Die Menschen in Stockholm auf einem Marktplatz, sitzen und bewegen sich frei. (Quelle: dpa)
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Kampf gegen das Coronavirus - Wie es sich mit dem schwedischen Sonderweg lebt

Kitas und Grundschulen gefüllt, Geschäfte und Restaurants geöffnet: Der Kampf gegen das Coronavirus wird in Schweden vergleichsweise gelassen angegangen. Warum dieser Sonderweg gleichzeitig zu Dankbarkeit und Kopfschütteln führt. Von Anke Fink

Freundschaften mit Schweden zu schließen ist so ziemlich das Schwierigste, was man sich in dem Land mit seinen etwas mehr als zehn Millionen Einwohnern vornehmen kann. Die Schweden sind freundlich, hilfsbereit und sprechen alle Englisch. Aber sie laden dich nie zu sich nach Hause ein und lassen sich auch nicht so gern nach Hause einladen. Sie grüßen freundlich, aber erzählen nur ganz wenig Persönliches. Einen Schweden zum richtigen Freund zu haben, ist nahezu unmöglich. Die Schweden tun sich auch untereinander schwer damit.

In der aktuellen Corona-Krise scheint das ein Vorteil zu sein. Abstandhalten ist ohnehin oberste Maxime. Wenn sich Bekannte zufällig in der Stadt beim Einkaufen treffen, wird sich zur Begrüßung zugenickt und in einer Distanz von anderthalb Metern geplaudert – so wie immer. Herzliche Umarmungen und Küsschen zur Begrüßung sind wirklich ganz und gar unschwedisch - was aktuell womöglich lebensrettend ist.

Es ist viel geschrieben worden über den schwedischen Sonderweg in der Corona-Krise, aber ganz so kopflos, wie es vielfach kommentiert wird, ist das Agieren der Regierung nicht.

Maxime: Virus bremsen, aber gleichzeitig die Freiheit der Bevölkerung sichern

Als die ersten Infektionsfälle auch hier im Norden registriert wurden, hat man sich zunächst angesehen, wer diese Leute waren. Die meisten hatten sich bei den Skiferien in Italien und Österreich Ende Februar mit dem Virus infiziert. Die Betroffenen waren also jüngere Menschen, die nicht aus den sogenannten Risikogruppen stammen.

Zudem hat die Regierung sehr wohl reagiert. Um einen Ansturm auf die Krankenhäuser zu verhindern, hat sie die Bevölkerung aufgerufen, sich die Hände zu waschen, bei Krankheitssymptomen konsequent zu Hause zu bleiben und auf unnötige Reisen zu verzichten. Universitäten haben auf Distanzunterricht umgestellt, ebenso die Schulen ab Jahrgangsstufe 9.

Inzwischen sind auch Besuche in Pflegeheimen verboten, die Skigebiete geschlossen und Personen aus den Risikogruppen aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Die Regierung appelliert an die Eigenverantwortung jedes einzelnen, mit seinem Verhalten die Gemeinschaft zu schützen. Es gilt ebenso die Freiheit der Schweden zu sichern wie das Virus zu bremsen.

So ganz überzeugt klingt der Staatsepidemiologe nicht mehr

Der Staatsepidemiologe Anders Tegnell ist der Stratege hinter diesen Entscheidungen. Er argumentierte etwa, dass die Fallzahlen wenig stiegen und die Behandlung der Intensivpatienten von den Krankenhäusern zu schaffen sei. Die Maßnahmen im Land zeigten Wirkung - im Gegensatz zu den Ländern, die es schwerer getroffen hätte. So ganz überzeugt klingt er in den täglichen Pressekonferenzen inzwischen auch nicht mehr. Laut Johns-Hopkins-Universität sind, Stand Mittwochabend (8.4.), mehr als 8.400 Schweden an Covid-19 erkrankt und 687 Menschen gestorben.

Dennoch: Die Kitas sind offen, die meisten Grundschulen ebenso, man darf im Restaurant essen und zum Friseur gehen. Aber de facto ist Stockholm aktuell so leer wie sonst nur im Juli, wenn das ganze Land Sommerferien macht und öffentliches Leben nur noch auf ganz kleiner Flamme kocht. Denn der Ministerpräsident Stefan Löven hatte in einer seiner seltenen Fernsehansprachen die Schweden gebeten, im Home-Office zu arbeiten, wenn es ihnen möglich ist – was von den Schweden weniger als Bitte, sondern vielmehr als eine Art Befehl aufgefasst wurde.

