ILLUSTRATION - Verkleidete Kinder spielen am 23.09.2013 in Berlin zu Halloween Suesses oder Saures (gestellte Szene). (Quelle: Silvia Marks/dpa)
Bild: Silvia Marks/dpa

Corona-Infektionsrisiko - Nonnemacher gegen Halloween-Klingeltouren von Kindern

Seit einigen Jahren ist es hierzulande Brauch, dass Kinder zu Halloween vor Haustüren Süßigkeiten einsammeln. Die Brandenburger Gesundheitsministerin rät jetzt davon ab: Das Infektionsrisiko sei zu hoch. Manche Kinderverbände schließen sich der Empfehlung an.

Die Brandenburger Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat dazu aufgerufen, in diesem Jahr auf Halloween-Umzüge zu verzichten. "Angesichts der deutlich steigenden Corona-Zahlen stellen die beliebten Klingeltouren von Haustür zu Haustür ein zu hohes Infektionsrisiko dar", sagte Nonnemacher am Montag in Potsdam: "Mit diesem Brauch können Infektionen schnell weiterverbreitet werden."

Kontakte reduzieren gilt für jeden Einzelnen

Auch in Brandenburg gebe es mehrere Coronavirus-Risikogebiete, betonte Nonnemacher: "Deshalb müssen wir auf unnötige Kontakte verzichten." Soziale Kontakte deutlich zu reduzieren, falle zwar nicht leicht, sei aber "in dieser Pandemiephase das Gebot der Stunde". Es komme jetzt auf das Verhalten jeder und jedes Einzelnen an.

In Brandenburg sind mittlerweile acht Risikogebiete ausgemacht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag liegt die Ansteckung je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in sechs Landkreisen und zwei kreisfreien Städten über oder beim kritischen Wert von 50.

Nonnemacher appellierte, soziale Kontakte deutlich zu reduzieren. Das falle nicht leicht, sei aber in dieser Pandemiephase das Gebot der Stunde. Was jetzt helfe, sei Abstand halten, Kontakte reduzieren, Gedränge mit vielen Menschen an einem Ort vermeiden, Maske tragen und in Räumen regelmäßig lüften. So könne eine zweite flächendeckende Schließung von Kitas, Schulen und Wirtschaftsbereichen verhindert werden.

Empfehlungen gegen Halloween auch aus Berlin

"Die ganz klare Empfehlung ist, den Brauch in diesem Jahr ausfallen zu lassen", sagte auch Jakob Maske, Berliner Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Auch der Landeselternausschuss Kita Berlin schloss sich dieser Empfehlung an, die Halloween-Umzüge ausfallen zu lassen. "In Zeiten, in denen die Corona-Zahlen deutlich steigen, zieht man nicht in Gruppen um den Block und klingelt an zig Häusern", sagte die Vorsitzende Corinna Balkow.

Ganz verzichten müssen die Kinder laut Balkow aber nicht auf den Spaß an Halloween. Gerade kleine Kinder könne man auch gut zu Hause bespaßen. "Die Kinder verkleiden sich, klopfen dann zum Beispiel an die Tür der Eltern und bekommen Süßigkeiten", sagte Balkow weiter. Familien müssten in diesem Jahr einfach kreativ werden.

Brauch zunächst in Irland und den USA

Ursprünglich kommt der Halloween-Brauch aus dem katholischen Irland, wo mit "All Hallows' Eve" die Nacht vor dem Hochfest Allerheiligen (1. November) gefeiert wird. Irische Auswanderer brachten Halloween in die USA, von wo aus der Brauch später auch nach Deutschland kam.

Allerheiligen wird jedes Jahr am 1. November begangen. Halloween fällt deshalb stets mit dem evangelischen Reformationstag am 31. Oktober zusammen, in Brandenburg auch gesetzlicher Feiertag.

Kinder ziehen von Haus zu Haus

Für viele Kinder ist inzwischen der Reformationstag vor allem mit dem Gedanken an "Süßes oder Saures" verbunden. Verkleidet als Feen, Fledermäuse, Geister oder Hexen, ziehen die Kinder von Haus zu Haus und fordern die Menschen auf, ihnen Süßigkeiten zu geben - begleitet von der Drohung, ihnen sonst böse Streiche zu spielen. Zentrales Halloween-Symbol ist ein ausgehöhlter Kürbis mit Augen, Nase und Mund, der von innen mit einer Kerze beleuchtet wird.

Die Kommentarfunktion wurde am 26.10.2020 um 18:30 Uhr geschlossen

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63 Kommentare

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  1. 63.

    Nonnemacher ist weltfremd kinderfeind

  2. 62.

