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Experten zum Teil-Lockdown - Was ist sinnvoll, was nicht und was folgt nach November?

Ab Montag soll für einen Monat lang das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren werden. Doch was sagt die Forschung und was sagen Wissenschaftler zum Maßnahmen-Paket, das nun beschlossen wurde? Ein Überblick von Haluka Maier-Borst

Menschen dürfen weiterhin aus dem Haus, im Gegensatz zum ersten Lockdown bleiben zudem die meisten Läden offen und auch die Schulen und Kitas. Und trotzdem wird auch dieser zweite Teil-Lockdown ein harter Einschnitt sein. Von Theatern bis zu Clubs, von Restaurants bis zu Sporthallen werden viele Orte des öffentlichen Lebens im November geschlossen bleiben.

rbb|24 versucht darum anhand von Studien und Gesprächen mit Forschern einzuordnen, welche Maßnahmen wie sinnvoll sind und was auf den Teil-Lockdown folgen wird.

Braucht es wirklich jetzt schon einen Lockdown?

Die Fallzahlen steigen in ganz Europa und doch wirkt Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarländern wie eine Insel der Glückseligen. Denn fast überall ist die Inzidenz deutlich höher als in Deutschland mit Ausnahme von Dänemark. Trotzdem spricht einiges für das frühe Reagieren.

"Je früher Sie eingreifen, desto weniger hart müssen die Maßnahmen sein und desto kürzer können sie dauern", sagt Benjamin Steinegger von der Universität Rovira i Virgili im spanischen Taragona. "Ich als Schweizer im Ausland schaue gerade mit Besorgnis auf die Situation in meiner Heimat. Ich glaube nicht, dass sich das noch abfangen lässt."

Ähnlich sieht es auch Peter Klimek von der Medizinischen Universität Wien. Seit Monaten sei propagiert worden, dass die Leute freiwillig ihre Kontakte beschränken sollen. Ein Großteil der Bevölkerung trage dies mit, aber trotzdem habe das bisher nicht gereicht. Und nun gehe zunehmend der Spielraum aus. "Es hatte in den letzten Wochen fast ein bisschen etwas von 'Wer zuckt zuerst' zwischen den europäischen Staatschefs. Nur es ist vollkommen klar, dass einer eben nicht zurückzieht: das Virus."

Intensivmediziner warnen zudem davor, die noch moderate Auslastung auf den Intensivstationen falsch zu interpretieren. Es dauere in der Regel 14 Tage, bis sich das Infektionsgeschehen von heute auf den Intensivstationen widerspiegelt. "Unsere großen Zentren kommen unter Maximalbelastung", sagt Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI) [zdf.de].

Sind die Maßnahmen gut gewählt?

Im Großen und Ganzen wohl ja. So legen mehrere Studien nahe, dass das Reduzieren von Gruppengrößen bei Treffen und das Schließen von "Risikogewerben" wie Clubs und Bars massiv die Zahl der Neuinfektionen senkt. "Schweden wurde ja anfangs, auch teils zurecht, für seine Strategie kritisiert. Aber dass man konsequent seit Anfang der Pandemie die Größe von Versammlungen beschränkt hat, das war sicher richtig", sagt Steinegger.

Doch es gibt einen entscheidenden Punkt, an dem das neue Maßnahmenpaket des Bundes von den wissenschaftlichen Studien abweicht. Es gilt als recht gut gesichert, dass das Schließen von Schulen und Universitäten die Zahl der Neuinfektionen ebenfalls deutlich nach unten bringt. Auch eine neue Studie der Universität Edinburgh deutet in diese Richtung [lancet.com]. Dennoch finden aber auch Forscher, dass es zumindest teilweise vertretbar ist, die Schulen und Kitas offen zu lassen.