Die schwedische Konsensgesellschaft ist für Außenstehende schwer zu durchschauen

In diesem Land geht es immer darum, Konflikte zu vermeiden und Kompromisse zu finden. Deswegen dauert manches ewig, weil keine klaren Aussagen getroffen werden. Diese Konsensgesellschaft ist für Menschen aus anderen Ländern recht schwer zu durchschauen. Wir Deutschen etwa werden zwar als Arbeitsnehmer geschätzt wegen unseres Pflichtbewusstseins, werden aber schief angeguckt für unsere Direktheit.

Die Schweden können schlecht nein sagen und lavieren beim Antworten mitunter herum – Missverständnisse mit ausländischen Kollegen sind da programmiert. Es soll sogar schon Seminare geben, in denen Schweden das Nein-Sagen beigebracht wird. Das alles muss man wissen, um zu verstehen, dass der schwedische Sonderweg gar nicht so sonderlich ist.

Ein TV-Korrespondent wird zur Berühmheit - weil er kritische Nachfragen stellt

Die Schweden halten sich an die Anweisungen ihrer Regierung und vertrauen zumeist darauf, dass es schon stimmt, was die Politiker sich überlegt haben. Eigenverantwortlich zu handeln im Sinne der Gesellschaft ist das oberste Gebot.

Dass im Hinblick auf die restriktiven Maßnahmen der Nachbarländer und die steigenden Todeszahlen auch einige Zweifel über diesen Kurs aufkommen, wird besonders an der Situation des deutschen ARD-Fernsehkorrespondenten Christian Stichler deutlich. Er, der eigentlich nur seinen Job macht, hat es zu einiger Berühmtheit in Schweden gebracht, weil er bei den Pressekonferenzen mit dem mächtigen Staatsepidemiologen Tegnell immer wieder gefragt hat, warum Schweden bei seiner lockeren Strategie im Umgang bleibe und wie sich das Virus verbreite.

Als Folge berichteten schwedische Zeitungen über diesen mysteriösen Deutschen, der den Epidemiologen unter Druck setzt. Auch schwedische Radiosender interviewten Stichler dazu und zeigen damit, dass es sehr wohl Zweifel an dem Kurs der Regierung gibt. Inzwischen sprechen den deutschen Journalisten sogar Leute an, um mit ihm gemeinsam den Kurs der Regierung zu ändern, wie er auf der Facebook-Seite der "Tagesschau" berichtete.

Die jetzige Strategie ließe sich locker einige Monate durchhalten

Zu einer Änderung der schwedischen Strategie wird es womöglich ohnehin kommen, wenn die Todeszahlen weiter steigen und die Intensivbetten des Landes belegt sind. Die demokratische Legitimation dafür hat sich die Regierung gerade geholt und vom Parlament weitreichende Befugnisse bekommen, etwa Ausgangssperren oder die Schließung von Geschäften verhängen zu können. Außerdem will die Regierung Krankenhaus-Ausrüstung zwischen den Regionen umverteilen dürfen. Der Ministerpräsident rechnet mit vielen Toten - und er rechnet auch damit, dass die Pandemie sein Land noch Monate beschäftigen wird, wie er in einem Interview mit der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter" vom Sonntag sagte.

Die Einschränkungen im Alltag werden also nicht nach Ostern aufhören. Auch das ist ein Argument der schwedischen Führung, nicht auf einen kompletten Lockdown zu setzen. Die jetzige Strategie ließe sich eben locker einige Monate durchhalten. Der Appell des Ministerpräsidenten zum Arbeiten im Home-Office etwa gilt bis zum Ende des Jahres 2020.

Bislang ist in Schweden ein verhältnismäßig entspanntes Leben möglich

So verbreitet sich das Virus in Schweden zwar etwas langsamer als ganz ohne Einschränkungen, aber es wird irgendwann 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung erreicht haben, ehe es nicht mehr weiterspringen kann. Das viel gescholtene Kalkül einer Herdenimmunität ist auch ein Argument, das in die schwedische Strategie einfließt und den Menschen hier bislang ein verhältnismäßig entspanntes Leben ermöglicht.

