Blick über Neuruppin am 22.05.2020. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Antenne Brandenburg |12.10.2020 | Björn Haase-Wendt | Bild: dpa/Paul Zinken

Verdacht unbegründet - Anonymer Hinweisgeber meldet Ferienhaus-Bewohner der Polizei

Der Kurzurlaub einer Berliner Familie in Brandenburg hat am Wochenende die Polizei in Neuruppin auf den Plan gerufen: Ein anonymer Hinweisgeber hatte einen vermeintlichen Verstoß gegen das Beherbergungsverbot gemeldet - laut Stadt aber unbegründet.

Eine vierköpfige Berliner Familie, die sich in ein Ferienhaus in Neuruppin eingemietet hatte, hat am Wochenende Besuch von der Polizei bekommen.

Die Beamten seien einem anonymen Hinweis auf einen möglichen Verstoß gegen das Beherbergungsverbot nachgegangen, berichtete die Polizeidirektion Nord am Sonntag. Einen negativen Corona-Test habe die Familie nicht nachweisen können.

Stadt Neuruppin sieht keinen Verstoß

Konsequenzen muss die Familie offenbar nicht befürchten - die Stadt Neuruppin sieht keinen Verstoß gegen das aktuelle Beherbergungsverbot, wie eine Rathaussprecherin am Montagnachmittag mitteilte. Die Familie befand sich demnach bereits seit Donnerstag in dem Ferienhaus, also einen Tag bevor das Beherbergungsverbot offiziell in Kraft trat.

Ob die Familie sich immer noch in dem Ferienhaus aufhält, konnte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen auf rbb|24-Nachfrage nicht sagen.

Belehrung über Abstands- und Hygieneregeln

Das Ferienhaus steht nach Polizeiangaben in einem ländlich gelegenen Ortsteil der Stadt ohne direkte Nachbarhäuser. Als Beamte am Freitagabend klingelten, hätten die beiden kleinen Kinder bereits geschlafen. Daher sei die Familie über die geltenden Abstands- und Hygieneregeln belehrt worden, habe aber in dem Ferienhaus bleiben dürfen.

Seit Freitag gilt in Brandenburg ein Beherbergungsverbot für Touristen aus Berlin und anderen Corona-Hotspots in Deutschland, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen über 50 gestiegen war. Nicht betroffen sind Berufspendler, Tagesausflügler und -besucher. Auch wer einen negativen ärztlich attestierten Corona-Test hat, der höchstens 48 Stunden vor Anreise gemacht wurde, oder zwingend notwendig verreist, etwa beruflich, darf übernachten - aber nur ohne Covid-19-Symptome.

Sendung: Abendschau, 11.10.2020, 19.30 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 12.10.2020 um 13:32 Uhr geschlossen

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42 Kommentare

  1. 42.

    Ohne Hinweisgeber würden die meisten Straftäter entkommen. Verbrechen darf sich nicht lohnen. Sonst wird es noch viel mehr Straftäter geben.

  2. 41.

    Es sollten sich alle erst mal einklinken. Tatsache ist, dass es eine Verordnung gibt. Tatsache ist auch, dass sie erlassen wurde um die Menschen zu schützen. Ob sie ihren Zweck erfüllt haben andere zu entscheiden und nicht „Lieschen Müller“. Tatsache ist auch, dass es eine Berliner Familie und einen Brandenburg Vermieter gibt, die der Meinung sind ihre eigenen Gesetze machen zu können, so wie früher die Stasi in der DDR, die auch außerhalb der dort geltenden Rechtsordnung operiert hat.
    Wer hat denn nun wo, was „falsch“ gemacht? Derjenige der sich über Recht und Ordnung erhebt ist nach Meinung des Mainstream derjenige dem man zujubeln sollte? Und den anderen wirft man Stasipraktiken vor?
    Eh Leute, geht’s noch? Wir leben in Deutschland im 21. Jahrhundert, die Erde ist mittlerweile eine Kugel (geworden) und Area-51 hat sich auch als Fake herausgestellt.

  3. 40.

    In der Bibelstunde habe ich als Evolutionstheoretiker und Atheist stets auf Durchzug geschaltet.

  4. 39.

    Jetzt sind wir dort,wo Deutschland nie hätte wieder sein sollen,es beginnt das Debunziantentum,das gabs schon mal,die Denunzierten sind dann nach Auschwitz gekommen,ohne Rückfahrkarte.Dafür sollten sich alle schämen die da mitmachen!

  5. 38.

    Ekelhaft. Das können die Deutschen noch.

  6. 37.

    Hier ist überhaupt kein Denunziantentum, sondern es wird Recht und Ordnung durchgesetzt. Wir leben hier in Deutschland und nicht in Timbuktu. Wer sich nicht an die Gesetze hält muss die Konsequenzen tragen."
    (Aus der dazugehörigen Pressemitteilung des Zentralrats der Fliesentischbesitzer, übermittel durch einen Röhrenden Hirschen.)

  7. 36.