"Das Infektionsgeschehen wird vor allem von Teenagern und jungen Erwachsenen getragen. Sehr junge Kinder hingegen tragen kaum etwas dazu bei und sind gleichzeitig auch die, die am ehesten Betreuung und analogen Unterricht brauchen", sagt Klimek. Er findet es darum durchaus verständlich, dass man zunächst die Schulen offen lässt und vor allem zuerst die Älteren in den Heimunterricht schickt.

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Die meisten Ansteckungen passieren laut Studien im Privaten. Wieso müssen dann Restaurants und Theater schließen?

Tatsächlich wies das Robert-Koch-Institut (RKI) selbst im September in einer Untersuchung aus, dass ein großer Anteil der nachverfolgbaren Ansteckungen im privaten Haushalt oder in Altersheimen passieren [rki.de]. Auch andere Studien wie zum Beispiel im Fachmagazin "Science" deuten darauf hin, dass rund die Hälfte aller Ansteckungen in Haushalten passieren [sciencemag.org]. Aber man muss diese Studien mit Vorsicht betrachten.

"Wir sehen vor allem die Übertragungswege, die leicht aufzuspüren sind. Und das sind nun mal ihre engsten Kontakte zu Hause. Wenn Sie sich vom Nachbartisch im Restaurant angesteckt haben, ist das viel schwieriger nachzuvollziehen", sagt der Modellierer Klimek. So konnte die RKI-Analyse nur 27 Prozent der Fälle einem Ausbruch zuordnen.

Ferner können auch die wenigen Verbindungen außerhalb von Haushalten eine entscheidende Rolle haben. Denn wenngleich die Leute sich hauptsächlich zu Hause infizieren, so braucht es eben auch die Ansteckungen zwischen Leuten aus verschiedenen Haushalten, damit die Epidemie weiterläuft. Andernfalls würde jede Infektionskette gewissermaßen in den Haushalten in einer Sackgasse enden, sobald dort alle angesteckt wurden. In der Netzwerk-Theorie hat dieses Phänomen sogar einen Namen: "die Stärke der schwachen Verbindungen".

Gibt es also für Experten überhaupt keine Kritik an den Maßnahmen?

Doch. Die offensichtlichste Kritik aus Forschersicht ist, wieso man nicht früher und gezielter reagiert hat. Schon vor einem Monat wiesen Forscherinnen wie zum Beispiel Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik in Göttingen darauf hin, dass man jetzt die Infektionszahlen niedrig halten müsse [mpg.de].

Ferner gibt es für einzelne Maßnahmen, die vor allem in Berlin verordnet wurden, wenig Evidenz. "Masken auf der Straße bringen, so weit wir das sehen können, nichts", sagt Benjamin Steinegger. Eine Studie aus Japan schätzte, dass die Übertragung in Innenräumen 19 Mal wahrscheinlicher ist als draußen [medrxiv.org].

Der Psychologe Felix Rebitschek vom Harding-Zentrum für Risikokompetenz in Potsdam sieht diesen Aktionismus durchaus mit Sorge. Wenn einzelne Teile eines Maßnahmenpakets nicht nachvollziehbar seien, könne dies durchaus auch die Akzeptanz für sinnvolle Maßnahmen des Pakets in Mitleidenschaft ziehen.

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Erklären die Bundesregierung und die Landesregierungen die Maßnahmen ausreichend?

Der Psychologe Felix Rebitschek findet, dass man die Bürgerinnen und Bürger zu wenig mitnehme. Ausgehend von früherer Forschung zur Akzeptanz von Gesundheitsmaßnahmen, gebe es vier Gruppen in der Bevölkerung. Einmal diejenigen, die grundsätzlich dem Regierungshandeln vertrauen und zum anderen diejenigen, die grundsätzlich nicht für Argumente empfänglich sind. Wichtig wären aber die beiden anderen Gruppen, die sich mit der Faktenlage auseinandersetzen möchten.

