebiet, die nun weiter gefahren werden müssen und denen wichtige Zeit verloren geht. Ich denke auch an die Schwangeren, die sich nun flott eine andere Geburtsklinik suchen müssen. Die Kolleteralschäden sind nicht mehr zählbar..

  5. 12.

    Aber "Andreas"- je größer der Abstand-ob mit oder ohne MNS- desto sicherer ist man vor den "Stacheltieren".

  6. 11.

    Guten Abend,

    ich kann nicht nachvollziehen, dass ein Security-Mitarbeiter am Eingang des Bad Saarower Klinikums mit Mund-NASEN-Schutz UNTER der Nase stehen darf. Das ist ein sehr schlechtes Vorbild für die Menschen. Man sieht dies sehr häufig und gerade auch bei den besonders gefährdeten älteren Menschen. Auch überhaupt kein Schutz und gar kein Abstand zu einander dort, wo mehrere Menschen aufeinander treffen, ist keine Seltenheit.

    Ich würde mir wünschen, dass die Medien hier nochmals bzw immer wieder eindringlich aufklären, wie wichtig das korrekte Tragen für den Schutz vor Ansteckung ist.

    Man bekommt immer mehr Sorge und Angst, wo das für uns alle noch enden soll bei soviel Nachlässigkeit und Uneinsichtigkeit. Es sollte sich langsam herum gesprochen haben, das Covid 19 keine "normale" Grippe ist.

    Herzliche Grüße - Marlis Meichsner

  7. 10.

    Das kotzt mich auch auch, das im Supermarkt, Kita oder wo auch immer gerade die kein Schutz tragen, die es anschleppen und verteilen. Kita ist ja ok aber spätestens beim Elternabend setzt man den auf... aber nee... Hier gehören einfach mal saftige Strafen her, wie in anderen Ländern wie Singapur oder so.

  8. 9.

    Da würde ich einfach vorher mal dort anrufen? Und wieso gibt es im Taxi keinen Mund und Nasen Schutz? Einfach einen aufsetzen. Taxifahrer müssen sowieso einen tragen.

  9. 8.

    ich muss Donnerstag da hin zum CT machen bin Krebs Patient habe bis letzten Montag wöchentlich 11 mal meine Chemo bekommen im Taxi gibt es kein Mund und Nasenschutz. Bin ich als Risiko Patient jetzt noch sicher?

  10. 7.

    Und wie viele müssen wegen des Viruses behandelt werden? Finde den Fehler!

  11. 6.

    „......nicht erst seit covid durchgängig mit MNS gearbeitet, auch in höher temperierten Räumen. Und dort steckt sich auch niemand an.“
    Und den Abstand soll man trotz MNS warum halten ?

  12. 5.

    Es gibt noch ein paar, die es nur glauben und ganz viele, die es wissen, dass MNS ganz relevant ist In etlichen Berufen wird nicht erst seit covid durchgängig mit MNS gearbeitet, auch in höher temperierten Räumen. Und dort steckt sich auch niemand an. Diejenigen, die das nicht aushalten, sind bis auf wenige Ausnahmen Raucher oder Exraucher. Aber für deren Suchtfolgen können ja nun andere nichts. Gruß aus dem Labor.

  13. 4.

    Und das ist dem RBB keine Eil-Pushmeldung wert? Ist ja auch nicht von Interesse für die Bevölkerung im Einzugsgebiet?

  14. 3.

    Guten Abend Alt Westberlinerin ,es gibt doch wirklich noch Menschen die glauben das der Mund und Nasenschutz was bringt.
    Das werden die Ärzte wohl auch wissen wie auch unsere Politiker.
    Sie sollten auch damit mal ein paar Stunden dazu noch körperlich arbeiten.,
    Bis bald im Supermarkt
    Kerstin/ Verkäuferin

  15. 2.

    Tja, Alt-Westberlinerin, das gleiche Bild gibts in der Zentralen Notaufnahme des KH Luckenwalde im Nachbarlandkreis: Niemand vom Personal hat einen Mund-Nasenschutz auf, weder Pflege noch Ärzte. Und wenn, dann hängt er unterm Kinn. Wann es dort wohl zu einem großen Infektionsgeschehen kommt, eine Frage der Zeit.

  16. 1.

    aaah, Helios-Klinik... hatte ja schon letztens berichtet, Personal ohne jeden Mundschutz, ok, da ist es eine Frage der Zeit. Solange im KH, Altenheim, Supermarkt das Personal nix tragen muss außer nen Schlüpper ist doch klar, dass der Virus auch von dort reingetragen wird. Gut, die VerkäuferInnen kommen mir meist nicht allzu nahe, aber im KH/Altenheim lässt sich das ja nicht vermeiden...

Das könnte Sie auch interessieren