Rot-gelbe Fähnchen am Strand der Nordseeinsel Sylt (Schleswig-Holstein) (Quelle: picture alliance/Jürgen Schwenkenbecher)
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Audio: Inforadio | 05.10.2020 | Raphael Jung | Bild: picture alliance/Jürgen Schwenkenbecher

Urlauber aus Berliner Risiko-Bezirken - Was man bei Reisen nach Schleswig-Holstein beachten sollte

Mitte, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg: Inzwischen gelten vier Berliner Bezirke in Schleswig-Holstein als Corona-Risikogebiete. Damit gerät so mancher Urlaub in den nahenden Herbstferien in Gefahr. Ein Überblick über die Auflagen.

Was muss beachtet werden, wenn man in einem der Berliner Risiko-Bezirke lebt und nach Schleswig-Holstein reisen will?

Bei der Einreise nach Schleswig-Holstein muss das zuständige Gesundheitsamt informiert werden und man muss 14 Tage in Quarantäne. Die Zeit kann aber verkürzt werden: indem man einen aktuellen negativen Corona-Test aus Berlin vorweist - und fünf Tage später in Schleswig-Holstein nochmal einen Test macht, der auch negativ ausfällt. Dann muss man nur fünf Tage in Quarantäne.

Quarantäne bedeutet, dass sich die Betroffenen häuslich isolieren müssen. Das bedeutet: in der Unterkunft oder Wohnung bleiben, einkaufen gehen oder Strandspaziergang sind verboten. Ein Aufenthalt auf dem eigenen Balkon oder im Vorgarten der eigenen Ferienwohnung ist möglich.

Wie wird das kontrolliert, ob man sich tatsächlich an die Quarantäne-Vorschriften hält?

Es wird keine Kontrollen an den Autobahnen oder ähnliches geben, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministerium in Kiel dem rbb am Montag. Aber die Behörden - Gesundheitsamt und Polizei - sind durchaus befugt, Kontrollen durchzuführen. Wenn ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz festgestellt wird - beispielsweise, weil man sich nicht bei den Behörden gemeldet hat, aber an Covid-19 erkrankt und ärztliche Hilfe benötigt - wird es teuer. Es drohen zwischen 4.000 und 10.000 Euro Strafe.

Was ist, wenn man in einem als Risikogebiet eingestuften Bezirk lebt und in einem Nicht-Risikobezirk arbeitet? Wie ist das dann mit der Quarantäne?

Das ist noch nicht abschließend geklärt. Das wichtigste Kritierium ist natürlich die Meldeadresse. Jemand könnte aber geltend machen, dass er sich über längere Zeit nicht dort aufgehalten hat, denn es gibt in Schleswig-Holstein eine Regelung, die besagt: Wenn man sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet aufhält, entfällt die Quarantäne. Wenn man nun beispielweise in einem Bezirk lebt, der als Risikogebiet gilt, aber täglich in einem anderen, nicht so eingestuften Bezirk arbeitet, dann kommt man eigentlich nie auf 48 Stunden in einem Risikogebiet - und müsste folglich nicht in Quarantäne. Ob das tatsächlich so ist, dazu beraten in Schleswig-Holstein derzeit Juristen.

Sendung: Inforadio, 05.10.2020, 13:25 Uhr

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17 Kommentare

  1. 17.

    Kehrwoche für Berlin:
    Wir hätten die zehntausenden Covid19-Leugner/Maskengegner aus dem schäbischen Stuttgart vor einigen Wochen nicht nach Berlin-Mitte lassen sollen. Jeder dieser vorsätzlichen Gesundheitsgefährder sollte 10.000 und 20.000 Euro Strafe an Berliner Familien, die in den wenigen Ferientagen ein bisschen frische Luft holen wollen, zahlen müssen!

  2. 16.

    Märzurlaub 2020: am 3.Tag mussten wir Bayern verlassen, sonst droht Quarantäne. Mai: Ostseeurlaub durfte nicht angetreten werden.allgemeines Verbot w/Corona.Mitte Oktober wird uns wieder der Urlaub wegen Verbot seitens Schleswig-Holstein. Wir wohnen am Rand von Rudow (Bezirk Neukölln), wenige Schritte zum Flughafen Schönefeld (gehört zu Brandenburg) entfernt. Wir schützen uns zusätzlich mit Mundschutz, Handschuhe, Einkauf erfolgt in Adlershof und Brandenburg (kann nachgewiesen werden) und trotzdem sollen wir bestraft werden. Coronatest erfolgt nur auf Verdacht und das Testergebnis dauert zu lange. Das heißt, unser Urlaub findet wieder nicht statt. Die Verfolgung und Strafe bei Nichteinhaltung findet nicht genug statt.