Die Schweden sitzen in den ersten richtig warmen Sonnenstrahlen des Frühlings im Café oder auf Parkbänken. Die Busse sind am Morgen und Nachmittag voll mit Schülern, die weiterhin zur Schule fahren, wobei jetzt auch erstmal Osterferien sind. Im Supermarkt gibt es Markierungen für den Sicherheitsabstand, und das Kassenpersonal sitzt jetzt häufig hinter Plexiglas, gezahlt wird ohnehin alles kontaktlos mit Karte oder Handy. Menschen mit Mundschutz sieht man ganz selten.

Sollte man dankbar sein - oder die Schweden für wahnsinnig halten?

Wir als deutsche Familien in Stockholm sind hin- und hergerissen: Sollten wir nun den Schweden danken oder sie für wahnsinnig halten? Freunde aus Berlin erzählen, wie ihnen bange werde bei der Obrigkeitshörigkeit einiger Menschen. Sie berichten, wie die Polizei Leute von Parkbänken hochjage, und haben Angst, einen Ausflug mit dem Auto nach Brandenburg zu machen, weil das zwar nicht so richtig verboten sei, aber die Einheimischen rumpöbeln könnten - die Kennzeichen verrieten einen ja.

Da sitzen wir hier in Schweden tatsächlich vergleichsweise gelassen in unserem Home-Office, sind froh so arbeiten zu dürfen, weil viele bei ihrem Job nicht diese Möglichkeit haben. Wir freuen uns, dass das Fußballtraining bei den Jungs weiterläuft, Geburtstage gefeiert werden (selbstverständlich draußen) und sich die Kinder mit Freunden zum Spielen verabreden können.

Unsere persönliche Rechnung ist der der schwedischen Regierung womöglich ähnlich. Das Virus geht seinen Weg und wird uns hoffentlich auslassen. Mit Risikogruppen haben wir keinen Kontakt, die Eltern sitzen ja isoliert in Deutschland, sodass wir nicht gefährlich werden. Das alles dauert noch Monate, bis eine Impfung da ist oder ein flächendeckender Antikörpertest.

Wenn Schweden also bei seiner etwas anderen Handhabe bleibt, könnte man die Pandemie hier einigermaßen gelassen überstehen - wenn auch leider ohne Familie und Freunde aus Deutschland.

Beitrag von Anke Fink

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45 Kommentare

  1. 45.

    Seit 1983 arbeite ich mit schwedischen Unternehmen sehr erfolgreich zusammen. Es sind Freundschaften gewachsen wie man sie sich wünscht und in gegenseitigem Verstehen und Vertrauen schöner nicht haben könnte. Inzwischen kennen wir die Enkelkinder unserer Freunde.
    Schade, dass man solche Wertungen verbreiten kann und damit Meinungen in die Welt setzt die völlig an der Realität vorbei gehen.
    Rolf Neuffer, Lindenberg

  2. 44.

    Maßnahmen in Schweden mit denen in Deutschland zu vergleichen, funktioniert nicht. In Schwefden leben 23 Menschen pro Quadratkilometer, in Deutschland hingegen 232. Aufgrund der dünneren Besiedlung in Schweden verbreitet sich das Virus auch langsamer bzw. schlechter. Besser ist ein Vergleich mit Großbritannien (273 Einwohner pro Quadratkilometer), denn die britische Regierung hat in einem dicht besiedelten Land ja quasi die "schwedische Lösung" auspropiert und ist damit schrecklich gescheitert. Zudem ist sich die schwedische Regierung nicht mehr sicher, dass ihr bisheriger Kurs weiterhin verfolgt werden kann. Sie hat sich weitreichende Befugnisse für härtere Maßnahmen gesichert. Man beachte zudem folgende Fakten: in jedem dritten schwedischen Altenheim ist Covid-19 ausgebrochen. Die Todesrate liegt bei etwas bei ca. 10 Prozent der Infizierten (Stand 15.4.), was im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch ist.

  3. 43.

    Als jemand, der häufig in Schweden unterwegs ist, kann ich nicht ganz nachvollziehen, wie Frau Fink zu ihrer Einschätzung bezüglich der Freundschaften von Schweden mit Nichtschweden und untereinander kommt. Ich erlebte und erlebe die Menschen, denen ich begegnet bin als sehr gastfreundlich und pflege langjährige Freundschaften mit Schweden. Mag sein, dass es Frau Finks Erfahrungen aus der Großstadt Stockholm sind, die sie zu dieser Pauschalaussage hinreißen ließen. Vorsicht mit Vorurteilen, wer erst seit einem Jahr in einer fremden Kultur lebt, kann diese noch nicht wirklich gut genug kennen, um für alle Schweden zu sprechen.