Zum einen seien das die Leute, die man mit guten Argumenten von den Maßnahmen überzeugen könne. Dafür muss verständlich dargestellt werden, was man weiß und was nicht. Das geschehe aktuell zu selten. Und zum anderen sei da noch die Gruppe der Menschen, die man zwar mit den Argumenten nicht in der Sache überzeugt kriege – aber durch das Einbinden in Diskussionen. Dialogbereitschaft sei hier wichtig, erklärt Rebitschek.

"Diese Leute kommen vielleicht aufgrund der Faktenlage zu anderen Schlüssen, aber respektieren und tragen es mit, wenn die Gemeinschaft sich für einen anderen Weg entschieden hat", sagt er. Genau diese Partizipation und dieses Erklären sei aber durch die vielen Beschlüsse unter den Ministerpräsident/innen zu kurz gekommen.

Rebitschek ergänzt: "Es fehlt auch eine klare Kommunikation darüber, auf welchem Wissen basierend man welche Maßnahmen trifft und speziell, wo es Unsicherheiten gibt. Es ist sehr wichtig zu erklären, was für Unsicherheiten das sind, und auch, wie man diese Unsicherheiten verringern will."

Welche Beweislage gibt es für die nun veranschlagte Dauer von vier Wochen für die Maßnahmen?

Der Zyklus einer Corona-Erkrankung von Ansteckung bis Auftreten der Symptome dauert ungefähr drei bis fünf Tage. Geht man davon aus, dass es ungefähr zwei Zyklen braucht, bis die Wirkung von Maßnahmen sichtbar sind, muss man also sechs bis zehn Tage abwarten. "Rechnet man dann noch etwaige Verzögerungen in den Meldeketten ein, sind zwei Wochen schon das Minimum", sagt Klimek. Entsprechend sieht er es als sinnvoll an, dass man sich nun dazu entschieden habe, in zwei Wochen über das weitere Vorgehen zu beraten.

Ähnlich sieht es auch Benjamin Steinegger: "Ich würde das jetzt nicht zu sehr auf die Goldwaage legen, ob jetzt zwei, drei oder vier Wochen." Mit dem vier Wochen Zeitfenster sei man aber definitiv eher auf der sicheren Seite. Auch die oben bereits erwähnte Studie der Universität Edinburgh legt nahe, dass es durchaus vier Wochen dauere, bis der Effekt von Maßnahmen vollends sichtbar werde [lancet.com].

Und wie geht es nach dem November weiter?

Der Teil-Lockdown allein kann die Epidemie nicht eindämmen, wenn danach alles weiter geht wie vorher. Für sich genommen verschiebt er gewissermaßen nur den Höhepunkt, egal ob er vier oder mehr Wochen geht. Sehr vereinfacht und schematisch hatte das rbb|24 schon im Frühjahr einmal erklärt.

Der große Vorteil von niedrigeren Fallzahlen ist aber, dass die Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter wieder funktioniert. Und diese kann, wie Studien zeigen, ganz entscheidend dabei helfen, den Reproduktionsfaktor R zu senken. Dieser gibt nämlich an, ob die Zahl der Neuinfektionen steigt (bei R über 1) oder sinkt (bei R unter 1).

"Grob gesagt müssen wir alle mit unserem Verhalten das R für Corona, das bei 3 bis 4 ohne Maßnahmen liegt, 'nur' auf 2 herunterbringen. Den Schritt von 2 auf unter 1, das können die Gesundheitsämter mit dem Tracing leisten – wenn es eben nicht zu viele neue Fälle gibt und die Leute dort mit der Nachverfolgung hinterherkommen", erklärte Priesemann bereits vor einigen Wochen gegenüber rbb|24.

Zudem wird in der Forschung diskutiert, mehr Ressourcen in die Rückwärtsverfolgung von Kontakten zu investieren. Sprich statt für einen Infizierten nachzuverfolgen, wen er angesteckt hat, wäre es sogar wichtiger herauszubekommen, wo er sich angesteckt hat. Das mag zunächst verwirrend klingen, weil das Ziel ja sein sollte, neue Ansteckungen zu verhindern. Tatsächlich legen Studien aber nahe, dass die Epidemie vor allem durch Superspreading-Events angetrieben werden [nature.com].

