2G-Regelung in Berlin - "Wir wollen keinen Ausschluss mehr für den Sport"

Di 09.11.21 | 18:38 Uhr
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SFC Stern 1900 - BSV Eintracht Mahlsdorf. Die Spieler betreten das Feld vom Sportplatz Schildhornstraße / Schildhornstrasse. (Bild: IMAGO / Sebastian Wells)
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In Berlin soll ab kommender Woche in vielen Bereichen die 2G-Regel gelten. Das hat auch Auswirkungen auf den Sport. Der Präsident des Berliner Landessportbundes Härtel betont, dass das nicht zu Lasten des Breiten- und Amateursports gehen dürfe.

In Berlin soll die sogenannte 2G-Regel - Zutritt nur für Geimpfte, Genesene und Kinder unter zwölf Jahren - ab der kommenden Woche auch für den Sport gelten. Wie genau die neue Regel umgesetzt werden soll, steht allerdings noch nicht fest. Eine neue Corona-Schutzverordnung könnte der Senat am Donnerstag verabschieden. Andeutungen machte Berlins noch Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag aber bereits.

Müller: "Modellversuche schlichtweg nicht möglich"

So äußerte sich Müller zum Beispiel bezüglich des Kinder- und Breitensports in Berlin: "Wir wollen sehen, dass wir die Einschränkungen für die Kinder und Jugendlichen so gering wie möglich halten." Ob der Ligabetrieb in den Amateurklassen langfristig weiter wie bisher laufen könne, ließ er offen: "Wir müssen sehen, wie die Erfahrungen mit 2G sind. Wir können nicht ausschließen, dass gegebenenfalls nachgeschärft werden muss.“

Für das Lokalderby in der Fußball-Bundesliga zwischen Union und Hertha am Samstag, 20. November werde sich laut Müller nichts ändern. An den aktuellen Zuschauerregeln mit einer Auslastung von 50 Prozent von Sportveranstaltungen unter freiem Himmel werde man festhalten. "Modellversuche oder höhere Auslastungen sind in dieser Corona-Lage schlichtweg nicht möglich", so Müller. Damit würde das Union-Spiel gegen Bayern München im Stadion an der Alten Försterei mit einer Auslastung von 75 Prozent eine Ausnahme bleiben, die Köpenicker müssten auch zu einem halb voll besetzten Stadion zurückkehren. Laut Senat handelte es sich dabei eh um eine Einzelfallentscheidung.

Härtel: Kinder und Jugendliche dürfen nicht Leidtragende sein

Der Präsident des Berliner Landessportbundes (LSB), Thomas Härtel, sagte auf Anfrage des rbb, dass er die konkreten, neuen Regelungen ebenfalls noch nicht kenne, da der LSB bislang nicht informiert wurde.

"Da würden wir uns auch einen besseren Austausch mit der Gegenseite wünschen", so Härtel. Allerdings habe man in seinem Verband bereits mit Verschärfungen gerechnet. Man müsse jetzt sehen, wie man damit umgehe, sagte Härtel, stellte aber auch klar: "Wir wollen keinen Ausschluss mehr für den Sport." Zugleich richtete er einen Appell an die politischen Entscheidungsträger: "Wir erwarten, dass es nicht zu Lasten des Breiten- und Amateursports geht."

Konkret nannte der LSB-Präsident auch den Kinder- und Jugendsport. "Die 2G-Regel kann da so gar nicht greifen, weil die Kinder und Jugendlichen dann wieder raus wären." Das gelte es zu vermeiden, da für Kinder und Jugendliche laut Härtel somit erneut die Leidtragenden der Pandemie-Situation und die sozialen Auswirkungen verheerend wären. "Da muss es eine Regelung geben, die nicht 2G ist. Beispielsweise werden Schulkinder schon dreimal die Woche in der Schule getestet. Diese Tests könne man dann auch auf den Kinder- und Jugendsport anwenden."

Berliner Fußballverband will sich am Freitag äußern

Thomas Härtel rechnet damit, dass die Ligen im Profisport wie bisher weitergehen. Im Amateurbereich sehe die Lage anders aus. Der Ligabetrieb würde dort davon beeinflusst, "weil ja auch die Zuschauer, Betreuer und die Gastmannschaft darunterfallen werden. Es ist eine große Herausforderung für die Vereine", sagt der Präsident des Berliner Landessportbundes.