  4. 42.

    Hej aus Stockholm,
    Wer, Was, richtig macht oder falsch wissen wir nocht nicht. Leider. Ich war sehr sauer als die Behörden nicht besser reagiert hatten.Noch weiniger waren sie vorbereitet. Selber habe ich meine Tochter (14 J) vor 4 wochen aus der Schule genommen . War entsetzt als ihre Lehrerin auf die Schulpflicht hinwies. Aber das war ihre Aufgabe.Heute wird fuer die Schueler, die Eltern haben,die in wichtigen arbeitsbereichen arbeiten, Schule zwischen 8-12 uhr gemacht und fuer meine Tochter von 13 Uhr live durch s internet.Super.
    Selber bin ich einer von tausenden "einmankleinunternehmern" die alleine ihre jobbs nachgehen und heute Geld/Essen in die Taschen bringen.Und damit auch nicht zum Sozialfall geworden sind.
    Ich habe Angst das es vielen Leuten so gehen wird und die selbstmordrate höher als das virus wird.
    Deshallb muss ich meinem land Schweden den ruecken stärken---mit kritik "såklart")
    Hoffentlich ist der weg den wir gehen der richtige und den den andere Länder auch

  5. 41.

    Ich habe den Artikel aufmerksam gelesen und vermisse das angekündigte "Kopfschütteln", wie es im Headliner angekündigt wurde.
    Natürlich wird Schweden auch seine Erfahrungen im Umgang mit dieser Krise machen, aber wir sollten uns nicht hinstellen und ihnen sagen, was sie anders und besser machen sollen und was sie dürfen. Aber das scheint den Deutschen inne, anderen Vorschriften zu machen.
    Erinnert sei da nur an die Studie des RKI aus dem Jahre 2012, wo auf die Gefahr hingewiesen wurde, Opfer einer Pandemie zu werden. Und die Bundesregierung? Selbst Schutzmasken sollen selbst genäht werden, Beatmungsgeräte fehlen, Narkosemittel, Disinfektionsmittel und, und, und. Da richten wir über die Schweden?

  6. 40.

    Auch meine Meinung!
    Ich finde Schwedens Weg beispielhaft! Bravo! ein Land, das seine Maßnahmen auf sein Land, auf seine Bevölkerung und auf tägliche Erfahrungen abstimmt und nicht den Anderen hinterherläuft! Ein Land das seine Bevölkerung sieht und ihnen vertraut!



  7. 39.

    ..in Bezug auf die 1957 angesprochene Grippe, Zahlen weltweit 1 bis 2 Millionen hochgerechnet, in Deutschland ungefähr 30000....
    Also was sollen wir machen, alles runterfahren, Ausgangssperre verschärfen? Nein da bin ich nicht dabei, auch wenn alles vernetzt wird, man muss immer den Sinn und Unsinn sehen in den Maßnahmen.
    Schon mal an die Folgen gedacht einer weltweiten Wirtschaftskrise? Flucht, Kriege und noch mehr Leid in der Bevölkerung von diversen Staaten. Ist vielleicht (noch) etwas weit hergeholt und wird hoffentlich nie eintreten.
    Nachdem die Verdopplungszahlen bei 10 Tagen eigentlich mal zur Debatte standen, für Lockerungen, bringt u.a. Herr Söder jetzt die zweite Welle ins Spiel, dann wahrscheinlich später die dritte Welle, um weitere Beschränkungen zu erlassen oder beizubehalten.Die Politik will meiner Meinung nicht raus aus diesen Beschränkungswettlauf.......kann man so oder so sehen, aber in diesem Sinne: Frohe Osterfeiertage

  8. 37.

    Sie schreiben es ja genau richtig. 1957 waren Sie in der Schule, noch ein kleines Kind. Auch heute erkranken Kinder weniger, als Erwachsene.
    Im Jahre 2020 sieht die Welt völlig anders aus. Alles ist bis ins kleinste Detail vernetzt. Auf virtueller als auch real physischer Ebene.
    Dann sollte hierbei auch erwähnt werden, wie viele an Todesopfer es damals gab: 1.000.000 Million.
    Diese Zahl haben wir (noch) nicht bei den Infizierten. Ganz abgesehen von einer hohen Dunkelziffer.
    Asiatische Grippe in Deutschland - https://www.swr.de/swr2/wissen/archivradio/asiatische-grippe-in-deutschland-1957-100.html

    Im Augenblick, gibt es wenig Hoffnung anhand neuer Zahlen in Süd Korea.
    >Behördenangaben zufolge ist bei 91 von einer Coronavirus-Infektion genesenen Menschen die Krankheit Covid-19 erneut ausgebrochen. <
    https://rp-online.de/panorama/coronavirus/corona-pandemie-suedkorea-meldet-erneute-erkrankung-bei-91-geheilten_aid-50009839

  9. 36.