Einzelne wenige Fälle stecken viele an, während der Großteil der Infizierten gar keine Person anstecken. Würde man also entsprechend zunächst rückverfolgen, welcher Superspreading-Event zu einem neu entdeckten Fall führte und könnte dann im Anschluss ein ganzes Cluster aufspüren und warnen, wäre man wahrscheinlich effizienter. Genau das ist die Strategie, die Japan verfolgt [mhlw.go.jp].

Weiterhin könnten die neu verfügbaren Schnelltests die Labore ein wenig entlasten. Trotzdem wird aber ohne Impfstoff oder Medikament gegen schwere Verläufe weiterhin der entscheinde Faktor sein, wie sich die Menschen verhalten. "Mit den Maßnahmen allein, die uns durch den Sommer geholfen haben, wird es nicht reichen", sagt Klimek.

Werden wir noch einen dritten Lockdown erleben?

Das ist schwer zu beantworten. In der Wissenschaft werden mehrere Szenarios diskutiert. So plädiert eine britische Gruppe von Forschern für periodische, zweiwöchige Lockdowns über den Winter, die man am besten mit den Schulferien gleichtakten sollte [medrxiv.org]. Diese hätten den Vorteil, dass sie klar planbar wären und somit wohl der Schaden für die Wirtschaft geringer sei.

Klimek sieht dem skeptisch entgegen: "Klar, aus Modellierersicht ist das super, weil es einfacher zu berechnen wäre. Aber ich bezweifle, dass Sie bei niedrigen Fallzahlen das durchkriegen. Und auch dass die Wirtschaft damit besser zurechtkommt, vermuten die Autoren nur. Vorgerechnet wurde das nicht."

Der Österreicher hofft stattdessen, dass im Anschluss an die europaweit drohenden zweiten Lockdowns regionaler und früher reagiert wird. "Wir sind in der aktuellen Lage, weil man an Hotspots nicht schnell genug eingegriffen hat und lokale Lockdowns gemacht hat. Und das müssen wir verpflichtender machen, auch wenn das natürlich den einzelnen hart trifft", sagt er.

Wie lang geht das noch und wie "normal" kann Weihnachten werden?

Dass man nach und nach gezielter gegen das Virus vorgehen kann, glauben die meisten Wissenschaftler. Auch sind bereits mehrere Impfstoffe in der klinischen, finalen Phase III [ndr.de].

Trotzdem dämpfen Experten die Erwartungen auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Selbst wenn ein Impfstoff in wenigen Monaten zugelassen würde, stelle sich die Frage, ob er auch alte Menschen effektiv schützt und wie schnell man die Bevölkerung versorgen kann. Dieses Weihnachten werde entsprechend nicht normal verlaufen, sagt der Forscher Klimek – aber womöglich könne das im nächsten Jahr zumindest deutlich normaler ablaufen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst

51 Kommentare

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  1. 51.

    Freundliche Nachfrage: d.h. wenn also die Infektionswege in Summe nicht mehr hinreichend belegt sind (in der Tat gibt es derzeit nur Zahlen zu ca. 25% der Infektionen), dann tun wir was? Nichts?... Weil es nicht klar zuzuordnen ist? Immerhin wissen wir eindeutig, dass Kontakte (insb. ungeschützt, in Innenräumen und bei grosser Gruppengröße) zur Verbreitung beitragen - insofern ist es aus meiner Sicht durchaus vertretbar, eben diese Kontakte im Freizeitbereich möglichst zu unterbinden. Alternativ könnte man natürlich auch die Industrien, Schulen und Co. lahmlegen, aber wäre das besser? Was genau ist denn Ihr Vorschlag?

  2. 50.