  3. 15.

    " Schleswig-Holstein signalisiert Einlenken bei Inlandsreisen
    Stand: 06.10.2020 16:56 Uhr

    Noch hat Schleswig-Holstein eigene Corona-Regeln, wenn es um Urlauber und Rückkehrer aus einigen Berliner Bezirken geht. Nun macht sich die Landesregierung für ein bundeseinheitliches Vorgehen stark. ( NDR)

  4. 14.

    Diese Quarantäneregel gilt auch für Rheinland-Pfalz!

  5. 13.

    Ich sehe das anders. Alle Leute müssen ja Unbedingt verreisen. Schaut mal in die Öffis. So dicht gedrängt wie man da teilweise steht muss es eine Verbreitung des Virus geben. Außerdem jede menge Demos mit Tausenden von Mitläufern. Ein gefundenes fressen für einen Virus.
    Kein Abstand mehr in den Kaufhallen. u.s.w.

  6. 12.

    Ich sehe das anders. Alle Leute müssen ja Unbedingt verreisen. Schaut mal in die Öffis. So dicht gedrängt wie man da teilweise steht muss es eine Verbreitung des Virus geben. Außerdem jede menge Demos mit Tausenden von Mitläufern. Ein gefundenes fressen für einen Virus.
    Kein Abstand mehr in den Kaufhallen. u.s.w.
    wundert euxh da dieses Kaos?

  7. 11.

    Ich lebe in einem Industriegebiet von Tempelhof. Überschaubar. Verzichte seit Monaten auf viele Kontakte. Da mein Mann eine Haftstrafe verbüßt, darf ich ihn seit Monaten nicht mehr berühren. In der Haftanstalt ist das tragen von Mundschutz für Gefangene verboten. Darf ich ihn bald wieder nicht besuchen, weil ich in einem Risikogebiet laut Landkarte lebe?

  8. 10.

    Enric schrieb "Bald müssen wir gelbe Taschen benutzen damit die Sonne besser reflektiert wird."
    Wenn die Infektionszahlen in Berlin weiter so stark ansteigen, dann brauchen Sie keine Taschen mehr. Weil: Dann liegen Sie gegebenenfalls im Krankenhaus. Mit einer lebensgefährlichen Krankheit, deren Langzeitfolgen heute noch gar nicht absehbar sind. Das ist nicht lustig und auch nicht absurd. Sondern: Es ist ernst - und jeder ist gefragt, Verantwortung zu zeigen.

  9. 9.

    Es wird immer absurder. Bald müssen wir gelbe Taschen benutzen damit die Sonne besser reflektiert wird.

  10. 8.

    Am besten wir machen wirklich alles dicht und gehen gemeinsam dem Weltuntergang entgegen, das macht doch alles keinen Sinn mehr.
    Gesundheit über alles, aber am Ende wird das uns vielmehr Kosten.

  11. 7.

    Bald werden die anderen Bezirke auch die Einreise aus Risiko-Bezirken verbieten *lol. Grüße aus der Zone.

  12. 6.

    Genau so sehe ich das auch. Die Partychaoten haben den größten Anteil an den steigenden Zahlen und die die Monate auf eine Kur warten und kurz davor sind diese anzutreten müssen nun bangen ob sie überhaupt noch anreisen dürfen

  13. 5.

    Wie verhält es sich wenn man in Brandenburg wohnt und Mitte arbeitet???

  14. 4.

    Ich kann nur noch lachen….
    Wohnhaft Bln-Hellersdorf, arbeite seit 20 Jahren in Tempelhof. Nutze tgl die Öffis.
    Ich darf also ganz offiziell in NRW einreisen…
    Denkt denn hier noch Jemand nach?

  15. 3.

    Diese Maßnahmen treffen die Falschen, nämlich die Familien. Die Partychaoten sollte es treffen, die gehen aber wieder mal unter dem Regen durch, leider.

  16. 2.

    Diese Maßnahmen treffen die Falschen, nämlich die Familien. Die Partychaoten sollte es treffen, die gehen aber wieder mal unter dem Regen durch, leider.

  17. 1.

    Tja, was ist wenn ich mit der Bahn vom Hauptbahnhof aus anreise? Der liegt ja in Mitte/Tiergarten...

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