    ...ich jongliere nicht mit den Zahlen, diese sind öffentlich genannte, unter anderen von der WHO.
    Was nicht funktioniert ist uns immer mit Spanien oder Italien zu vergleichen. Die meisten in Italien sind in der Gegend von Genua, hohe Luftverschmutzung, außerdem leben viele Generationen unter einen Dach. Und nicht alle Krankenhäuser sind oder waren dort überbelastet. Eine Grippe Welle dauert 9 bis 10 Monate? Ist mir neu.....aber gut.
    Ich habe auch nicht gesagt, das es keine Maßnahmen bedarf. Man erreicht aber schon viel, wenn man sich an Standards der Hygiene orientiert. Ich nehme die Situation auch ernst, schaue was ich machen kann und bin sensibel meinen anderen gegenüber. Ich finde es aber großen Luxus, 80 Millionen Leute massiv zu beschneiden, teilweise mit erheblichen Verlusten im finanziellen Bereich, um tausende Betten frei zu halten. Wir sind nur Gast auf dieser Erde, leider sind es aber schon zu viel Gäste, die Natur hat das erkannt und tut das Möglichste dagegen.

  10. 35.

    Zuerst: Schweden umarmen sich zum Begrüßung , die meisten Partys findet privat statt z.b. Midsommar, Kräftskiva....
    Ich finde, die Schweden sehr offen, aber vielleicht, Frau Fink, sprechen sie nicht so gern Englisch oder Schwedisch?
    Das könnte die Grund sein, dass Sie es anders erleben....
    Bis jetzt spricht die Zahlen für die Schwedische Corona Lösung (die Zahlen sind nicht höher als in anderen Länder). Wenig Verbote stattdessen Empfehlungen und Vertrauen in der Bevölkerung.
    So funktioniert auch die schwedische Schule, wenig Kontrolle, deswegen ist die Methode bekannt.(Es wird nicht Fehler gezählt sondern die Verbesserung Potenzial.)
    Bei Coronakrise , glaube ich,, die bessere Lösung für die Sozial schwachen und wahrscheinlich ein leichteres Start-up nach der Krise.
    Corona wird auf jeden Fall nicht mit Gelassenheit gesehen in Schweden, Frau Fink!! Mit Sicherheit Nirgendwo in der Welt!

  11. 34.

    Gute Recherche, gut analysiert....

    nun denkt mal wir schreiben das Jahr 1957 (asiatische Grippe...) und haben kein WWW, kein Panikmache-Handy und noch nicht mal die medizinischen Errungenschaften die Phantastisches jetzt in Form von Schnelltests u.ä. auf die Beine stellen können.
    Das Leben würde so wie damals, ich war dabei als unsere Schule 1 od. 2 Wochen geschlossen blieb weil zu viele krank waren, so wie alle meine Freunde.

    Schweden macht es genau richtig und dosiert und schützt die Risikogruppen so gut es geht!
    Bin zum ersten mal in all den Jahren wo ich hier lebe imponiert denn sonst kriegen sie ja nicht viel hin und wenn langsam.
    Doch nun, wohl dosiert, nach oben oder nach unten um aktiv eingreifen zu können.
    Haben wohl Lehrgeld bezahlt bei der Schweine Grippe und wollen die Fehler auf alle Fälle vermeiden.
    Nur wo kommt auf einmal all der Geldsegen her.....?

  12. 32.

    Dann ist wohl eher anzunehmen dass die Zahl der Infektionen mindestens um eine Größenordnung höher liegen müsste, was wiederum die Bedeutung der Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie mehr oder weniger in Frage stellt. Auf der anderen Seite ist die veröffentlichte Zahl der Todesfälle eher als eine obere Grenze zu betrachten (einige sind mit aber nicht durch Corona gestorben). Daraus folgt dass die Todesgefahr bei einer Corona-Infektion deutlich unterhalb 1/1000 liegt. Und der große Wirbel, den die WHO weltweit antreibt, scheint mir daher, aus rein sachlicher Sicht, nicht ganz angemessen.