    Was nicht nur für den Umwelt-und Klimaschutz gut wäre, sondern auch zur Kontaktreduzierung wäre ein Verbot des Silvesterfeuerwerks. Und es wäre auch ein Versuch, mehr Rücksichtnahme durchzusetzen. Mittlerweile gibt es grauenhafte Knaller, die sich anhören, als würde ein Eisenbahnwaggon aus dem 20. Stock geworfen. Zumindest in diesem Sinn vorbelastete Personen riskieren einen Herzinfarkt. Mit Möglichkeiten gegen diesen Krach den einer Disko zu setzen, wird es in diesem Jahr schwierig werden, besonders in der Schweiß-Variante schwule Sportswear Party mit Hitzefloor.

  3. 49.

    Sie scheinen ja ein richtiger Durchblicker zu sein. Und ein sozial denkender noch dazu, nach dem Motto: Wenn jeder an sich denkt, ist an Alle gedacht. Bravo! Und die Welt dreht sich nur um Sie.
    Wie gut für Sie, dass die vielen "Dämlichen" für Sie mitdenken.

  4. 48.

    Zunächst mal empfinde ich es als Gewinn, dass hier eine Berichterstattung von und für Erwachsene stattfindet: Statt unkritisch Regierungshandeln zu vermitteln werden die einzelnen Möglichkeiten kritisch abgewogen.

    Nichtsdestotrotz gibt es keine Begründung für einen Lockdown. Denn dieser kann eigentlich nur auf einer Projektion der Intensivbettenkapazitäten beruhen, die natürlich eine wachsende Schwankungsbreite in die Zukunft hat. Denn das Ziel ist ja eine Systemüberlastung zu verhindern.

    Das die Schließung eines Teils der Wirtschaftstätigkeit einen maßgeblichen Effekt hat, ist nicht hinreichend belegt. Zumindest ist der Lockdown die totale Kapitulation von Politik und Wissenschaft, weil nach 10 Monaten Covid-19 sollte es möglich sein, am realen Infektionsgeschehen orientierte und gezielte Pandemieschutzmaßnahmen einzusetzen statt ein Flächenbombardement.

  5. 47.

    > aha, Kirchen und Moscheen lässt man natürlich offen,
    > in diesen Räumen scheint die Ansteckungsfahr im
    > Gegensatz zu draußen sehr gering zu sein
    > Dehr logisch diese Regelung
    Ich hab doch schon geschrieben: es geht nicht darum, wo am sinnvollsten Kontakte reduziert werden können, sondern wo man ohne große Probleme Kontakte reduzieren kann. Natürlich wäre es am sinnvollsten keine U-Bahnen, Busse oder Straßenbahnen zu nutzen, nur leider kann man den Nahverkehr nicht einstellen, weil sehr viele Menschen nicht zum Spaß herumkutschieren, sondern, z.B. zur Arbeit müssen.
    Moscheen, Kirchen und Synagogen fallen in den Bereich "Religion". Da einzugreifen, berührt die "Religionsfreiheit". Sich damit (auch mit dem Demorecht) (juristisch) herumzuplagen bringt jetzt nichts, denn Eile ist geboten. Davon abgesehen, können die Betreiber und Besucher von Kirchen, Moscheen oder Synagogen auch selbst entscheiden, ob sie die entsprechenden Veranstaltungen reduzieren oder ganz absagen.

  6. 46.

    Interessant und die Belege dafür finde ich wo? Wie Sie eventuell mitbekommen haben, gibt es derzeit über 75% von Infektionswegen, die wir nicht nachvollziehen können. Nachzulesen beim RKI bzw im zuständigen Gesundheitsamt zu erfragen. D.h. anders als Sie glauben machen wollen, dass wir eben nicht ausschließen können (auch wenn die Wahrscheinlichkeit draussen allgemein vermutlich geringer ist), dass zB auf einem dicht gedrängten Weihnachtsmarkt der noch dazu nicht über sonderlich viel Luftstrom verfügt, Menschen gegenseitig anstecken. Zum verantwortungsvollen Umgang mit der Pandemie bzw dem Virus gehört im übrigen auch die Erkenntnis, dass wir zwar einiges wissen, aber vieles eben auch nicht.