Der Berliner Fußballverband (BFV) wollte sich auf rbb-Anfrage bislang nicht zur Umsetzung der 2G-Regel äußern. Der BFV wolle spätestens am Freitag eine Pressemitteilung herausgeben, hieß es von Verbandsseite auf Nachfrage.

Staatssekertär: Sport soll erlebbar bleiben

Der Staatssekretär für Sport des Landes Berlin, Aleksander Dzembritzki (SPD), verwies ebenfalls auf die noch laufenden Absprachen des Senats. "Ich möchte aber, dass Sport weiter erlebt werden kann. Das können wir aber nur aufrechterhalten, wenn die Menschen sich impfen lassen", sagte der SPD-Politiker. Bis das der Fall sei, müsse der Senat handeln.

Diskutiert werde aktuell, ob eine Sportveranstaltung mit mehr als 100 Personen automatisch eine 2G-Veranstaltung werden müsse. Dzembritzki betont aber: "Ziellinie ist das kommende Wochenende." Bis dahin gehe es darum, wie man 2G ausgestalte. Aber auch die Bürgerinnen und Bürger seien gefordert: "Dieses Ding schaffen wir nur gemeinsam."

Brandenburg vorerst mit 3G

Laut Pressemitteilung des Landes Brandenburg will man dort bei Sport- und Freizeiteinrichtungen zunächst an der 3G-Regel festhalten. Die neue Corona-Verordnung soll konkret an diesem Donnerstag in einer Sondersitzung des Kabinetts beschlossen werden und ab Montag, den 15. November für drei Wochen gelten.

Sendung: rbb UM6, 09.11.2021, 18:00 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    Nur wei Sie das nicht brauchen, muss das ja nicht für Alle gelten.
    ....was für eine unsachliche Argumentation!

  2. 16.

    Ich stimme ihnen zu 100% zu.
    Es leiden ALLE unter der Situation. Es ist fast ausschließlich die Rede von Kindern und Jugendlichen die leiden müssen.
    Ich treibe auch Amateursport, und der würde mir genauso fehlen wie den immer genannten Personengruppen. Damit stehe ich auch bestimmt nicht alleine.

  3. 15.

    Sie können nicht behaupten ,daß der Impfstoff nichts bringt
    Hätten wir letztes Jahr um diese Zeit ohne Impfen ,ohne Lockdown wie jetzt ,solch hohe Inzidenz gehabt ,hätten wir die Triage gehabt
    Da sind wir jetzt ,den Geimpften sei dank ,noch weit von entfernt
    Wer liegt im Krankenhaus ,
    Die Ungeimpfen ,die teilweise absurdeste Märchen erfinden ,Gründe zu finden ,sich nicht impfen zu lassen
    Ich lasse mich weiter impfen ,auch wen es 4 ,5 ,oder 10 mal ist
    Um mich ,Familie, meine Freunde ,Arbeitskollegen zu schützen

    PS, es gibt Leute die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können ,die sind nicht gemeint

  4. 14.

    Ich brauche keinen Sportverein um mich Körperlich fit zu halten....

  5. 13.

    Stimmt, 2G schafft nur mehr Unfreiheit - ohne mehr Sicherheit zu bieten! Aber igendwie muss der Druck auf die nicht gegen Corona Geimpften ja erhöht werden. Etwas Anderes ist das nicht.
    Thema Sport: was für ein Unsinn - 2G für Schwimhallen! Viren werden im Chlorwasser innerhalb von ca. 1 Minute abgetötet. Da bin ich mind. 1 h drin ... und tue beim zügigen Schwimmen was für meine Gesundheit. Das ist wohl nicht gewollt!?

  6. 12.

    ...nein gibt es nicht, also der Sport ist ein wichtiger Teil der Gesellschaft, Erziehung und Prägung von Kinder und Jugendlichen. Wenn Sie das nicht begreifen, einfach mal im Sportverein anmelden und trainieren. Soll positive Einflüsse haben auf Gesundheit und auf das Immunsystem. Solange die Erwachsenen sich mit dann 2G "Vergnügen" können, muss es für Kids und Jugendliche Ausnahmen im Sportbetrieb geben, wir reden nicht von einer Impfung, die so gerne hier viele wollen für Kinder ab 5 Jahren, ohne Stiko Empfehlung. Denkt mal bitte an den Fall der 12 jährigen....