    "Immerhin hängt schon das Damoklesschwert über Weihnachten, ..."

    Bei Weihnachten rennen Kinder aber nicht von Tür zu Tür, sondern sind zu Hause. Insofern ein völlig abwegiger Vergleich.

    "Und ich kann mich an keine Kind erinnern, was ganz nah an die Bewohner der Wohnungen/Häuser rangetreten sind, um Süßigkeiten entgegen zu nehmen. Die halten ihre Tütchen/Eimer/Taschen hin und gut...."

    Das ist auch gar nicht nötig: SARS-CoV-2 hält sich recht hartnäckig an diversen Oberflächen. Wenn also der infizierte Erwachsene Süßigkeiten verteilt, könnten die Viren an ihnen kleben – es besteht folglich die Gefahr einer Schmierinfektion. Wenn die Kinder die Süßigkeiten entgegennehmen, könnten die Viren an ihren Händen kleben und diese werden munter in Treppenhäusern und möglicherweise auch direkt an Menschen verteilt, die irgendwie in Kontakt mit dem kontaminierten Beutel oder den Händen der Kinder kommen. So schnell kann es gehen.

  3. 61.

    Wohl eher die Eltern zusammenstauchen, weil die schließlich für die Erziehung verantwortlich sind.

  4. 60.

    War es nicht so, dass Kinder keine Superspreader sind und deshalb Schulen/Kitas offen bleiben?! An Halloween ist es anders, obwohl in diesem Fall die Anrainer entscheiden, ob sie die Tür öffnen oder evt. Süßes vor diese stellen.
    Frau Kalayci redet von einer Ausgangssperre der Stufe 2, bei der man nur aus triftigem Grund das Haus verlassen darf und Restaurants um 21.00 Uhr schließen sollen. Ist es dann ein triftiger Grund, wenn ich mein Abendessen in der Pizzeria einnehme?
    Nachdem man allerorten gehört hat, Ansteckungen gäbe es primär im privaten Umfeld, stellt Herr Söder nun die Berufspendler in grenznahen Regionen unter Generalverdacht (zuvor waren es Urlauber und Party-People).
    Ich kam heute mit der U7 von meiner Arbeit (Berufsschule mit permanenter Ignoranz der Schüler gegenüber der Maskenpflicht) und wunderte mich nicht schlecht über die vielen Menschen, die aus der vollen Bahn am Bahnhof Blaschkoallee Richtung COVID-19 Teststation strebten. Ansteckung geht also überall...

  5. 59.

    Ich habe auch beschlossen dieses Jahr, nicht um her zuziehen und mir alternativ was für die Kinder einfallen zu lassen. Fällt ja auch einen Samstag.

  6. 58.

    Die Kinder gehen meist mit Klassenkameraden von Haus zu Haus. Sie klingeln, kurz den Spruch, ein Griff in die Süßigkeitenkiste und Abschied. Dauert vielleicht 3 Minuten.
    Abstand zum Angeklingelten 1 Meter, vielleicht.
    Das Gesundheitsamt sagt: wenn der Kontakt zu einem SarsCov-19 Positiven nicht länger als 15 Minuten gedauert hat und Abstand gehalten wurde, kann die Kontaktperson sich kaum angesteckt haben und darf arbeiten gehen.
    So geschehen letzte Woche in unserem Betrieb.
    Daher dürften diese Umzüge wohl kaum zu den großen Ansteckungsherden gehören.
    Wie schon die Vorkommentatoren gemeint haben, die Kinder sehen sich in der Schule und sitzen dort viel dichter.
    Und ein verantwortungsvoller, positiv getesteter Mensch sollte von sich aus, da dann ja in Quarantäne, die Tür dann nicht öffnen.
    Ich denke , es kann auch übertrieben werden.

  7. 57.

    BRAVO!!! HALOWEEN IST SOWIESO VÖLLIGER BLÖDSINN, WUNDERE MICH SCHON SEIT JAHREN, WIEVIELE ELTERN DIESEN QUATSCH FÖRDERN.

  8. 56.

    Sie hat ja Kinder. Wenn sich alle an Abstandsregeln gehalten hätte, wäre sowas nicht notwendig. Man lebt letztlich in einer Gesellschaft und ist irgendwie vom Verhalten anderer auch abhängig.

  9. 55.

    Sie haben noch den Fußball vergessen. Sonst gebe ich Ihnen voll recht.
    Ich halte absolut nichts von diesem Amibrauch. Die Kinder können aber nichts dafür und freuen sich auf ihren Spaß. Mit Verantwortung und Rücksicht lässt sich da sicher auch was machen.
    Verbieten nutzt sowieso nichts. Vielmehr muss man an die Eltern appellieren darauf zu achten, dass die Kinder nicht in großen Gruppen unterwegs sind und die Abstandsregeln einhalten.