  7. 45.

    aha, Kirchen und Moscheen lässt man natürlich offen, in diesen Räumen scheint die Ansteckungsfahr im Gegensatz zu draußen sehr gering zu sein
    Dehr logisch diese Regelung

  8. 44.

    > Wieso dürfen sich Menschen nicht im Freien zum
    > Sport treffen? Beispiel Fussball
    >
    > Sollte sehr schwierig werden, hierzu eine ausreichend
    > nachvollziehabre Begründung zu finden.

    Es geht nicht darum, dass alle das gleiche machen (oder nicht machen) sondern, dass die durchschnittliche Kontaktrate reduziert wird.
    Wenn wir alle vier Wochen zu Hause blieben, wäre das Virus futsch. Nur leider können jetzt nicht 7,6 Milliarden Menschen vier Wochen zu Hause sitzen und warten. Also versucht man eben die Kontakte zu reduzieren, wo es am ehesten möglich ist. Natürlich kann man dann immer fragen (wenn man sonst nichts zu tun hat) wieso "dürfen" die einen, und die anderen nicht.

  9. 43.

    Interessanter Artikel.
    Ich halte aber einen Lockdown während der Schulferien wirtschaftlich deutlich schädlicher als zum Beispiel einen Lockdown Mitte November. Dazu würden wieder die Familien extrems benachteiligt, denn was bringt dir Urlaub (den muss mal als Familie in der Ferien nehmen), wenn es einen Lockdown gibt?
    Falls es also weitere Lockdowns geben sollte, sollte man versuchen diese zu vergleichsweise "günstigen wirtschaftlichen Zeitpunkten" zu legen. Ein Lockdown kurz vor Weihnachten (Einzelhandel) und auch zwischen Weihnachten und Neujahr (Gastronomie, Tourismus) wäre wirtschaftlich ein Desaster, das sicherlich viele Arbeitsplätze kosten würde.
    Anfang Januar wäre bei weiterhin hohen Infektionszahlen deutlich besser.

  10. 42.

    Klingt wie die "Super Spreader Dame" in Garmisch.

    Erst war sie das Monster und alle forderten strengste Bestrafung, dann waren aber alle Beschuldigungen nicht haltbar...
    Rehabilitation? Fehlanzeige...

  11. 41.

    Auch sie haben das mit den Aerosolen immer noch nicht richtig verstanden, beim schnellen vorbeilaufen draußen im ständigen luftstrom können sie gar nicht angesteckt werden, ob mit oder ohne Maske.
    Sie müssten ungefähr eine Minute lang direkt in ihren Mund angehustet werden, um überhaupt die entsprechende Viren Menge aufzunehmen.
    Drinnen halten sich diese länger und dadurch gibt es da eben andere Einflüsse und deshalb sollten Innenräume schleunigst, mit meinetwegen mobilen lüftungsanlagen ausgestattet werden.

  12. 40.

    Das mit dem Finger zeigen .... tja das sollte man sich mindestens drei mal überlegen.
    He. Söder hat das leider nicht gemacht. Mit Bekanntgabe des Lockdown für das Berchtesgadener Land zeigte er mit dem Finger auf eine shisha Bar in der 100 Menschen gefeiert haben und bei der es keine Kontaktdaten Liste gab.
    Es waren dann doch nur 50 (erlaubt wären 80) .... gefeiert hat da auch keiner und eine Liste der Kontaktdaten gab es auch ... hat die Polizei im Nachhinein eingestanden.

  13. 39.

    Na klar um den virus noch zu vermehren, am besten mit einem Aluhit dder schützt auch noch vor den bösen Strahlen. Viusverteilerdemos ohne Schutz hatten wir ja zur genügend im Namen der Demokratie.

  14. 38.