  7. 11.

    Naja das stimmt so nicht! Spahn und Konsorten machen sehr viel für ihre Freunde in der Pharmawirtschaft. Jeder kann ja nachlesen, dass Herr Spahn Pharmalobbyist war und danach bei den Sparkassen aktiv... wo er dann für seine Millionenvillen in Berlin (ja dem Mann gehören Villen in Berlin!) Kredite bekommen hat zu 0% Zins.

    Aber keine Sorge! Der Mann will nur ihr Bestes.... ihr Geld für seine Kumpels und seinen Lebenspartner.... denn der nette Jens wusste natürlich nicht, dass sein Lebenspartner auch an Maskendeals verdient. Man kennt das ja.. man unterhält sich halt zu Hause auch nie miteinander....

    Meine Aussagen sind alle belegt durch die Medien...

  8. 10.

    Massive Sicherheitslücke bei Corona-Teststationen
    Daten von hunderttausenden Getesteten abrufbar - Test-Ergebnisse manipulierbar...
    Genau Tests sind ja auch sowas von Sicher....

  9. 9.

    Es gibt jetzt wohl wichtigere Dinge als Sport.....

  10. 8.

    3 G für alle, da ja dieser Impfstoff wenig gebracht hat und wer ist eigentlich genesen? Wer mal positiv getestet wurde ohne Symptome ist genesen? Ich möchte nicht in einem Restaurant oder Kino sitzen wo nur 2G ist, ohne Maske und ohne Abstand. Die Virologen empfehlen 3G. Und die Politiker machen was sie wollen und haben keine Ahnung.

  11. 7.

    "Singles und Paare ohne Kinder, die Vollzeit arbeiten und bisher noch überhaupt keine Unterstützung erhalten haben?" - wofür denn bitte? Gibts spezielle Aufwendungen und Härten für Singles oder 2ergruppen aller Art? Ich würde dann gerne mal meine Schulkinder "verleihen", zum Ausprobieren, wie das ist als Eltern mit Vollzeitjob (ohne Kurzarbeit!) und Kindern daheim. Besser noch: ich verleihe die Kinder nur an die Singles, für das Alleinerziehend-Feeling...

  12. 6.

    Also bei uns im Verein gilt der Schultest auch, wobei die Älteren als schlaue Sportler natürlich voll geimpft sind. Will ja nix heißen, man kann trotzdem infektiös sein, aber man wird hoffentlich nicht zu schwer krank. Die irrwitzigen Beschränkungen werden vermutlich aber auch dieses Jahr wieder kommen, da gilt die Einzelkür in der rhythmischen Sportgymnastik plötzlich als Kontaktsportart.
    Ballsportarten könnte man auch im Winter (ohne Schnee) auf den Außenplätzen machen - sofern vorhanden. Schulen haben sowas meist und nachmittags und abends stehen die leer... also wer will, der kann...

  13. 5.

    "Alle sind Leidtragende, nicht nur Kinder und Jugendliche." Yep, da stimme ich Ihnen absolut zu. Ich höre immer nur von Kindern, Jugendlichen und Eltern, die es ja ach so schwer haben und die finanziell und anderweitig unterstützt werden müssen. Wir alle haben unter der Pandemie zu leiden. Aber manche leiden halt immer ein wenig öffentlichkeitswirksamer als andere. Wo ist die Lobby für die Singles und Paare ohne Kinder, die Vollzeit arbeiten und bisher noch überhaupt keine Unterstützung erhalten haben?

  14. 4.

    "Härtel: Kinder und Jugendliche dürfen nicht Leidtragende sein" Mal unabhängig ob es um den Fussballl geht, wir stecken alle mit drin in der Pandemie. Alle sind Leidtragende, nicht nur Kinder und Jugendliche.

  15. 3.

    Da haben Sie völlig Recht, es gibt auch keinen Grund für eine solche Maßnahme. Es wäre das Mindeste, dass es mehr Pflegepersonal gibt als im letzten Jahr!

  16. 2.

    @ Susi, aber folgerichtig. Was fehlt, ist das Testen der 2G.
    Eigentlich wollen alle das Gleiche. Ein Ende der Pandemie.

  17. 1.

    Die 2G- Regel finde ich befremdlich.

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