    Wie gemein ist das denn? Back to the DDR ? Wieso werden Anzeigen/Hinweise anonym angenommen, wenn für den Hinweisgeber keine Gefahr besteht, er z.B. bei schweren Straftaten später Angst vor Rache haben müsste? Es ist anscheinend so einfach, seiner Boshaftigkeit und seinem Neid freien Lauf zu lassen.
    Ja, es gibt ein Beherbergunsverbot, aber mal Hand aufs Herz: Wie unlogisch ist das bei einem Stadtstaat wie Berlin? Tagtäglich pendeln Hunderttausende von Brandenburgern nach Berlin und umgekehrt sind es auch nicht wenig. Es gibt keine Grenze mehr-zum Glück- Menschen gehen im Nachbarland zur Schule, zum Einkaufen, ins Kino, zum Arzt, Verein usw.
    Es gibt also viele Kontaktpunkte. Sicher aber doch viel weniger, wenn eine Berliner Familie mit ihren Kinder in einem Ferienhaus in der Natur übernachtet. Sie werden wohl kaum große Partys veranstalten.
    Der HInweisgeber scheint ein sehr verbitterter Mensch zu sein. Sieht ein Berliner Kennzeichen und peng- Anzeige.
    Schämen Sie sich !

  8. 35.

    Denunzieren ist wieder in Mode gekommen. Das Beherbergungsverbot für Einwohner von Berlin zeigt die Haltung der in Brandenburg Regierenden gegenüber Berlin! Als Absatzmarkt ist Berlin jedoch wertvoll.

  9. 33.

    Der größte Lump im ganzen Land
    ist der Anonyme Denunziant

  10. 32.

    -> Absolut richtig.

    Warum sind denn weiter Maßnahmen wichtig? Weil sich Menschen nicht an Abstandsregeln halten. Viele Leute vergessen ja, dass Sie sich zwar versammeln dürfen, "feiern" dürfen, aber halt nicht ohne Schutz und nötigen Abstand.

    DAS wird allerdings nicht gemacht und leider haben wir zu wenig "Denunzianten", bzw. zu lasche Behörden, die Hinweisen nicht nachgehen.

  11. 31.

    Für dieses vorbildliche sozialistische Kundschafterverhalten erhält der wachsame Märker ein Fleißbienchen, eine von E. Mielke persönlich unterschriebene Urkunde und einen 100 Mark der DDR Einkaufsgutschein für den Exquisit.

    Brandenburg, die "kleine DDR".

  12. 30.

    Beruhigt Euch, Leute. Das Problem ist NICHT, ob jemand eine vermeintliche Straftat oder Ordnungswidrigkeit MELDET: Jemandem, der z.B. meldet, dass sein Nachbar regelmäßig die Kinder schlägt, wirft man auch kein Denunziantentum vor; auch dann nicht, wenn die Anzeige aus verständlicher Angst anonym erfolgt. Die einzig relevante Frage ist immer, ob das gemeldete Verhalten tatsächlich falsch und das zugehörige Gesetz also richtig ist: Regelmäßig Kinder zu schlagen ist falsch, Gäste zu beherbergen hingegen nicht. Den Fehler beim Beherbergungsverbot haben also NUR die gemacht, die die entsprechende Verordnung erlassen haben. (Auch die Rechtschreibkontrolle findet 'Beherbergungsverbot' übrigens falsch...)

  13. 29.

    Die Stasi war halt überall und die ewig Getriegen sind eben noch nicht ausgestorben.

  14. 27.

    Ich finde, dass eher Leute wie Sie das Problem sind. Leute, die nicht begreifen, was hier passiert. Leute, die ohne ihr Hirn zu benutzen, alles mitmachen. Leute, die nicht hinterfragen, was Sinn macht und was nicht. Leute, die andersdenkende anschwärzen...

  15. 26.

    Hier ist überhaupt kein Denunziantentum, sondern es wird Recht und Ordnung durchgesetzt. Wir leben hier in Deutschland und nicht in Timbuktu. Wer sich nicht an die Gesetze hält muss die Konsequenzen tragen.
    Der Vermieter trägt die Hauptschuld. Wenn er den Schlüssel übergibt liegt die alleinige Verantwortung bei ihm.

  16. 25.

    Was hier wieder für ein Theater veranstaltet wird: Es existiert eine rechtsgültige Verordnung. Die Person, welche die Meldung vornahm, reagierte mithin korrekt. Da gibt es nichts zu diskutieren! Und natürlich nennt sie nicht ihren Namen. Dann wäre sie ja lebensmüde bei all den unvernünftigen und unbelehrbaren Hedonisten, die in ihrer Aggressivität und ihrem gekränkten Ego sonst was mit ihr anstellen würden - obwohl eindeutig gegen die Verordnung verstoßen wurde. Schuld sind natürlich immer nur die anderen. Nein, sie hat vollkommen richtig gehandelt!

    Ich hoffe, dass die Berliner Bürger genauso vorbildlich gegen illegale Partys vorgehen. Jetzt ist nämlich Schluss mit lustig!

  17. 24.

    Denunziantentum ist sicher ein typisch deutsches Problem, aber als Berliner (West) möchte ich doch anmerken, dass diese Kunst in der DDR zur Perfektion getrieben wurde und Brandenburg ja noch heute mancherorts die DDR geistig nicht verlassen hat. Die Abneigung der eingesessenen Altbrandenburger gegenüber Berlin ist immer wieder spürbar und führt bei mir dazu, dort gar nicht erst übernachten zu wollen. Ein Beherbungsverbot trifft mich also nicht, ein seltener Tagesausflug tut's vollkommen. Wie ich an anderer Stelle bereits schrieb, genießen die Brandenburger alle Vorteile einer schnell erreichbaren Metropole auf "Weltniveau" (wie man ja in der DDR so sagte), während ich noch nach den tollen Vorteilen des Umlands suche, in dem die Gastronomie zwar Interesse an Berliner Euros hat, die Menschen aber wenig gastfreundlich erscheinen.

  18. 23.

    Zwei Diktaturen hinterlassen ihre Spuren über Generationen hinweg. Schlimm!

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