    Ihre Schlussfolgerung teile ich. Corona zeigt uns sehr deutlich, dass wesentliche Teile der öffentlichen Daseinsvorsorge dank neoliberaler Marktwunder-Versprechen so radikal zusammengespart oder umstrukturiert wurden, dass sie in einer solchen Ausnahmesituation kaum standhalten. Auf Gewinn getrimmt, ergeben sich selbstverständlich ganz andere Gesetzmäßigkeiten in einem Krankenhaus, als wenn die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung im Vordergrund stünde. Dass aber niemand über die Missstände spricht, stimmt schlicht nicht - seit Jahren machen die betroffenen Berufsgruppen inkl Gewerkschaften auf die Probleme aufmerksam - durchaus auch ab und an unterstützt durch entsprechende Berichterstattung. Nur die Veränderungen der Umstände lassen sich viel Zeit - sicherlich auch, weil etliche Wähler und Politiker weiterhin an neoliberale Märchen glauben wollen.

  15. 37.

    In Bussen und Bahnen wird nichts desinfiziert. Da sollten sich die Fahrgäste beim Aussteigen unbedingt selbst die Hände desinfizieren. Und zwar bevor sie ihre Masken abnehmen.

  16. 36.

    Verstehe diese Kritik nicht. Es wurde doch durchaus erklärt, warum eben an belebten Plätzen und Straßen eine Maske zu tragen ist - weil hier schnell mal Gedränge entsteht bzw. der Abstand von 1,5m nicht unbedingt eingehalten werden kann. Das AHA Prinzip bleibt doch immer das gleiche und ist simpel: mit Maske ist besser als ohne, Abstand zu potentiellen Virusträgern hilft die Ansteckungsgefahr zu verringern und stetiges Händewaschen verringert die Chance Viren über zB Flächen im ÖPNV aufzunehmen. Man kann sich aber selbstverständlich auch, insbesondere bei unliebsamen Regeln, dümmer stellen als man ist. Fehlende Informationsangebote (in etlichen Formaten und für diverse Zielgruppen aufbereitet) der Medien sind sicherlich nicht das eigentliche Problem...

  17. 35.

    " Außerdem ist ein Krankenhaus kein Anlageobjekt, es dient dem Gemeinwohl "

    so sollte es sein,aber die Privatisierung hat das konterkariert

  18. 34.

    Was sinnvoll ist: Demo-Teilnahme. So kann es nicht weitergehen.

  19. 33.

    Ich glaube dass der "Mini Lockdown " nach hinten los geht. Zu viele Schwachstellen sind dabei erkennbar. Die Menschen gehen weiter arbeiten, fahren mit Öffis , in Schule und Kita treffen Eltern aufeinander, die Menschen gehen weiter shoppen. Und in 3 Wochen kommt dann der Lockdown im Einzelhandel und in 8 Wochen der in den Schulen und Kitas. Aber da sind dann sowieso Weihnachtsferien.

  20. 32.

    Um die Wirtschaftlichen Folgen abzufangen, könnten wir eine Lila-Bank ,sozuzsagen eine Krisenbank, gründen. Diese schreibt dann nur Lila Zahlen, bezogen auf die Ausgaben während des Lockdown, berechnet auf den Einnahmen/Ausgaben davor.
    Mit Beginn des einmonatigen Lockdowns, leiht sich diese Bank vom jeweiligen Land den Wert 1/12 des Bruttoinlandsprodukts (-vermutlich nennt man es hier anders, kenne die Formel nicht!) und verleiht diese gleichzeitig an alle deren Einnahmen durch den Stillstand wegfallen.
    Rentner, Arbeitslose, Politiker u.a. müssten eigentlich aus diesem Topf rausfallen. Der Staat bürgt sozusagen für seine Bürger, geht doch jetzt auch schon. Nach der Krise wird die Bank einfach geschlossen, meldet Insolvenz an, weil niemand die Lila Zahlen zurück zahlen muss.
    Warum sollte das was bei Cum Ex, Panama Papers usw usw nicht mal für alle genutzt werden können!?

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