  13. 31.

    Dann ist wohl eher anzunehmen dass die Zahl der Infektionen mindestens um eine Größenordnung höher liegen müsste, was wiederum die Bedeutung der Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie mehr oder weniger in Frage stellt. Auf der anderen Seite ist die veröffentlichte Zahl der Todesfälle eher als eine obere Grenze zu betrachten (einige sind mit aber nicht durch Corona gestorben). Daraus folgt dass die Todesgefahr bei einer Corona-Infektion deutlich unterhalb 1/1000 liegt. Und der große Wirbel, den die WHO weltweit antreibt, scheint mir daher, aus rein sachlicher Sicht, nicht ganz angemessen.

  14. 30.

    Man braucht die Schweden weder dankbar sein, noch für wahnsinnig halten
    Jedes Land hat dazu seine eigenen Regeln. Wie heißt es so schön: wenn zwei das gleiche machen ist es noch lange nicht das selbe.
    Schweden hat längst nicht die Bevölkerungsdichte wie Deutschland. Und ist vor allem kein wirtschaftlicher Faktor wie Deutschland für Europa.
    Zudem halte ich es für Rosinen pickerei. Dann könnte man gleichzeitig die Frage stellen, warum machen wir es nicht gleich wie in den Osteuropäischen Ländern in etwa Polen, Ungarn etc.

    So rosig sieht es für die Schweden auch nicht aus:
    Schweden 9.685 - 205- 870 . Die hintere Zahl ist die Todesrate. Statistische Werte . 10.04.2020
    https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/

  15. 29.

    „ Sie grüßen freundlich, aber erzählen nur ganz wenig Persönliches. Einen Schweden zum richtigen Freund zu haben, ist nahezu unmöglich. “ Liebe Autorin, keine Ahnung, wo Sie herkommen, aber nicht jeder muss so schwatzhaft sein wie in manchen Regionen es der Fall ist. Persönliches ist eben persönlich. Ich empfinde es oft als unangenehm, wenn mich jemand ziemlich schnell nach meinem Kram ausfragt. Schweden sind da viel höflicher, und Freundschaft bedeutet mehr, als das was Sie beschreiben. Sie sollten sich halt anpassen, wenn Sie dort leben wollen. Lieber eine echte Freundschaft als Leute, die sich einem Aufdrängen und aushorchen. Schweden erzählen schon von sich, wenn man sie lässt, wie sie sind. Geduld. Ist bei Norddeutschen auch so. Dagegen fragen einen Süddeutsche ein Loch in den Bauch.

  16. 28.

    Das Gegenteil ist der Fall - in Deutschland wird gemessen an der Bevölkerungsdichte kaum getestet. Ein Test ist ja auch immer eine Momentaufnahme - einmal negativ getestet heisst das nicht, dass man sich nicht morgen anstecken kann. Aber wer negativ getestet wurde, kommt vermutlich niemals außer auf der Intensivstation in den Genuss eines zweiten Tests...
    Die Hürden sind hoch:
    - man muss fiese Symptome haben (welche, kann jeder Gesundheitsamtmitarbeiter selber entscheiden)
    - man muss Urlaub in einem Risikogebiet gemacht haben (Grenzen seit einem Monat dicht) oder:
    - man hat nachweislich Kontakt zu einem Infizierten gehabt. Aber wer verrät schon, dass er infiziert ist??

    Damit scheitern die meisten mti dem Wunsch nach einem Test so lange, bis sie auf der Intensivstation landen. Da werden sie vermutlich nicht getestet, weil die Symptome "eindeutig" sind. Wer nicht getestet wird, von dem werden auch die Kontakte nicht gesucht und getestet.

    Teufelskreis.

  17. 27.

    Hören Sie doch endlich aufit den Grippezahlen zu jonglieren. Die Grippesaison lief über 9-10 Monate. Es ist auch nicht belegt, ob die Opfer mit oder durch Grippe gestorben sind. Das wird ja bei Corona immer wieder gern erwähnt. Nehmen Sie die Opferzahlen von Italien in einem Monat, rechnen sie mal zehn, und dann können Sie die Zahl wegen eines völlig zusammenbrechenden Gesundheitssystem ruhig nochmal verdoppeln, dann haben Sie einen realistischen Ausblick, wo es ohne Maßnahmen hingehen kann.

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