  10. 54.

    Typisches Mütter-Entitlement: "Ich verbiete meinem Goldkind natürlich überhaupt nichts, sollen die Anderen doch Unannehmlichkeiten erfahren (nämlich eine ausgestellte Klingel), wenn es sie stört!" Es ist wirklich unglaublich! Wohnen Sie zufälligerweise in Prenzlberg?

    P.S.: Hier mit Klarnamen zu schreiben ist nicht ganz so klug. Just saying...

  11. 53.

    Na ja, eine Farce wäre es doch eher anders rum: Halloween findet statt, aber dafür fällt die Schule fällt aus.
    Ich verstehe sehr gut die Argumente, dass schon wieder etwas für die Kids wegfällt. Ich verstehe aber auch, dass es ernst ist und es ernsthaft um Kontaktvermeidung geht. Oder sind Ihre Kinder strikt immer nur mit den gleichen Kindern zusammen, auch an Halloween? Übrigens passen Halloween und Maskentragen sehr gut zusammen.

  12. 52.

    "Also Kids, sammelt eure Süßigkeiten und gut ist."

    Genau! Und immer schön das Virus dabei verteilen, ihr kleinen Racker!

  13. 51.

    Ja, unerhört! In Bildungsanstalten werden sie geschickt, um etwas zu lernen und später nicht vom Arbeitsamt oder Jobcenter abhängig zu sein. Aber von Tür zu Tür ziehen, um Süßigkeiten zu schnorren und im Zuge der Pandemie SARS-CoV-2 als kleiner Präsent dazulassen, sollen die nicht! Total unlogisch, dabei ist das doch alles EXAKT das Gleiche!!1!1!11!!

    *Dieser Beitrag ist reinster Sarkasmus!*

  14. 50.

    Es ist erstaunlich, welche Trotzreaktion diese logische und konsequente Empfehlung bei vermeintlich erwachsenen Menschen hervorruft. Wir befinden uns nunmal in einer Pandemie! Wir haben alle dadurch unsere Einschränkungen, dass finde ich persönlich auch nicht toll. Aber deshalb das eigene Kind noch mehr gefährden? Nur weil ich die Reaktion auf das Ausfallen einer heißgeliebten Tradition nicht aushalten kann? Freundet euch damit an, dass auch das Weihnachtsfest anders als sonst ausfallen wird...

  15. 49.

    Ja da haben sie recht. Ich bin zur Zeit nicht für Halloween, aber das mit den Schulen geht gar nicht. Aber unsere Senatorin Scheeres scheint das egal zu sein. Wenn der Stufenplam greift ist es schon zu spät in einer Stadt wie Berlin
    ...Durchseuchung ist vorprogrammiert.... wie gesagt ich glaube unsere Kinder und Eltern sind glaube ich bewusst die Versuchskaninchen des Senats damit die Wirtschaft fluriert

  16. 48.

    Wenn ich hier wieder so einige Kommentare lese. Ich bin immer noch für die Umgangsregel meiner Eltern: NICHTS VON FREMDEN LEUTEN ZU NEHMEN.

  17. 47.

    Ich bin auch Mutter und finde es richtig...dieses Jahr ist eben alles anders und die Kinder von Tür zu Tür zu schicken ist unverantwortlich...und das sehen Freindschaften mit Kindern von mir genauso...die Kinder werden auch kein Glück haben weil kaum jemand die Tür öffnen wird. Ganz ehrlich sind die Eltern nicht in der Lage ihren Kindern mal ein anderes Halloween zu gestalten? Kürbisschnitzen, ein leckeres Essen in der Familie, mal einfach spielen mit dem Nachwuchs....ganz ehrlich das würde den Kindern super gefallen.

  18. 46.

    Die Kinder ziehen wahrscheinlich mit ihren Schulkameraden/innen um die Häuser. Die Kinder haben auf dem Weg zur Schule, in der Schule auch Kontakt. Aber die Bewegung an der frischen Luft und das Klingeln an den Türen sollen die Kinder lassen? Also so langsam verspielt die Politik jede Glaubwürdigkeit. Und wichtig ist, dass Menschen zum Markt nach Polen fahren können? Diese Märkte wurden schon zwangsweise geschlossen, weil zu viele Händler infiziert waren.

  19. 44.

    Wo ist das Problem, solange die Kids maskiert von Haus zu Haus ziehen? Da gibt es hübsche Modelle mit Zombie- oder Skelettprint. Und zur Not tut es auch ein altes Laken, das man sich über den Kopf wirft. ~Huuh~

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